Von oben fotografierter flacher, salbeigrüner Keramikteller, dessen Bruchstellen mit feinen, verzweigten Goldlinien gekittet sind, auf einem zerknitterten dunkelgrauen Leinentuch
Illustration (KI-generiert): Keramikteller, dessen Bruchstellen nach japanischer Kintsugi-Art mit Gold gekittet wurden.

Keloid (Wulstnarbe): Ursachen, Behandlung, Rückfallrisiko und Kosten

Was ein Keloid von einer hypertrophen Narbe unterscheidet, wer dazu neigt und wo Keloide typischerweise entstehen, wie sie nach der deutschen Leitlinie behandelt werden – Kortison-Spritze, Vereisung, 5-Fluorouracil, Laser, Operation nur mit Nachbehandlung, Bestrahlung, Druckclips am Ohr –, wie oft sie wiederkommen, was die Kasse zahlt und wann ein Knoten ärztlich abgeklärt werden sollte.

Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 22.10.2026

Ein Keloid ist eine nicht ansteckende, gutartige, überschießende Narbe, die über die Grenzen der ursprünglichen Wunde hinaus in die gesunde Haut wächst und sich nicht von selbst zurückbildet. Umgangssprachlich heißt es auch Wulstnarbe oder Narbenwucherung. Keloide entstehen bevorzugt am Ohrläppchen, am Brustbein, an Schultern, Oberarmen und im Nacken, oft nach Piercings, entzündeter Akne oder Operationen, manchmal nach Verletzungen, die kaum jemand bemerkt hat.

Ein Keloid lässt sich meist flacher, weicher und beschwerdeärmer machen; dauerhaft beseitigen lässt es sich oft nicht, und Rückfälle sind häufig. Standardbehandlung sind Kortison-Injektionen direkt in das Keloid, häufig kombiniert mit Vereisung. Herausschneiden allein ist keine Lösung: Laut Leitlinie kommen Keloide danach in 45 bis 100 Prozent der Fälle wieder, oft größer als vorher. Eine Operation kommt deshalb nur mit geplanter Nachbehandlung infrage, etwa mit Kortison, Druck oder einer Bestrahlung.

Grundlage dieses Ratgebers ist die deutsche S2k-Leitlinie „Therapie pathologischer Narben (hypertrophe Narben und Keloide)" unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (Update 2020, veröffentlicht 2021 im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft). Laut dieser Veröffentlichung war sie bis Ende 2024 gültig; sie ist also abgelaufen. Eine neuere Fassung haben wir bei unserer Recherche im Oktober 2026 nicht gefunden. Ihre Empfehlungen beruhen auf einem Konsens von Fachleuten nach einer nicht systematischen Literaturrecherche. Wir ergänzen sie deshalb um Übersichtsarbeiten und Studien, besonders zu Rückfallraten. Allgemeines zu Narbenarten und zur Narbenbehandlung steht im Ratgeber Narben entfernen und behandeln.

Keloid oder hypertrophe Narbe?

Beide Narben sind erhaben, fest, oft gerötet und können jucken. Für die Behandlung und vor allem für die Frage, ob eine Operation sinnvoll ist, macht der Unterschied aber viel aus:

Hypertrophe NarbeKeloid
Wachstumnur im Bereich der ursprünglichen Wundeüber den Wundrand hinaus in gesunde Haut
Beginnlaut Leitlinie in den ersten sechs Monaten nach der Verletzungeher später als sechs Monate danach, mitunter erst nach Jahren
Verlaufwird häufig über Jahre von selbst flacherbildet sich nicht von selbst zurück
AuslöserOperation, Verbrennung, tiefe Verletzungauch kleinste, oft unbemerkte Verletzungen wie entzündete Haarwurzeln, Kratzwunden oder Insektenstiche
Häufigkeithäufigselten; je stärker die Haut pigmentiert ist, desto häufiger
Erbliche Veranlagungnicht bekanntja
Nach dem Herausschneidenkommt selten wiederkommt häufig wieder

In der Praxis sind die Grenzen nicht immer scharf. Ein japanisches Expertenpapier weist darauf hin, dass viele Narben Merkmale von beidem haben und dass sich hypertrophe Narben und Keloide bisher durch keinen Labor- oder Gewebemarker sicher trennen lassen. Die Einordnung ist deshalb eine ärztliche, klinische Beurteilung. Auf ärztlichen Unterlagen wird ein Keloid mit dem ICD-Code L91.0 („Hypertrophe Narbe") verschlüsselt; der Code schließt das Keloid ausdrücklich ein.

Nicht zu verwechseln ist das Keloid mit dem sogenannten Aknekeloid im Nacken (Acne keloidalis nuchae). Das ist eine chronische, vernarbende Entzündung der Haarwurzeln am Hinterkopf und Nacken, die vor allem Männer afrikanischer Herkunft nach der Pubertät betrifft. Trotz des Namens ist es kein echtes Keloid, und Betroffene neigen nicht allgemein zu Keloiden an anderen Körperstellen.

Wie ein Keloid aussieht und welche Beschwerden es macht

Ein Keloid ist meist ein derber, oft höckriger Wulst oder Knoten mit glänzender Oberfläche, rosa bis rötlich-violett, manchmal auch dunkler als die umgebende Haut. Keloide wachsen bevorzugt in die Richtung, in der die Haut unter Zug steht. An der vorderen Brust breiten sie sich deshalb oft zur Seite aus und erinnern an eine Krebsschere, an der Schulter an einen Schmetterling, am Oberarm an eine Hantel.

Häufig sind Juckreiz und Schmerzen. In einer kleinen Studie mit 28 Menschen, deren Keloide seit mindestens einem Jahr bestanden, hatten 86 Prozent Juckreiz und 46 Prozent Schmerzen. Der Juckreiz saß meist am Rand des Keloids, also dort, wo es wächst, der Schmerz eher in der Mitte. Manche spüren auch Spannung, ein Ziehen bei Bewegung oder Berührungsempfindlichkeit. Hinzu kommt die seelische Seite: Laut Leitlinie können Keloide die Lebensqualität stark einschränken, auch durch Stigmatisierung. Das ist ein anerkannter Grund für eine Behandlung und nicht bloß Eitelkeit.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Keloid ist eine Fehlsteuerung der Wundheilung: Im tieferen Teil der Lederhaut hält eine Entzündung an, und Bindegewebszellen bilden immer weiter Kollagen. Dafür muss die Verletzung bis in diese tiefere Hautschicht reichen. Oberflächliche Verletzungen, die so tief nicht reichen, führen laut einer Übersichtsarbeit nicht zu Keloiden.

Typische Auslöser sind Operationen, Verbrennungen, Schnitt- und Schürfwunden, Piercings, entzündete Akne und Haarwurzelentzündungen, Insektenstiche, Windpocken, Gürtelrose und Impfungen. Auch nach Tätowierungen sind Keloide beschrieben, vor allem bei entsprechender Veranlagung. Oft ist der Auslöser so klein, dass er unbemerkt bleibt. Keloide, die scheinbar ohne Verletzung entstehen, vor allem in der Mitte der Brust, werden als Spontankeloide bezeichnet.

Wer zu Keloiden neigt:

  • Erbliche Veranlagung. Keloide häufen sich in Familien. In einer Untersuchung bei Menschen afro-karibischer Herkunft hatte mehr als die Hälfte der Betroffenen Verwandte mit Keloiden.
  • Hauttyp. Keloide kommen bei allen Hauttypen vor, bei stärker pigmentierter Haut aber deutlich häufiger. Für afrikanische Bevölkerungen nennen ältere Studien Raten von 6 bis 16 Prozent. Wie häufig Keloide insgesamt sind, lässt sich laut deutschen Fachleuten aus den veröffentlichten Studien nicht zuverlässig sagen.
  • Alter und Hormone. Am häufigsten treten Keloide im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt auf, Frauen und Männer etwa gleich oft. Pubertät und Schwangerschaft gehen nach Beobachtungen mit einem höheren Risiko einher; bestehende Keloide können in der Schwangerschaft wachsen.
  • Blutdruck und Entzündung. In einer japanischen Untersuchung mit 304 Betroffenen hatten Menschen mit höherem Blutdruck größere und mehr Keloide. Das zeigt einen Zusammenhang, nicht, dass eine Blutdrucksenkung Keloide bessert.
  • Körperstelle und Zug. Besonders gefährdet sind Brustbein und vordere Brustwand, Schultern und Schulterblätter, Oberarme, Ohrläppchen, Nacken und Wangen. Selten sind Keloide dagegen an Augenlidern, Handflächen und Fußsohlen. Ständige Zug- und Bewegungsbelastung, etwa an der Brust, fördert das Wachstum.

Japanische Fachleute beschreiben typische Muster: Keloide an der seitlichen Brust und am Rücken gehen dort meist auf entzündete Akne, Haarwurzelentzündungen oder kleine Eingriffe zurück, Keloide am Ohrläppchen meist auf Ohrlochstiche und Keloide am Oberarm in Japan überwiegend auf die BCG-Impfung in der Kindheit.

Keloid am Ohr nach einem Piercing

Das Ohr ist eine der häufigsten Stellen für Keloide, meist nach einem Piercing oder einer Verletzung. Am Ohrläppchen gehen sie meist vom Stichkanal eines Ohrlochs aus, am Ohrknorpel oft von Piercings, die den Knorpel durchstechen.

Kleine, flache Keloide am Ohr werden wie andere kleine Keloide zuerst mit Kortison-Injektionen und Vereisung behandelt. Größere, vor allem schmalbasige, also gestielt aufsitzende Keloide werden häufig herausgeschnitten; am Ohrläppchen lässt sich der Defekt oft mit einem keilförmigen Schnitt verschließen, ohne die Form des Ohrs zu verändern. Japanische Fachleute sehen bei Ohrläppchen-Keloiden mit deutlichem Keloidcharakter die Operation mit Nachbehandlung sogar als ersten Schritt. Entscheidend ist die Nachbehandlung. Eine Auswertung von 25 Studien zu Ohr-Keloiden fand nach Operation mit anschließenden Kortison-Injektionen eine geschätzte Rückfallrate von 15,4 Prozent, nach Operation mit Bestrahlung von 14,0 Prozent. Einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Wegen gab es nicht; die Autoren fordern größere randomisierte Studien.

Druckclips und Kompressionsschienen. Am Ohr lässt sich Druck gut über Clips ausüben. Die Leitlinie nennt dafür Druckknöpfe „in besonderen Lokalisationen", und Leitlinienautoren beschreiben nach der Operation Kortison in die Wundränder plus Kompression „insbesondere am Ohr als Clips". In einer niederländischen Studie trugen 88 Menschen nach der Operation maßgefertigte, im Druck verstellbare Ohrclips zwölf Stunden täglich über 6 bis 18 Monate. Nach im Mittel 6,5 Jahren waren 70,5 Prozent rückfallfrei. Ob ein Keloid wiederkam, hing mit dem Hauttyp zusammen; laut einer Fachbesprechung der Studie traten Rückfälle bei dunklerer Haut häufiger auf. Eine Vergleichsgruppe ohne Clips gab es nicht, die Aussagekraft ist daher begrenzt. Im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung sind maßgefertigte Keloid-Kompressionsschienen aus zwei Halbschalen mit Magneten aufgeführt, ausdrücklich auch für die Ohrmuschel nach der Entfernung von Keloiden. Wie jede Druckbehandlung wirken Clips nur, wenn sie konsequent getragen werden.

Ob später an derselben oder einer anderen Stelle wieder gestochen werden kann, sollten Sie mit der behandelnden Praxis besprechen. Jeder neue Stich ist bei Keloidneigung ein möglicher Auslöser.

Vorbeugen, wenn Sie zu Keloiden neigen

Wer schon ein Keloid hatte oder Verwandte mit Keloiden hat, kann das Risiko für neue Keloide nicht ausschalten, aber verringern:

  • Unnötige Verletzungen vermeiden. Piercings, Tätowierungen und nicht notwendige Eingriffe, etwa rein ästhetische Operationen, sollten Sie besonders sorgfältig abwägen. Auch kleine Wunden verdienen Pflege, weil Keloide aus scheinbar banalen Verletzungen entstehen können.
  • Akne früh behandeln. Entzündete Pickel an Brust, Rücken und Schultern sind häufige Auslöser. Bei Keloidneigung lohnt sich eine konsequente Aknebehandlung; mehr dazu im Ratgeber Aknebehandlung.
  • Vor jeder Operation Bescheid geben. Die Leitlinie nennt dann eine schonende Operationstechnik, spannungsentlastende mehrschichtige Nähte und bei Schnitten über Gelenken Zickzack-Schnittführungen. Ob ein Eingriff nötig ist, sollte bei Keloidneigung besonders kritisch geprüft werden.
  • Nach der Operation Zug von der Narbe nehmen. Die Lederhaut erreicht erst nach etwa drei Monaten rund 90 Prozent ihrer Festigkeit. Schonung, Klammerpflaster, Silikonauflagen oder Kompression entlasten die Narbe in dieser Zeit.
  • Silikon. Nach Operationen bei Menschen mit Neigung zu Keloiden stuft die Leitlinie Silikon-Gel oder -Folie als „kann empfohlen werden" ein. Üblich sind 12 bis 24 Stunden täglich über 12 bis 24 Wochen, begonnen kurz nach dem Fadenzug, bei offenen Wunden erst nach vollständigem Verschluss. Ein Cochrane-Review fand nur schwache Hinweise auf einen vorbeugenden Nutzen, weil die Studien anfällig für Verzerrungen waren.
  • Druck. An geeigneten Stellen kann laut Leitlinie eine Kompression mit 20 bis 30 mmHg empfohlen werden, rund um die Uhr und mindestens 6 bis 24 Monate lang.
  • Kortison in die Wundränder. Eine Injektion von Triamcinolon in die Wundränder während der Operation kann laut Leitlinie bei Risikopersonen erwogen werden; die Empfehlung ist offen und stützt sich auf wenige Daten. Eine vorbeugende Vereisung empfiehlt die Leitlinie dagegen nicht.

Auch nach Impfungen können Keloide entstehen, etwa an Schulter oder Oberarm, wo meist geimpft wird. Sprechen Sie eine bekannte Keloidneigung vor einer Impfung an; empfohlene Impfungen sollten Sie deswegen nicht eigenmächtig auslassen.

Behandlung: Was die Leitlinie empfiehlt

Ein Verfahren, das bei jedem Keloid hilft, gibt es nicht. Wie gut eine Behandlung anschlägt, hängt laut Leitlinie unter anderem davon ab, wo das Keloid sitzt, wie alt es ist und wie stark die Veranlagung ist; häufig braucht es eine Kombination. Ihr Ablauf für Keloide sieht vereinfacht so aus:

  1. Kleines Keloid: Kortison-Injektionen und/oder Vereisung. Bleibt die Rötung, kommt ein Farbstofflaser infrage.
  2. Spricht es nicht an: Kombination aus Kortison, Vereisung und 5-Fluorouracil oder eine Operation mit Nachbehandlung.
  3. Großes, schmalbasiges Keloid: Herausschneiden und unbedingt nachbehandeln (Druck, Kortison, Vereisung, Bestrahlung), alternativ eine Vereisung von innen.
  4. Viele oder großflächige Keloide: behandeln wie einzelne kleine Keloide oder gezielt die besonders wachsenden Anteile. Ist der Befund für Sie akzeptabel, kann auch auf eine Behandlung verzichtet werden.

Die Einstufungen der Leitlinie für Keloide im Überblick:

MaßnahmeEinstufung der Leitlinie
Kortison-Injektion streng in das Keloidwird empfohlen
Kortison-Injektion kombiniert mit Vereisungwird empfohlen
Kortisoncreme oder -salbe alleinwird nicht empfohlen
5-Fluorouracil bei Keloiden, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen (off label)kann empfohlen werden
Farbstofflaser gegen die Rötungkann empfohlen werden
Fraktionierter Laser bei flachen, nicht mehr aktiven Keloiden, kombiniert mit Kortisonkann erwogen werden
Fraktionierter ablativer Laser bei aktiven Keloidenwird nicht empfohlen
Abtragen nur mit CO₂- oder Erbium:YAG-Laserwird nicht empfohlen
Microneedlingwird nicht empfohlen
Operation alleinwird nicht empfohlen
Operation nach Versagen anderer Behandlungenkann empfohlen werden, Nachbehandlung unbedingt vorab planen
Kortison-Injektionen nach der Operationwird empfohlen
Bestrahlung nach der Operation bei Rückfällen, großen oder schwer behandelbaren Keloidenwird empfohlen, bevorzugt als Brachytherapie
Bestrahlung nach der Operation kleinerer Keloidekann nach kritischer Abwägung erwogen werden
Bestrahlung ohne Operationwird nicht empfohlen
Druck nach der Entfernung an geeigneter Stellekann empfohlen werden
Silikon nach der Operationkann empfohlen werden
Präparate mit Zwiebelextrakt nach der Operationkann erwogen werden
Imiquimod-Cremewird nicht empfohlen

„Wird empfohlen" ist die stärkste Stufe, „kann empfohlen werden" eine schwache Empfehlung und „kann erwogen werden" eine offene. Für Kalziumkanalblocker, Hyaluronidase und Plasma-Anwendungen gibt die Leitlinie wegen zu weniger Daten keine Empfehlung ab.

Kortison-Spritze (Triamcinolon)

Im Mittelpunkt steht eine Kortison-Kristallsuspension mit dem Wirkstoff Triamcinolonacetonid, die mit einer feinen Nadel streng in das Keloid gespritzt wird, nicht darunter und nicht in die Haut darüber. Das Kortison wirkt entzündungshemmend und drosselt die Kollagenbildung der Bindegewebszellen. Die Ärztin oder der Arzt spritzt, bis das Gewebe abblasst. Unangenehm ist vor allem das Einpressen der Flüssigkeit in das derbe Narbengewebe, der Stich selbst weniger. Häufig wird deshalb ein örtliches Betäubungsmittel beigemischt, oder das Keloid wird direkt vorher kurz vereist: Es schwillt dann etwas an und nimmt die Injektion leichter auf.

Die Injektionen werden je nach Befund im Abstand von drei bis vier Wochen wiederholt. Am besten reagieren junge Keloide, die noch hellrot sind, jucken oder schmerzen; alte, blasse Keloide werden oft nur weicher und etwas flacher. Ältere Übersichtsdaten nennen sehr unterschiedliche Ansprechraten von 50 bis 100 Prozent und Rückfälle in 9 bis 50 Prozent. Zeigt sich nach drei Sitzungen keine Besserung, rät die Leitlinie, die Behandlung zu ändern, zum Beispiel durch Zugabe von 5-Fluorouracil.

Nebenwirkungen hängen vor allem davon ab, wohin das Kortison gelangt. Landet es zu tief, kann das Fettgewebe unter der Haut schwinden, und es bleibt eine Delle. Landet es zu oberflächlich, sind feine erweiterte Äderchen und hellere oder dunklere Haut möglich. Gelegentlich bleiben weißliche Kristallablagerungen sichtbar. Ein japanisches Expertenpapier rät, in der Schwangerschaft keine Triamcinolon-Injektionen zu geben; sprechen Sie eine Schwangerschaft oder einen Kinderwunsch deshalb vorher an.

Vereisung (Kryotherapie), auch von innen

Bei der Kryotherapie kommt flüssiger Stickstoff zum Einsatz, entweder als Spray oder über einen vorgekühlten Metallstempel, der auf das Keloid gesetzt wird. Durch die Kälte verschließen sich kleine Blutgefäße, das schlecht versorgte Narbengewebe geht zugrunde. Laut Leitlinie gehört die Vereisung zu den empfohlenen Behandlungen, am besten zusammen mit Kortison. Bis das Keloid flach ist, sind meist mehrere Durchgänge im Abstand von vier bis sechs Wochen nötig. Ältere Studien berichten nach mindestens zwei Sitzungen von Ansprechraten zwischen 32 und 74 Prozent, wobei Keloide schlechter abschnitten als hypertrophe Narben.

Nach der Vereisung bildet sich eine Blase mit nässender Wunde, die etwa vier Wochen zum Abheilen braucht; erst danach folgt die nächste Sitzung. Die behandelte Haut wird häufig heller; die Leitlinie beschreibt das als umkehrbar, andere Übersichtsarbeiten berichten auch von bleibenden hellen oder dunklen Flecken, besonders bei dunkler Haut. Wichtig: Aktive Keloide können sich durch eine alleinige Sprühvereisung verschlechtern, deshalb wird sie dann mit Kortison kombiniert.

Bei der intraläsionalen Kryotherapie wird das Keloid unter örtlicher Betäubung mit einer doppelten Hohlnadel durchstochen und von innen mit Stickstoff durchströmt, bis es samt einem Saum von drei bis fünf Millimetern gefroren ist. Die Rückbildung dauert danach laut Leitlinie etwa vier bis sechs Monate. Leitlinienautoren halten das Verfahren besonders für große, voluminöse Keloide geeignet. Eingesetzt wird es bisher selten, weil die Einmalnadeln teuer sind, große Keloide mehrere Nadeln brauchen und die Behandlung zeitaufwendig ist.

5-Fluorouracil, wenn Kortison nicht reicht

Bleibt ein Keloid trotz Kortison und Vereisung hartnäckig, sieht die Leitlinie Injektionen mit 5-Fluorouracil (5-FU) vor, in der Stufe „kann empfohlen werden". 5-FU ist ein Zytostatikum, also ein Mittel aus der Krebsbehandlung, das die Teilung der Bindegewebszellen bremst. Eine Zulassung für Narben hat es nicht; es wird „off label" eingesetzt, worüber Sie vorher aufgeklärt werden müssen. Gespritzt wird meist alle vier Wochen, häufig als Mischung mit Kortison, die nach mehreren Studien wirksamer zu sein scheint als jeder der beiden Wirkstoffe allein. Typisch sind ein brennender Schmerz beim Spritzen, dunklere Verfärbungen, gereizte Haut und gelegentlich offene Stellen. Örtliche Nebenwirkungen treten laut Leitlinie seltener auf als unter Kortison, weshalb 5-FU sich für kortisonempfindliche Stellen anbietet. Rückfälle verhindert es nicht sicher: Ein japanisches Expertenpapier zitiert eine Übersichtsarbeit mit Rückfallraten von bis zu 47 Prozent. Bleomycin, das in manchen Ländern vor allem bei dunkler Haut verwendet wird, spielt in Deutschland laut Leitlinie praktisch keine Rolle.

Laser bei Keloiden

Laser spielen bei Keloiden eine Nebenrolle. Der gepulste Farbstofflaser zielt auf die feinen Blutgefäße im Keloid. Die Leitlinie hält ihn vor allem bei frischen, stark geröteten Keloiden für sinnvoll, um die Rötung zu verringern, mit mindestens zwei Sitzungen, zwischen denen sechs bis acht Wochen liegen. Bis zu zwei Wochen lang können danach blaurote Flecken sichtbar sein; bei dunklerer Haut halten Verfärbungen mitunter länger an. Für dicke Keloide und dunklere Haut nennt die Leitlinie als Alternative den Nd:YAG-Laser, der tiefer reicht, aber stärker schmerzt.

Fraktionierte Laser, die in einem feinen Raster winzige Gewebesäulen erhitzen oder abtragen, rät die Leitlinie bei aktiven Keloiden ab. Bei flachen, nicht mehr aktiven Keloiden können sie zusammen mit Kortison erwogen werden; bei abtragenden Lasern lässt sich das Kortison auch über die entstandenen Kanäle in die Narbe einbringen. Ein Keloid allein mit dem CO₂- oder Erbium:YAG-Laser abzutragen, empfiehlt die Leitlinie ausdrücklich nicht; sie stellt das auf eine Stufe mit dem alleinigen Herausschneiden. Wie fraktionierte Laser funktionieren, erklärt der Ratgeber Fraxel-Laser. Microneedling wird bei Keloiden nicht empfohlen; bei eingesunkenen Narben ist es dagegen eine Option, siehe Aknenarben entfernen.

Operation nur mit geplanter Nachbehandlung

Bei Keloiden ist eine Operation die Ausnahme. Allein herausgeschnitten, kommen sie laut Leitlinie in 45 bis 100 Prozent der Fälle wieder, häufig deutlich größer als vorher; ein japanisches Expertenpapier nennt 50 bis 80 Prozent. Die Leitlinie hält eine Operation deshalb erst dann für sinnvoll, wenn konservative Behandlungen nicht gereicht haben, und nur, wenn die Nachbehandlung schon vorher geplant ist. Das Keloid soll vollständig im Gesunden entfernt werden, weil der wachsende Rand des Keloids besonders aktiv ist und unvollständig entfernte Keloide häufiger wiederkommen. Große Defekte werden mit Hautlappen verschlossen; auch an der Entnahmestelle muss dann einem Keloid vorgebeugt werden.

Als Nachbehandlung kommen Kortison-Injektionen (zum Beispiel am Operationstag und dann etwa alle vier Wochen), Vereisung, Druck, Silikon und bei großen oder wiederkehrenden Keloiden eine Bestrahlung infrage. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 14 Studien mit 996 Behandelten fand nach Operation plus Bestrahlung signifikant weniger Rückfälle als nach Operation allein; Operation plus Druck schnitt rechnerisch am besten ab, der Unterschied war aber statistisch nicht gesichert. Wichtig für Sie: Die Nachsorge dauert Monate, und die Leitlinie empfiehlt, Sie vor dem Eingriff ausführlich darüber aufzuklären. Mehr zu Operationen an der Haut im Ratgeber Hautchirurgie.

Bestrahlung nach der Operation

Bei wiederkehrenden, großen oder schwer behandelbaren Keloiden empfiehlt die Leitlinie, direkt nach dem Herausschneiden zu bestrahlen, bevorzugt als HDR-Brachytherapie. Dabei wird während der Operation ein dünner Kunststoffkatheter in die Wunde eingenäht, über den die Strahlenquelle kurzzeitig direkt an das Narbengewebe gebracht wird. Alternativ wird von außen bestrahlt; dafür empfiehlt die Leitlinie insgesamt 12 bis 14 Gray in drei bis vier Sitzungen, möglichst innerhalb einer Woche nach der Operation. Beginnen sollte die Bestrahlung möglichst innerhalb von sieben, spätestens 24 Stunden nach der Operation. Ohne Operation, als alleinige Behandlung, wird Bestrahlung nicht empfohlen.

Wie oft Keloide danach wiederkommen, schwankt zwischen Studien stark. Die Leitlinie nennt im Mittel rund 10 Prozent nach HDR-Brachytherapie und gut 20 Prozent nach Bestrahlung von außen, bei begrenzter Studienqualität. Eine Metaanalyse von 72 Studien mit über 9.000 Keloiden kam auf 15 Prozent nach Brachytherapie und 23 Prozent nach anderen Techniken; Keloide an der Brust kamen am häufigsten wieder. In den ersten Wochen nach der Bestrahlung sind eine leichte Rötung und Schuppung üblich, die nach drei bis vier Wochen abklingen. Später können Pigmentverschiebungen, trockene Haut und feine Äderchen auftreten, laut Leitlinie fast ausschließlich ab höheren Gesamtdosen. Keine der in der Leitlinie ausgewerteten Studien fand einen Zusammenhang mit späteren Krebserkrankungen; japanische Fachleute raten dennoch, über diese Möglichkeit aufzuklären, und bei Kindern ganz von einer Bestrahlung ab. Die Behandlung gehört in spezialisierte Zentren, in denen Dermatologie, plastische Chirurgie und Strahlentherapie zusammenarbeiten.

Druck: Bandagen, Clips und Schienen

Dauerhafter Druck verringert die Durchblutung im Narbengewebe, beschleunigt dessen Reifung und flacht es so ab. Die Leitlinie nennt einen Druck von 20 bis 30 mmHg, der möglichst ganztägig und über 6 bis 24 Monate gehalten werden soll. Nach der Entfernung eines Keloids kann Druck an geeigneten Stellen empfohlen werden. Je nach Körperstelle kommen Clips oder Schienen am Ohr, Bandagen oder Kompressionswäsche infrage; im Hilfsmittelverzeichnis sind Narbenbandagen für Kopf, Rumpf, Arme, Hände und Beine aufgeführt. Für Betroffene ist das anstrengend: Unter Bandagen wird es warm, man schwitzt, Ekzeme und wunde Druckstellen können entstehen. Wirken kann die Behandlung nur, wenn die Hilfsmittel tatsächlich getragen werden, und maßgefertigte Bandagen lassen nach etwa sechs Monaten im Druck nach.

Silikon, Salben, Zwiebelextrakt und Hausmittel

Für die Selbstbehandlung eines bestehenden Keloids gibt es wenig, was nachweislich hilft. Kortisoncremes oder -salben allein empfiehlt die Leitlinie nicht. Silikon-Gel und -Pflaster werden vor allem nach einer Operation eingesetzt; als Behandlung bestehender wulstiger Narben fand ein Cochrane-Review zwar dünnere und farblich unauffälligere Narben, aber nur in Studien mit hohem Verzerrungsrisiko. Präparate mit Zwiebelextrakt stuft die Leitlinie als offene Option nach Operationen ein; sie können die Haut reizen. Für Hausmittel gibt es keine Belege. Versuche, ein Keloid selbst abzuschneiden, abzubinden oder mit Säuren zu behandeln, sind eine neue Verletzung, und schon das ärztliche Herausschneiden ohne Nachbehandlung führt meist zu einem Rückfall.

Bei dunkler Haut, in der Schwangerschaft und bei Kindern

Stärker pigmentierte Haut neigt nicht nur häufiger zu Keloiden, sondern reagiert auch empfindlicher auf manche Behandlungen. Laut Leitlinie sind nach Vereisung und Farbstofflaser hellere oder dunklere Flecken wahrscheinlicher, und bei einer Blitzlampenbehandlung (IPL) mit zu viel Hitze droht vor allem bei sehr dunkler Haut sogar eine Verschlechterung. Auch in der oben beschriebenen Ohrclip-Studie kamen Keloide bei dunklerer Haut offenbar häufiger wieder. Fragen Sie deshalb gezielt, welche Erfahrung die Praxis mit Ihrem Hauttyp hat.

In der Schwangerschaft können Keloide wachsen. Ein japanisches Expertenpapier rät, dann keine Triamcinolon-Injektionen zu geben. Ob eine Behandlung bis nach der Geburt warten kann, besprechen Sie mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt.

Bei Kindern lehnen japanische Fachleute eine Bestrahlung ab, weil wachsendes Gewebe strahlenempfindlicher ist.

Was realistisch ist

Woran Sie den Erfolg messen können, beschreibt die Leitlinie recht konkret: Je nach Verfahren sollte sich das Keloid nach drei bis sechs Sitzungen oder drei bis sechs Monaten deutlich gebessert haben, also beispielsweise um 30 bis 50 Prozent im Volumen geschrumpft sein, nur noch halb so viele Beschwerden machen oder Sie zufriedenstellen. Bleibt das aus, empfiehlt sie, die Strategie zu ändern: kombinieren, wechseln oder höher dosieren.

Ein behandeltes Keloid wird oft flacher, weicher und juckt weniger; meist bleibt eine sichtbare Narbe, manchmal mit Farbunterschied. Rückfälle sind auch nach erfolgreicher Behandlung häufig. Deshalb lohnt es sich, ein früheres Keloid im Blick zu behalten und bei erneutem Jucken oder Wachsen früh wieder in die Praxis zu gehen. Bei großen, flächigen Keloiden kann es auch eine vernünftige Entscheidung sein, nur die besonders störenden Anteile zu behandeln oder ganz auf eine Behandlung zu verzichten, wenn sie Sie nicht belasten.

Wer behandelt Keloide?

Erste Anlaufstelle ist die Hautarztpraxis. Kortison-Injektionen und Vereisung gehören zur dermatologischen Standardbehandlung; Laser, intraläsionale Vereisung und Druckclips bietet nicht jede Praxis an. Große, wiederkehrende oder schwer behandelbare Keloide gehören in Einrichtungen mit Erfahrung, etwa Narbensprechstunden an Universitätskliniken, wo Dermatologie, plastische Chirurgie und Strahlentherapie zusammenarbeiten. Einen Überblick über ästhetische Verfahren bei Narben und darüber, wer sie durchführen darf, gibt der Ratgeber Kosmetische Behandlungen. Verfahren für eingesunkene Narben wie Microneedling sind bei Keloiden allerdings nicht geeignet.

Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?

Einen verlässlichen Pauschalpreis gibt es nicht. Der Aufwand reicht von einzelnen Kortison-Injektionen bis zu einer Operation mit Bestrahlung und monatelanger Nachsorge. Die Kosten hängen vom Verfahren, von Größe und Lage des Keloids, der Zahl der Sitzungen und den Hilfsmitteln ab.

Keloide mit Beschwerden. Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie nötig ist, um eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern (§ 27 SGB V). Juckende, schmerzende oder die Bewegung einschränkende Keloide sind laut Leitlinie behandlungsbedürftig. Ihre Behandlung kann bei medizinischer Notwendigkeit in einer Kassenpraxis über die gesetzliche Kasse abgerechnet werden. Das bedeutet nicht, dass jede Methode automatisch übernommen wird: Für Laserbehandlungen von Keloiden ist eine allgemeine Erstattung nicht belegt, und bei der intraläsionalen Vereisung nennt die Leitlinie die Kosten der Einmalnadeln als Hindernis gerade in der ambulanten Versorgung. Klären Sie vorab mit Praxis und Kasse, was über die Kasse läuft und was privat berechnet würde. Das gilt auch für Bestrahlung und Operation in einer Klinik.

Rein ästhetische Behandlung. Die Entfernung von Narben allein aus ästhetischen Gründen ist laut GKV-Spitzenverband grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Ob eine sichtbare Narbe als Entstellung gilt, entscheidet die Kasse im Einzelfall; mehr dazu im Ratgeber Narben entfernen und behandeln.

Keloide nach Piercing oder Tätowierung. § 52 Abs. 2 SGB V bestimmt: „Haben sich Versicherte eine Krankheit durch eine medizinisch nicht indizierte ästhetische Operation, eine Tätowierung oder ein Piercing zugezogen, hat die Krankenkasse die Versicherten in angemessener Höhe an den Kosten zu beteiligen und das Krankengeld für die Dauer dieser Behandlung ganz oder teilweise zu versagen oder zurückzufordern." Nach unserem Verständnis kann das ein Keloid am Ohrläppchen nach einem Ohrloch oder Piercing betreffen; wie Kassen das im Einzelfall handhaben, ist uns nicht bekannt. Fragen Sie vorab nach.

Hilfsmittel. Maßgefertigte Keloid-Kompressionsschienen, etwa für das Ohr, und Bandagen zur Narbenkompression sind im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung aufgeführt; die Kompressionsbehandlung von Narben dauert danach in der Regel bis zu zwei Jahre. Der Eintrag im Hilfsmittelverzeichnis allein begründet keine automatische Kostenübernahme; ob eine ärztliche Verordnung oder Genehmigung nötig ist, klären Sie vorab mit Praxis, Leistungserbringer und Krankenkasse. Bei bewilligter Versorgung zahlen gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren die gesetzliche Zuzahlung: 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, jedoch nicht mehr als die Kosten des Hilfsmittels. Silikon-Gele und -Pflaster sind frei verkäuflich; eine allgemeine Erstattung ist nicht belegt, fragen Sie im Einzelfall bei Ihrer Kasse nach.

Privat abgerechnete Leistungen. Privat wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet; Leistungen, die über das medizinisch Notwendige hinausgehen, darf die Praxis nur auf Ihr Verlangen berechnen. Weiß die Praxis, dass Ihre Kasse die Kosten nicht vollständig übernimmt, oder gibt es Anhaltspunkte dafür, muss sie Sie vor Beginn in Textform über die voraussichtlichen Kosten informieren (§ 630c Abs. 3 BGB). Lassen Sie sich bei Selbstzahlerleistungen einen schriftlichen Kostenvoranschlag für die ganze geplante Serie geben.

Wann zum Arzt?

Noch am selben Tag in die Hausarzt- oder Hautarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117, wenn sich ein Keloid, eine frische Operationswunde oder ein frisches Piercing entzündet:

  • zunehmende Rötung, Schwellung, Überwärmung oder starke Schmerzen,
  • Eiter oder eine Wunde, die wieder aufgeht,
  • dazu Fieber oder ein deutliches Krankheitsgefühl.

Den Notruf 112 wählen Sie, wenn Zeichen einer Blutvergiftung hinzukommen, etwa plötzliche Verwirrtheit, Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung, Herzrasen oder Fieber mit Schüttelfrost bei starkem Krankheitsgefühl.

Zeitnah, möglichst innerhalb weniger Tage, in die Hautarztpraxis, wenn ein Knoten

  • ohne erkennbare Verletzung entstanden ist,
  • schnell wächst oder sich in Farbe und Form verändert,
  • blutet, verkrustet oder eine offene Stelle bekommt, die nicht abheilt,
  • oder an einer für Keloide ungewöhnlichen Stelle sitzt.

Dann geht es darum, eine andere Ursache auszuschließen. Selten ähneln bösartige Tumoren einem Keloid, etwa das Dermatofibrosarcoma protuberans, ein seltener, langsam wachsender Weichteilkrebs der Haut, oder ein Plattenepithelkarzinom und ein pigmentarmes Melanom. Bei Verdacht empfehlen Fachleute eine Gewebeprobe, gegebenenfalls nach Ultraschall oder anderer Bildgebung. Mehr zum Plattenepithelkarzinom und zum Melanom in den Ratgebern Weißer Hautkrebs und Melanom.

Einen regulären Termin sollten Sie vereinbaren, wenn eine Narbe über den Wundrand hinauswächst, Monate nach der Verletzung noch dicker wird, juckt, schmerzt oder spannt oder Sie belastet. Langes Abwarten bringt bei Keloiden meist nichts: Sie bilden sich nicht von selbst zurück, und junge, aktive Keloide sprechen laut Leitlinie am besten auf Kortison-Injektionen an. Wenn Sie zu Keloiden neigen, sprechen Sie das außerdem vor jeder geplanten Operation an, damit die Vorbeugung vorher besprochen werden kann.

Welche Behandlung für Ihr Keloid sinnvoll ist, lässt sich nur nach einer Untersuchung sagen. Dieser Ratgeber ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung.

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Häufige Fragen

Verwandte Behandlungen

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.