Wickeltisch mit einem Stapel gefalteter weißer Handtücher, einem Plüschhasen und einem kleinen Cremetiegel ohne Aufschrift im weichen Morgenlicht
Illustration (KI-generiert): Wickeltisch mit Handtüchern und Cremetiegel. Häufiges Wickeln, sanftes Trockentupfen und eine Schutzpaste sind die Grundlage der Pflege bei wundem Po.

Windeldermatitis (wunder Po): Pflege, Windelsoor, Warnzeichen

Was beim wunden Po Ihres Babys schnell hilft, woran Sie einen Windelsoor (Candida) erkennen und welche Wirkstoffe dann infrage kommen. Dazu: was Studien zu Feuchttüchern und Stoffwindeln zeigen, was sonst hinter einem Ausschlag im Windelbereich stecken kann, wann Sie in die Praxis sollten und was die Krankenkasse zahlt. Mit einem kurzen Teil zur Inkontinenz-assoziierten Dermatitis bei Erwachsenen.

Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 22.10.2026

Eine Windeldermatitis, im Alltag meist wunder Po genannt, ist eine Entzündung der Haut unter der Windel. Sie ist sehr häufig: Etwa die Hälfte aller Kinder hat während der Wickelzeit irgendwann einen wunden Po, am häufigsten im Alter von neun bis zwölf Monaten. Meist steckt eine Reizung durch Feuchtigkeit, Reibung, Urin und Stuhl dahinter. Dann helfen vor allem häufiges Wickeln, sanftes Reinigen mit Wasser, Zeit ohne Windel und eine dicke Schicht Zinkpaste. Damit klingt die Entzündung nach Angaben von gesund.bund.de meist nach zwei bis drei Tagen ab. Sind zusätzlich die Hautfalten gerötet und zeigen sich kleine Pusteln am Rand, kann sich der Hefepilz Candida angesiedelt haben (Windelsoor). Er wird mit einer pilzwirksamen Paste behandelt, etwa mit Nystatin oder Miconazol. Kortisonsalben gehören bei Babys nur nach ärztlichem Rat in den Windelbereich, auf Puder verzichten Sie besser. Ein wunder Po kommt auch bei sorgfältiger Pflege häufig vor und ist kein Vorwurf an die Eltern. Wann Sie in die Praxis sollten und wann sofort, steht im Abschnitt „Wann zum Arzt?".

Was ist eine Windeldermatitis?

Gemeint ist eine Hautentzündung genau in dem Bereich, den die Windel bedeckt: Po, Genitalbereich, Unterbauch und Oberschenkel. Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder, aber auch ältere Menschen, die wegen einer Inkontinenz Windeln oder Einlagen tragen (dazu ein eigener Abschnitt weiter unten).

Laut gesund.bund.de, dessen Text die Deutsche Dermatologische Gesellschaft geprüft hat, geht etwa jeder vierte Besuch wegen Hautproblemen im ersten Lebensjahr in der Kinder- oder Hautarztpraxis auf eine Windeldermatitis zurück. Seit es besonders saugstarke Einmalwindeln gibt, ist sie demnach seltener geworden.

Wichtig für das Verständnis: „Windeldermatitis" beschreibt zunächst nur den Ort, nicht die Ursache. Die Kieler Dermatologin Regina Fölster-Holst weist in einer Übersichtsarbeit darauf hin, dass ganz unterschiedliche Hauterkrankungen im Windelbereich auftreten können. Meist ist es die einfache Reizung. Heilt ein wunder Po trotz guter Pflege nicht ab, lohnt deshalb der genauere Blick.

Ursachen: Warum der Po wund wird

Unter jeder Windel ist es feuchter und wärmer als auf unbedeckter Haut. Die oberste Hautschicht weicht auf und wird empfindlicher. Bei jeder Bewegung reibt die Windel, und Abbauprodukte aus Urin und Stuhl, darunter Verdauungsenzyme, greifen die aufgeweichte Haut zusätzlich an. Ist die Schutzbarriere erst einmal gestört, können sich Hefepilze und Hautbakterien leichter vermehren und die Entzündung verstärken.

Begünstigt wird ein wunder Po vor allem durch:

  • längeren Kontakt mit Urin und Stuhl, etwa wenn die Windel länger nicht gewechselt werden konnte,
  • Durchfall oder häufigen Stuhlgang, zum Beispiel bei einem Magen-Darm-Infekt,
  • eine Umstellung der Ernährung, die den Stuhl verändert, etwa auf Flaschenmilch; gestillte Babys bekommen laut gesund.bund.de seltener eine Windeldermatitis,
  • Antibiotika, weil sie Durchfall auslösen und das Wachstum von Hefepilzen fördern können,
  • Pflegeprodukte wie Seifen, Feuchttücher oder Puder, besonders wenn sie oft benutzt werden,
  • vorbestehende Hauterkrankungen: Kinder mit Neurodermitis scheinen leichter einen wunden Po zu bekommen.

Viele Eltern vermuten eine Allergie gegen die Windel. Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ist das nach Studien aber sehr selten; wenn überhaupt, stecken eher Reinigungs- oder Pflegeprodukte dahinter. Und auch bei sorgfältiger Pflege und passenden Windeln wird ein Babypo häufig wund; meist kommen mehrere der genannten Faktoren zusammen.

So sieht es aus: Reizung, Windelsoor oder Bakterien?

Die drei wichtigsten Formen unterscheiden sich vor allem darin, wo die Rötung sitzt und was auf ihr zu sehen ist:

Reizung (häufigste Form)Windelsoor (Candida)Bakterielle Infektion (selten)
Wo?Haut, die direkt an der Windel anliegt; Hautfalten meist ausgespartauch und gerade in den Hautfalten der Leisteoft rund um den After oder an einzelnen Stellen
Wie?flächige Rötung, leicht geschwollen; bei schwerer Form glänzend rot mit offenen Stellen und Knötchenkräftig rot, oft glänzend und scharf begrenzt; kleine rote Pünktchen oder Pusteln am Rand (Satellitenherde), teils schuppiger RandBläschen oder Blasen, Eiter, nässende Stellen, gelbliche Krusten; leuchtend rote Haut rund um den After
Typischer Verlaufbessert sich mit guter Pflege meist in zwei bis drei Tagenhäufiger nach Antibiotika oder wenn ein wunder Po nicht abheiltgehört immer in ärztliche Hand

Nicht selten kommen mehrere Formen zusammen vor, und selbst für Fachleute ist ein Windelsoor nicht immer sicher von einer einfachen Reizung zu unterscheiden. Eigene Fotos zeigen wir bewusst nicht: Ein Bildvergleich ersetzt keine Untersuchung. Beispielbilder der einzelnen Formen finden Sie etwa bei der amerikanischen Kinderärztevereinigung auf HealthyChildren.org (englisch).

Ein wunder Po tut weh. Viele Babys weinen beim Wickeln oder beim Wasserlassen, sind unruhig und schlafen schlechter. Manchmal riecht die Windel stark nach Ammoniak.

Was hilft schnell? Pflege Schritt für Schritt

Die Grundidee ist einfach: Die Haut soll so kurz wie möglich mit Urin und Stuhl in Berührung kommen und Ruhe zum Abheilen bekommen. Das hilft bei jeder Form, auch beim Windelsoor.

  1. Öfter wickeln. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nennt für Neugeborene etwa alle zwei Stunden, später alle drei bis vier Stunden, nach dem Stuhlgang sofort. Solange der Po wund ist, lieber noch etwas häufiger.
  2. Sanft reinigen. Ein weicher Waschlappen mit warmem Wasser reicht meist aus. Festgetrocknete Stuhlreste lösen sich mit ein paar Tropfen Babyöl. Ist die Haut offen, tut Abspülen mit Wasser aus einer Spritzflasche oft weniger weh als Wischen. Seife brauchen Sie in der Regel nicht; wenn doch, dann mild und ohne Duftstoffe.
  3. Trocken tupfen, nicht reiben. Danach die Haut kurz an der Luft trocknen lassen, auch in den Hautfalten.
  4. Luft an den Po. Lassen Sie Ihr Baby stundenweise ohne Windel liegen, etwa nach dem Baden auf einem Handtuch.
  5. Dick schützen. Tragen Sie bei jedem Wickeln eine dicke Schicht Zinkpaste oder eine Salbe mit Vaseline oder Paraffin auf. Die amerikanische Kinderärztevereinigung AAP vergleicht das mit dem Zuckerguss auf einem Kuchen: Die Paste soll als Schutzschild zwischen Haut und Windelinhalt liegen. Entscheidend sind die Inhaltsstoffe, nicht die Marke; duftstofffreie Produkte sind am besten. Saubere Pastenreste müssen Sie nicht abrubbeln. Entfernen Sie nur das Verschmutzte und tragen Sie neue Paste darüber auf. Hilft eine Paste mit wenig Zink nicht, kann nach der Leitlinie des Royal Children's Hospital Melbourne ein höher konzentriertes Produkt helfen, die Klinik nennt 40 Prozent.
  6. Windel locker anlegen. Eine gut saugende Windel, die vor allem nachts nicht zu eng sitzt, reibt weniger. Wer Stoffwindeln nutzt, kann bis zur Abheilung auf Wegwerfwindeln ausweichen und sollte keine luftdichten Überhosen verwenden.
  7. Baden ist erlaubt. Bei gereizter Haut empfehlen die Kinderklinik in Melbourne und die AAP sogar ein tägliches Bad in warmem Wasser, ohne Schaumbad und Seife, bei Bedarf mit einem duftstofffreien Reinigungsmittel oder Badeöl. Danach wieder dick eincremen.

Wirkt die Pflege, sieht die Haut meist nach zwei bis drei Tagen besser aus. Ist das nicht so oder wird der Ausschlag schlimmer, lassen Sie ihn ansehen (siehe „Wann zum Arzt?").

Worauf sich die Empfehlungen stützen: Eine aktuelle deutsche ärztliche Leitlinie speziell zur Windeldermatitis haben wir nicht gefunden. Die Angaben hier beruhen deshalb auf der von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft geprüften Information von gesund.bund.de (Stand Juni 2026), der Leitlinie des Royal Children's Hospital Melbourne (August 2024), den Empfehlungen der AAP (Dezember 2024), Studien und den Fach- und Gebrauchsinformationen der Arzneimittel.

Windelsoor behandeln: pilzwirksame Paste

Bei einem Windelsoor bleibt die Pflege von oben die Grundlage. Hinzu kommt eine Paste oder Creme mit einem Wirkstoff gegen Hefepilze:

  • Nystatin wirkt gezielt gegen Hefepilze wie Candida und wird über die intakte Haut kaum aufgenommen,
  • Miconazol wirkt laut Fachinformation gegen viele Pilze und auch gegen manche Bakterien; Clotrimazol gehört zur selben Wirkstoffgruppe der Azole.

Manche dieser Präparate enthalten zusätzlich Zinkoxid, das die Haut abdeckt. Für den Gebrauch auf der Haut sind sie in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke erhältlich: Nystatin steht nicht in der Liste der verschreibungspflichtigen Stoffe, Miconazol und Clotrimazol sind zum äußeren Gebrauch davon ausgenommen.

Wie oft und wie lange, steht in der jeweiligen Packungsbeilage. Zwei Beispiele aus Fach- und Gebrauchsinformationen zeigen die Spannbreite:

  • Eine Paste mit Miconazol und Zinkoxid wird laut Fachinformation bei jedem Windelwechsel und nach jedem Bad auf die ganze betroffene Fläche aufgetragen, vorsichtig und ohne Einmassieren. Die Behandlung soll mindestens eine Woche über das Verschwinden aller Beschwerden hinaus weitergehen.
  • Eine Nystatin-Paste wird laut Gebrauchsinformation zwei- bis viermal täglich dünn aufgetragen, bis einige Tage nach der vollständigen Abheilung, insgesamt aber nicht länger als drei Wochen.

Beide Packungsbeilagen raten, ärztlichen Rat einzuholen, wenn es nach sieben Tagen nicht besser ist. Wir empfehlen, den Verdacht auf Windelsoor möglichst schon vorher in der Kinder- oder Hautarztpraxis bestätigen zu lassen, vor allem bei Babys in den ersten Lebenswochen. Für sehr untergewichtige und unreife Frühgeborene wird die Nystatin-Paste laut Gebrauchsinformation nicht empfohlen, und bei der Miconazol-Paste mahnt die Fachinformation bei Babys unter vier Wochen mit offenen Hautstellen zur Vorsicht. Ob wirklich ein Pilz dahintersteckt, kann die Praxis außerdem mit einem Abstrich klären.

Drei praktische Hinweise:

  • Auch in den Mund schauen. Weiße Beläge im Mund können auf einen Mundsoor hindeuten. Dann behandelt die Praxis den Mund mit. Candida kommt natürlicherweise auch im Mund und im Darm vor.
  • Hände waschen, vor und nach jedem Wickeln.
  • Reihenfolge klären. Zinkoxid kann laut Fachinformation die Wirkung anderer gleichzeitig aufgetragener Wirkstoffe abschwächen. Sollen Sie eine pilzwirksame oder eine Kortisoncreme und zusätzlich eine Zinkpaste verwenden, fragen Sie in der Praxis oder Apotheke, wie Sie beides kombinieren.

Kortison und Antibiotika: nur nach ärztlichem Rat

Kortison. Hydrocortison-Cremes sind in Deutschland nur dann rezeptfrei, wenn ihre Anwendung auf Erwachsene und Kinder ab dem sechsten Geburtstag beschränkt ist; so legt es die Arzneimittelverschreibungsverordnung fest. Für Babys gehört Kortison also in ärztliche Hand. Ist ein wunder Po stark entzündet und bessert sich mit Pflege allein nicht, kann die Praxis für kurze Zeit eine schwach wirksame Kortisoncreme verordnen. Die Leitlinie aus Melbourne nennt Hydrocortison 1 Prozent ein- bis zweimal täglich für ein bis zwei Wochen, bei Bedarf kombiniert mit einem Mittel gegen Pilze. Starke Kortisonpräparate gehören dagegen nicht auf einen Babypo, weil sie die dünne Haut schädigen können. Verwenden Sie deshalb keine Kortisonsalben aus der Hausapotheke, die für Erwachsene gedacht waren.

Antibiotika. Eine bakterielle Infektion im Windelbereich ist selten, muss aber ärztlich bestätigt und behandelt werden. Je nach Befund verordnet die Praxis eine antibiotische Salbe oder, bei stärkerem Befall, Antibiotika zum Einnehmen. Antibiotische Salbenreste aus früheren Behandlungen sollten Sie nicht auf eigene Faust auftragen; die AAP warnt, dass manche Inhaltsstoffe die gereizte Haut zusätzlich reizen können.

Was Sie besser lassen

  • Puder. Die Kinderklinik in Melbourne rät ausdrücklich davon ab. Wird Puder versehentlich eingeatmet, kann das bei Babys schwere Atemprobleme auslösen; Fallberichte beschreiben das seit Langem.
  • Seife, Schaumbäder, Duftstoffe und Reinigungstücher mit Alkohol oder ätherischen Ölen. Sie belasten die ohnehin gestörte Hautbarriere.
  • Kräftiges Reiben beim Säubern und Abtrocknen.
  • Hausmittel mit unklarer Wirkung. Zu Muttermilch auf der wunden Haut gibt es nur kleine Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen. Bei Neugeborenen auf einer Intensivstation in der Türkei erreichte eine Schutzcreme mit 40 Prozent Zinkoxid bessere Hautwerte als Muttermilch. In einer Studie aus Teheran mit 42 Säuglingen heilte die Haut mit Muttermilch zusätzlich zur Zinksalbe etwas schneller, im Mittel nach zweieinhalb statt gut drei Tagen. Muttermilch ersetzt Pflege und Schutzpaste nach dieser Datenlage also nicht. Zu Heilwolle haben wir keine aussagekräftigen Studien zur Windeldermatitis gefunden. Sitzbäder mit Gerbstoffen werden mitunter empfohlen, um nässende Stellen zu trocknen; belastbare Studien dazu haben wir nicht gefunden. Fragen Sie im Zweifel in der Praxis oder Apotheke.

Vorbeugen: Was wirklich belegt ist

Häufiges Wickeln ist nach gesund.bund.de die beste Vorbeugung, besonders sobald Stuhl oder Urin in der Windel sind, und erst recht bei Durchfall. Auch Zeit ohne Windel und sanftes Reinigen helfen vorzubeugen.

Wasser oder Feuchttücher? Hier haben sich die Empfehlungen verändert. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte riet 2017 noch, auf Feuchttücher zu verzichten. Heute halten gesund.bund.de und die AAP Feuchttücher ohne Alkohol und Duftstoffe für vertretbar, gesund.bund.de vor allem für unterwegs. Eine randomisierte Studie aus Großbritannien verglich beides: Bei 280 gesunden Neugeborenen schnitt ein alkoholfreies Feuchttuch nach vier Wochen bei der Hautfeuchtigkeit genauso ab wie Wasser und Watte, schädliche Wirkungen fanden sich nicht. Die Studie wurde allerdings von einem Hersteller finanziert und prüfte nur ein einziges Produkt. Wasser und ein weicher Waschlappen bleiben die einfachste Lösung; Duft- und Konservierungsstoffe in Tüchern und Cremes können selten eine Kontaktallergie auslösen.

Stoff- oder Wegwerfwindel? Eine Cochrane-Übersicht von 2006 fand 17 Studien zu verschiedenen Windeln. Sie schienen Wegwerfwindeln mit Saugkern und atmungsaktiver Außenhülle zu begünstigen, waren aber methodisch so schwach, dass sich daraus keine sichere Aussage ableiten ließ. Auch die AAP schreibt, dass es keine belastbaren Belege gibt, welche Windel am besten vorbeugt; Stoffwindeln saugen meist weniger als Wegwerfwindeln. Laut gesund.bund.de ist die Wahl der Windel für den Behandlungserfolg nicht entscheidend, besonders saugfähige Windeln können aber vorteilhaft sein. Entscheiden Sie also nach Ihrem Alltag. Wichtiger als das Material ist, dass die Windel gut saugt und oft gewechselt wird. Stoffwindeln sollten gründlich gewaschen und ausgespült werden.

Schutzcreme auf gesunder Haut? Dass bestimmte Pflegeprodukte oder Windelcremes bei gesunder Haut einer Windeldermatitis vorbeugen, ist laut gesund.bund.de nicht nachgewiesen. Die Kinderklinik in Melbourne empfiehlt trotzdem, bei jedem Wickeln eine Schutzcreme aufzutragen. Sinnvoll ist das vor allem, wenn Ihr Kind zu wundem Po neigt oder die Haut schon leicht gerötet ist.

Stillen scheint etwas zu schützen. Eine Erklärung: Der Stuhl gestillter Babys ist saurer.

Wann zum Arzt?

Erste Anlaufstelle ist in der Regel die Kinder- und Jugendarztpraxis. In die Hautarztpraxis gehören vor allem Ausschläge, die trotz Behandlung nicht abheilen, immer wiederkommen oder nach einer anderen Hauterkrankung aussehen.

In den nächsten Tagen einen Termin vereinbaren, wenn

  • sich der Po nach zwei bis drei Tagen konsequenter Pflege nicht bessert oder schlimmer wird,
  • eine leichte bis mittlere Windeldermatitis nach ein bis zwei Wochen nicht abgeheilt ist,
  • Pusteln am Rand auftreten oder die Hautfalten befallen sind (Verdacht auf Windelsoor), vor allem bevor Sie bei einem Neugeborenen erstmals eine Pilzpaste verwenden,
  • Ihr Baby während oder nach einer Antibiotika-Behandlung einen leuchtend roten Ausschlag mit roten Pünktchen am Rand bekommt,
  • sich auch außerhalb des Windelbereichs Hautveränderungen zeigen, etwa auf der Kopfhaut, im Gesicht oder in den Achseln, oder in der Familie Schuppenflechte bekannt ist,
  • der wunde Po immer wiederkommt oder Ihr Baby viel schreit, schlecht schläft, sich ständig im Windelbereich kratzt oder schlecht zunimmt.

Noch am selben Tag in die Praxis, außerhalb der Sprechzeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117, wenn

  • Blasen, eitrige Pusteln, gelbliche Krusten oder nässende, offene oder blutende Stellen auftreten,
  • die Stelle sehr schmerzt oder sich eine Rötung mit Schwellung und Wärme rasch ausbreitet (möglicher Hinweis auf eine tiefere bakterielle Infektion),
  • Ihr Kind zusätzlich zum Ausschlag Fieber hat (für Babys unter drei Monaten gilt der nächste Absatz),
  • Ihr Baby deutlich schlechter trinkt oder sich wiederholt nicht stillen oder füttern lässt.

Sofort ärztlich untersuchen lassen, ohne bis zum nächsten Tag abzuwarten, in der Praxis oder sonst in einer Kinderklinik oder Notaufnahme, wenn

  • ein Baby unter drei Monaten 38,0 Grad oder mehr hat, am zuverlässigsten im Po gemessen, auch wenn sonst nur der wunde Po auffällt,
  • Ihr Kind teilnahmslos wirkt, ungewöhnlich schrill schreit oder schwer krank erscheint,
  • die Haut innerhalb kurzer Zeit großflächig rot und sehr berührungsempfindlich wird und sich wie nach einer Verbrühung ablöst. Das kann ein seltenes, von Staphylokokken ausgelöstes Krankheitsbild sein, das wir im Ratgeber Borkenflechte beschreiben.

Wählen Sie den Notruf 112, wenn Ihr Kind schwer Luft bekommt, kaum noch ansprechbar ist oder zusammen mit Fieber plötzlich Flecken auftreten, die sich beim Druck mit einem Glas nicht wegdrücken lassen. Die wichtigsten Notfallzeichen fasst der Ratgeber Hautausschlag zusammen.

Diagnose: Was in der Praxis passiert

Meist genügt ein genauer Blick. Die Ärztin oder der Arzt fragt, seit wann der Ausschlag besteht, wie oft gewickelt wird, welche Windeln und Pflegeprodukte Sie verwenden, was Ihr Kind isst und trinkt, wie der Stuhl ist und was Sie schon ausprobiert haben. Untersucht wird die ganze Haut einschließlich Kopfhaut und Mund, denn manche Hauterkrankungen zeigen sich gleichzeitig an anderen Stellen.

Sieht der Ausschlag untypisch aus oder heilt er schlecht ab, nimmt die Praxis einen Abstrich und lässt im Labor prüfen, ob Pilze, Bakterien oder Viren beteiligt sind. Wirkstoffreste einer Pilzpaste können eine Pilzkultur stören; laut Fachinformation sollten zwischen letztem Auftragen und Kultur drei bis vier Tage liegen. Ob und wann Sie dafür pausieren, sagt Ihnen die Praxis. Heilt die Haut auch mit der passenden Therapie über längere Zeit nicht ab, kann in seltenen Fällen eine Gewebeprobe nötig sein: Unter örtlicher Betäubung wird ein winziges Hautstück ausgestanzt und unter dem Mikroskop untersucht.

Was sonst dahinterstecken kann

Wenn ein wunder Po ungewöhnlich aussieht oder trotz richtiger Pflege nicht abheilt, denkt die Praxis an andere Ursachen. Mehrere können auch gleichzeitig vorliegen.

  • Seborrhoisches Ekzem: lachsrosa, kaum juckende Flecken, teils mit fettigen Schuppen, oft auch auf der Kopfhaut (Kopfgneis), im Gesicht und in Hautfalten. Mehr im Ratgeber Seborrhoisches Ekzem.
  • Schuppenflechte im Windelbereich: scharf begrenzte, leuchtend rote Herde, die hier oft gar nicht schuppen; häufig gibt es Schuppenflechte in der Familie. Zur Behandlung siehe Schuppenflechte behandeln.
  • Neurodermitis: zeigt sich nach DermNet im Windelbereich eher selten, macht die Haut aber anfälliger für einen wunden Po. Mehr dazu im Ratgeber Neurodermitis-Behandlung.
  • Kontaktallergie: selten. Infrage kommen nach der AAP vor allem Duft- und Konservierungsstoffe in Feuchttüchern oder Cremes, seltener Farbstoffe oder Gummizüge der Windel. Ein Hinweis ist ein Ausschlag genau dort, wo das Produkt die Haut berührt. Manchmal hilft es, das verdächtige Produkt zwei Wochen lang zu wechseln. Wie sich eine Allergie testen lässt, steht im Ratgeber Ekzem.
  • Borkenflechte (Impetigo): Bläschen oder größere, schlaffe Blasen und honiggelbe Krusten; die großblasige Form kann auch im Windelbereich vorkommen. Siehe Borkenflechte.
  • Streptokokken am After: eine scharf begrenzte, leuchtende Rötung rund um den After, oft mit kleinen Einrissen. Typisch sind Juckreiz, Schmerzen beim Stuhlgang oder Verstopfung. Sie wird ärztlich behandelt, in der Regel mit Antibiotika.
  • Weitere Ursachen wie Virusinfektionen, etwa Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder Herpes, Madenwürmer mit Juckreiz am After oder ein Hitzeausschlag.

Sehr selten steckt eine ernstere Erkrankung dahinter. Wir nennen sie nicht, um zu beunruhigen, sondern weil sie erklären, warum ein über Wochen hartnäckiger Ausschlag untersucht werden sollte:

  • Zinkmangel, angeboren (Acrodermatitis enteropathica) oder erworben: ein scharf begrenzter, oft ausgedehnter roter Ausschlag im Windelbereich, dazu oft auch um Mund und Nase und an Händen und Füßen, häufig mit Durchfall, Haarausfall und schlechtem Gedeihen. Zinkpaste auf der Haut gleicht einen solchen Mangel nicht aus; ob er vorliegt, klärt die Praxis.
  • Langerhans-Zell-Histiozytose, eine seltene Erkrankung bestimmter Zellen des Immunsystems: ein lang anhaltender, oft wunder Ausschlag in Leiste und Windelbereich mit bräunlich-roten Schuppen und punktförmigen Einblutungen, der auf die übliche Behandlung nicht anspricht. Manchmal kommen Fieber oder Durchfall hinzu.
  • In Einzelfällen Störungen der Nahrungsaufnahme im Darm oder des Immunsystems.

Windeldermatitis bei Erwachsenen: Inkontinenz-assoziierte Dermatitis

Auch Erwachsene, die Urin oder Stuhl nicht halten können und deshalb Windeln oder Einlagen tragen, bekommen eine Windeldermatitis. Fachleute sprechen dann von einer Inkontinenz-assoziierten Dermatitis (IAD). Die Ursachen sind im Kern dieselben: Feuchtigkeit, Reibung, Urin und Stuhl. Auch hier kann sich zusätzlich ein Hefepilz ansiedeln, mehr dazu im Ratgeber Hautpilz.

Die Grundsätze gleichen denen bei Babys: Einlagen rasch wechseln, sanft reinigen, trocken halten, die Haut schützen. Eine Cochrane-Übersicht von 2016 fand Hinweise, dass Seife und Wasser die Haut schlechter schützen als spezielle Hautreinigungsprodukte und dass ein Hautschutz, der auf der Haut bleibt, besser ist als keiner. Die Studien waren aber klein und anfällig für Verzerrungen. Die Aktualisierung von 2025 kommt zu dem Schluss, dass unklar bleibt, ob ein bestimmtes Produkt besser ist als ein anderes. Hilfreich kann laut gesund.bund.de eine Beratung durch erfahrene Pflegefachkräfte sein, die die Inkontinenz genau erfassen und Vorbeugung und Pflege mit Ihnen planen. Heilt die Haut nicht ab oder entstehen offene Stellen, gehört sie ärztlich untersucht.

Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?

Gesetzlich Versicherte haben nach § 27 SGB V Anspruch auf die notwendige Krankenbehandlung. Untersuchung, Abstrich und Behandlung einer Windeldermatitis können bei medizinischer Notwendigkeit zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden. Bei den Mitteln kommt es auf das Alter und die Art des Produkts an:

MittelKinder unter 12 JahrenJugendliche von 12 bis 17Erwachsene
Rezeptfreie Arzneimittel, z. B. Pasten mit Nystatin, Miconazol oder Clotrimazolkönnen bei medizinischer Notwendigkeit ärztlich zulasten der Kasse verordnet werden; ohne Rezept selbstin der Regel selbst (Ausnahme bei Entwicklungsstörungen)in der Regel selbst
Verschreibungspflichtige Arzneimittel, z. B. Kortisoncreme 1 %Kassenrezept, keine ZuzahlungKassenrezept, keine ZuzahlungKassenrezept, Zuzahlung 10 % des Preises, mindestens 5 €, höchstens 10 €
Pflegeprodukte, kosmetische Wundschutzcremes, Feuchttücher, Windelnselbstselbstselbst

Die Grundlage für Kinder ist § 34 SGB V: Rezeptfreie Arzneimittel sind von der Kassenversorgung ausgeschlossen, das gilt aber nicht für Kinder bis zum zwölften Geburtstag. Ob eine Verordnung medizinisch nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Bei reinen Zinkpasten kommt es darauf an, ob es sich um ein Arzneimittel zur Behandlung handelt: Mittel, die vor allem der Reinigung und Pflege der Haut dienen, schließt die Arzneimittel-Richtlinie auch für Kinder aus, und Wundschutzcremes, die als Kosmetikum verkauft werden, sind kein Arzneimittel. Für Erwachsene stehen rezeptfreie Mittel gegen Pilze auf der Ausnahmeliste der Kassen nur für Infektionen im Mund- und Rachenraum. Die Preise rezeptfreier Pasten unterscheiden sich je nach Packung und Apotheke; einen belastbaren Pauschalpreis nennen wir deshalb nicht.

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Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.