Gefaltete weiße Baumwollhemden und eine unbeschriftete Waschmittelflasche auf einer Waschmaschine, dahinter weiße Hemden auf einem Kleiderständer vor beige gefliester Wand im Morgenlicht
Illustration (KI-generiert): Weiche Baumwollkleidung und ein mildes, duftstofffreies Waschmittel können gereizte Haut entlasten.

Hautausschlag: Ursachen erkennen, Warnzeichen kennen, richtig handeln

Wie Hautausschläge aussehen können, welche Ursachen dahinterstecken – von Kontaktallergie und Nesselsucht über Kinderkrankheiten bis zum Medikament –, was Sie selbst tun können, wann Sie sofort 112 rufen und wie die Hautarztpraxis die Ursache findet.

Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 21.10.2026

Ein Hautausschlag ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, hinter dem sehr unterschiedliche Ursachen stecken können. Betrifft er größere Flächen, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem Exanthem. Die häufigsten Auslöser solcher Exantheme sind laut dermatologischer Fachliteratur Medikamente und Infektionen; bei Kindern sind es mit weitem Abstand Viren. Viele Ausschläge heilen von selbst ab oder lassen sich gut behandeln, sobald die Ursache feststeht. Zuerst zählt aber eine Frage: Gibt es Warnzeichen? Punktförmige Flecken, die sich nicht wegdrücken lassen, sind zusammen mit Fieber oder schwerem Krankheitsgefühl ein Notfall. Gleiches gilt für Blasen oder Hautablösung mit wunden Schleimhäuten nach einem neuen Medikament sowie für Atemnot oder eine rasch zunehmende Schwellung von Zunge oder Rachen: Rufen Sie 112. Ohne solche Zeichen hilft Ihnen dieser Ratgeber, den Ausschlag einzuordnen, zu entscheiden, wie dringend ein Arztbesuch ist, und den passenden ausführlichen Ratgeber zu finden.

Notfall: Wann Sie sofort 112 rufen

Rufen Sie den Notruf 112, wenn einer dieser Punkte zutrifft. Fahren Sie in diesen Fällen nicht selbst in die Notaufnahme.

  • Fieber oder schweres Krankheitsgefühl und rote bis violette Pünktchen oder Flecken, die sich nicht wegdrücken lassen. Das können Einblutungen in die Haut sein, wie sie bei einer Blutvergiftung durch Meningokokken typisch sind. Laut Robert Koch-Institut kann sich diese Erkrankung innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich entwickeln.
  • Ein sich ausbreitender Ausschlag mit Blasen oder sich ablösender Haut, mit schmerzenden oder wunden Stellen an Lippen, im Mund, an den Augen oder im Genitalbereich, oft mit Fieber, nach einem Infekt oder in den Wochen nach Beginn eines neuen Medikaments. So kann ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse beginnen; beide müssen im Krankenhaus behandelt werden.
  • Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen, Engegefühl im Hals, Atemnot, Schwindel oder Kreislaufprobleme, meist zusammen mit Quaddeln. Das sind Zeichen einer schweren allergischen Reaktion (Anaphylaxie); mehr dazu im Ratgeber Nesselsucht.
  • Ausschlag mit plötzlicher Verwirrtheit, sehr schneller Atmung oder Herzrasen, mit blasser, grauer, bläulicher oder fleckig-marmorierter Haut, oder ein Kind, das nicht reagiert wie sonst, kaum wach zu bekommen ist, einen steifen Nacken hat oder Licht nicht verträgt. Dahinter kann eine Sepsis oder eine Hirnhautentzündung stecken.

So geht der Glastest: Drücken Sie die Seite eines durchsichtigen Trinkglases fest auf die Flecken und schauen Sie hindurch. Bleiben sie sichtbar, handeln Sie sofort. Auf brauner oder schwarzer Haut sind die Flecken schwerer zu erkennen; der britische Gesundheitsdienst NHS rät, dann auch Handflächen, Fußsohlen, Gaumen, das Augenweiß und die Innenseite der Augenlider anzusehen. Verblassen die Flecken unter dem Glas, ist das beruhigend, aber kein sicherer Ausschluss: Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit zeigen sich die typischen Hautzeichen nur bei etwa jedem zweiten Menschen mit schwerer Meningokokken-Infektion, und laut RKI kann daneben auch ein gewöhnlich aussehender fleckiger Ausschlag auftreten. Wirkt jemand schwer krank, rufen Sie den Notruf, ohne auf Flecken zu warten.

Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, aber nicht bis zum nächsten Praxistag warten sollten, klärt außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Wie ein Hautausschlag aussehen kann

Ärztinnen und Ärzte beschreiben einen Ausschlag zuerst nach seinen einzelnen Bausteinen, den Effloreszenzen. Wer diese Begriffe kennt, kann seinen Ausschlag am Telefon oder in der Praxis genauer schildern:

Was Sie sehenFachbegriffKommt zum Beispiel vor bei
Flache rote Flecken, nicht tastbarMakula; fleckiges ExanthemVirusinfekten wie Masern oder Röteln, Arzneimittelausschlägen
Kleine, tastbare KnötchenPapelnvielen Exanthemen, Ekzemen
Erhabene, juckende Schwellungen, die nach Stunden verschwinden und anderswo neu auftauchenQuaddeln (Urtikaria)Nesselsucht
Kleine Bläschen mit klarer FlüssigkeitVesikelWindpocken, Gürtelrose, Herpes, akutem Kontaktekzem, Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Eitergefüllte PickelchenPustelnbakteriellen Infektionen, Haarbalgentzündung, Rosazea
Scharf begrenzte, schuppende HerdePlaques mit SchuppungSchuppenflechte, Hautpilz, Röschenflechte
Honiggelbe KrustenKrustenBorkenflechte
Rote bis violette Pünktchen, die sich nicht wegdrücken lassenPetechien, PurpuraGerinnungsstörungen, Gefäßentzündungen, schweren Infektionen: immer dringend abklären

Oft verrät das Muster mehr als der einzelne Fleck:

  • Auf einer Körperseite, als Streifen, mit Bläschen und brennenden Schmerzen: typisch für eine Gürtelrose.
  • An Handflächen und Fußsohlen: bei Kindern häufig die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Bei Erwachsenen kommt auch das zweite Stadium einer Syphilis infrage, bei der der Ausschlag laut gesund.bund.de häufig an Handflächen und Fußsohlen beginnt; mehr im Ratgeber Geschlechtskrankheiten.
  • Gerötete Wangen, blasser Mund: gibt es bei Ringelröteln wie bei Scharlach. Beim Scharlach kommen hohes Fieber, Halsschmerzen und ein feinfleckiger Ausschlag am Oberkörper hinzu, der Handflächen und Fußsohlen ausspart.
  • Ringförmig, mit hellerer Mitte: spricht bei einem schuppigen, erhabenen Rand für einen Hautpilz; einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich für eine Wanderröte.
  • Genau dort, wo etwas die Haut berührt hat, etwa unter Ohrring, Uhrarmband, Pflaster oder einer neuen Creme, meist erst ein bis drei Tage später: Hinweis auf eine Kontaktallergie.
  • Heftiger Juckreiz, der nachts zunimmt, besonders wenn auch Menschen jucken, mit denen Sie eng zusammenleben: an Krätze denken.
  • Bei Baby oder Kleinkind erst drei bis fünf Tage hohes Fieber, dann beim Abfiebern rosa Flecken: typisch für das Dreitagefieber.
  • Nach den ersten Sonnentagen an Stellen, die im Winter bedeckt waren: oft eine polymorphe Lichtdermatose, umgangssprachlich „Sonnenallergie“.

Auf dunkler Haut wirken Rötungen häufig violett, grau oder bräunlich und sind schwerer zu sehen; eine Wanderröte etwa kann dort eher an einen blauen Fleck erinnern. Bleiben Sie bei Bildern aus dem Internet vorsichtig: Selbst Masern lassen sich laut gesund.bund.de allein am Ausschlag kaum von Röteln oder Scharlach unterscheiden. Für eine sichere Diagnose gibt es Abstriche und Bluttests.

Häufige Ursachen und wo Sie mehr erfahren

Kontaktekzem: Reizung oder Allergie

Scharfe Reinigungsmittel und andere Stoffe können die Haut direkt reizen. Bei einer Kontaktallergie dagegen reagiert das Immunsystem schon auf kleine Mengen eines Stoffes. Laut gesund.bund.de haben etwa 8 Prozent der Erwachsenen eine Kontaktallergie. Die Haut rötet sich, juckt, bildet manchmal Bläschen und nässt, zuerst dort, wo der Kontakt war; später kann der Ausschlag auch an anderen Stellen auftreten. Häufige Auslöser sind Nickel, Duftstoffe und Latex, aber auch Pflanzen wie Kamille und Arnika, ätherische Öle und Wirkstoffe in Cremes. Klären lässt sich das mit einem Epikutantest. Formen, Test und Behandlung erklärt der Ratgeber Ekzem.

Nesselsucht (Urtikaria)

Quaddeln sind erhabene, stark juckende Schwellungen; eine einzelne verschwindet innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden, während an anderer Stelle neue auftauchen. Bei akuter Nesselsucht stecken laut gesund.bund.de oft Infekte dahinter, manchmal Allergien, etwa auf Insektenstiche; bei 30 bis 50 Prozent findet sich keine bestimmte Ursache. Nesselsucht ist nicht ansteckend, kann aber ein frühes Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sein. Formen, Auslöser und das Stufenschema der Behandlung stehen im Ratgeber Nesselsucht.

Chronische Hauterkrankungen

Drei häufige chronische Erkrankungen zeigen sich mit wiederkehrenden Ausschlägen. Ansteckend ist keine von ihnen.

  • Neurodermitis: stark juckende, trockene Ekzeme in Schüben. Bei Säuglingen sind laut gesund.bund.de vor allem Wangen und die Außenseiten von Armen und Beinen betroffen, später Kniekehlen, Ellenbeugen und Nacken. Mehr im Ratgeber Neurodermitis-Behandlung.
  • Schuppenflechte: scharf begrenzte, leicht erhabene, silbrig schuppende Herde, oft an beiden Ellbogen oder auf der Kopfhaut. Mehr im Ratgeber Schuppenflechte behandeln.
  • Rosazea: Rötungen, Knötchen und Pusteln im Gesicht, an Wangen, Kinn, Stirn und Nase, meist erst nach dem 30. Lebensjahr. Mehr im Ratgeber Rosacea.

Kinderkrankheiten und andere Virusausschläge

Die klassischen „Kinderkrankheiten“ können auch Erwachsene treffen, die nicht geimpft oder nicht immun sind. Die Angaben in der Tabelle stammen aus den Patienteninformationen von gesund.bund.de:

ErkrankungTypischer AblaufGut zu wissen
MasernFieber, Husten, Schnupfen, entzündete Augen; nach 2 bis 4 Tagen bräunlich-rote, ineinanderfließende Flecken, beginnend im Gesicht und hinter den Ohrensehr ansteckend, auch über die Raumluft; Impfung schützt
Rötelngeschwollene Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren, leichtes Fieber; feine rötliche Flecken ab dem Gesicht, nach 1 bis 3 Tagen verschwundenbis zur Hälfte der Infektionen ohne Beschwerden; gefährlich für Ungeborene
RingelrötelnRötung von Wangen und Nase, blass um den Mund; später Knötchen und Kringel an Rumpf, Armen und Beinenim Stadium des Ausschlags nicht mehr ansteckend; Schwangere ärztlich beraten lassen
WindpockenFieber, dann juckende Flecken, die zu Bläschen und Krusten werden; alle Stadien gleichzeitig („Sternenhimmel“)ansteckend schon 1 bis 2 Tage vor dem Ausschlag; schwerer bei Neugeborenen, Erwachsenen und Menschen mit geschwächter Abwehr
DreitagefieberSäuglinge und Kleinkinder: 3 bis 5 Tage hohes Fieber, beim Abfiebern kleine rosa Flecken an Rumpf und Nacken, die meist nicht juckenmit Ausschlag und ohne Fieber meist nicht mehr ansteckend
Hand-Fuß-Mund-KrankheitFieber, Halsschmerzen; schmerzhafte Bläschen im Mund, nicht juckende Flecken an Handflächen und Fußsohlen, rund 10 Tagevor allem Kinder unter 10 Jahren; in der Phase des Ausschlags hoch ansteckend
Scharlach (Bakterien)plötzlich hohes Fieber, Halsentzündung, feinfleckiger roter Ausschlag ab dem Oberkörper, Handflächen und Fußsohlen frei, HimbeerzungeAntibiotika verkürzen die Zeit, in der man ansteckend ist

Ein eigenes Bild bietet die Röschenflechte (Pityriasis rosea), die vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betrifft, häufig nach einem Atemwegsinfekt: Zuerst erscheint ein einzelner, runder oder ovaler, schuppender Fleck von zwei bis fünf Zentimetern, etwa 5 bis 15 Tage später folgen viele kleine schuppige Flecken, meist an Brust und Rücken und auf beiden Körperseiten ähnlich verteilt. Sie ist laut NHS nicht ansteckend und heilt meist innerhalb weniger Monate ohne Behandlung ab. Schwangere sollten sie trotzdem ärztlich abklären lassen, weil eine Erkrankung in den ersten 15 Schwangerschaftswochen mit Fehl- und Frühgeburten in Verbindung gebracht wurde.

Weitere Infektionen mit eigenem Ratgeber

  • Gürtelrose: brennende Schmerzen auf einer Körperseite, dann gruppierte Bläschen. Antivirale Tabletten wirken am besten, wenn die Behandlung innerhalb von 72 Stunden beginnt; Bläschen an Stirn, Nase, Auge oder Ohr sind dringend. Siehe Gürtelrose.
  • Hautpilz: Die Ringelflechte am Körper zeigt sich als rosarote, runde Flecken mit erhabenem, schuppigem Rand und hellerer Mitte, die manchmal jucken. Gesichert wird sie über eine kleine Hautabschabung unter dem Mikroskop. Alle Formen erklärt der Ratgeber Hautpilz, an den Füßen hilft Fußpilz behandeln weiter.
  • Lippenherpes: Nach einem Kribbeln oder Spannen entstehen gruppierte Bläschen, meist an der Lippe, die verkrusten und bei sonst gesunden Menschen in ein bis zwei Wochen von selbst abheilen. Siehe Herpes.
  • Borkenflechte: vor allem bei kleinen Kindern, beginnt meist um Mund und Nase; Bläschen platzen rasch und hinterlassen gelbliche Krusten. Siehe Borkenflechte.
  • Krätze: Nach einer Erstansteckung dauert es im Schnitt 2 bis 5 Wochen bis zum juckenden Ausschlag, ansteckend ist man aber schon vorher. Siehe Krätze.
  • Wanderröte nach Zeckenstich: Ein roter Fleck an der Stichstelle, der sich einige Tage bis Wochen nach dem Stich ringförmig auf mehr als fünf Zentimeter ausbreitet, oft mit blasserer Mitte, kann eine Borreliose anzeigen und wird mit Antibiotika behandelt. Eine Rötung direkt nach dem Stich, die nach wenigen Tagen abklingt, ist dagegen eine normale Reaktion. Vorbeugend Antibiotika zu nehmen, ist laut gesund.bund.de nicht sinnvoll.

Sonne und Hitze

Die polymorphe Lichtdermatose zeigt sich Stunden bis Tage nach Sonnenkontakt, meist im Frühjahr und Sommer, mit juckenden roten Flecken, Knötchen oder Bläschen. Ohne weitere Sonne klingt sie laut NHS meist in etwa einer Woche ab, kann aber wiederkommen; konsequenter Sonnenschutz beugt vor. Hitzepickel sind kleine, erhabene Pünktchen von 2 bis 4 Millimetern, manche mit Flüssigkeit gefüllt. Sie entstehen durch starkes Schwitzen, sind nicht ansteckend und bessern sich meist nach einigen Tagen, wenn die Haut kühl bleibt. Manche Medikamente machen die Haut zudem lichtempfindlich, etwa bestimmte Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline, das Entwässerungsmittel Hydrochlorothiazid oder Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR; dann kann schon normale Sonne einen Ausschlag auslösen. Mehr dazu im Ratgeber zur Sonnenallergie.

Hautausschlag bei Kindern und Säuglingen

Bei Kindern stecken meist Viren hinter einem Ausschlag. In einer Untersuchung, die eine Übersichtsarbeit der Bonner Universitäts-Hautklinik zitiert, fanden sich bei 65 von 100 Kindern mit Exanthem infektiöse Ursachen, davon zu drei Vierteln Viren. Die meisten dieser Infekte verlaufen harmlos; laut gesund.bund.de hat nur etwa eines von 100 Kindern mit Fieber eine ernste Erkrankung.

Von Fieber spricht man bei Kindern ab 38,5 Grad, bei Säuglingen unter drei Monaten schon ab 38 Grad. Hat ein Kind Fieber und einen Ausschlag, sollte es laut gesund.bund.de ärztlich angesehen werden; der britische Gesundheitsdienst NHS rät in solchen Fällen zu einem Termin noch am selben Tag. Bei Säuglingen unter drei Monaten reicht schon Fieber ab 38 Grad allein: Lassen Sie das Kind dann sofort ärztlich untersuchen. Die Notfallzeichen weiter oben haben Vorrang: Lassen sich Flecken nicht wegdrücken, ist das Kind kaum ansprechbar oder atmet es schwer, wählen Sie 112.

Einige praktische Punkte:

  • Vorher anrufen: Masern, Windpocken oder Scharlach stecken leicht an; Masernviren können laut gesund.bund.de noch Stunden in einem Raum schweben. Melden Sie sich telefonisch an, damit die Praxis Sie gegebenenfalls getrennt vom Wartezimmer empfängt.
  • Fieber senken nur bei Bedarf: Paracetamol oder Ibuprofen als Saft oder Zäpfchen nach Alter und Gewicht laut Beipackzettel; Acetylsalicylsäure ist für Kinder und Jugendliche ungeeignet.
  • Kita und Schule: Bei Masern dürfen Erkrankte Gemeinschaftseinrichtungen frühestens fünf Tage nach Beginn des Ausschlags wieder besuchen, den genauen Zeitpunkt legt die Ärztin oder der Arzt fest. Kinder mit Ringelröteln sind im Stadium des Ausschlags dagegen nicht mehr ansteckend. Was bei Borkenflechte und Krätze gilt, steht in den jeweiligen Ratgebern.
  • Windeldermatitis: Ein wunder, geröteter Windelbereich klingt mit häufigem Wickeln und milder Reinigung meist nach zwei bis drei Tagen ab. Bessert er sich trotz guter Pflege nach zwei bis drei Tagen nicht oder zeigen sich kleine Pusteln am Rand und in den Hautfalten, kann ein Hefepilz dahinterstecken; dann ist ärztlicher Rat nötig. Siehe Windeldermatitis.

Ausschlag nach einem Medikament

Allergische Reaktionen auf Arzneimittel zeigen sich laut gesund.bund.de entweder schnell, meist innerhalb einer Stunde, mit Rötung, Quaddeln, Juckreiz oder Schwellungen, oder verzögert, meist innerhalb weniger Tage, selten erst nach bis zu zwei Wochen, dann oft mit fleckigem Ausschlag und Fieber. Häufige Auslöser sind Antibiotika, Schmerz- und Rheumamittel, Mittel gegen Epilepsie und Kontrastmittel. Die meisten Arzneimittelausschläge klingen ab, wenn das auslösende Mittel abgesetzt wird.

Nicht jeder Ausschlag unter einem Antibiotikum ist eine Allergie. Beim Pfeifferschen Drüsenfieber zum Beispiel können bestimmte Antibiotika einen Ausschlag auslösen, der mit dem Virusinfekt zusammenhängt. Viele Menschen halten sich auch fälschlich für penicillinallergisch; ein Test bestätigt das häufig nicht. Das ist wichtig, weil Ersatzmittel oft breiter wirken und Resistenzen fördern können. Eine Abklärung beim Allergietest schafft Klarheit.

Selten, aber gefährlich sind zwei schwere Reaktionen:

  • Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (SJS/TEN): Die deutsche S3-Leitlinie von 2024 beschreibt sie als seltene, überwiegend durch Arzneimittel ausgelöste, akute und lebensbedrohliche Erkrankungen von Haut und Schleimhäuten. Pro Jahr erkranken etwa ein bis zwei von einer Million Menschen. Typisch sind zunächst grippeähnliche Beschwerden, dann rote oder violette, oft kokardenförmige Flecken, Blasen, sich ablösende Haut und wunde Schleimhäute; bei Arzneimitteln als Ursache meist ein bis drei Wochen nach Beginn der Einnahme.
  • DRESS (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen): beginnt meist zwei bis acht Wochen nach dem Start eines Medikaments mit hohem Fieber und einem ausgedehnten Ausschlag, oft mit geschwollenem Gesicht und vergrößerten Lymphknoten; innere Organe wie die Leber können beteiligt sein.

Was Sie tun sollten:

  1. Bei Blasen oder Hautablösung mit wunden Schleimhäuten, Atemnot, rasch zunehmender Zungen- oder Rachenschwellung, Kreislaufproblemen oder schwerem Krankheitsgefühl: Notruf 112, Medikamentenpackungen mitnehmen.
  2. Bei Fieber, Gesichtsschwellung oder einem neuen Ausschlag ohne diese Notfallzeichen: noch am selben Tag die verordnende Praxis anrufen, außerhalb der Sprechzeiten 116117. Ob das Medikament abgesetzt oder ersetzt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt; manche Mittel lassen sich nicht ohne Weiteres weglassen.
  3. Alles notieren: Name und Dosis, Beginn der Einnahme, Beginn des Ausschlags. Nennen Sie auch rezeptfreie und pflanzliche Mittel sowie Nahrungsergänzungsmittel.
  4. Nach der Abklärung: Eine bestätigte Arzneimittelallergie gehört in einen Allergiepass, den Sie bei sich tragen.

Was Sie selbst tun können – und was eher schadet

Wenn keine Warnzeichen vorliegen und keiner der oben genannten Gründe für eine Abklärung noch heute zutrifft, können Sie einen milden Ausschlag zunächst beobachten und die Haut entlasten.

Was hilft:

  • Fotografieren Sie den Ausschlag am ersten Tag und im Verlauf. Flüchtige Ausschläge wie Quaddeln sind beim Arzttermin oft schon verschwunden.
  • Kühlen: ein feuchtes, kühles Tuch für bis zu 20 Minuten; nicht bei Kälteurtikaria.
  • Weite Kleidung aus Baumwolle reibt weniger; parfümfreie Waschlotionen und Cremes reizen weniger als parfümierte.
  • Nicht kratzen, lieber tupfen; Kindern die Fingernägel kurz schneiden.
  • Verdächtige Auslöser weglassen: neue Kosmetika, Duftstoffe, Schmuck mit möglichem Nickelanteil. Ärztlich verordnete Medikamente setzen Sie aber nicht eigenmächtig ab.
  • Bei Quaddeln lindern nicht müde machende Antihistaminika aus der Apotheke den Juckreiz; lassen Sie sich dort beraten.
  • Sonnenausschlag oder Hitzepickel: Sonne meiden, Haut kühl halten.

Was eher schadet:

  • Hausmittel mit Kamille, Arnika oder ätherischen Ölen wie Teebaumöl. Sie gehören laut gesund.bund.de selbst zu den Auslösern von Kontaktallergien und können einen gereizten Ausschlag verschlimmern.
  • Kortisoncreme auf Verdacht. Sie kann einen Hautpilz so verändern, dass er schwerer zu erkennen ist, und hilft bei Infektionen nicht gegen die Ursache. Ist die Diagnose gestellt, etwa ein Kontaktekzem, sind Kortisoncremes dagegen oft genau richtig.
  • Antibiotika-Reste aus der Hausapotheke. Antibiotika sollten nur nach ärztlicher Diagnose und Verordnung eingesetzt werden, wenn eine bakterielle Infektion nachgewiesen oder begründet vermutet wird. Bei Viren, Allergien oder Ekzemen helfen sie nicht gegen die Ursache und können Nebenwirkungen sowie Resistenzen fördern.
  • Abwarten trotz Warnzeichen. Fieber mit nicht wegdrückbaren Flecken oder Blasen mit Schleimhautbeteiligung sind keine Fälle für Hausmittel.

Wann zum Arzt – und wie dringend?

Die Notfallzeichen für den Notruf 112 stehen oben. Für alles andere hilft diese Einteilung.

Noch heute in die Haus-, Kinder- oder Hautarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten über 116117:

  • Ausschlag mit Fieber, besonders wenn Sie oder Ihr Kind sich deutlich krank fühlen
  • Säugling unter drei Monaten mit Fieber ab 38 Grad, auch ohne Ausschlag: nicht abwarten, sofort in die Praxis, eine Kinderklinik oder Notaufnahme
  • neuer Ausschlag unter einem kürzlich begonnenen Medikament, ohne Warnzeichen
  • schmerzhafte, heiße, geschwollene Rötung, die sich ausbreitet, etwa am Unterschenkel; kommen hohes Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen oder Verwirrtheit dazu: 112
  • Verdacht auf Gürtelrose, vor allem im Gesicht, am Auge oder am Ohr
  • Neurodermitis, die sich plötzlich verschlechtert, Bläschen, Krusten oder Eiter bildet, schmerzt oder mit Fieber einhergeht; das kann eine bakterielle Infektion oder eine Herpesinfektion der Ekzemhaut sein
  • neuer Ausschlag bei stark geschwächtem Immunsystem, etwa unter Chemotherapie oder Medikamenten, die das Immunsystem dämpfen

In den nächsten Tagen, telefonisch anmelden:

  • neuer Ausschlag in der Schwangerschaft; nach Kontakt mit Masern, Röteln, Ringelröteln oder Windpocken sofort anrufen, denn manche Schutzmaßnahmen wirken nur in den ersten Tagen
  • ringförmige, wachsende Rötung nach einem Zeckenstich
  • Verdacht auf Krätze oder Borkenflechte

Einen regulären Termin in der Hautarztpraxis brauchen Sie, wenn ein Ausschlag

  • trotz Schonung und Weglassen möglicher Auslöser nicht besser wird,
  • immer wiederkommt oder stark juckt und den Schlaf stört,
  • an bestimmten Kontaktstellen auftritt und eine Allergie vermuten lässt,
  • schuppt und ringförmig wächst (Pilz?) oder seit Wochen an derselben Stelle besteht.

Akute Ausschläge mit Fieber sind oft gut in der Haus- oder Kinderarztpraxis aufgehoben. In die Hautarztpraxis gehören vor allem Ausschläge ohne klare Ursache, wiederkehrende und chronische Hauterkrankungen sowie der Verdacht auf Allergie, Pilz oder Krätze.

Diagnostik in der Hautarztpraxis

Am Anfang steht das Gespräch. Gefragt wird nach Beginn und Verlauf, nach Juckreiz oder Schmerzen, nach Fieber, nach neuen Medikamenten, Kosmetika oder Waschmitteln, nach Reisen, Zeckenstichen, Erkrankungen im Umfeld und nach dem Impfstatus. Ihre Fotos aus den ersten Tagen helfen dabei sehr.

Danach sieht sich die Ärztin oder der Arzt die gesamte Haut an, auch Kopfhaut, Nägel und Schleimhäute, und prüft, ob sich Rötungen wegdrücken lassen. Je nach Verdacht folgen gezielte Untersuchungen:

VerdachtUntersuchung
HautpilzHautschuppen vom Rand des Herdes unter dem Mikroskop, bei Bedarf Pilzkultur
KrätzeAuflichtmikroskop (Dermatoskop) oder Mikroskop, um Milbengänge und Milben zu finden
Bakterielle Infektion, z. B. BorkenflechteAbstrich
Virusinfektion, z. B. MasernAbstrich, Urin- oder Blutuntersuchung
Borreliosemeist genügt die Untersuchung der typischen Wanderröte; sonst Blutuntersuchung
KontaktallergieEpikutantest: Testpflaster ein bis zwei Tage auf dem Rücken, Ablesung beim Abnehmen und ein bis zwei Tage später, teils noch ein drittes Mal
Medikamenten- oder Soforttypallergiegezielte Haut- oder Bluttests, siehe Allergietest
Unklarer oder schwerer Ausschlagkleine Gewebeprobe (Biopsie) für die feingewebliche Untersuchung

Nicht immer lässt sich die Ursache sofort klären, gerade bei Arzneimittelreaktionen; auch Tests bringen dort laut gesund.bund.de nicht immer eine eindeutige Antwort. Dann hilft es, den Verlauf zu dokumentieren und die Ergebnisse gemeinsam einzuordnen.

Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?

Gesetzlich Versicherte haben nach § 27 SGB V Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen oder Beschwerden zu lindern. Untersuchung, Abstriche, Allergietests, Gewebeproben und Behandlung eines Hautausschlags fallen darunter, wenn die Ärztin oder der Arzt sie für medizinisch notwendig hält. Bei Arzneimitteln gelten diese Regeln:

LeistungGesetzlich Versicherte
Verschreibungspflichtige Medikamente, z. B. Kortisoncremes, Antibiotika, Mittel gegen VirenKassenrezept; gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen 10 Prozent des Preises zu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Packung, nie mehr als das Mittel kostet; unter 18 Jahren keine Zuzahlung
Rezeptfreie Mittel für Erwachsene, z. B. Antihistaminika, Pilzcremesmeist selbst zu zahlen; Ausnahmen nach der Liste des Gemeinsamen Bundesausschusses, etwa Antihistaminika bei schwerer, wiederkehrender Nesselsucht
Rezeptfreie Mittel für Kinder bis zum 12. Geburtstag (bei Entwicklungsstörungen bis 18)Kasse übernimmt sie, wenn sie ärztlich verordnet sind
Pflegecremes und Kosmetika, die keine Arzneimittel sindin der Regel selbst zu zahlen

Bietet eine Praxis Ihnen eine Leistung privat an, etwa als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), muss sie Sie vorher in Textform über die voraussichtlichen Kosten informieren. gesund.bund.de rät, sich Bedenkzeit zu nehmen; Ihre weitere Behandlung darf nicht davon abhängen, ob Sie die Leistung annehmen. Wird Ihnen für die Abklärung eines Ausschlags eine Privatleistung angeboten, fragen Sie nach, warum sie medizinisch sinnvoll ist und weshalb die Kasse sie nicht übernimmt.

Kosten: Kasse vs. Selbstzahler (IGeL)

Gesetzliche Kasse (GKV): Ärztlich notwendige Untersuchung, Abstriche, Tests und Behandlung zahlt die gesetzliche Kasse; für verschreibungspflichtige Mittel leisten gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren in der Regel die gesetzliche Zuzahlung; rezeptfreie Mittel und Pflegeprodukte zahlen Erwachsene meist selbst.

Richtwerte — die tatsächlichen Kosten legt die Praxis individuell fest.

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Beschreiben Sie einfach, was Sie suchen — Ort, Versicherung, Wünsche. Unsere Suche versteht ganze Sätze.

Beispiele — antippen und Ort ergänzen:

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Die Suche gibt Orientierung — sie stellt keine Diagnose.

Beliebte Städte: Berlin · Hamburg · München · Köln · Frankfurt · Stuttgart · Düsseldorf · Leipzig

Lange Wartezeit als Kassenpatient? So bekommen Sie schneller einen Hautarzttermin – 116117, Dringlichkeitscode, offene Sprechstunde

Häufige Fragen

Verwandte Behandlungen

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.