
Sonnenallergie: Formen, Symptome, Vorbeugung & Behandlung
Was hinter einer Sonnenallergie steckt (meist die polymorphe Lichtdermatose, seltener Mallorca-Akne, lichtempfindlich machende Medikamente, Pflanzen und Duftstoffe oder eine Lichturtikaria), wie Sie sie von Sonnenbrand, Hitzepickeln und Lupus abgrenzen, was akut hilft, wie Lichttests und Lichtgewöhnung beim Hautarzt funktionieren, was Nahrungsergänzungsmittel nach Studienlage bringen, was die Kasse zahlt und wann Sie ärztliche Hilfe oder die 112 brauchen.
Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 21.10.2026
Mit Sonnenallergie ist im Alltag ein stark juckender Ausschlag gemeint, der wenige Stunden bis einige Tage nach den ersten kräftigen Sonnentagen auftritt, typischerweise an Dekolleté, Armen und Handrücken. Meist steckt die polymorphe Lichtdermatose dahinter, die mit Abstand häufigste lichtbedingte Hauterkrankung. Schätzungen für Europa liegen bei 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung, Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Eine Allergie im engeren Sinn ist sie wohl nicht; die genaue Ursache ist ungeklärt. Ohne weitere Sonne heilt der Ausschlag in der Regel innerhalb einiger Tage bis etwa einer Woche ohne Narben ab. Vorbeugen lässt sich mit Sonnenschutz, der vor allem auch UVA abdeckt, und bei starken, jährlich wiederkehrenden Schüben mit einer ärztlich gesteuerten Lichtgewöhnung im Frühjahr. Seltener stecken andere Ursachen dahinter: Medikamente, Pflanzen oder Duftstoffe, die die Haut lichtempfindlich machen, eine Lichturtikaria oder ein Lupus erythematodes. Blasen, starke Schwellungen oder Fieber nach Sonnenkontakt gehören am selben Tag ärztlich angesehen. Quaddeln nach Lichtkontakt zusammen mit Atemnot, Schwellungen im Mund- oder Rachenraum oder Kreislaufproblemen sind ein Fall für den Notruf 112.
Welche „Sonnenallergie“ ist es? Die Formen im Überblick
„Sonnenallergie“ ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern ein Sammelname für verschiedene Hautreaktionen, die durch Licht ausgelöst werden. Ärztinnen und Ärzte sprechen von Lichtdermatosen oder Photodermatosen. Ein erster Anhaltspunkt ist, wie schnell die Haut nach dem Sonnenkontakt reagiert und wie der Ausschlag aussieht:
| Form | Beginn nach dem Sonnenkontakt | Typisches Bild | Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Polymorphe Lichtdermatose | wenige Stunden bis einige Tage | stark juckende Flecken, Knötchen oder Bläschen an Dekolleté, Armen, Handrücken, Oberschenkeln | häufig: 10 bis 20 von 100 Menschen in Mitteleuropa |
| Mallorca-Akne | meist Stunden bis Tage, teils länger | kleine rote Knötchen und Pusteln an Schultern, Brust, Oberarmen, Hals oder Gesicht, kaum Mitesser | keine verlässlichen Zahlen |
| Phototoxische Reaktion (Medikament, Pflanze, Duftstoff) | Stunden bis etwa drei Tage | wie ein starker Sonnenbrand, scharf begrenzt, bei Pflanzen oft streifenförmig; danach häufig dunkle Flecken | häufiger als die photoallergische Reaktion |
| Photoallergische Reaktion | 12 bis 72 Stunden | juckendes Ekzem, kann über die belichteten Stellen hinaus streuen | selten |
| Lichturtikaria | Sekunden bis Minuten | Quaddeln wie nach Brennnesselkontakt, meist nach ein bis zwei Stunden ohne Licht wieder weg | sehr selten: weniger als 1 von 1.000 Urtikariafällen |
| Zum Vergleich: Sonnenbrand | Stunden, Höhepunkt nach 12 bis 36 Stunden | gerötete, heiße, schmerzende Haut, in schweren Fällen Blasen | Folge zu vieler UV-Strahlung, keine Lichtkrankheit |
| Zum Vergleich: Lupus erythematodes | oft erst ein bis drei Wochen später | Ausschlag heilt nur langsam ab, teils mit Gelenkschmerzen und Erschöpfung | eigenständige Autoimmunerkrankung |
Die Zeitangaben sind Richtwerte aus Fachliteratur und Patienteninformationen. Im Einzelfall überschneiden sich die Bilder, und manchmal kommen zwei Formen zusammen vor.
Wann zum Arzt? Warnzeichen und Notfall
Die meisten Sonnenallergien sind lästig, aber harmlos. Bei einigen Zeichen sollten Sie jedoch nicht abwarten.
Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn
- nach Licht- oder Sonnenkontakt Quaddeln auftreten und dazu Atemnot, eine Schwellung von Zunge, Lippen oder Rachen, Schwindel mit Kreislaufproblemen oder ein Kollaps kommen. Das kann bei einer Lichturtikaria eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) sein, wenn große Hautflächen bestrahlt wurden.
- Zeichen eines Hitzschlags auftreten, etwa Verwirrtheit, Koordinationsstörungen, ein Krampfanfall, Bewusstlosigkeit oder sehr hohe Körpertemperatur mit heißer Haut und schneller Atmung. Rufen Sie dann sofort 112 und beginnen Sie mit der Kühlung; die 30-Minuten-Regel gilt nur für leichtere Zeichen einer Hitzeerschöpfung ohne solche Notfallzeichen.
Lassen Sie sich noch am selben Tag ärztlich untersuchen, in der Praxis oder außerhalb der Sprechzeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117, wenn
- die Haut nach der Sonne Blasen wirft oder stark anschwillt,
- Fieber, Frösteln, starke Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe hinzukommen,
- ein Baby oder Kleinkind einen Sonnenbrand oder einen Ausschlag nach Sonne hat,
- nach Pflanzenkontakt oder unter einem neuen Medikament eine flächige, schmerzhafte, verbrennungsähnliche Reaktion entsteht.
Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin in der Hautarztpraxis, wenn
- der Ausschlag nach etwa einer Woche ohne Sonne nicht besser wird oder schlimmer wird,
- er zum ersten Mal auftritt und Sie die Ursache nicht kennen,
- Quaddeln schon wenige Minuten nach Licht entstehen, auch ohne Atemnot,
- zusätzlich Gelenk- oder Muskelschmerzen oder eine ungewöhnliche Erschöpfung bestehen,
- der Ausschlag erst ein bis drei Wochen nach der Sonne beginnt oder wochenlang bleibt,
- Sie jedes Frühjahr starke Schübe haben und vorbeugen möchten.
Nehmen Sie Medikamente ein, die als Auslöser infrage kommen, setzen Sie diese bitte nicht eigenmächtig ab. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Polymorphe Lichtdermatose: die häufigste Form
„Polymorph“ heißt vielgestaltig. Der Ausschlag kann aus fleckigen Rötungen, kleinen Knötchen, Bläschen, quaddelartigen Erhebungen oder größeren Herden bestehen. Bei ein und derselben Person sieht er aber fast immer gleich aus, Jahr für Jahr. Das Leitsymptom ist starker Juckreiz, manchmal auch Brennen. Zuerst zeigen sich meist juckende Rötungen, aus denen sich dann die eigentlichen Hautveränderungen entwickeln.
Betroffen sind vor allem Hautstellen, die im Winter bedeckt waren: Hals und Dekolleté, Oberarme, Handrücken, Oberschenkel, manchmal die seitlichen Gesichtspartien. Das übrige Gesicht ist seltener betroffen, vermutlich weil es das ganze Jahr über an Licht gewöhnt ist. Hochsaison ist bei uns von März bis Juni. Viele Betroffene entwickeln im Laufe des Sommers einen Gewöhnungseffekt und vertragen später mehr Sonne. Deshalb tritt der Ausschlag eher nach den ersten intensiven Sonnentagen auf als im Hochsommer, außerhalb der Saison auch bei Fernreisen in sonnige Länder.
Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr, kommt aber in jedem Alter vor, auch bei Kindern. In unseren Breiten sind Frauen weit häufiger betroffen. Eine Metaanalyse von 2023 kam weltweit auf eine gepoolte Häufigkeit von etwa 10 Prozent, mit großen Unterschieden zwischen den Ländern: von unter 1 Prozent in China bis gut 21 Prozent in Irland. Je weiter ein Land vom Äquator entfernt liegt, desto häufiger war die Lichtdermatose dort.
Bei rund 90 von 100 Betroffenen löst vor allem UVA-Strahlung den Ausschlag aus, seltener UVB. Das ist wichtig für den Sonnenschutz, denn UVA dringt auch durch Fensterscheiben im Auto oder in der Wohnung. Wodurch die Reaktion genau entsteht, ist nicht geklärt. Diskutiert werden eine Abwehrreaktion gegen Stoffe, die das Licht in der Haut verändert, und eine Schädigung durch freie Radikale. Bewiesen ist beides nicht.
Ohne weitere Sonne heilen die Hautveränderungen innerhalb einiger Tage ohne Narben ab; der britische Gesundheitsdienst NHS nennt etwa eine Woche. Wer weiter in die Sonne geht, verlängert den Schub. Die Lichtdermatose kann über Jahre wiederkehren, bessert sich aber bei vielen Menschen im Laufe des Lebens oder verschwindet ganz. In einen Lupus erythematodes geht sie nach heutigem Wissen praktisch nie über.
Mallorca-Akne: Knötchen nach dem Urlaub
Die Mallorca-Akne (Acne aestivalis) wurde 1972 bei einer Gruppe meist junger Frauen zwischen 20 und 40 Jahren beschrieben, die vorher keine Akne hatten. Eine Übersichtsarbeit von 2026 schlägt vor, sie mit verwandten Krankheitsbildern unter dem Begriff aktinische Follikulitis zusammenzufassen, also einer lichtbedingten Entzündung der Haarbälge. Mit der gewöhnlichen Akne hat sie wenig zu tun: Es entstehen kleine, rundliche rote Knötchen und Pusteln an Schultern, Brust, oberem Rücken, Oberarmen, Hals oder Gesicht, Mitesser sind selten. Manche Betroffene spüren leichten Juckreiz.
Als mögliche begünstigende Faktoren werden fettreiche Sonnenschutz- und Pflegeprodukte, viel Talg sowie Hitze und Schwitzen diskutiert. Gesichert ist das nicht: In der ersten beschriebenen Gruppe hatte niemand Sonnencreme benutzt. Behandelt wird mit äußerlichen Mitteln, wie sie auch bei Akne eingesetzt werden, etwa Wirkstoffen aus der Gruppe der Retinoide oder Benzoylperoxid. Die Abheilung dauert je nach Fall Tage bis Monate, Rückfälle sind häufig. Vorbeugend werden oft fett- und emulgatorarme Sonnenschutz-Gele empfohlen; Studien dazu gibt es kaum. Wie sich die Mallorca-Akne von echter Akne unterscheidet, lesen Sie im Ratgeber zur Aknebehandlung.
Wenn Medikamente, Pflanzen oder Duftstoffe die Haut lichtempfindlich machen
Manche Stoffe machen die Haut so empfindlich, dass schon eine sonst harmlose Menge Sonne eine Reaktion auslöst. Fachleute unterscheiden zwei Wege, die sich in der Praxis allerdings oft überschneiden:
- Phototoxisch: Der Stoff wird durch Licht aktiviert und schädigt die Haut direkt, ohne Beteiligung des Immunsystems. Das kann bei ausreichender Menge von Stoff und Licht jeden treffen. Die Reaktion sieht aus wie ein heftiger Sonnenbrand mit Rötung, Schwellung, Bläschen oder Blasen, ist scharf auf die belichtete Haut begrenzt und hinterlässt oft für längere Zeit dunkle Flecken. Phototoxische Reaktionen sind deutlich häufiger als photoallergische.
- Photoallergisch: Erst durch das Licht wird der Stoff zum Allergen, und nur wer zuvor sensibilisiert wurde, reagiert. Es entsteht ein juckendes Ekzem, meist 12 bis 72 Stunden nach dem Kontakt, das später auch auf nicht belichtete Stellen übergreifen kann. Eine einmal erworbene Photoallergie bleibt in der Regel lebenslang bestehen. Photokontaktallergien machen nur etwa 1 bis 2 Prozent aller Kontaktallergien aus.
Bekannt sind heute mehr als 400 Stoffe, die die Haut lichtempfindlich machen können. Die wichtigste Maßnahme ist in beiden Fällen, den Auslöser zu finden und zu meiden.
Medikamente
Die S1-Leitlinie zur UV-Therapie (Stand Januar 2026) nennt eine Reihe von Wirkstoffen, für deren lichtsensibilisierende Wirkung es besonders viele Belege gibt. Die meisten wirken im UVA-Bereich, also auch hinter Fensterglas. Eine Auswahl:
| Gruppe | Beispiele (Wirkstoffe) |
|---|---|
| Entwässerungs- und Blutdruckmittel | Hydrochlorothiazid, Furosemid |
| Herzrhythmusmittel | Amiodaron |
| Schmerz- und Rheumamittel (NSAR) | Naproxen, Piroxicam, Ketoprofen (auch als Gel), Tiaprofensäure |
| Antibiotika | Doxycyclin und andere Tetrazykline, Ciprofloxacin und andere Fluorchinolone, Sulfonamide |
| Mittel gegen Pilzinfektionen | Voriconazol, Griseofulvin |
| Weitere | Chinin, Methotrexat, Fenofibrat, Promethazin, einige Krebsmedikamente wie Vemurafenib |
| Pflanzliche Arzneimittel | Johanniskraut |
Zu einigen Wirkstoffen gibt es behördliche Hinweise:
- Hydrochlorothiazid, ein häufig verordnetes Mittel gegen Bluthochdruck, wurde in großen dänischen Registerstudien mit einem erhöhten Risiko für weißen Hautkrebs in Verbindung gebracht, das mit der eingenommenen Gesamtmenge steigt. Als möglicher Mechanismus gilt die lichtsensibilisierende Wirkung. Ein Rote-Hand-Brief von 2018 rät deshalb, Sonne und UV-Strahlung zu begrenzen, sich angemessen zu schützen und die Haut regelmäßig auf Veränderungen zu kontrollieren.
- Ketoprofen als Gel oder Creme kann sehr selten schwere Photoallergien auslösen; die EMA schätzte das Risiko 2010 auf etwa 1 Fall pro 1 Million Behandelte. Sie empfahl, solche Präparate nur auf ärztliche Verordnung abzugeben und die behandelten Stellen während der gesamten Anwendung und noch zwei Wochen danach vor Sonne zu schützen. Außerdem ist eine Kreuzreaktion mit dem UV-Filter Octocrylen möglich, der in manchen Sonnenschutzmitteln steckt.
- Johanniskraut: Laut EU-Monografie von 2022 sollte während der Einnahme intensive UV-Strahlung gemieden werden. Hellhäutige Menschen können unter starker Sonne mit Kribbeln, Brennen und verstärkten sonnenbrandähnlichen Beschwerden reagieren.
Tetrazykline können außerdem eine lichtbedingte Ablösung der Nägel verursachen, Amiodaron eine schiefergraue, meist bleibende Verfärbung der Haut. Ob ein Medikament die Haut lichtempfindlich macht, steht in der Regel in der Packungsbeilage. Brechen Sie eine Behandlung trotzdem nicht auf eigene Faust ab; oft genügt konsequenter Sonnenschutz, manchmal gibt es eine Alternative.
Pflanzen: Wiesengräserdermatitis
Viele Pflanzen enthalten Furocumarine, die unter UVA-Licht phototoxisch wirken. Typische Auslöser sind Doldenblütler wie Riesen-Bärenklau, Pastinake und Sellerie, außerdem Weinraute, Feige sowie Limetten und andere Zitrusfrüchte. Klassisch ist die Wiesengräserdermatitis: Nach dem Liegen im Gras, nach Gartenarbeit oder dem Saft einer frisch gepressten Limette entstehen 24 bis 48 Stunden später, manchmal erst nach zwei bis drei Tagen, streifenförmige, scharf begrenzte Rötungen, Bläschen oder Blasen. Sie brennen und schmerzen eher, als dass sie jucken, und zeichnen oft genau die Abstreifspur der Pflanze oder Spritzer des Safts nach. Danach bleiben häufig bräunliche Streifen, die Monate sichtbar sein können.
Haben Sie Pflanzensaft auf die Haut bekommen, waschen Sie die Stelle gründlich ab und halten Sie sie in den nächsten Tagen von der Sonne fern. Beim Arbeiten mit Riesen-Bärenklau schützen lange Ärmel und Handschuhe. Großflächige Blasen nach Pflanzenkontakt gehören ärztlich behandelt.
Duftstoffe und Sonnenschutzmittel
Auch Parfüms und Kosmetika mit ätherischen Ölen können phototoxisch wirken, vor allem Bergamotteöl, das reich an Furocumarinen ist. Typisch sind bräunliche Streifen am Hals, dort, wo das Parfüm aufgesprüht wurde. Ausgerechnet Sonnenschutzmittel können ebenfalls Auslöser sein: Einige UV-Filter wirken als Photoallergen. In europäischen Testreihen gehörten unter den UV-Filtern Benzophenon-3 (Oxybenzon), Avobenzon und Octocrylen zu den häufiger gefundenen; insgesamt sind solche Allergien aber selten. Wer nach dem Eincremen und Sonnenbaden ein juckendes Ekzem bekommt, sollte das allergologisch abklären lassen, statt nur die Marke zu wechseln.
Lichturtikaria: selten, aber ernst zu nehmen
Bei der Lichturtikaria (Urticaria solaris) entstehen schon Sekunden bis wenige Minuten nach dem Licht juckende Quaddeln wie nach Kontakt mit Brennnesseln. Ohne Licht verschwinden sie meist nach ein bis zwei Stunden. Die meisten Betroffenen reagieren auf UVA und sichtbares Licht; deshalb kann auch dünne Kleidung zu wenig schützen, und selbst Kunstlicht kann Beschwerden machen. Die Lichturtikaria ist selten: Sie macht weniger als einen von 1.000 Urtikariafällen aus. Werden große Hautflächen auf einmal bestrahlt, können Atemnot, Schwindel, Übelkeit und im Extremfall ein anaphylaktischer Schock folgen. Dann gilt: sofort 112.
Medizinisch zählt die Lichturtikaria zu den chronisch induzierbaren Formen der Nesselsucht. Behandelt wird sie nach dem Stufenschema der Urtikaria, das im Ratgeber Nesselsucht beschrieben ist. Antihistaminika allein reichen oft nicht aus. Eine Gewöhnung an das Licht unter ärztlicher Kontrolle ist möglich, hält aber nur wenige Tage an und muss deshalb fortgeführt werden. Bei schweren Formen kann eine PUVA-Therapie längere beschwerdefreie Phasen von zwei bis drei Wochen ermöglichen. Der Antikörper Omalizumab hat in Berichten geholfen, wird bei dieser Form aber außerhalb der Zulassung eingesetzt. Das Ziel ist laut internationaler Leitlinie nicht, das Haus nicht mehr zu verlassen: Wer weiß, welcher Wellenlängenbereich die Quaddeln auslöst, kann Sonnenschutz und Leuchtmittel gezielter auswählen.
Sonnenbrand, Hitzepickel oder Lupus? So grenzen Sie ab
Sonnenbrand ist keine Allergie, sondern eine Entzündung durch zu viel UV-Strahlung, vor allem UVB. Die Haut ist gerötet, heiß und schmerzt eher, als dass sie juckt; der Höhepunkt ist laut Bundesamt für Strahlenschutz nach 12 bis 36 Stunden erreicht, nach einigen Tagen schält sie sich. Die Rötung betrifft die Hautflächen, die ungeschützt in der Sonne waren. Schwere Sonnenbrände bilden Blasen.
Hitzepickel entstehen durch Schwitzen bei Hitze, nicht durch das Licht. Typisch sind winzige, leicht erhabene Punkte, laut NHS etwa 2 bis 4 Millimeter groß und teils mit Flüssigkeit gefüllt. Sie prickeln oder jucken und können überall auftreten, auch unter der Kleidung. Bleibt die Haut kühl, gehen sie in der Regel innerhalb weniger Tage zurück. Weil sie einer Lichtdermatose ähneln können, hilft die Frage: Kam der Ausschlag nach Sonne auf unbedeckter Haut oder nach Schwitzen, etwa unter enger Kleidung? Mehr zu Hitzepickeln und anderen Ausschlägen im Ratgeber Hautausschlag.
Der Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Haut oft sehr lichtempfindlich ist. Er ist die wichtigste Erkrankung, die von der polymorphen Lichtdermatose abgegrenzt werden muss. Hellhörig werden sollten Sie, wenn
- der Ausschlag erst ein bis drei Wochen nach der Sonne erscheint und nur langsam abheilt,
- er wochenlang bleibt, statt nach einigen Tagen ohne Sonne zu verschwinden,
- im Gesicht eine Rötung über Nase und Wangen entsteht,
- Gelenk- und Muskelschmerzen, eine ungewöhnliche Erschöpfung, Fieber, Mundgeschwüre oder vermehrter Haarausfall hinzukommen.
Eine dermatologische Faustregel bringt den Unterschied auf den Punkt: Die Lichtdermatose bekommt man im Urlaub, den Lupus bringt man mit nach Hause. Klarheit schaffen eine Gewebeprobe, Blutuntersuchungen auf bestimmte Antikörper und, wenn nötig, ein standardisierter Lichttest. Ein Lupus gehört in fachärztliche Betreuung, je nach Befund dermatologisch und rheumatologisch.
Diagnose beim Hautarzt
Oft genügen das Gespräch und der Blick auf die Haut. Weil der Ausschlag beim Termin häufig schon abgeklungen ist, helfen Fotos vom Schub. Bringen Sie außerdem eine Liste aller Medikamente mit, auch pflanzlicher Mittel und Nahrungsergänzungsmittel, sowie die Namen der Cremes und Sonnenschutzmittel, die Sie verwendet haben. Gefragt wird, wann der Ausschlag nach der Sonne begann, wie lange er blieb, wo er saß und ob er schon früher auftrat.
Bleibt die Ursache unklar, gibt es verschiedene Lichttests:
- Lichttreppe: Kleine Hautfelder an einer sonst bedeckten Stelle werden mit steigenden UV-Dosen bestrahlt, um die Dosis zu bestimmen, ab der die Haut rot wird (minimale Erythemdosis). Das zeigt, ob die Haut ungewöhnlich empfindlich reagiert, und dient vor einer Lichttherapie als Ausgangswert.
- Photoprovokation: Ein Testareal, etwa am Rücken, wird meist an drei Tagen hintereinander mit UVA und UVB bestrahlt, um den typischen Ausschlag gezielt auszulösen. So lässt sich die Diagnose sichern und der auslösende Wellenlängenbereich bestimmen. Bei einem Lupus erscheinen die Hautveränderungen dabei deutlich später als bei der Lichtdermatose.
- Photopatchtest: Bei Verdacht auf eine Lichtallergie werden zwei gleiche Reihen mit Testsubstanzen auf den Rücken geklebt. Nach einem oder zwei Tagen wird eine Reihe mit UV-Licht bestrahlt, die andere bleibt abgedeckt. Reagiert nur die bestrahlte Seite, spricht das für eine Photoallergie. Abgelesen wird über mehrere Tage. Mehr zum Ablauf von Hauttests im Ratgeber Allergietest.
- Lichturtikaria-Test: Die Haut wird kurz mit Licht unterschiedlicher Wellenlängen bestrahlt; die Quaddeln zeigen sich innerhalb von Minuten. Gleichzeitig wird die Schwelle bestimmt, ab der sie auftreten.
Nicht jede Hautarztpraxis hat die Geräte für alle Lichttests. Spezialisierte Lichtsprechstunden gibt es an einigen Hautkliniken; auch allergologisch ausgerichtete Praxen sind gute Anlaufstellen, mehr dazu im Ratgeber Allergologie. Bei Verdacht auf einen Lupus kommen Blutuntersuchungen und eine Gewebeprobe hinzu.
Was hilft akut?
Der wichtigste Schritt ist einfach: raus aus der Sonne und die betroffene Haut bedecken. Ohne weiteres Licht klingt eine polymorphe Lichtdermatose von selbst ab. Was die Beschwerden bis dahin lindert:
- Kühlen: Kühle, feuchte Tücher oder eine kühle Dusche lindern Juckreiz und Hitzegefühl. Eis gehört nicht direkt auf die Haut. Belastbare Studien zu Hausmitteln wie Quark oder Essig gibt es nach unserer Recherche nicht.
- Kortisoncreme, kurzzeitig: Äußerlich angewendetes Kortison beschleunigt laut Fachliteratur die Abheilung. Hydrocortison-Cremes bis 0,5 Prozent sind in kleinen Packungen rezeptfrei erhältlich. Die stärkere dieser Varianten ist ausdrücklich nur für eine kurze Anwendung von höchstens zwei Wochen vorgesehen, und alle sind laut Kennzeichnung für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren bestimmt. Stärkere Präparate verordnet die Ärztin oder der Arzt.
- Antihistaminika: Tabletten gegen Juckreiz können etwas Erleichterung bringen. Fachleute warnen aber davor, ihre Wirkung bei der Lichtdermatose zu überschätzen. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, besonders wenn Sie danach Auto fahren müssen.
- Blasen nicht öffnen und nicht kratzen.
- Schwere Schübe: Bei ausgeprägten Beschwerden können Kortisontabletten für kurze Zeit nötig sein. Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Bei einer phototoxischen Reaktion wird behandelt wie bei einem Sonnenbrand: kühlen, die Haut aus der Sonne halten und bei Blasen ärztlich versorgen lassen. Entscheidend ist, den Auslöser zu finden. Die dunklen Flecken, die danach oft bleiben, verblassen meist langsam über Monate, gelegentlich bleiben sie dauerhaft; konsequenter, duftstofffreier Sonnenschutz ist in dieser Zeit besonders wichtig. Eine photoallergische Reaktion wird wie ein Kontaktekzem behandelt, meist mit Kortisoncremes, und der auslösende Stoff wird künftig gemieden.
Vorbeugen: Sonnenschutz, Lichtgewöhnung, Nahrungsergänzung
Sonnenschutz, der auch UVA abdeckt
Weil die meisten Schübe durch UVA ausgelöst werden, reicht ein hoher Lichtschutzfaktor allein nicht: Er beschreibt vor allem den Schutz gegen UVB. Achten Sie auf ein Produkt mit ausgewiesenem UVA-Schutz. Nach einer Empfehlung der EU-Kommission soll der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors erreichen.
- Lichtschutzfaktor: Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt mindestens 30 und für UV-empfindliche Menschen sowie Kinder einen sehr hohen Schutz (50+).
- Richtig auftragen: etwa eine halbe Stunde vor dem Rausgehen, großzügig, und mehrmals täglich nachcremen, vor allem nach dem Baden. Nachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht.
- Duftstofffrei ist sinnvoll, wenn Sie zu Lichtallergien oder phototoxischen Reaktionen neigen.
- Kleidung und Schatten: Langärmelige Oberteile, lange Hosen und ein Hut halten einen Großteil der Strahlung ab; spezielle UV-Schutzkleidung lässt kaum etwas durch. Ab einem UV-Index von 3 rät das Bundesamt für Strahlenschutz, mittags den Schatten zu suchen.
- Fensterglas: UVA dringt durch Auto- und Fensterscheiben. Wer sehr empfindlich ist, braucht auch hinter Glas Schutz.
Allerdings: Bei sehr niedriger UVA-Schwelle lassen sich Schübe auch mit starken UVA-Filtern nicht immer verhindern. Sonnencremes mit zugesetzten Antioxidantien wurden vor allem in Studien von Herstellern untersucht; die Ergebnisse waren positiv, unabhängige Bestätigungen fehlen weitgehend.
Lichtgewöhnung beim Hautarzt („Light Hardening“)
Den natürlichen Gewöhnungseffekt des Sommers kann man in der Hautarztpraxis vorwegnehmen. Bei dieser Lichtgewöhnung, auch UV-Hardening genannt, wird die Haut vor der sonnenreichen Zeit mit langsam steigenden UV-Dosen bestrahlt. Die AWMF-S1-Leitlinie „Empfehlungen zur UV-Therapie und Photochemotherapie“ (Stand Januar 2026, gültig bis 2031) empfiehlt dafür als erste Wahl Schmalband-UVB (311 nm), in der Regel mit drei bis fünf Sitzungen pro Woche, insgesamt rund vier Wochen lang vor dem Sommer. Die Serie wird jedes Frühjahr wiederholt. Damit der Effekt anhält, sollte die Haut im Sommer danach regelmäßig, vorsichtig Sonne bekommen.
Zur Wirksamkeit gibt es vor allem ältere und kleinere Studien. In der einzigen randomisierten Vergleichsstudie schnitten Schmalband-UVB und PUVA, eine Kombination aus einem lichtsensibilisierenden Wirkstoff und UVA, ähnlich gut ab. In einer Auswertung über zehn Jahre mit 170 Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Lichtdermatose zeigte sich bei 88 Prozent nach PUVA und bei 89 Prozent nach UVB eine gute oder mäßige Besserung. Die Leitlinie bevorzugt UVB, weil das Hautkrebsrisiko geringer ist als bei PUVA, die Nebenwirkungen des bei PUVA eingenommenen Wirkstoffs entfallen und nach der Behandlung kein Augenschutz getragen werden muss. PUVA oder Breitband-UVB kommen infrage, wenn Schmalband-UVB nicht verfügbar ist oder nicht geholfen hat.
Zwei Dinge sollten Sie wissen. Erstens kann die Bestrahlung selbst einen Schub auslösen; in einer Auswertung passierte das bei etwa jeder fünften behandelten Person. Dann wird die Dosis langsamer gesteigert. Zweitens trägt jede Bestrahlung zur lebenslangen UV-Belastung bei, die langfristig Hautalterung, aktinische Keratosen und weißen Hautkrebs begünstigen kann. Die Lichtgewöhnung lohnt sich deshalb vor allem bei häufigen, belastenden Schüben. Bei Lichturtikaria und anderen seltenen Lichtkrankheiten sollte sie laut Leitlinie nach gründlicher Lichtdiagnostik in spezialisierten Zentren erfolgen. Wie eine Lichttherapie abläuft, beschreibt der Ratgeber Lichttherapie.
Kein Solarium: Vorbeugende Bestrahlungen gehören unter fachärztliche Aufsicht. Vorbräunen im Solarium erhöht laut Bundesamt für Strahlenschutz den Eigenschutz der Haut nicht nennenswert und schützt nicht vor Sonnenbrand. Ob eine selbst gesteuerte, langsame Gewöhnung an die Frühjahrssonne hilft, ist offen; belastbare Studien dazu haben wir nicht gefunden. Wer es versucht, sollte mit sehr kurzen Zeiten beginnen und Sonnenbrand unbedingt vermeiden.
Beta-Carotin, Nicotinamid & Co.: was die Studien zeigen
Viele Mittel werden zur Vorbeugung beworben. Der Allergieinformationsdienst hält fest, dass ein klarer wissenschaftlicher Beweis für ihren Nutzen fehlt. Eine systematische Übersicht von 2025 sieht bei einigen Stoffen Hinweise auf einen Lichtschutz von innen, betont aber, dass die Studien klein und kurz sind. Für die polymorphe Lichtdermatose sieht die Studienlage so aus:
| Mittel | Was Studien zeigen | Zu beachten |
|---|---|---|
| Beta-Carotin | Ältere kleine Studien mit gemischten Ergebnissen; in einem Vergleich von 1979 wurden 9 von 10 Menschen mit PUVA beschwerdefrei, mit Beta-Carotin 6 von 19 | Arzneimittel mit mehr als 20 mg pro Tag dürfen starke Raucherinnen und Raucher laut BfArM nicht einnehmen (höheres Lungenkrebsrisiko in Studien) |
| Lycopin, Beta-Carotin und Milchsäurebakterien kombiniert | Eine Studie mit 60 Personen: nach einer Testbestrahlung weniger Ausschlag, nach der zweiten kein Unterschied mehr zu Placebo | Effekt klein und unsicher |
| Nicotinamid (Vitamin B3) | Pilotstudie 1986 mit 42 Personen und 3 g täglich ohne Vergleichsgruppe positiv; Studie 1988 mit 14 Personen ohne Wirkung im Lichttest | Hohe Dosen nur nach ärztlicher Rücksprache |
| Farnextrakt (Polypodium leucotomos) | Offene Studie ohne Vergleichsgruppe mit 35 Personen: bei 30 Prozent ließ sich danach mit UVA kein Ausschlag mehr auslösen | Ohne Kontrollgruppe kaum zu bewerten |
| Omega-3-Fettsäuren (Fischöl) | Kleine Studie mit 13 Personen: nach drei Monaten geringere Empfindlichkeit im Lichttest | Nicht bestätigt |
Wer ein solches Mittel ausprobieren möchte, sollte es nicht als Ersatz für Sonnenschutz verstehen und die Einnahme bei Vorerkrankungen oder Dauermedikation ärztlich besprechen.
Sonnenallergie bei Kindern
Auch Kinder können eine polymorphe Lichtdermatose bekommen. Eine besondere Form zeigt sich mit juckenden Bläschen an den Ohren und wird als „juvenile spring eruption“ bezeichnet. Kinderhaut ist empfindlicher als die von Erwachsenen, und Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko für schwarzen Hautkrebs um das Zwei- bis Dreifache. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät deshalb:
- Säuglinge gehören nicht in die direkte Sonne: Schatten suchen, sonnengerecht anziehen. Im ersten Lebensjahr sollte auf Sonnencreme verzichtet werden.
- Ältere Kinder brauchen konsequenten Schutz mit Kleidung, Kopfbedeckung, die auch Ohren und Nacken bedeckt, und Sonnencreme mit sehr hohem Schutz.
Hat ein Baby oder Kleinkind einen Sonnenbrand oder einen Ausschlag nach Sonne, lassen Sie es am selben Tag ärztlich ansehen. Fachärztlich abklären sollten Sie außerdem Blasen, die mit Narben abheilen, einen juckenden Ausschlag, der auch bedeckte Haut und die Lippen betrifft und monatelang anhält, sowie brennende Schmerzen schon nach kurzer Zeit in der Sonne, ohne dass ein juckender Ausschlag entsteht. Dahinter können seltene Lichtkrankheiten oder eine Stoffwechselerkrankung wie die erythropoetische Protoporphyrie stecken.
Rezeptfreie Hydrocortison-Cremes sind laut Kennzeichnung erst ab sechs Jahren vorgesehen; für jüngere Kinder fragen Sie in der Kinder- oder Hautarztpraxis. Eine Lichtgewöhnung ist bei Kindern laut Leitlinie etwa ab sechs Jahren technisch möglich, vor dem Teenageralter aber nur nach strenger Abwägung.
Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?
| Leistung | Wer zahlt? |
|---|---|
| Untersuchung und photodiagnostische Tests bei medizinischem Anlass | Ob und wie die Leistung zulasten der GKV abgerechnet werden kann, vorab mit Praxis und Kasse klären; für den Photopatchtest ist hier keine eindeutige eigene EBM-Position belegt |
| Ärztlich begründete Lichtgewöhnung mit UVB oder PUVA in der Hautarztpraxis | EBM-Positionen für Phototherapie belegen nicht automatisch die Kostenübernahme in jedem Einzelfall; Praxis und Kasse vorab fragen |
| Verschreibungspflichtige Kortisoncremes oder -tabletten | Gesetzliche Kasse; gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen 10 Prozent Zuzahlung, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Mittel |
| Rezeptfreie Kortisoncremes und Antihistaminika | Erwachsene meist selbst; für Kinder bis zum 12. Geburtstag zahlt die Kasse, wenn sie ärztlich verordnet werden; bei schwerer, wiederkehrender Lichturtikaria ist ein Kassenrezept für Antihistaminika möglich |
| Sonnenschutzmittel, UV-Schutzkleidung, Nahrungsergänzungsmittel | Selbst |
Im Leistungsverzeichnis der Kassenärzte (EBM) sind unter anderem die Bestimmung der Erythemschwelle, also die Lichttreppe, sowie die Phototherapie und die Photochemotherapie je Sitzung als eigene Leistungen aufgeführt. Rezeptfreie Arzneimittel sind für Erwachsene nach § 34 SGB V grundsätzlich von der Kassenerstattung ausgeschlossen; Antihistaminika lässt der Gemeinsame Bundesausschuss unter anderem zur Behandlung schwerer, wiederkehrender Urtikaria als Ausnahme zu. Sonnenschutzmittel gelten rechtlich als Kosmetika und werden in aller Regel nicht erstattet. Privat Versicherte rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte ab; was erstattet wird, hängt vom Tarif ab. Einen belastbaren Pauschalpreis für Selbstzahler gibt es nicht.
Kosten: Kasse vs. Selbstzahler (IGeL)
Gesetzliche Kasse (GKV): Medizinisch notwendige Untersuchung und bestimmte photodiagnostische oder phototherapeutische Leistungen können zulasten der gesetzlichen Kasse abgerechnet werden. Ob Lichttest, Photopatchtest oder Lichtgewöhnung im konkreten Fall umfasst sind, sollten Sie vorab mit Praxis und Kasse klären. Rezeptfreie Cremes und Antihistaminika zahlen Erwachsene meist selbst, ebenso übliche Sonnenschutzmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Für verordnete Arzneimittel zahlen gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren die gesetzliche Zuzahlung.
Richtwerte — die tatsächlichen Kosten legt die Praxis individuell fest.
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Häufige Fragen
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Quellen
- Lehmann P, Schwarz T: Lichtdermatosen: Diagnostik und Therapie. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(9): 135–41 (abgerufen 2026-10-21)
- AWMF S1-Leitlinie Empfehlungen zur UV-Therapie und Photochemotherapie (013-029), Version 5.0, Stand 09.01.2026 (abgerufen 2026-10-21)
- Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich): Sonnenallergie und andere photoallergische Reaktionen (Stand 23.04.2018) (abgerufen 2026-10-21)
- Bundesamt für Strahlenschutz: Akute Schädigungen der Haut durch UV-Strahlung (Stand 04.08.2026) (abgerufen 2026-10-21)
- Bundesamt für Strahlenschutz: Tipps zum UV-Schutz (Stand 04.08.2026) (abgerufen 2026-10-21)
- Bundesamt für Strahlenschutz: Ist bei Kindern besondere Vorsicht geboten? (UV-Schutz) (abgerufen 2026-10-21)
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.