
Fraxel-Laser: Wirkung, Kosten & Ablauf
Wie der Fraxel- bzw. fraktionierte Laser bei Aknenarben, Narben, Pigmentflecken und feinen Falten wirkt, was eine Sitzung kostet, wie viele Sitzungen nötig sind, welche Downtime und Risiken zu erwarten sind.
Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 29.6.2026
Der Fraxel-Laser ist ein Markenname für eine Familie fraktionierter Laser, die in der dermatologischen und ästhetischen Medizin vor allem zur Verbesserung des Hautbilds eingesetzt werden – bei Aknenarben, anderen Narben, Pigmentflecken und feinen Falten. Das Besondere: Der Laserstrahl wird in viele Mikrostrahlen aufgeteilt und behandelt nur winzige Hautareale, während die Haut dazwischen unverletzt bleibt. So heilt die Haut schneller und mit geringerem Risiko als bei einem klassischen, vollflächigen Laser. In Deutschland sind solche Behandlungen meist Selbstzahlerleistungen.
Was ist der Fraxel- bzw. fraktionierte Laser?
Bei der fraktionierten Lasertherapie trifft der Laser die Haut nicht flächig, sondern in einem Raster zahlreicher mikroskopisch kleiner Punkte. In diesen Mikrozonen wird das Gewebe gezielt erhitzt oder abgetragen, die umliegende unbehandelte Haut dient als „Reservoir“ für eine rasche Heilung. Über diese kontrollierten Mikroverletzungen regt der Laser die Kollagenneubildung an: Die Haut baut sich über Wochen bis Monate um, wird glatter und straffer.
Man unterscheidet zwei Grundprinzipien:
- Nicht-ablative Laser (z. B. Fraxel re:store, 1.550 nm; ähnliche 1.540-nm-Systeme) wirken vor allem in der mittleren Hautschicht (Dermis), lassen die Oberhaut (Epidermis) aber weitgehend intakt. Dadurch ist die Ausfallzeit kürzer, es sind jedoch meist mehrere Sitzungen nötig.
- Ablative Laser (fraktionierter CO₂-Laser, ~10.600 nm; z. B. Fraxel re:pair) tragen winzige Säulen der Oberhaut und oberen Dermis tatsächlich ab. Sie erreichen stärkere Effekte, gehen aber mit längerer Heilung, mehr Schmerzen und höherem Risiko einher.
Zusätzlich gibt es Dual-Systeme, die zwei Wellenlängen kombinieren (1.550 nm + 1.927 nm), um neben der Textur auch oberflächliche Pigmentstörungen und Sonnenschäden anzugehen. Aus Patientensicht ist weniger die Marke entscheidend als die Wellenlänge, die Frage ablativ oder nicht-ablativ – und vor allem die Erfahrung der behandelnden Person.
Anwendungsgebiete: Wogegen hilft der Fraxel-Laser?
Aknenarben. Eingesunkene, atrophe Aknenarben sind ein Haupteinsatzgebiet. Studien berichten typischerweise von einer Verbesserung des Narbenbilds um etwa 30 bis 70 Prozent nach mehreren Sitzungen. Besonders gut sprechen flache, weiche Boxcar- und Rolling-Narben an. Tiefe, scharf begrenzte Icepick-Narben sind schwieriger und profitieren oft von einer Kombination mit Subzision, TCA-Cross oder kleinen chirurgischen Eingriffen. Voraussetzung ist, dass die Akne weitgehend abgeheilt ist – auf aktiv entzündeter Haut steigt das Risiko für Reizungen und Infektionen.
Narben. Auch operative, traumatische oder Verbrennungsnarben mit gestörter Textur oder Pigmentverschiebungen können von fraktionierten Lasern profitieren. Bei funktionell einschränkenden oder entstellenden Narben kann die Behandlung medizinisch begründet sein.
Pigmentflecken und Sonnenschäden. Bei oberflächlichen Flecken wie Altersflecken (Lentigines), Sommersprossen und UV-bedingten Verfärbungen kann der Laser deutlich aufhellen. Wichtig: Pigmentierte Muttermale (melanozytäre Nävi) dürfen nicht gelasert werden – sie müssen erst sicher als gutartig abgeklärt werden, damit eine bösartige Veränderung nicht übersehen wird. Melasma ist ein Sonderfall: Hier ist die Lasertherapie heikel, weil das Risiko für neue Pigmentflecken und Rückfälle hoch ist, und kommt nur in therapieresistenten Fällen unter strengen Vorsichtsmaßnahmen infrage.
Feine Falten und Hautbild. Zur Hautverjüngung glättet der Laser feine Linien, verfeinert das Hautbild und kann grobe Poren mildern, indem er über Wochen die Kollagenproduktion ankurbelt. Die Ergebnisse bauen sich allmählich auf; tiefe Falten lassen sich damit nur begrenzt beeinflussen.
So läuft die Fraxel-Behandlung ab
Vor der Behandlung steht ein ärztliches Beratungsgespräch: Hauttyp, Vorerkrankungen, Medikamente (z. B. Isotretinoin, Blutverdünner) und eine Herpes-Vorgeschichte werden erfragt. Empfohlen wird, etwa eine Woche vorher reizende Pflegeprodukte (Retinoide, starke Peelings) abzusetzen und intensive Sonne sowie Solarium mehrere Wochen vorher zu meiden.
Während der Behandlung wird zunächst eine Betäubungscreme aufgetragen, die rund 30 bis 60 Minuten einwirkt. Die Augen werden mit speziellen Schutzschalen oder einer Brille geschützt. Dann führt die Ärztin oder der Arzt den Laserkopf in mehreren Durchgängen über das Areal; die Haut wird dabei oft gekühlt. Die reine Laserzeit dauert je nach Fläche etwa 15 bis 45 Minuten, für das gesamte Gesicht inklusive Vorbereitung meist 45 bis 60 Minuten. Anschließend wird eine pflegende Wundsalbe aufgetragen.
Nach der Behandlung erhalten Sie genaue Pflegehinweise. Im Mittelpunkt stehen feuchte Wundpflege, das Vermeiden reizender Produkte und – ganz zentral – konsequenter Sonnenschutz.
Anzahl der Sitzungen und Downtime
Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von Ziel, Lasertyp und Hauttyp ab:
- Atrophe Aknenarben (nicht-ablativ, 1.550 nm): meist vier bis sechs Sitzungen im Abstand von vier bis acht Wochen.
- Hautverjüngung / feine Falten: häufig zwei bis vier Sitzungen im Achtwochenabstand; der maximale Effekt zeigt sich erst nach mehreren Wochen.
- Ablativer CO₂-Laser (Fraxel re:pair): oft nur eine Sitzung, bei Bedarf eine zweite nach drei bis sechs Monaten.
Die Downtime richtet sich nach der Intensität: Nach einer nicht-ablativen Sitzung sind Rötung und leichte Schwellung über zwei bis vier Tage normal, oft mit feiner Schuppung – die meisten sind nach drei bis fünf Tagen wieder gesellschaftsfähig. Intensivere „Laser-Liftings“ bedeuten eher sechs bis neun Tage. Beim ablativen CO₂-Laser sollten Sie fünf bis zehn Tage einplanen, mit nässenden Arealen, Schuppung und einer Rötung, die noch Wochen leicht sichtbar bleiben kann.
Fraxel-Laser: Kosten pro Sitzung
Fraxel-Behandlungen zur Hautverjüngung und bei leichten Aknenarben gelten als kosmetisch und sind damit Selbstzahlerleistungen (IGeL bzw. privatärztlich). Typische Richtwerte:
| Behandlung (ästhetisch, Selbstzahler) | Richtwert pro Sitzung |
|---|---|
| Fraxel-Peeling Gesicht (sanft, nicht-ablativ) | ca. 350 € |
| Fraxel „Laser-Lifting“ Gesicht (Narben, Straffung) | ca. 590–650 € |
| Fraxel Dual komplettes Gesicht | bis ca. 800 € |
| Allgemeine Spanne ästhetischer Laserbehandlungen | ca. 200–800 € |
| Ablativer CO₂-Laser (Fraxel re:pair), ganzes Gesicht | mehrere Tausend € (oft 1 Sitzung) |
| Beratung und Untersuchung | zzgl. ca. 38–40 € |
Da meist mehrere Sitzungen nötig sind, summieren sich die Gesamtkosten für ein vollständiges Gesicht schnell auf etwa 700 bis 2.500 € oder mehr. Lassen Sie sich vorab einen konkreten Kostenvoranschlag geben. Die gesetzliche Kasse übernimmt ästhetische Laserbehandlungen in der Regel nicht; eine Narbenkorrektur kann nur bei medizinischer Notwendigkeit (entstellende Gesichtsnarben, funktionelle Einschränkung) erstattungsfähig sein – das ist vorab mit der Kasse zu klären.
Risiken und Nebenwirkungen
Die häufigsten Reaktionen sind erwartbar und meist vorübergehend: Rötung, Schwellung, Wärme- oder Brenngefühl und feine Krustenbildung in den ersten Tagen. Diese Krüstchen sollten nicht abgekratzt werden, um Narben zu vermeiden.
Die wichtigste spezifische Komplikation sind Pigmentverschiebungen:
- Postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH): Dunkelfärbung der behandelten Haut, vor allem bei dunkleren Hauttypen und bei intensiver Behandlung.
- Hypopigmentierung: Aufhellung der Haut, seltener, aber oft hartnäckiger und schwerer zu behandeln.
Seltener kommen Infektionen, eine Reaktivierung von Lippenherpes (bei bekannter Neigung wird eine antivirale Prophylaxe empfohlen) sowie – sehr selten – Narbenbildung vor. Konsequenter Sonnenschutz und vorsichtige Parameterwahl senken vor allem das Pigmentrisiko.
Für welche Hauttypen geeignet – und wann Vorsicht?
Grundsätzlich lassen sich alle Hauttypen behandeln, doch bei dunkleren Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) ist besondere Vorsicht geboten, weil das Risiko für Pigmentstörungen steigt. Hier werden nicht-ablative Verfahren mit niedriger Energie und längeren Abständen bevorzugt; aggressive CO₂-Laser sind deutlich riskanter.
Zurückhaltung oder eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung sind angebracht bei:
- Keloid-Neigung und ausgeprägter Tendenz zu wulstigen Narben
- aktiven Hautinfektionen, offenen Wunden oder entzündlichen Schüben im Behandlungsareal
- Schwangerschaft und Stillzeit
- kurz nach hochdosierter Isotretinoin-Therapie (oft Pause von mehreren Monaten empfohlen)
- pigmentierten Muttermalen – diese werden nicht gelasert, sondern abgeklärt
- starker Sonnenexposition, die sich nicht vermeiden lässt – Behandlungen werden eher in sonnenarmen Monaten geplant
Nachsorge: Worauf es nach der Behandlung ankommt
Die Nachsorge entscheidet maßgeblich über das Ergebnis. Reinigen Sie die Haut mild und seifenfrei und halten Sie sie mit der empfohlenen Wundsalbe oder Feuchtigkeitscreme feucht. Verzichten Sie während der Heilung auf Retinoide, Säurepeelings, alkoholhaltige Produkte und mechanische Reibung.
Am wichtigsten ist konsequenter Sonnenschutz: Meiden Sie direkte Sonne und tragen Sie nach Abheilung der Oberhaut täglich einen breitbandigen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+) auf. So beugen Sie Pigmentverschiebungen vor und erhalten das Ergebnis. Da sich der Effekt über Wochen bis Monate aufbaut, ist etwas Geduld nötig – und bei Hautverjüngung sind später gelegentliche Auffrischungen sinnvoll.
Wer darf den Fraxel-Laser anwenden?
Die Lasertherapie der Haut ist ein ärztlich zu verantwortendes Verfahren und sollte von erfahrenen Fachärztinnen und -ärzten für Dermatologie oder plastisch-ästhetische Medizin durchgeführt werden. Für ablative und energiereiche Laser gelten in Deutschland strenge gesetzliche Anforderungen (im Kontext der Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung, NiSV). Entscheidend für ein sicheres und gutes Ergebnis sind Erfahrung, die passende Geräteauswahl und individuell auf Hauttyp und Indikation abgestimmte Parameter – lassen Sie sich daher vorab ausführlich beraten.
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Quellen
- S2k-Leitlinie „Lasertherapie der Haut“ (AWMF 013-095), Deutsche Dermatologische Gesellschaft (abgerufen 2026-06-29)
- Laser therapy of the skin – S2k guideline (JDDG, Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft) (abgerufen 2026-06-29)
- Fractional CO₂ laser for acne scars – systematic review (PMC) (abgerufen 2026-06-29)
- Non-ablative 1.540 nm fractional laser for atrophic acne scars – randomized controlled trial (PMC) (abgerufen 2026-06-29)
- Laser treatment of melasma – review (PMC) (abgerufen 2026-06-29)
- Techniker Krankenkasse: Hautkrankheiten und Therapie (abgerufen 2026-06-29)
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.