Weißer Tischventilator mit silbernem Gitter auf einem Beistelltisch aus hellem Holz, daneben eine weiße Schale mit Eiswürfeln und ein Teller mit Zitronenscheiben, im Hintergrund eine Zimmerpalme in einem sonnigen Raum
Illustration (KI-generiert): Wärme und Schweiß an heißen Tagen begünstigen wunde Hautfalten.

Intertrigo (Hautwolf): wunde Hautfalten erkennen, behandeln, vorbeugen

Warum die Haut unter der Brust, in der Leiste, zwischen den Beinen oder in Bauchfalten wund wird, woran Sie einen zusätzlichen Hefepilz oder Bakterien erkennen, was Zinkpaste, Puder und Kompressen wirklich leisten, worauf Pflegende achten sollten, wann Sie ärztliche Hilfe brauchen und was die Kasse zahlt.

Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 22.10.2026

Eine Intertrigo, umgangssprachlich Hautwolf oder einfach „Wolf“, ist eine Entzündung der Haut in einer Hautfalte. Wo Haut auf Haut liegt, reiben die Flächen aneinander, Schweiß kann nicht verdunsten, und die oberste Hautschicht weicht auf. Die Haut wird dann auf beiden Seiten der Falte rot und wund, sie brennt, juckt oder nässt. Typische Stellen sind die Haut unter der Brust, die Leisten und die Innenseiten der Oberschenkel, die Achseln, Bauchfalten und die Gesäßfalte. Oft reicht es, an der Ursache anzusetzen: Falte trocken halten, Reibung verringern, die Haut schützen, etwa mit weicher Zinkpaste. Richtig behandelt, heilt eine Intertrigo meist schnell ab. In der feuchtwarmen Falte siedeln sich allerdings leicht Hefepilze (Candida) oder Bakterien an. Ärztlichen Rat brauchen Sie deshalb, wenn die Haut nach einigen Tagen nicht besser wird, Pusteln bildet, stark nässt oder unangenehm riecht, und auch dann, wenn Sie Diabetes haben. Eine sich ausbreitende, heiße Rötung oder Fieber lassen Sie am selben Tag ansehen. Vorweg ein ehrlicher Hinweis: Für die Intertrigo der großen Hautfalten gibt es keine deutsche Leitlinie, und viele verbreitete Ratschläge sind kaum durch Studien belegt. Wo die Fachquellen sich widersprechen, sagen wir das.

Woran Sie eine Intertrigo erkennen

Die Haut ist auf beiden Seiten der Falte gerötet, oft fast spiegelbildlich, genau dort, wo die Flächen aufeinanderliegen. Sie fühlt sich wund an, brennt oder juckt, manchmal nässt sie. Besteht die Entzündung länger, entstehen schmerzhafte Einrisse, oder die Haut schält sich ab. Kommt eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien hinzu, bilden sich Krusten oder kleine Eiterbläschen, und es kann unangenehm riechen. Eine Intertrigo kann einmalig auftreten, immer wiederkommen oder über Wochen bestehen bleiben, wenn die Auslöser nicht verschwinden.

StelleWas dort typisch ist
Unter der BrustWärme und Schweiß stauen sich unter aufliegendem Brustgewebe; in einer Berliner Studie in Pflegeheimen die häufigste Stelle
Leiste, Oberschenkel-Innenseiten, Intimbereichder klassische „Wolf zwischen den Beinen“, etwa nach langem Laufen, Wandern oder Radfahren in enger Kleidung; Leistenpilz sieht ähnlich aus
AchselnSchweiß; Deos und Antitranspirantien können die Haut zusätzlich reizen oder eine Allergie auslösen
Bauchfaltebei einem großen Bauch oder bei Hautüberschuss nach starker Gewichtsabnahme
Gesäßfalte und DammSchweiß, bei Inkontinenz zusätzlich Urin oder Stuhl
Zwischen den Zehenoft steckt Fußpilz dahinter; es können sich aber auch Bakterien ansiedeln
Bei Babys: Halsfalten, WindelbereichFeuchtigkeit und Wärme stauen sich in den kleinen, tiefen Falten

Seltener betroffen sind Fingerzwischenräume, Knie- und Ellenbeugen, der Nabel und die Haut hinter den Ohren. Grundsätzlich kann jede Hautfalte wund werden.

Wie ein Hautwolf entsteht und wer ihn öfter bekommt

In einer Hautfalte kommt wenig Luft an die Haut. Wärme staut sich, Schweiß bleibt stehen, und bei jeder Bewegung reibt Haut auf Haut. Die aufgeweichte Hornschicht verliert dadurch ihre Schutzfunktion, und es entsteht eine Entzündung. Die Weltgesundheitsorganisation führt die Intertrigo in ihrer Krankheitsklassifikation als Reizung der Hautfalten durch wiederholte Reibung von Haut auf Haut, zu der Schweiß, andere Körperflüssigkeiten und fehlende Luftzirkulation beitragen. Fachleute ordnen sie deshalb den feuchtigkeitsbedingten Hautschäden zu, zusammen mit der Hautreizung durch Inkontinenz.

Eine Intertrigo kann jeden treffen, auch Menschen ohne Vorerkrankungen, zum Beispiel nach einem langen Lauf, einer Wanderung oder einer Radtour. Eine Apothekerin berichtet, dass in der warmen Jahreszeit mehr Menschen mit einem Hautwolf in die Apotheke kommen. Das Risiko steigt durch:

  • warmes, feuchtes Wetter und starkes Schwitzen, auch bei einer Hyperhidrose
  • enge, nasse oder synthetische Kleidung
  • Übergewicht, weil die Hautfalten tiefer sind und Haut großflächig aufliegt
  • Diabetes und eine geschwächte Immunabwehr
  • Bettlägerigkeit, Pflegebedürftigkeit, Windeln und Inkontinenz
  • Medikamente wie Kortison oder Antibiotika, die Hefepilze begünstigen können
  • Rauchen und Alkohol
  • eine erbliche Neigung zu Hauterkrankungen

Übergewicht ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige, und ein Hautwolf kann auch bei sorgfältiger Körperpflege entstehen. In einer Studie mit 223 Bewohnerinnen und Bewohnern von zehn Berliner Pflegeheimen hatte jede sechste Person eine Intertrigo (16,1 Prozent), am häufigsten unter der Brust (9,9 Prozent) und in der Leiste (9,4 Prozent). Ein Zusammenhang zeigte sich dort mit höherem Alter und mit Hilfebedarf beim Waschen, nicht aber mit Übergewicht. Wer nach einer starken Gewichtsabnahme viel überschüssige Haut hat, gilt dagegen als besonders gefährdet, weil sich tiefe neue Falten bilden. Mehr dazu im Ratgeber Bauchdeckenstraffung.

Hefepilz, Bakterien oder Erythrasma: wenn sich die Falte infiziert

Der Hefepilz Candida gehört zur normalen Hautflora und richtet dort meist keinen Schaden an. In einer warmen, feuchten, wunden Falte findet er ideale Bedingungen und vermehrt sich. Das ist die häufigste Zusatzinfektion. Seltener siedeln sich Bakterien an. Den Unterschied zu erkennen lohnt sich, weil die Behandlung jeweils eine andere ist:

ErregerTypische HinweiseBehandlung
Hefepilz Candidastarker Juckreiz; hochrote, aufgeweichte Fläche mit deutlichem Rand, davor kleine Pusteln oder Bläschen („Satelliten“); fehlen sie, ist ein Pilz trotzdem möglichPilzmittel zum Auftragen, bei ausgedehntem Befall auch als Tabletten
Bakterien allgemeinfeuerrote, nässende Haut, Krusten oder Eiterbläschen, unangenehmer Geruchantiseptisch oder antibiotisch nach ärztlicher Entscheidung
Mögliche bakterielle Infektion bei Kindernintensive Rötung, aufgeweichte Haut, auffallend übler Geruch oder Nässen; die Zeichen sind nicht erregerspezifischzeitnah in die Kinder- oder Hautarztpraxis; der Erreger lässt sich nur durch Untersuchung und gegebenenfalls Abstrich klären
Erythrasma (Corynebacterium minutissimum)scharf begrenzte, rosa bis bräunliche, fein schuppende Flecken, kaum Juckreiz; Leiste, Achseln, unter der Brust, zwischen den Zehenantibiotisch als Creme oder Gel, bei Ausbreitung als Tabletten; kommt häufig wieder
Bakterien zwischen den Zehen, oft Pseudomonasaufgeweichte, nässende, brennend schmerzende Zehenzwischenräume, die Zehen lassen sich schlecht bewegengehört in ärztliche Behandlung

Erythrasma wird leicht mit einem Pilz verwechselt und kann auch gemeinsam mit einem auftreten. Es betrifft vor allem Erwachsene und häufiger Menschen mit Diabetes. In der Praxis lässt es sich schnell erkennen: Unter einer UV-Lampe, dem Wood-Licht, leuchtet die befallene Haut korallenrot. Der leuchtende Stoff, den die Bakterien bilden, ist allerdings wasserlöslich; nach frischem Waschen kann das Leuchten fehlen. Fragen Sie bei Verdacht, ob Sie die Stelle vor dem Termin nicht frisch waschen sollen.

Eine wunde Haut zwischen den Zehen ist ein Sonderfall. Häufig steckt ein Fußpilz dahinter, siehe Fußpilz behandeln. Weicht die Haut dort aber stark auf, nässt und schmerzt, können Bakterien beteiligt sein, nicht selten Pseudomonas, die unter dem Wood-Licht grünlich leuchten. Für diese Form gibt es eine eigene S1-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (Stand Juli 2025, gültig bis Juli 2030). Sie spricht von „infizierter Zehenzwischenraum-Intertrigo“, früher war der Begriff „gramnegativer Fußinfekt“ üblich. Wichtig für Sie: Aus einer infizierten Intertrigo zwischen den Zehen kann sich eine schwere bakterielle Infektion bis hin zur Wundrose entwickeln. Menschen mit Diabetes oder Übergewicht haben dafür ein höheres Risiko. Behandeln Sie das nicht monatelang selbst.

Was sonst dahinterstecken kann

Nicht jede rote Hautfalte ist ein Hautwolf. Einige Erkrankungen sehen ähnlich aus, werden aber ganz anders behandelt:

  • Schuppenflechte in den Falten (Psoriasis inversa): scharf begrenzte, glatte, oft glänzend rote Flächen, meist auf beiden Körperseiten gleich, häufig unter der Brust und in den Leisten. Weil die Schuppen hier oft fehlen, wird sie leicht für einen Pilz gehalten. Hinweise sind schuppende Herde an Ellenbogen oder Knien und ein Ausschlag, der trotz Trockenhalten und Pilzcreme hartnäckig bleibt. Mehr im Ratgeber Schuppenflechte behandeln.
  • Seborrhoisches Ekzem: eher unscharf begrenzte, lachsrosa Flächen in Achseln und Leisten, die kommen und gehen; oft zeigen sich zugleich Herde im Gesicht, hinter den Ohren oder auf der Brust. Siehe Seborrhoisches Ekzem.
  • Kontaktekzem: Die Haut reagiert auf Schweiß, Urin, Seife oder zu häufiges Waschen, oder sie ist allergisch gegen Duftstoffe und Konservierungsmittel in Deos, Feuchttüchern und Cremes, gegen Gummi oder Nickel in der Unterwäsche. Auch Seifen und Salben können eine Entzündung verschlimmern. Mehr im Ratgeber Ekzem.
  • Leistenpilz und andere Fadenpilze: ein schuppender, leicht erhabener Rand, der sich über Wochen nach außen schiebt, oft bis auf die Oberschenkel. Fadenpilze sind ansteckend und brauchen eine gezielte Pilzbehandlung, siehe Hautpilz.
  • Akne inversa: tief sitzende, schmerzhafte Knoten, Abszesse und Fistelgänge in Achseln, Leisten, Anal- und Genitalbereich. Das ist keine Reibungsentzündung, sondern eine eigene chronische Erkrankung, siehe Akne inversa.
  • Borkenflechte: rasch entstehende, nässende Blasen und Krusten auf geröteter Haut; sie ist ansteckend, siehe Borkenflechte.
  • Morbus Hailey-Hailey: eine seltene, erbliche Erkrankung mit wiederkehrenden, schmerzhaften, flachen Blasen in den Falten, die rasch aufbrechen; sie beginnt oft zwischen 20 und 40 Jahren und ist im Sommer schlimmer.

Einen Überblick über weitere Ursachen geröteter, juckender Haut gibt der Ratgeber Hautausschlag.

Was Sie selbst tun können

Ist die Haut nur gerötet und wund, ohne Pusteln, Eiter oder Geruch, heilt eine Intertrigo oft mit einfachen Maßnahmen ab. Das Ziel: die Falte trocken und sauber halten, Haut-auf-Haut-Reibung verringern und die Haut vor weiterer Reizung schützen.

Falte trocken halten und Reibung verringern

  • Mild waschen: die Hautfalten einmal täglich und nach dem Sport mit lauwarmem Wasser und einer milden, pH-hautneutralen Waschlotion reinigen. Viel hilft hier nicht viel: Wer zu oft oder zu scharf wäscht, schwächt die Hautbarriere.
  • Trocken tupfen statt reiben: mit einem weichen Handtuch, bis auch die Tiefe der Falte trocken ist. Das Gesundheitsportal des Bundes nennt alternativ kühles Föhnen.
  • Luft an die Haut lassen, so oft es geht, zum Beispiel abends oder beim Ausruhen.
  • Kleidung: locker sitzend, nahtarm, aus Baumwolle oder beim Sport aus Funktionsstoff; nasse Sport- und Badekleidung sofort wechseln. Unter der Brust kann ein gut stützender BH helfen, der die Falte anhebt.
  • Sport pausieren, bis die wunde Stelle abgeheilt ist. Vor langen Läufen oder Radtouren kann eine dünne Schicht Vaseline oder Zinksalbe auf den Reibestellen als Schutzfilm dienen.
  • Schwitzen bremsen: Ein Antitranspirant kann helfen; das MSD Manual nennt für eine Intertrigo ohne Infektion ein rezeptfreies Präparat mit 20 Prozent Aluminiumchlorid. Es kann aber gerade in Hautfalten brennen und reizen; tragen Sie es nur auf trockene, nicht wunde Haut auf. Mehr dazu im Ratgeber Hyperhidrose.
  • Grunderkrankungen im Blick behalten: Bei Diabetes beugt ein gut eingestellter Blutzucker auch wunden Hautfalten vor. Wer abnehmen möchte, verringert langfristig die Tiefe der Falten; die Pflege der Falte wirkt aber sofort und ist unabhängig davon wichtig.

Zinkpaste und Barrierecremes

Schutzcremes und Pasten legen einen Film auf die Haut, der Feuchtigkeit und Reibung abhält. Bewährt ist weiche Zinkpaste; eine Hautärztin beschreibt sie in der Apotheken Umschau als entzündungshemmend, und bei Menschen, die unter der Brust stark schwitzen, kann ein zinkhaltiges Produkt auch vorbeugend eingesetzt werden. Daneben gibt es Barrierecremes, Salben und dünne Schutzfilme auf Polymerbasis. Filme lassen die Haut atmen, Pasten und Salben schließen stärker ab.

Gut untersucht ist das alles nicht. Welches Produkt besser schützt, wurde kaum verglichen, und eine Übersichtsarbeit von 2005 hält fest, dass Barrierecremes bei Intertrigo wenig belegten Nutzen haben. Bei der Hautreizung durch Inkontinenz schnitten Schutzprodukte, die auf der Haut bleiben, in Studien besser ab als gar keine.

Puder: umstritten

Ob Puder in die Hautfalte gehört, beurteilen die Fachquellen unterschiedlich. Das Gesundheitsportal des Bundes nennt trocknende Puder als eine mögliche Maßnahme. Eine amerikanische Übersichtsarbeit dagegen schreibt, Talkum und Maisstärke hätten wenig oder keinen nachgewiesenen Nutzen, könnten die Haut reizen und Hefepilzen das Ansiedeln erleichtern. Eine internationale Expertengruppe zu feuchtigkeitsbedingten Hautschäden hält Trocknungsmittel wie Talkum oder Maisstärke ebenfalls für möglicherweise ungeeignet. Praktisch heißt das:

  • Puder nie gleichzeitig mit einer Creme auftragen. Beides vermischt sich zu einer klebrigen Masse. Wer eine Pilzcreme und einen Puder verwendet, sollte nach einer Übersichtsarbeit zwei bis drei Stunden Abstand lassen.
  • Speisestärke (Maisstärke) als Hausmittel-Puder bringt keinen belegten Vorteil.
  • Ist die Haut schon wund und nässend, klären Sie mit Praxis oder Apotheke, ob Puder überhaupt sinnvoll ist.

Kompressen und Textilien in der Falte

Auch hier gehen die Empfehlungen auseinander. Das Gesundheitsportal des Bundes rät, bei starkem Schwitzen weiche Gazestreifen oder Kompressen in wunde Falten zu legen, damit die Hautflächen nicht direkt aufeinander reiben. Die internationale Expertengruppe rät dagegen von Mull, Stoff- oder Papiertüchern ab: Sie saugen Feuchtigkeit auf, lassen sie aber nicht verdunsten und halten sie so an der Haut. Empfohlen werden dort spezielle feuchtigkeitsableitende Textilien, die Schweiß aus der Falte nach außen leiten. Tagung und Dokument dieser Expertengruppe wurden nach eigenen Angaben vom Unternehmen 3M unterstützt.

Belastbare Studien sind rar. Eine Übersicht des Evidenzbasierten Informationszentrums für Pflegende aus Österreich fand 2022 zum Einlegen von Tupfern und Tüchern nur eine einzige Studie mit 14 Betroffenen; sie erlaubt keine Schlüsse. Eine kleine randomisierte Studie mit 40 Menschen mit starkem Übergewicht zeigte, dass die Beschwerden mit einem silberhaltigen, feuchtigkeitsableitenden Gewebe nach durchschnittlich 6 statt 11 Tagen abklangen. Eine Übersichtsarbeit von 2023 rät, solche Textilien in Betracht zu ziehen, betont aber, dass die Qualität der Belege insgesamt gering bleibt. Wenn Sie Kompressen einlegen, wechseln Sie sie, sobald sie feucht sind.

Hausmittel: was dafür spricht und was nicht

  • Umschläge mit abgekühltem schwarzem Tee oder Eichenrindenextrakt: Sie wirken austrocknend; eine Hautärztin nennt sie in der Apotheken Umschau für leichte Fälle. Studien speziell zur Intertrigo haben wir dazu nicht gefunden.
  • Teebaumöl und andere ätherische Öle: Die Studien dazu sind zu klein für Schlüsse. Pflegeexpertinnen und -experten raten für gefährdete Haut zu Reinigungsprodukten ohne natürliche Zusätze wie Teebaumöl, und Duftstoffe können ein allergisches Kontaktekzem auslösen.
  • Viele weitere Tipps aus Foren und Ratgebern sind nicht untersucht. In einer systematischen Übersichtsarbeit von 2010 besserte sich die Haut auch unter Placebo bei vielen Teilnehmenden. Die Autoren vermuten, dass schon die Zuwendung zur Hautfalte oder die Cremegrundlage selbst hilft.

Behandlung in der Praxis

Untersuchung

Meist erkennt die Ärztin oder der Arzt eine Intertrigo auf den ersten Blick. Um eine Zusatzinfektion zu klären, werden Hautschuppen unter dem Mikroskop untersucht oder ein Abstrich auf Pilze und Bakterien angelegt, bei Verdacht auf Erythrasma oder Pseudomonas hilft das Wood-Licht. Bei einem untypischen Bild oder wenn die Behandlung nicht anschlägt, kann eine kleine Gewebeprobe nötig sein, etwa um eine Schuppenflechte abzugrenzen. Sagen Sie in der Praxis, welche Cremes, Puder oder Deos Sie verwendet haben, besonders, wenn Sie schon Kortison benutzt haben.

Pilzmittel bei Candida

Gegen Hefepilze helfen Cremes, Lösungen oder Pasten mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Azole, zum Beispiel Clotrimazol, Miconazol oder Econazol, die auch gegen Fadenpilze wirken, oder mit Nystatin, das nur gegen Hefepilze wirkt. Viele davon gibt es zum Auftragen rezeptfrei. Sie werden meist zweimal täglich angewendet, bis die Haut abgeheilt ist; eine Übersichtsarbeit nennt zwei bis vier Wochen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage. Bei sehr ausgedehntem Befall oder wenn Cremes nicht helfen, kann die Ärztin Pilzmittel als Tabletten verordnen. Kommt der Hefepilz immer wieder, lohnt sich die Frage nach einem nicht erkannten oder schlecht eingestellten Diabetes und nach Medikamenten wie Kortison oder Antibiotika.

Bakterielle Infektion

Bei einer bakteriellen Zusatzinfektion setzt die Ärztin antiseptische oder antibiotische Mittel zum Auftragen ein, bei ausgedehnter Infektion, Fieber oder einer beginnenden Wundrose auch Antibiotika zum Einnehmen. Welcher Wirkstoff passt, hängt vom Erreger ab, vom Ausmaß, von Allergien und von der Resistenzlage; ein festes Schema für alle gibt es nicht. Auch Erythrasma und Streptokokken-Infektionen bei Kindern werden antibiotisch behandelt. Eine eigene deutsche Leitlinie für bakterielle Infektionen in den großen Hautfalten gibt es nicht; in den bis 2009 ausgewerteten Studien zur Intertrigo wurden antibiotische Wirkstoffe nur als Teil von Kombinationspräparaten untersucht.

Kortison: nur kurz, schwach und ärztlich begleitet

Bei stark entzündeter Haut kommen niedrig dosierte Kortisonsalben zum Einsatz, oft kombiniert mit einem Pilzmittel. In Hautfalten ist dabei Vorsicht geboten: Stärkere Kortisonpräparate sollten dort vermieden werden, weil sie die Haut verdünnen, Dehnungsstreifen und selten Geschwüre verursachen können. Kortison dämpft außerdem die Abwehr und kann dazu beitragen, dass ein Hefepilz immer wiederkommt.

Hydrocortison bis 0,25 Prozent ist zur äußerlichen Anwendung in begrenzten Packungsgrößen rezeptfrei; Konzentrationen über 0,25 bis 0,5 Prozent sind rezeptfrei nur für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren, höchstens zwei Wochen und in Packungen bis 30 Gramm. Verwenden Sie Hydrocortison in einer wunden Hautfalte trotzdem nicht auf eigene Faust, solange nicht geklärt ist, ob ein Pilz oder Bakterien beteiligt sind.

Wenn der Hautwolf immer wiederkommt

Bleiben die Auslöser bestehen, kehrt eine Intertrigo häufig zurück oder wird chronisch. Gehen Sie dann gemeinsam mit der Praxis die möglichen Gründe durch: Schwitzen, Kleidung, Hilfsmittel, Blutzucker, Medikamente, Hautpflege. Hält sich eine „Intertrigo“ hartnäckig trotz guter Pflege, sollte geprüft werden, ob eigentlich eine Schuppenflechte, ein Ekzem oder ein Erythrasma dahintersteckt.

Für sehr große Hautfalten gibt es auch operative Lösungen. Nach einer Brustverkleinerung ging die Intertrigo unter der Brust in mehreren Studien deutlich zurück; die Belege sind allerdings schwach, und die Autorinnen und Autoren einer systematischen Übersicht fragen ausdrücklich, ob eine Intertrigo allein eine solche Operation rechtfertigt. Für eine Fettschürze nach starker Gewichtsabnahme beschreibt der Ratgeber Bauchdeckenstraffung, wann eine Operation infrage kommt und warum eine dokumentierte Behandlung der Hautprobleme dabei wichtig ist.

Intertrigoprophylaxe: Hinweise für Pflegende und Angehörige

Bei bettlägerigen und pflegebedürftigen Menschen werden Hautfalten besonders schnell wund. In Pflegeheimen ist nach der Berliner Studie etwa jede sechste Bewohnerin oder jeder sechste Bewohner betroffen. Ein standardisiertes Instrument, mit dem sich das Risiko abschätzen ließe, gibt es nach den Expertenempfehlungen von 2020 nicht; umso wichtiger ist der regelmäßige Blick in die Falten. Diese Punkte nennen internationale und deutschsprachige Empfehlungen von Wund- und Pflegeexpertinnen und -experten:

  1. Hautfalten täglich ansehen, am besten bei der Körperpflege: unter der Brust, in den Leisten, unter dem Bauch, in der Gesäßfalte und zwischen den Zehen.
  2. Sanft reinigen: lauwarmes Wasser, eine milde Waschlotion mit hautfreundlichem pH-Wert und weiche Tücher. In zwei Studien zur Hautreizung durch Inkontinenz schnitten Seife und Wasser schlechter ab als ein Hautreiniger oder ein strukturiertes Pflegeschema; die Belege sind von niedriger bis mittlerer Qualität.
  3. Trocken tupfen, nicht reiben, auch in der Tiefe der Falte.
  4. Haut schützen: Bei Inkontinenz ein Hautschutzprodukt verwenden, das Feuchtigkeit und Reizstoffe abweist. Feuchtigkeitscremes pflegen, schützen aber nicht vor Nässe.
  5. Falten entlasten: Haut-auf-Haut-Kontakt verringern, etwa durch die Lagerung; luftige Kleidung und Bettwäsche aus Naturfasern; bei Bedarf feuchtigkeitsableitende Textilien.
  6. Inkontinenz gut versorgen: die Ursache ärztlich abklären lassen, aufsaugende Hilfsmittel mit gutem Rückhaltevermögen verwenden und die Haut mindestens einmal täglich sowie nach jedem Stuhlgang reinigen.
  7. Beobachten und weitergeben: Rötungen, Nässen, Pusteln, Geruch oder Schmerzen dokumentieren und dem Pflegedienst oder der Hausarztpraxis melden.

Die Hautreizung durch Urin und Stuhl heißt bei Erwachsenen Inkontinenz-assoziierte Dermatitis; bei Babys spricht man von Windeldermatitis. Sie gehört wie die Intertrigo zu den feuchtigkeitsbedingten Hautschäden und wird nach den Expertenempfehlungen nicht selten mit einem Druckgeschwür (Dekubitus) verwechselt. Deshalb gehört eine unklare, offene Stelle am Gesäß fachlich beurteilt. Die Studienlage zur Vorbeugung ist auch hier begrenzt: Eine Cochrane-Übersicht fand 2016 nur wenige, meist kleine Studien von sehr niedriger bis mittlerer Qualität.

Kinder und Babys

Bei Säuglingen werden vor allem die Halsfalten, die Leisten und der Windelbereich wund, weil sich dort Feuchtigkeit und Wärme stauen. Für den wunden Po gibt es einen eigenen Ratgeber: Windeldermatitis. Eine sehr intensive, aufgeweichte, nässende oder auffallend übel riechende Rötung in einer Hautfalte kann bei Babys und Kleinkindern bakteriell infiziert sein, ist aber nicht anhand des Aussehens sicher einem Erreger zuzuordnen. Pilzcremes helfen gegen Bakterien nicht; lassen Sie den Befund zeitnah in der Kinder- oder Hautarztpraxis untersuchen und bei Bedarf abstreichen. Welches Präparat für das Alter Ihres Kindes geeignet ist, lassen Sie in Praxis oder Apotheke prüfen.

Wann zum Arzt?

Ein leichter Hautwolf ohne Pusteln, Eiter oder Geruch heilt bei sonst gesunden Erwachsenen oft mit Trockenhalten und Zinkpaste ab. Bei den folgenden Anzeichen sollten Sie nicht weiter selbst behandeln.

Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn sich eine Rötung rasch ausbreitet und hohes Fieber mit einem schweren Krankheitsgefühl hinzukommt, oder wenn Verwirrtheit, Atemnot, sehr schnelles Atmen oder Kreislaufprobleme auftreten. Das können Zeichen einer Blutvergiftung (Sepsis) sein.

Noch am selben Tag in die Haus-, Kinder- oder Hautarztpraxis; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 weiter:

  • eine Rötung, die sich über die Falte hinaus ausbreitet, heiß und geschwollen ist und schmerzt, besonders mit Fieber oder Schüttelfrost; dahinter kann eine Wundrose oder eine andere tiefere Infektion stecken
  • Diabetes und gerötete, nässende, schmerzende Zehenzwischenräume oder eine offene Stelle am Fuß
  • ein Baby oder Kleinkind mit hochroter, nässender, übel riechender Hautfalte, vor allem mit Fieber oder wenn es auffällig schlapp oder unruhig wirkt
  • Eiter, starke Schmerzen oder sich rasch ausbreitende Blasen und Krusten

In den nächsten Tagen, telefonisch anmelden:

  • keine Besserung nach einigen Tagen konsequenter Pflege
  • Pusteln, starkes Nässen oder unangenehmer Geruch, also Hinweise auf Pilze oder Bakterien
  • Hautwolf bei Diabetes oder geschwächter Abwehr, etwa durch eine Krebsbehandlung oder immunsuppressive Medikamente
  • schmerzende, aufgeweichte Zehenzwischenräume, die nicht auf eine Fußpilzbehandlung ansprechen
  • eine offene Stelle am Gesäß oder in der Gesäßfalte bei einem pflegebedürftigen Menschen

Einen regulären Termin brauchen Sie, wenn

  • der Hautwolf immer wiederkommt,
  • Sie unsicher sind, ob es eine Intertrigo, ein Pilz, eine Schuppenflechte oder ein Ekzem ist,
  • Sie schon Kortison aufgetragen haben und es nicht besser wird,
  • Sie eine Intertrigo unter einer großen Hautfalte haben und über die Behandlungsmöglichkeiten bis hin zu einer Operation sprechen möchten.

Kosten: Was Sie selbst zahlen, was die Kasse übernimmt

Was medizinisch nötig ist, um eine Erkrankung zu erkennen und zu behandeln, gehört zur Versorgung durch die gesetzliche Krankenversicherung. Die Untersuchung und medizinisch notwendige Abstriche oder Pilznachweise können deshalb in einer Kassenpraxis über die gesetzliche Kasse abgerechnet werden. Bei Arzneimitteln und Hilfsmitteln gelten diese Regeln:

LeistungGesetzlich Versicherte
Rezeptfreie Zinkpaste, Schutzcremes, Puder und Pilzcremes für Erwachsenezahlen Sie in der Regel selbst; die Ausnahmeliste des Gemeinsamen Bundesausschusses erlaubt Pilzmittel auf Kassenrezept nur bei Infektionen in Mund und Rachen
Rezeptfreie Arzneimittel für Kinder unter 12 Jahren und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen unter 18 Jahrenübernimmt die Kasse bei ärztlicher Verordnung
Verschreibungspflichtige Mittel wie antibiotische Cremes, stärkere Kortisoncremes oder Tablettenauf Kassenrezept; gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen die gesetzliche Zuzahlung: 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, aber nicht mehr als der Preis des Mittels
Aufsaugende Inkontinenzhilfenkönnen als Hilfsmittel verordnet werden, wenn sie im Einzelfall erforderlich sind; ab 18 Jahren 10 Prozent Zuzahlung, höchstens 15 Euro für den gesamten Monatsbedarf
Feuchtigkeitsableitende Spezialtextilienkeine allgemeine Erstattung belegt; vorab mit Praxis und Kasse klären

Für rezeptfreie Cremes, Pasten und Textilien nennen wir keinen belastbaren Pauschalpreis; was Sie zahlen, richtet sich nach Produkt, Packungsgröße und Bezugsquelle. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welches Präparat für die betroffene Stelle, für Ihr Alter oder in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet ist.

Auf welcher Grundlage dieser Ratgeber steht

Für die Intertrigo der großen Hautfalten gibt es keine deutsche Leitlinie. Dieser Ratgeber stützt sich deshalb auf die Gesundheitsinformation von gesund.bund.de, erstellt mit dem IQWiG (Stand August 2021), das MSD Manual (Überprüfung Oktober 2025), Übersichtsarbeiten aus Fachzeitschriften und zwei Expertenempfehlungen zu feuchtigkeitsbedingten Hautschäden: die internationalen Best-Practice-Empfehlungen von 2020, die das Unternehmen 3M unterstützt hat, und die Empfehlung des Dachverbands der deutschsprachigen Wundgesellschaften Wund-D.A.CH. von 2021. Eine eigene S1-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft gibt es nur für die infizierte Intertrigo zwischen den Zehen (Stand Juli 2025, gültig bis Juli 2030); ihre Empfehlungen im Einzelnen haben wir hier nicht ausgewertet. Die Studienlage ist dünn: Eine systematische Übersicht fand 2010 unter 68 Studien nur vier randomisierte und keine einzige zur Vorbeugung, eine neuere Übersicht von 2023 bewertet die Qualität der Belege weiterhin als gering. Die Zahlen zur Häufigkeit in Pflegeheimen stammen aus einer Berliner Studie und lassen sich nicht ohne Weiteres auf die gesamte Bevölkerung übertragen.

Kosten: Kasse vs. Selbstzahler (IGeL)

Gesetzliche Kasse (GKV): Die ärztliche Untersuchung und medizinisch notwendige Abstriche oder Pilznachweise können in einer Kassenpraxis über die gesetzliche Kasse abgerechnet werden; für verschreibungspflichtige Mittel leisten gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren die gesetzliche Zuzahlung. Rezeptfreie Zinkpasten, Barrierecremes und Pilzcremes zahlen Erwachsene in der Regel selbst, für Kinder bis zum 12. Geburtstag übernimmt die Kasse sie bei ärztlicher Verordnung. Für feuchtigkeitsableitende Spezialtextilien ist keine allgemeine Erstattung belegt; das sollte vorab mit Praxis und Kasse geklärt werden.

Richtwerte — die tatsächlichen Kosten legt die Praxis individuell fest.

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Häufige Fragen

Verwandte Behandlungen

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.