Leere Sitzbank in einer grün gefliesten Sportumkleide, davor ein Paar Badeschuhe, darunter ein zusammengerolltes Handtuch
Illustration (KI-generiert): In feuchtwarmen Umkleiden und Schwimmbädern werden Hautpilze häufig weitergegeben.

Hautpilz: Formen erkennen, richtig behandeln, Ansteckung vermeiden

Ringelflechte, Leistenpilz, Kopfpilz bei Kindern, Hefepilz in Hautfalten und Kleienpilzflechte: woran Sie die Formen erkennen, welche Wirkstoffe helfen, wie lange Sie behandeln müssen, wann Tabletten nötig sind, warum Kortison allein schaden kann und was die Kasse zahlt.

Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 21.10.2026

Hautpilz ist der Sammelbegriff für Pilzinfektionen der Haut, medizinisch Dermatomykosen. Meist stecken Fadenpilze (Dermatophyten) dahinter: Sie verursachen die Ringelflechte am Körper, den Leistenpilz und bei Kindern den Kopfpilz. Seltener sind Hefepilze verantwortlich, etwa Candida in feuchten Hautfalten oder Malassezia bei der Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor). Die meisten Formen lassen sich mit Cremes, Lösungen oder Shampoos gut behandeln, vorausgesetzt, Sie bleiben konsequent und lange genug dabei. Drei Punkte sollten Sie kennen: Kopfpilz bei Kindern braucht immer Tabletten auf Rezept. Eine Kortisoncreme allein kann einen Hautpilz verschleiern und ausbreiten lassen. Und ein Hautpilz, der trotz Behandlung weiterwächst, gehört in die Hautarztpraxis, denn auch in Deutschland werden inzwischen resistente Erreger nachgewiesen. Pilz an den Füßen und Nägeln behandeln eigene Ratgeber: Fußpilz behandeln und Nagelpilz behandeln.

Welche Formen von Hautpilz es gibt

FormErregerTypisches BildAnsteckend?Behandlung in der Regel
Ringelflechte (Tinea corporis)Fadenpilzerunde, rote Herde mit schuppigem, leicht erhabenem Rand, Mitte blasserja, meist mäßigCreme oder Lösung, bei Ausbreitung Tabletten
Leistenpilz (Tinea inguinalis)Fadenpilzeschuppig begrenzte Rötung in der Leiste, oft bis an die Oberschenkelinnenseiten, JuckreizjaCreme; Füße und Nägel mit untersuchen
Kopfpilz (Tinea capitis)Fadenpilze, oft von Haustieren oder anderen KindernSchuppung, runde Stellen mit abgebrochenen Haaren, manchmal eitrige Schwellungjaimmer Tabletten, dazu Shampoo oder Lösung
Hefepilz in Hautfalten (Kandidose)Candidarote, wunde, teils eingerissene Haut in Falten, kleine Pusteln am Randentsteht meist aus der eigenen HautfloraFalten trocken halten, Creme
Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)Hefepilz Malasseziahelle oder bräunliche Flecken an Brust, Rücken, Nacken, OberarmenneinShampoo, Lösung oder Creme

Pilzinfektionen der Schleimhäute, also Mundsoor oder Scheidenpilz, sind eigene Krankheitsbilder und nicht Thema dieses Ratgebers.

Ringelflechte und Leistenpilz: Fadenpilze auf der Haut

Ringelflechte (Tinea corporis)

Die Ringelflechte ist eine entzündliche Infektion der obersten Hautschicht mit Fadenpilzen, die sich von Hornsubstanz (Keratin) ernähren. Etwa 2 bis 4 Wochen nach der Ansteckung bilden sich runde Flecken, die nach außen wachsen und zur Mitte hin blasser werden. Der Rand ist leicht verdickt und schuppt. Meist messen die Herde zwischen 1 und 5 Zentimetern, und oft jucken sie etwas. Befallen sein können Bauch, Rücken, Arme, Beine, Leisten und Gesicht. In westlichen Industrieländern bekommen nach Angaben von gesund.bund.de etwa 10 bis 20 Prozent der Menschen einmal im Leben eine Ringelflechte.

Ein typischer Verlauf: Einige Wochen, nachdem ein Meerschweinchen oder eine Katze in die Familie gekommen ist, zeigt sich bei einem Kind ein münzgroßer, schuppender Ring am Unterarm. Haustiere sind in Deutschland laut gesund.bund.de eine sehr häufige Quelle für Hautpilz, auch wenn die Tiere selbst gesund wirken.

Nicht jede Ringelflechte sieht lehrbuchhaft aus. Dringt der Pilz in die Haarwurzeln ein, entstehen Knötchen, Pusteln oder Krusten, manchmal mit Eiter. Das kommt bei Kindern vor, vor allem bei Pilzen von Tieren, und bei Menschen, deren Abwehr durch Medikamente gedämpft ist. Nach dem Abheilen können die Stellen eine Zeit lang heller oder dunkler bleiben.

Leistenpilz (Tinea inguinalis)

Beim Leistenpilz beginnt die Infektion in den Hautfalten der Leiste und breitet sich häufig auf die Innenseiten der Oberschenkel aus. Der Rand ist schuppig und rosa bis rot, der Ausschlag kann stark jucken und auch schmerzen; der Hodensack ist meist nicht oder nur leicht betroffen. Männer erkranken deutlich häufiger, ebenso Menschen mit Übergewicht, weil sich in den Falten Wärme und Feuchtigkeit stauen. Im Sommer und in warmer, feuchter Kleidung wird es oft schlimmer.

Leistenpilz kommt häufig wieder, wenn gleichzeitig Fußpilz oder Nagelpilz besteht, denn der Pilz wandert von dort in die Leiste. Lassen Sie deshalb die Füße mit untersuchen und behandeln Sie beides. Nicht jede Rötung in der Leiste ist ein Fadenpilz: Auch ein Hefepilz oder eine wunde Reibung in der Hautfalte (Intertrigo) sind möglich. Mit bloßem Auge lässt sich das nicht immer sicher unterscheiden, ein Pilznachweis klärt es.

Fadenpilze können auch beim Sex übertragen werden. Beschrieben ist das vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben, mit einem bestimmten Typ von Trichophyton mentagrophytes. Ein Hautpilz im Intimbereich ist kein Grund, sich zu schämen. Sagen Sie in der Praxis offen, wie Sie sich angesteckt haben könnten, damit an den Partner oder die Partnerin gedacht wird.

Hautpilz im Gesicht

Im Gesicht ist Hautpilz schwerer zu erkennen, weil dort viele andere Hauterkrankungen ähnlich aussehen. Behandeln Sie hier nicht auf Verdacht, schon gar nicht mit Kortison, sondern lassen Sie den Befund ärztlich abklären.

Hefepilz in Hautfalten und im Windelbereich (Kandidose)

Der Hefepilz Candida lebt bei den meisten Menschen unauffällig auf Haut und Schleimhäuten. Bleibt es in einer Hautfalte dauerhaft warm und feucht und reibt dort Haut auf Haut, kann er sich stark vermehren. Typische Stellen sind Leiste, Achseln, die Haut unter der Brust, Bauchfalten, Finger- und Zehenzwischenräume und die Haut unter der Vorhaut. Die Haut ist dann rot, oft fleckig und wund, kann einreißen und brennen oder heftig jucken; vor allem am Rand können sich kleine Pusteln bilden.

Begünstigt wird eine Kandidose der Haut nach Angaben des MSD Manuals unter anderem durch heißes Wetter, enge synthetische Unterwäsche, Diabetes, Übergewicht, Schwangerschaft, Antibiotika und Medikamente, die das Immunsystem dämpfen, darunter Kortison. Kommt ein Hefepilz in den Falten immer wieder, lohnt sich deshalb die Frage nach solchen Ursachen.

Behandelt wird mit pilzwirksamen Cremes, Lösungen oder Pudern, etwa mit Azolen wie Clotrimazol oder Miconazol, mit Ciclopirox oder mit Nystatin. Mindestens so wichtig ist es, die Falte trocken zu halten: nach dem Waschen gründlich, aber sanft abtrocknen oder kühl föhnen, Baumwolle oder Funktionskleidung tragen und bei starkem Schwitzen weiche Kompressen in die Falte legen. Bei stark entzündeter Haut kann die Ärztin zusätzlich eine niedrig dosierte Kortisonsalbe verordnen.

Bei Babys ist eine Candida-Infektion eine häufige Komplikation des wunden Pos (Windeldermatitis), dann auch Windelsoor genannt. Ein Hinweis darauf sind kleine Pusteln rund um die Rötung und befallene Hautfalten, die bei einer einfachen Windeldermatitis meist ausgespart bleiben. Häufiges Wickeln, Zeit ohne Windel und schützende Zinkpaste helfen. Bessert sich ein wunder Po trotz guter Pflege nach zwei bis drei Tagen nicht oder treten Pusteln und befallene Hautfalten auf, sollte die Kinder- oder Hautarztpraxis nach weiteren Ursachen sehen; bei Neugeborenen sollte das vor der ersten Anwendung einer Pilzpaste geschehen. Mehr dazu im Ratgeber Windeldermatitis.

Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Die Kleienpilzflechte ist harmlos und nicht ansteckend. Auslöser ist ein Hefepilz (Malassezia), der bei fast allen Menschen zur normalen Hautflora gehört. Warum er sich bei manchen stärker vermehrt, ist nicht eindeutig geklärt. Das Risiko erhöhen warmes, feuchtes Klima, starkes Schwitzen, Öle oder Kosmetika, die die Poren verschließen, und wahrscheinlich eine familiäre Veranlagung. Mit mangelnder Hygiene hat sie nichts zu tun. In Ländern mit gemäßigtem Klima ist etwa 1 Prozent der Menschen betroffen, in manchen tropischen Ländern bis zu 40 Prozent, meist zum ersten Mal im Jugendalter.

Typisch sind zunächst kleine runde oder ovale Flecken, die zu größeren, unregelmäßigen Flächen zusammenfließen, vor allem an Brust, Rücken, Nacken und Oberarmen, bei Kindern auch im Gesicht. Die Flecken können gelblich, bräunlich, rosa oder rötlich sein. Auf gebräunter oder dunkler Haut sind sie meist heller als die Umgebung, auf sehr heller Haut eher dunkler. Weil sich ihre Farbe durch Sonne kaum verändert, die übrige Haut aber bräunt, fallen helle Flecken nach dem Sonnenbaden oft besonders auf. Sie können leicht schuppen, jucken aber selten. Die Ärztin kann die Pilze mit einem durchsichtigen Klebestreifen von der Haut abnehmen und unter dem Mikroskop nachweisen. Das hilft auch, die Flecken von anderen Pigmentstörungen wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) zu unterscheiden.

Eine eigene deutsche Leitlinie zur Kleienpilzflechte haben wir nicht gefunden. Die folgenden Angaben stützen sich auf die Gesundheitsinformation des IQWiG (Stand April 2025):

  • Rezeptfreie Mittel wirken gut: Shampoos mit Selendisulfid, mit Zinkpyrithion oder mit Schwefel und Salicylsäure sowie Lösungen oder Cremes mit Azolen oder mit Terbinafin. Die meisten Mittel werden ein- bis zweimal täglich über 1 bis 4 Wochen angewendet; Kopfhaut und Haare wäscht man mit, weil sich die Pilze von dort wieder ausbreiten können.
  • Wie gut das wirkt: Nach 2 bis 4 Wochen war in Studien ohne Ketoconazol bei etwa 90 von 100 Behandelten noch Pilz nachweisbar, mit Ketoconazol bei etwa 25 von 100. Shampoos wirkten so gut wie Cremes; Terbinafin schnitt etwas schwächer ab als andere Mittel. Selendisulfid kann die Haut austrocknen und riecht leicht nach Schwefel.
  • Tabletten kommen infrage, wenn große Flächen betroffen sind oder die äußerliche Behandlung nicht hilft. Meist wird dann Itraconazol für etwa eine Woche verordnet; nach IQWiG-Angaben heilt die Kleienpilzflechte damit bei geschätzt 75 von 100 Menschen ab. Die Tabletten haben mehr Nebenwirkungen als Cremes oder Shampoos und gibt es nur auf Rezept.
  • Geduld bei den Flecken: Auch nach erfolgreicher Behandlung dauert es Wochen bis Monate, bis die Farbe wieder gleichmäßig ist. Bleibende helle Flecken bedeuten deshalb nicht automatisch, dass die Behandlung versagt hat.
  • Rückfälle sind häufig. Wer öfter betroffen ist, kann Haut und Haare alle 2 bis 4 Wochen vorbeugend mit dem Pilzshampoo waschen; auch Tabletten, die einmal alle vier Wochen eingenommen werden, senken das Risiko deutlich.

Kopfpilz bei Kindern (Tinea capitis)

Kopfpilz gilt als die wahrscheinlich häufigste Fadenpilzinfektion im Kindesalter, besonders zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr; nach der Pubertät wird er selten. Grundlage dieses Abschnitts ist die S1-Leitlinie Tinea capitis der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in der Version 4.0 (Stand 16. Dezember 2025, gültig bis 15. Dezember 2030). S1 bedeutet: Die Empfehlungen beruhen auf dem Konsens einer Expertengruppe.

Woher der Pilz kommt

In Deutschland ist Microsporum canis der häufigste Erreger. Er stammt meist von Katzen oder Hunden, die ihn im Fell tragen können, ohne selbst krank zu wirken; auch über Autositze oder Plüschtiere kann er weitergegeben werden. Trichophyton benhamiae kommt vor allem von Meerschweinchen; die meisten Infektionen damit zählen die Fachleute im Alter von 6 bis 9 Jahren. Zunehmend wichtig werden Pilze, die direkt von Mensch zu Mensch übergehen, etwa Trichophyton tonsurans. Beobachtet wird er auch bei Jugendlichen im Ringkampf und anderen Kampfsportarten sowie bei Jungen und jungen Männern, bei denen sich etwa 2 bis 3 Wochen nach einer Rasur oder einem Haarschnitt in einem Barbershop mit unzureichender Hygiene ein Kopfpilz zeigt.

Woran Sie Kopfpilz erkennen

Das Bild ist sehr unterschiedlich und wird deshalb anfangs oft verkannt:

  • runde Stellen mit kurz abgebrochenen, glanzlosen Haaren, die wie mit Mehl bestäubt aussehen
  • Schuppung ohne viel Rötung, die an gewöhnliche Kopfschuppen erinnert
  • kleine schwarze Punkte in den Haarbälgen, wo Haare direkt an der Haut abgebrochen sind
  • Pusteln oder eine entzündlich geschwollene, eitrig nässende Stelle, manchmal mit Fieber, Kopfschmerzen und geschwollenen Lymphknoten

Die eitrige Form heißt Kerion. Sie wird nicht selten für einen bakteriellen Abszess gehalten. Antibiotika oder ein Aufschneiden helfen dann aber nicht und können den Schaden vergrößern. Bei eitrigen Veränderungen der Kopfhaut sollte deshalb immer auch an Pilz gedacht und eine Probe für den Pilznachweis entnommen werden. Bei richtiger Behandlung wachsen die Haare in aller Regel nach. Bleibende kahle Narben sind vor allem bei sehr tiefen Entzündungen möglich.

Manche Kinder und Erwachsene tragen Pilzsporen auf der Kopfhaut, ohne Beschwerden zu haben. In Risikogruppen betrifft das nach der Leitlinie bis zu 15 Prozent. Solche unbemerkten Überträger halten Infektionsketten in Familien und Einrichtungen am Laufen.

Behandlung: immer Tabletten, dazu Shampoo

Die Leitlinie ist hier eindeutig: Kopfpilz wird immer gleichzeitig innerlich mit Tabletten oder Saft und zusätzlich äußerlich behandelt. Cremes oder Shampoos allein reichen nicht, weil der Pilz in den Haarwurzeln sitzt. Welcher Wirkstoff passt, hängt vom Erreger ab: Gegen Trichophyton-Arten wirkt bei Kindern Terbinafin besser, gegen Microsporum eher Itraconazol oder Griseofulvin. Griseofulvin ist in Deutschland das einzige für Kopfpilz bei Kindern zugelassene Mittel, aber seit 2018 nicht mehr im Handel und muss über die internationale Apotheke bestellt werden. Terbinafin und Itraconazol werden bei Kindern deshalb als individueller Heilversuch außerhalb der Zulassung eingesetzt; darüber muss die Praxis Sie aufklären.

Die Behandlung läuft zunächst vier Wochen. Danach wird erneut eine Probe untersucht, und es wird so lange weiterbehandelt, bis im Labor kein Pilz mehr nachweisbar ist. Das kann mehrere Monate dauern. Bei einem Kerion oder starkem Verdacht kann die Ärztin schon vor dem Laborergebnis beginnen. Zusätzlich waschen Sie die Haare zweimal pro Woche mit einem pilzwirksamen Shampoo, etwa mit Selendisulfid, Ketoconazol, Clotrimazol oder Ciclopirox, lassen es mindestens fünf Minuten einwirken und wenden es so lange an, wie mit der Praxis besprochen. Für die befallenen Stellen kommt meist eine Lösung oder Creme hinzu, die zweimal täglich aufgetragen wird. Haare abrasieren oder eine Mütze tragen ist nach der Leitlinie nicht mehr nötig.

Die Mittel werden auch von Kindern meist gut vertragen: In einer Auswertung von 38 Studien musste nur etwa 1 von 100 Kindern die Behandlung wegen Nebenwirkungen abbrechen. Alle Wirkstoffe können aber selten die Leber belasten. Ob vorher und während der Behandlung Blut abgenommen wird, entscheidet die Ärztin je nach Vorerkrankungen und anderen Medikamenten.

Kita, Schule, Familie und Haustiere

  • Kita und Schule: Nach der Leitlinie können Kinder, die eine passende Kombination aus Tabletten und äußerlicher Behandlung erhalten, die Einrichtung sofort wieder besuchen. Bei besonders ansteckenden Erregern, die von Mensch zu Mensch übergehen, oder solange das Laborergebnis aussteht, kann eine Woche Pause erwogen werden. Kinder mit eitriger, offener Entzündung (Kerion) bleiben zu Hause, bis die Wunden verheilt sind.
  • Infektionsschutzgesetz: Hautpilz steht nicht in der Liste des § 34 Absatz 1 IfSG, für die ein Besuchsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen gilt (anders als etwa Krätze, Borkenflechte oder Windpocken); auch die Leitlinie hält fest, dass Pilzinfektionen nach § 34 grundsätzlich nicht meldepflichtig sind. Die Einrichtung muss das Gesundheitsamt aber benachrichtigen, wenn zwei oder mehr gleichartige, schwerwiegende Erkrankungen auftreten, als deren Ursache Krankheitserreger anzunehmen sind (§ 34 Absatz 6), und die zuständige Behörde kann Schutzmaßnahmen anordnen (§ 34 Absatz 9). Informieren Sie die Kita trotzdem, damit andere Familien auf Anzeichen achten können, und fragen Sie, ob sie eine ärztliche Bescheinigung möchte. Regelungen einzelner Einrichtungen oder Länder können abweichen.
  • Familie: Bei Erregern, die von Mensch zu Mensch übergehen, sollen sich alle Familienmitglieder und engen Kontaktpersonen untersuchen lassen; nach der Leitlinie kann mehr als die Hälfte betroffen sein, oft ohne Beschwerden. Tabletten bekommt nur, wer tatsächlich Kopfpilz hat. Wer nur Sporen trägt, wäscht die Haare vier Wochen lang zweimal pro Woche mit einem pilzwirksamen Shampoo.
  • Haustiere: Stammt der Pilz von einem Tier, sollte das Tier tierärztlich untersucht und behandelt werden, auch wenn es gesund wirkt. Bis dahin sollte das Kind keinen engen Kontakt mit ihm haben.
  • Haushalt: Kämme, Bürsten, Haarschmuck, Mützen, Handtücher und Kopfkissen nicht teilen. Haarbürsten und Kämme desinfizieren oder ersetzen, Textilien und Kuscheltiere bei mindestens 60 °C mit einem Bleichwaschmittel oder Hygienespüler waschen. Zum Friseur geht Ihr Kind erst wieder, wenn der Pilz nachweislich verschwunden ist.

Pilz auf der Kopfhaut bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen ist Kopfpilz selten, wird nach der Leitlinie aber häufiger, etwa nach Rasuren im Barbershop. Viel öfter steckt hinter „Pilz auf der Kopfhaut“ ein seborrhoisches Ekzem: rote Flecken mit fettigen Schuppen an Kopfhaut, Haaransatz und Gesicht. Dabei spielt zwar der hauteigene Hefepilz Malassezia vermutlich eine Rolle, das Ekzem ist aber nicht ansteckend und wird mit pilzhemmenden Shampoos oder Cremes, manchmal auch kurz mit Kortison behandelt. Mehr dazu im Ratgeber Seborrhoisches Ekzem. Auch Schuppenflechte befällt häufig die Kopfhaut, siehe Schuppenflechte behandeln. Kreisrunde Stellen mit abgebrochenen Haaren, Pusteln oder Krusten gehören dagegen in die Hautarztpraxis.

Hautpilz oder Ekzem? Warum Kortison allein falsch sein kann

Ein Hautpilz kann einem Ekzem, einer Neurodermitis oder einer Schuppenflechte zum Verwechseln ähnlich sehen und umgekehrt. Das wird zum Problem, wenn ein juckender Fleck auf Verdacht mit Kortison behandelt wird. Kortison dämpft die Entzündung, der Ausschlag scheint zunächst besser zu werden, der Pilz breitet sich aber unter der Creme weiter aus. Es entstehen untypische Herde, die kaum noch zuzuordnen sind. Fachleute nennen das Tinea incognita, also einen „unerkannten“ Hautpilz.

Schwach dosiertes Hydrocortison zum Auftragen ist in Deutschland in kleinen Packungen rezeptfrei erhältlich. Gerade deshalb: Verwenden Sie bei einem unklaren, ringförmigen oder schuppenden Fleck keine Kortisoncreme, bevor geklärt ist, ob ein Pilz dahintersteckt. Nach gesund.bund.de (geprüft von der DDG) sollten Kortisoncremes bei Ringelflechte nur bei starker Entzündung, nur zusammen oder im Wechsel mit einem Pilzmittel und allenfalls für 3 bis 5 Tage eingesetzt werden. Kombinationscremes mit stärker wirksamem Kortison sind ohnehin verschreibungspflichtig.

Wie riskant eine unkontrollierte Kortisonanwendung werden kann, zeigt die Entwicklung in Südasien. Dort sind Kombinationscremes mit sehr starkem Kortison und mehreren Antiinfektiva ohne Rezept billig zu haben und werden oft monatelang benutzt. Fachleute bringen das mit der Ausbreitung schwer behandelbarer Hautpilze in Verbindung, um die es im nächsten Abschnitt geht.

Zwei weitere Fallstricke: Manchmal reagiert die Haut auf eine Pilzinfektion mit juckenden Bläschen an ganz anderen Körperstellen, in denen gar kein Pilz steckt. Diese Abwehrreaktion tritt oft kurz nach Beginn der Behandlung auf und verschwindet, wenn der Pilz abgeheilt ist; sie ist kein Grund, die Behandlung eigenmächtig abzubrechen, sollte aber ärztlich angesehen werden. Und ein bakterieller Zusatzinfekt kann sich auf Hautpilz setzen, vor allem in feuchten Falten oder auf zerkratzter Haut. Wenn Sie nicht sicher sind, worum es sich handelt, hilft der Ratgeber Hautausschlag beim Einordnen.

Resistente Hautpilze: Trichophyton indotineae

Seit einigen Jahren breitet sich ein Fadenpilz aus, der als Trichophyton indotineae oder Trichophyton mentagrophytes Genotyp VIII bezeichnet wird. Auf dem indischen Subkontinent hat er die bisher üblichen Erreger von Ringelflechte und Leistenpilz nach und nach verdrängt. Er verursacht ausgedehnte, stark entzündete und heftig juckende Herde, bevorzugt an Leisten, Rumpf, Armen, Beinen und im Gesicht, und er geht leicht von Mensch zu Mensch über, besonders innerhalb der Familie.

Belastbare Zahlen für ganz Deutschland gibt es nicht. Die wichtigste Datenquelle ist eine 2025 veröffentlichte Auswertung eines Speziallabors in Leipzig-Mölbis: Dort wurde der Pilz von 2018 bis Ende 2024 bei 196 Patientinnen und Patienten aus Deutschland nachgewiesen, mit 6 Isolaten im Jahr 2018, 47 im Jahr 2023 und 73 im Jahr 2024. Die Autorinnen und Autoren betonen selbst, dass dieser Anstieg auch die besondere Erfahrung des Labors widerspiegeln könnte, an das viele Proben gezielt geschickt werden, und nicht unbedingt eine echte Zunahme in Deutschland. Die Mehrheit der Betroffenen hatte familiäre Wurzeln in Südasien, vor allem Indien, oder in arabischen Ländern; nur vereinzelt waren Menschen ohne diesen Hintergrund betroffen.

Wichtig für die Behandlung:

  • Terbinafin kann versagen. Bei 61,8 Prozent der in dem Speziallabor getesteten Stämme fand sich eine Resistenz gegen Terbinafin. Auch Fluconazol oder Griseofulvin sind für diesen Erreger häufig ungeeignet. Bei hartnäckigem oder wiederkehrendem Befall soll die Therapie deshalb nach Erreger- und Resistenznachweis fachärztlich gewählt werden; pauschale Aussagen, dass einzelne Wirkstoffe immer oder nie wirken, sind nicht gerechtfertigt.
  • Itraconazol gilt derzeit als Mittel der Wahl, meist über mehrere Wochen und immer zusammen mit einer Creme, etwa mit Ciclopirox, Amorolfin oder einem Azol. Auch gegen Itraconazol war ein kleiner Teil der Stämme unempfindlich (5,9 Prozent); für diesen Fall gibt es noch keine einheitlichen Empfehlungen.
  • Erreger bestimmen lassen: Gesichert wird der Pilz über eine Kultur und die genaue Artbestimmung in einem spezialisierten Labor, dazu ein Resistenztest oder ein Gentest auf die typischen Veränderungen. Einen Schnelltest für die Praxis gibt es bisher nicht.

Für Sie heißt das: Wächst ein Hautpilz trotz konsequenter Behandlung weiter, wechseln Sie nicht einfach von einer Creme zur nächsten. Lassen Sie ihn in der Hautarztpraxis untersuchen und erwähnen Sie, wenn Sie selbst oder Menschen in Ihrem Haushalt kürzlich in Südasien oder im Nahen Osten waren oder dort gekaufte Cremes verwendet haben. Das ist keine Schuldfrage, sondern ein wichtiger Hinweis für die Wahl des richtigen Labortests.

Ansteckung und Hygiene im Alltag

Fadenpilze werden über Hautkontakt und über Hautschuppen auf Gegenständen weitergegeben. Feuchte Wärme und verschwitzte Haut begünstigen das. Die häufigsten Wege:

  • Haustiere: Katzen, Hunde, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen, Mäuse, Ratten und Igel können Hautpilze übertragen, ebenso Kälber. Waschen Sie sich nach dem Streicheln die Hände, und lassen Sie ein Tier tierärztlich ansehen, wenn in der Familie Hautpilz auftritt.
  • Kontaktsport: Beim Ringen, Judo und anderen Sportarten mit viel Hautkontakt spricht man vom „Mattenpilz“ oder „Ringerpilz“. Nach gesund.bund.de sollten Betroffene nach Beginn der Behandlung mindestens eine Woche nicht mit anderen trainieren; ansteckend ist der Mattenpilz, solange Hautveränderungen bestehen. Wann Sie wieder einsteigen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Barbershop und Friseur: Unzureichend gereinigte Rasierer und Kämme können Pilze übertragen. Achten Sie auf saubere, desinfizierte Werkzeuge.
  • Schwimmbad, Turnhalle, Umkleiden: In dieser feuchtwarmen Umgebung stecken sich nach gesund.bund.de häufig Menschen an, oft zuerst an den Füßen; von dort kann der Pilz in die Leiste oder auf andere Stellen wandern. Mehr zur Vorbeugung im Ratgeber Fußpilz behandeln.
  • Selbstansteckung: Der Pilz kann von den Füßen oder Nägeln auf Leiste, Körper, Gesicht oder Kopfhaut übergehen. Wer einen Fuß- oder Nagelpilz nicht mitbehandelt, kann sich immer wieder neu anstecken.
  • Familie und Partnerschaft: Handtücher, Kleidung und Bettwäsche nicht teilen; was direkt auf der Haut getragen wird, möglichst bei 60 °C waschen.

Bei einer gewöhnlichen Ringelflechte ist das Ansteckungsrisiko überschaubar: In einer Schulklasse liegt es nach gesund.bund.de unter 10 Prozent, in der Familie bei etwa 10 bis 30 Prozent. Kinder mit Ringelflechte am Körper können deshalb weiter in Kita und Schule gehen; behandeln Sie die Stellen konsequent. Bei den neuen Pilzarten ist die Ansteckungsgefahr in der Familie dagegen sehr hoch.

Wann zum Arzt?

Viele Hautpilze lassen sich mit Mitteln aus der Apotheke behandeln, etwa ein einzelner kleiner, typischer Ring am Arm bei einem sonst gesunden Erwachsenen. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten. In den folgenden Fällen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Sofort den Notruf 112, wenn nach Beginn einer Tablettenbehandlung Atemnot, eine Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen oder Kreislaufprobleme auftreten, oder wenn sich ein Ausschlag ausbreitet, bei dem sich Blasen bilden oder die Haut ablöst und Mund, Augen oder Genitalien wund werden. Dasselbe gilt für eine sich ausbreitende Rötung mit Fieber, wenn Verwirrtheit, sehr schnelle Atmung oder ein Kreislaufzusammenbruch hinzukommen.

Am selben Tag ärztlich ansehen lassen, in der Haus-, Kinder- oder Hautarztpraxis oder, wenn diese geschlossen ist, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117:

  • ein Hautpilz, um den herum sich eine heiße, schmerzende und geschwollene Rötung ausbreitet, oder Fieber und Schüttelfrost dazu; das kann eine bakterielle Zusatzinfektion sein
  • ein Kind mit eitrig nässender, geschwollener Stelle auf dem Kopf, besonders mit Fieber oder geschwollenen Lymphknoten
  • unter Pilztabletten: gelbliche Haut oder Augen, dunkler Urin, anhaltende Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen; nehmen Sie bis zur Rücksprache keine weitere Tablette
  • ein neuer, ausgedehnter Ausschlag kurz nach Beginn einer Tablettenbehandlung, ohne die oben genannten Notfallzeichen

In den nächsten Tagen, telefonisch anmelden:

  • Verdacht auf Kopfpilz bei einem Kind, also schuppende Stellen mit abgebrochenen Haaren; er lässt sich nur mit Tabletten auf Rezept behandeln
  • Hautpilz im Gesicht, im Bart oder im Genitalbereich
  • ausgedehnter Befall, mehrere Körperstellen, Knötchen oder Pusteln in der Tiefe
  • Hautpilz bei Diabetes, in der Schwangerschaft oder wenn Ihre Abwehr geschwächt ist, zum Beispiel durch eine Krebsbehandlung oder immunsuppressive Medikamente
  • ein Herd, der trotz Behandlung weiterwächst, besonders nach einem Aufenthalt in Südasien oder im Nahen Osten oder bei mehreren Betroffenen im Haushalt

Einen regulären Termin brauchen Sie, wenn

  • es nach ein bis zwei Wochen konsequenter Selbstbehandlung nicht deutlich besser wird,
  • der Pilz immer wiederkommt, etwa ein Leistenpilz bei gleichzeitigem Fuß- oder Nagelpilz,
  • Sie unsicher sind, ob es überhaupt ein Pilz ist, oder schon Kortison aufgetragen haben,
  • sich helle oder braune Flecken nicht sicher einordnen lassen,
  • ein wunder Po beim Baby nach ein bis zwei Wochen Pflege und Behandlung nicht abheilt.

Diagnose in der Hautarztpraxis

Oft erkennt die Ärztin eine Ringelflechte schon auf den ersten Blick. Weil Ekzem, Schuppenflechte und andere Hauterkrankungen ähnlich aussehen können, ist ein Pilznachweis aber sinnvoll, vor allem vor einer Tablettenbehandlung, bei Kopfpilz und wenn eine Behandlung nicht anschlägt.

UntersuchungWas passiertWann das Ergebnis da ist
NativpräparatHautschuppen vom Rand des Herdes, bei Kopfpilz auch Haarstümpfe, werden mit Kalilauge unter dem Mikroskop untersuchtoft noch während des Termins; zeigt, dass ein Pilz da ist, aber nicht welcher
Pilzkulturdas Material wächst im Labor an, die Pilzart wird bestimmtdas Labor beobachtet die Kultur 3 bis 4 Wochen, bei manchen Erregern bis zu 6 Wochen
PCR (Gentest)Pilz-Erbgut wird direkt aus der Probe nachgewiesenBearbeitungszeit hängt von Labor, Verfahren und Versand ab; vorab erfragen
Klebestreifen-Testbei Kleienpilzflechte werden Schuppen mit einem durchsichtigen Klebestreifen abgenommensofort unter dem Mikroskop
WoodlichtUV-Lampe; manche Kopfpilz-Erreger leuchten gelbgrünsofort
Gewebeprobebei untypischen oder sehr hartnäckigen Befunden; feingewebliche Untersuchung im Labornach Laborbefund
Resistenztestbei Verdacht auf resistente Erreger, in Speziallaborenmeist erst nach der Kultur, also nach Wochen; alternativ ist ein Gentest auf typische Resistenz-Veränderungen möglich

Die Proben sollten möglichst von frischen, noch unbehandelten Stellen stammen. Sagen Sie in der Praxis, welche Cremes Sie schon verwendet haben, vor allem wenn Kortison darunter war, und fragen Sie, ob Sie eine Pilzcreme vor dem Termin weglassen sollen.

Behandlung von Hautpilz

Cremes, Lösungen und Shampoos

Für die Ringelflechte, den Leistenpilz und den Hefepilz in Hautfalten genügt meist eine Behandlung von außen. Eine gültige deutsche Leitlinie dafür gibt es derzeit nicht (siehe unten); die folgenden Wirkstoffgruppen werden in den Fachquellen übereinstimmend genannt:

  • Azole, etwa Clotrimazol, Miconazol, Econazol, Bifonazol, Ketoconazol oder Sertaconazol: gegen Fadenpilze und gegen Hefepilze
  • Allylamine, vor allem Terbinafin, außerdem Naftifin: gegen Fadenpilze; bei der Kleienpilzflechte schnitt Terbinafin etwas schwächer ab als andere Mittel
  • Ciclopirox: gegen Fadenpilze und Hefepilze; zusammen mit Amorolfin wird es auch bei Kopfpilz und bei resistenten Fadenpilzen ergänzend zur Tablette empfohlen
  • Nystatin: wirkt nur gegen Hefepilze wie Candida, nicht gegen die Ringelflechte
  • für die Kleienpilzflechte zusätzlich Shampoos mit Selendisulfid oder Zinkpyrithion

Viele äußerlich angewendete Antipilzmittel sind rezeptfrei; der Abgabestatus und die geeignete Anwendung hängen jedoch vom konkreten Wirkstoff, der Zubereitung, Stärke, Packungsgröße und Altersangabe ab. Lassen Sie deshalb in der Apotheke prüfen, welches Präparat für Alter, Körperstelle, Schwangerschaft oder Stillzeit geeignet ist.

So wenden Sie die Mittel richtig an:

  1. Cremen Sie über den sichtbaren Rand hinaus einen etwa 2 Zentimeter breiten Streifen scheinbar gesunder Haut mit ein, denn der Pilz wächst am Rand nach außen.
  2. Behandeln Sie so oft und so lange, wie es die Packungsbeilage vorsieht. Als Faustregel nennt gesund.bund.de, die Haut nach dem Abheilen noch eine Woche weiter zu behandeln. Wer aufhört, sobald die Haut besser aussieht, erlebt häufig einen Rückfall.
  3. Halten Sie die Stelle trocken, tragen Sie luftige Kleidung und benutzen Sie ein eigenes Handtuch.
  4. Behandeln Sie einen gleichzeitigen Fuß- oder Nagelpilz mit.
  5. Verdickte, stark verhornte Herde behandelt die Ärztin manchmal zusätzlich mit hornlösenden Mitteln.

Wann Tabletten nötig sind

Tabletten gegen Pilze (systemische Antimykotika) kommen infrage, wenn

  • ein Kopfpilz vorliegt, bei Kindern und Erwachsenen,
  • der Befall ausgedehnt ist, mehrere Körperstellen betrifft oder in die Tiefe geht,
  • die Haut stark entzündet ist oder eine ausreichend lange Behandlung mit Cremes nicht gewirkt hat,
  • das Immunsystem geschwächt ist,
  • ein resistenter Erreger wie Trichophyton indotineae nachgewiesen wurde,
  • eine Kleienpilzflechte großflächig ist oder auf Shampoos und Cremes nicht anspricht.

Eingesetzt werden vor allem Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol, bei Kindern mit Kopfpilz je nach Erreger auch Griseofulvin aus dem Ausland. Alle sind verschreibungspflichtig. Welcher Wirkstoff, in welcher Dosis und wie lange, entscheidet die Ärztin nach Erreger, Alter, Gewicht und Ihren übrigen Medikamenten; die Dauer reicht von etwa einer Woche bei der Kleienpilzflechte bis zu mehreren Monaten bei hartnäckigen Fadenpilzen.

Die Tabletten werden meist gut vertragen, können aber in seltenen Fällen die Leber schädigen und mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen haben; manche Mittel schwächen zum Beispiel die Wirkung der Pilztabletten ab. Sagen Sie deshalb in der Praxis, welche Mittel Sie sonst einnehmen, auch rezeptfreie, und ob Sie schwanger sind oder stillen. Ob Leberwerte kontrolliert werden, hängt nach der Leitlinie Tinea capitis von Ihren Risikofaktoren ab; bei Vorerkrankungen der Leber oder leberbelastenden Medikamenten werden sie vor Beginn und nach 2 bis 4 Wochen geprüft. Brechen Sie eine Tablettenbehandlung nicht früher ab als besprochen, auch wenn die Haut schon gut aussieht.

Warum Hautpilz wiederkommt

Wenn ein Hautpilz nicht abheilt oder zurückkommt, gibt es dafür mehrere mögliche Gründe, die die Leitlinie Tinea capitis aufzählt: Die Behandlung war zu kurz oder zu unregelmäßig; die Dosis war zu niedrig, auch weil andere Medikamente die Wirkung abschwächen können; eine Ansteckungsquelle besteht weiter, etwa ein unbehandelter Fußpilz, ein Haustier oder ein Familienmitglied; der Erreger ist resistent; oder eine Grunderkrankung schwächt die Abwehr. Bei der Kleienpilzflechte sind Rückfälle dagegen typisch, weil der Hefepilz zur eigenen Haut gehört; hier hilft die vorbeugende Shampoo-Anwendung.

Kosten: rezeptfrei, Rezept und Kasse

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf die ärztliche Behandlung, die nötig ist, um eine Krankheit zu erkennen und zu behandeln. Untersuchung, Nativpräparat und Pilzkultur sind im Leistungskatalog der Kassen (EBM) enthalten. Bei den Arzneimitteln gelten diese Regeln:

LeistungGesetzlich Versicherte
Rezeptfreie Pilzcremes, Lösungen und Shampoos für Erwachsenein der Regel selbst zu zahlen; Pilzmittel stehen auf der Ausnahmeliste des Gemeinsamen Bundesausschusses nur für Infektionen im Mund- und Rachenraum
Rezeptfreie Mittel für Kinder bis zum 12. Geburtstag (bei Entwicklungsstörungen bis 18)Kasse zahlt, wenn sie ärztlich verordnet sind
Verschreibungspflichtige Mittel, etwa Tabletten oder Kombinationen mit stärker wirksamem KortisonKassenrezept; gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen 10 Prozent des Preises zu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als das Mittel kostet
Shampoos für Familienmitglieder ohne Beschwerden bei Kopfpilznach der Leitlinie selbst zu zahlen; bei Ausbrüchen kommt unter Umständen das Gesundheitsamt für die Kosten infrage
PCR-Gentest auf Pilzeaus der eigenen EBM-Suche lässt sich keine sichere allgemeine Erstattungsregel ableiten; Kostenübernahme und mögliche Privatkosten vorab klären

Für rezeptfreie Mittel und eine private PCR gibt es keinen belastbaren Pauschalpreis; die Preise hängen von Präparat, Packungsgröße, Labor und Praxis ab. Für eine Leistung, die Sie selbst zahlen sollen, muss die Praxis Sie vor Beginn in Textform, also etwa schriftlich oder per E-Mail, über die voraussichtlichen Kosten informieren (§ 630c BGB). Lassen Sie sich dabei auch erklären, was die Leistung in Ihrem Fall zusätzlich bringt. Bei Kopfpilz im Kindesalter, wo Wirkstoffe außerhalb ihrer Zulassung oder aus dem Ausland eingesetzt werden, klären Sie am besten vorab mit der Praxis, wie die Kosten übernommen werden.

Auf welcher Grundlage dieser Ratgeber steht

Für den Kopfpilz gibt es eine aktuelle Leitlinie: die S1-Leitlinie Tinea capitis (AWMF 013-033, Version 4.0, Stand 16. Dezember 2025, gültig bis 15. Dezember 2030). Die deutsche Leitlinie zur Tinea der freien Haut, also zu Ringelflechte und Leistenpilz, stammt dagegen von 2008 und ist seit 2013 abgelaufen. Eine Neufassung ist bei der AWMF als S1-Leitlinie angemeldet und soll bis Ende 2026 fertig werden. Bis dahin stützen sich die Angaben zu Ringelflechte und Leistenpilz auf die von der DDG geprüfte Information von gesund.bund.de, das MSD Manual und die Leitlinie zum Kopfpilz. Für die Kleienpilzflechte haben wir keine deutsche Leitlinie gefunden; Grundlage ist hier die Gesundheitsinformation des IQWiG. Die Zahlen zu Trichophyton indotineae beschreiben Nachweise in einem einzelnen Speziallabor, nicht die Häufigkeit in der Bevölkerung.

Kosten: Kasse vs. Selbstzahler (IGeL)

Gesetzliche Kasse (GKV): Medizinisch notwendige Untersuchung, mikroskopischer Pilznachweis, Pilzkultur und Behandlung können in einer Kassenpraxis zulasten der gesetzlichen Kasse abgerechnet werden; für verschreibungspflichtige Mittel leisten gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren die gesetzliche Zuzahlung. Rezeptfreie Pilzcremes und Shampoos zahlen Erwachsene in der Regel selbst. Für eine Pilz-PCR ist keine allgemeine Erstattung belegt; eine mögliche Kostenübernahme sollte vorab geklärt werden.

Richtwerte — die tatsächlichen Kosten legt die Praxis individuell fest.

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Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.