
Feigwarzen (Genitalwarzen): erkennen, behandeln, Ansteckung und HPV-Impfung
Wie Feigwarzen aussehen und woran sie sich von harmlosen Hautveränderungen unterscheiden, wie man sich mit HPV ansteckt und warum sich der Zeitpunkt selten klären lässt, welche Cremes und Praxisbehandlungen die Leitlinie nennt, wie häufig Rückfälle sind, was in Partnerschaft und Schwangerschaft gilt, wie hoch das Krebsrisiko ist und was die Krankenkasse zahlt.
Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 22.10.2026
Feigwarzen, auch Genitalwarzen oder Kondylome genannt (Fachbegriff Condylomata acuminata), sind gutartige Wucherungen an Penis, Hodensack, Vulva, Scheide, After oder in der Leiste. Sie entstehen durch humane Papillomviren (HPV), in etwa 90 Prozent der Fälle durch die Niedrigrisikotypen 6 und 11, die nur ein sehr geringes Krebsrisiko haben. Angesteckt wird man sich vor allem beim Sex über engen Haut- und Schleimhautkontakt; Kondome senken das Risiko, schützen aber nicht sicher. Bis die Warzen sichtbar werden, vergehen meist zwei bis drei Monate, manchmal nur Wochen, manchmal bis zu acht Monate. Feigwarzen sind häufig und gut behandelbar. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt erkennt sie meist mit bloßem Auge. Behandelt wird mit verschreibungspflichtigen Lösungen, Cremes oder Salben, die Sie zu Hause auftragen, oder in der Praxis mit Vereisung, Ätzlösung oder einem kleinen Eingriff. Rückfälle sind häufig, deshalb gehören Kontrolltermine dazu. Bei medizinischer Notwendigkeit kann die Behandlung über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden. Den besten Schutz bietet die HPV-Impfung im Kindes- und Jugendalter.
Was sind Feigwarzen?
Humane Papillomviren sind eine große Virusfamilie: Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt über 230 Typen, von denen gut 40 den Genital- und Analbereich befallen. Unterschieden werden Hochrisikotypen, die bei jahrelanger Infektion Krebsvorstufen und Krebs auslösen können, und Niedrigrisikotypen, die vor allem Warzen verursachen. Feigwarzen gehören zur zweiten Gruppe. Es sind also nicht dieselben Viren, die hinter Gebärmutterhalskrebs stecken, auch wenn man sich mit beiden gleichzeitig anstecken kann (mehr dazu unten unter „Krebsrisiko").
HPV ist extrem verbreitet. Nach Schätzungen des RKI infizieren sich über 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen mindestens einmal im Leben, meist ohne es zu merken, und die Infektion heilt oft von selbst aus. Sichtbare Feigwarzen bekommen deutlich weniger: Etwa 1 bis 2 Prozent der sexuell aktiven Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren haben sie, für Deutschland wurden rund 170 Neuerkrankungen pro 100.000 Personenjahre beschrieben. Am häufigsten betroffen sind Frauen zwischen 20 und 24 und Männer zwischen 25 und 29 Jahren. Das Risiko, irgendwann im Leben Feigwarzen zu bekommen, schätzen Leitlinie und RKI auf 5 bis 10 Prozent.
Feigwarzen sind eine sexuell übertragbare Infektion wie andere auch. Viele Betroffene empfinden sie trotzdem als sehr belastend, das RKI spricht ausdrücklich von einer erheblichen psychosozialen Belastung. Scham ist verständlich, aber unnötig: Für eine Hautarztpraxis sind Feigwarzen Alltag, und alles, was Sie dort erzählen, fällt unter die ärztliche Schweigepflicht. Eine Meldepflicht gibt es für HPV und Feigwarzen nicht.
Zur Einordnung der Quellen: Die deutsche S2k-Leitlinie zu HPV-bedingten Veränderungen im äußeren Genital- und Analbereich (AWMF-Register 082-008, Langfassung von 2017) war nach eigener Angabe bis Dezember 2021 gültig; eine aktualisierte Fassung haben wir nicht gefunden. Ihre Empfehlungen geben wir deshalb ausdrücklich als Stand von 2017 wieder und ergänzen sie um den im September 2026 vollständig aktualisierten RKI-Ratgeber zu HPV, die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und die aktuellen Fach- und Gebrauchsinformationen der Arzneimittel.
Wie steckt man sich an?
HPV wird über direkten Haut- und Schleimhautkontakt weitergegeben. Die Viren dringen durch winzige Verletzungen in die unterste Zellschicht ein. Im Genital- und Analbereich geschieht das vor allem beim Vaginal- und Analverkehr, über Oralsex können sie auch Mund und Rachen erreichen. Das Berühren von Feigwarzen und das gemeinsame Benutzen von Sexspielzeug sind weitere Wege. Selten ist eine Schmierinfektion über Hände oder Gegenstände wie Handtücher, und ebenfalls selten wird HPV unter der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen.
- Kondome senken das Risiko, verhindern eine Ansteckung aber nicht sicher, weil HPV auch auf Haut sitzt, die das Kondom nicht bedeckt.
- Hygiene schützt nicht. Weil das Virus in der Haut steckt, lässt es sich nicht abwaschen.
- Beschnitten zu sein schützt laut RKI nicht vor HPV, kann das Risiko am Penis aber etwas verringern.
- Rauchen und eine behandlungsbedürftige Immunschwäche erhöhen das Risiko, dass eine HPV-Infektion nicht ausheilt.
Zwischen Ansteckung und sichtbaren Warzen liegen nach dem RKI-Ratgeber meist zwei bis drei Monate, die Spanne reicht von wenigen Wochen bis etwa acht Monate. Hinzu kommt: HPV kann unterhalb der Nachweisgrenze in der Haut verbleiben und später wieder aktiv werden, etwa in einer Schwangerschaft. Wann und von wem Sie sich angesteckt haben, lässt sich deshalb meist nicht sagen. Neue Feigwarzen in einer langjährigen Beziehung sind kein Beweis für eine neue Ansteckung.
Ansteckend ist HPV, solange es nachweisbar ist. Am größten ist die Gefahr bei sichtbaren Warzen, übertragen werden kann das Virus nach der Leitlinie aber auch ohne sie. Eine überstandene Infektion hinterlässt oft keinen verlässlichen Schutz: Laut RKI bilden nur etwa 20 bis 30 Prozent der Männer und 70 bis 80 Prozent der Frauen danach Antikörper, eine erneute Ansteckung ist möglich.
Wie sehen Feigwarzen aus?
Im Anfangsstadium sind Feigwarzen meist nur stecknadelkopfgroße, flache Knötchen, die man leicht übersieht. Sie können hautfarben, weißlich, rötlich oder graubraun sein. Zunächst stehen sie einzeln, später oft in Gruppen dicht beieinander und wachsen zu größeren Knoten mit zerklüfteter Oberfläche. Manche sitzen breit auf, andere hängen an einem Stiel.
Viele Feigwarzen verursachen keine Beschwerden. Möglich sind Juckreiz, Brennen, Schmerzen, ein Spannungsgefühl oder leichte Blutungen, etwa nach dem Sex oder beim Abwischen. Wo sie auftreten, hängt auch vom Geschlecht ab:
- Bei Männern vor allem an Eichel, Vorhaut und Vorhautbändchen, bei beschnittenen Männern eher am Penisschaft, außerdem am Hodensack und an der Harnröhrenmündung.
- Bei Frauen an Schamlippen und Scheideneingang, in der Scheide und am Gebärmutterhals. Innen gelegene Warzen bemerkt man selbst oft nicht.
- Bei allen Geschlechtern in der Leiste, am Schamhügel, rund um den After, im Analkanal und in der Harnröhre; laut Leitlinie betreffen 10 bis 20 Prozent der Feigwarzen die Harnröhre. Warzen im Analkanal bedeuten nicht automatisch, dass Analverkehr stattgefunden hat: Die Leitlinie beschreibt, dass HPV auch durch Selbstübertragung dorthin gelangen kann, etwa beim Reinigen nach dem Stuhlgang oder beim Einführen von Zäpfchen. Selten sind Mund und Rachen betroffen.
Eine seltene Sonderform ist das Riesenkondylom (Buschke-Löwenstein-Tumor). Es wächst groß und zerstört umliegendes Gewebe, streut aber nicht. Solche Befunde werden immer feingeweblich untersucht und gehören in spezialisierte Hände.
Was sonst dahinterstecken kann
Nicht jedes Knötchen im Intimbereich ist eine Feigwarze. Einige harmlose Normvarianten sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, und umgekehrt können sich hinter einer vermeintlichen Warze andere Erkrankungen verbergen. Das RKI und die Leitlinie nennen unter anderem:
| Veränderung | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Hornzipfel am Penis oder an der Vulva (Hirsuties papillaris) | harmlose Normvariante ohne Krankheitswert, keine Behandlung nötig |
| Dellwarzen | glänzende Knötchen mit kleiner Delle, ausgelöst durch ein Pockenvirus, siehe Dellwarzen entfernen |
| Stielwarzen (Fibrome) | weiche, gestielte Hautanhängsel, siehe Stielwarzen entfernen |
| Alterswarzen (seborrhoische Keratosen) | gutartige, nicht ansteckende Hautwucherungen, siehe Alterswarzen entfernen |
| Marisken | harmlose Hautfalten am After |
| Condylomata lata | breite, flache Knötchen bei einer Syphilis, die mit Antibiotika behandelt wird |
| Genitalherpes | schmerzhafte Bläschen, die kommen und gehen, siehe Geschlechtskrankheiten und Herpes |
| Krebsvorstufen, zum Beispiel die bowenoide Papulose | meist rötliche, wenige Millimeter große Knötchen; Klärung durch Gewebeprobe |
Fotos zeigen wir bewusst nicht. Ein Bildvergleich im Internet beruhigt selten und ersetzt keine Untersuchung. Einen Überblick über weitere Hautveränderungen bietet unser Ratgeber Hautkrankheiten.
Wann zum Arzt?
Zeitnah, in den nächsten Tagen bis Wochen, sollten Sie jede neue Veränderung im Genital- oder Analbereich ärztlich anschauen lassen, die Sie nicht sicher einordnen können, und ebenso, wenn Ihre Partnerin oder Ihr Partner Feigwarzen hat. Feigwarzen sind kein Notfall, aber kleine und wenige Warzen lassen sich oft einfacher behandeln.
Bald, also nicht erst nach Wochen, sollten Sie sich vorstellen, wenn
- eine Warze blutet, sich verhärtet, aufbricht, dunkel gefärbt ist oder mit dem umliegenden Gewebe verwachsen wirkt,
- eine Warze oder ein Warzenbeet rasch wächst oder größer als etwa einen Zentimeter ist,
- Warzen nach einer Behandlung immer wiederkommen,
- Sie ein geschwächtes Immunsystem haben, etwa durch HIV oder Medikamente nach einer Organtransplantation,
- Sie schwanger sind,
- Warzen bei einem Kind auftreten (siehe unten).
In diesen Situationen empfiehlt die Leitlinie eine genauere Abklärung, oft mit Gewebeprobe, oder eine Behandlung durch erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten, denn selten verbergen sich hinter auffälligen Warzen auch Krebsvorstufen.
Am selben Tag sollten Sie ärztliche Hilfe suchen, wenn Haut oder Schleimhaut nach dem Auftragen stark anschwillt, nässt oder schmerzhaft wund wird; waschen Sie die Creme nach Packungsbeilage ab und pausieren Sie bis zur ärztlichen Rücksprache. Können Sie nicht mehr Wasser lassen, gehen Sie sofort in eine Notaufnahme. Eine Wunde mit Fieber und zunehmender Rötung gehört ebenfalls noch am selben Tag in die Praxis, außerhalb der Sprechzeiten über 116117. Den Notruf 112 wählen Sie bei Atemnot, Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen.
Gab es kürzlich einen ungeschützten Kontakt mit möglichem HIV-Risiko, ist die Frage nach einer HIV-Postexpositionsprophylaxe dringender als die Warzen; wie schnell sie beginnen muss, steht in unserem Ratgeber Geschlechtskrankheiten.
Wer behandelt Feigwarzen?
- Hautarztpraxen: Hautärztinnen und Hautärzte tragen den Facharzttitel für Haut- und Geschlechtskrankheiten und behandeln Feigwarzen an allen äußeren Stellen.
- Frauenarztpraxen, vor allem wenn Scheide oder Gebärmutterhals betroffen sind und für die Krebsfrüherkennung.
- Urologische Praxen, wenn Warzen in der Harnröhre sitzen.
- Proktologische Praxen (Enddarmspezialistinnen und -spezialisten), wenn der Analkanal betroffen ist.
- Gesundheitsämter bieten nach § 19 Infektionsschutzgesetz Beratung und Untersuchung zu sexuell übertragbaren Infektionen an, auf Wunsch anonym. Im Einzelfall kann das eine Behandlung einschließen; in der Regel werden Feigwarzen aber in einer Arztpraxis behandelt.
Bei ausgedehnten, immer wiederkehrenden oder verdächtigen Befunden empfiehlt die Leitlinie, sich an Ärztinnen und Ärzte mit besonderer Erfahrung in der Behandlung solcher Befunde zu wenden.
Die Untersuchung: was auf Sie zukommt
Meist genügt der Blick: Typische Feigwarzen erkennt die Ärztin oder der Arzt ohne weitere Tests. Damit nichts übersehen wird, empfiehlt die Leitlinie, den gesamten äußeren Genitalbereich einschließlich der Haut um den After anzuschauen und abzutasten. Dazu gehört auch ein kurzer Blick in die gespreizte Harnröhrenmündung.
Je nach Befund kommt mehr hinzu:
- Frauen: eine frauenärztliche Untersuchung mit Kolposkopie (Betrachtung des Gebärmutterhalses mit einem Vergrößerungsgerät) und Zellabstrich.
- Warzen am After: eine Tastuntersuchung des Enddarms und eine Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie oder Anoskopie), weil dort häufig weitere Warzen sitzen.
- Warzen an der Harnröhrenmündung: eine Spiegelung der Harnröhre in der Urologie, die meist mit der Behandlung verbunden wird.
- Essigsäuretest: Eine verdünnte Essiglösung kann befallene Stellen besser sichtbar machen und so die Ausdehnung zeigen. Er ist aber nicht sehr zuverlässig und wird nicht von allen Fachleuten empfohlen.
- Gewebeprobe: Bei typischen Feigwarzen und intaktem Immunsystem ist sie nicht nötig. Die Leitlinie empfiehlt sie bei unklarem Befund, bei auffälligen Warzen (dunkel, verhärtet, offen, blutend, verwachsen), bei Warzen über einem Zentimeter, bei Verdacht auf ein Riesenkondylom, bei hartnäckigen oder rasch wiederkehrenden Warzen und bei geschwächtem Immunsystem. Wie eine Hautbiopsie abläuft, beschreibt unser Ratgeber Hautchirurgie.
- Tests auf andere STI: Wer Feigwarzen hat, hat ein höheres Risiko für weitere sexuell übertragbare Infektionen. Je nach Situation wird deshalb auf Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis, HIV und Hepatitis B und C getestet.
Ein HPV-Test zur Bestimmung des Virustyps bringt bei Feigwarzen laut Leitlinie keine Information, die die Behandlung ändert, und wird nicht empfohlen. Eine Ausnahme ist das Riesenkondylom.
Behandlung: die Möglichkeiten im Überblick
Ein Medikament, das HPV selbst abtötet, gibt es nicht. Alle Verfahren beseitigen die sichtbaren Warzen und einen schmalen Saum darum; Viren in der umliegenden Haut können bleiben. Die Leitlinie empfiehlt, Betroffenen immer eine Behandlung anzubieten, und zwar als gemeinsame Entscheidung von Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient. Eine Rolle spielen Größe, Zahl und Lage der Warzen, frühere Behandlungen, Vorerkrankungen, die Ausstattung der Praxis und nicht zuletzt, was Sie selbst bevorzugen und durchhalten können. Infektionen, die man nicht sieht, werden nicht behandelt.
| Verfahren | Wer wendet an | Ablauf | Besonders geeignet für | Schwangerschaft |
|---|---|---|---|---|
| Podophyllotoxin 0,5 % Lösung | Sie selbst | 2-mal täglich an 3 Tagen, dann 4 Tage Pause, bis zu 4 Zyklen | wenige, gut erreichbare Warzen (höchstens 10, zusammen etwa 1,5 cm²) | kontraindiziert |
| Imiquimod 5 % Creme | Sie selbst | 3-mal pro Woche über Nacht, höchstens 16 Wochen | Warzen auf der äußeren Genital- und Analhaut | nicht empfohlen |
| Sinecatechine 10 % Salbe (Grüntee-Extrakt) | Sie selbst | 3-mal täglich, höchstens 16 Wochen | Warzen auf der äußeren Genital- und Analhaut | nicht empfohlen |
| Vereisung (Kryotherapie) | Praxis | etwa wöchentlich wiederholt | mehrere kleine Warzen | möglich |
| Trichloressigsäure 80–90 % | Praxis | etwa wöchentlich wiederholt | kleine Warzen, auch auf Schleimhaut | möglich |
| Abtragen mit scharfem Löffel oder Schere, Elektrokauter, Laser | Praxis oder OP | ein- bis mehrmals, örtliche Betäubung oder Narkose | viele, großflächige oder wiederkehrende Warzen; Abtragen auch bei einzelnen | möglich |
Alle drei Mittel zur Selbstbehandlung waren in Studien wirksamer als ein Scheinmedikament. Welche Methode „die beste" ist, lässt sich aus den Studien nicht sicher ablesen, weil diese sehr unterschiedlich aufgebaut waren.
Selbstbehandlung mit Lösung, Creme oder Salbe
Alle drei Wirkstoffe sind verschreibungspflichtig. Lassen Sie die Diagnose deshalb immer zuerst ärztlich stellen und sich zeigen, wie und wo Sie auftragen. Die Mittel sind nur für die äußere Haut gedacht, nicht für die Scheide, die Harnröhre oder den Analkanal.
Podophyllotoxin gibt es vor allem als 0,5-prozentige Lösung. Sie wird zweimal täglich drei Tage hintereinander aufgetupft, dann folgen vier Tage Pause; dieser Zyklus kann bis zu viermal wiederholt werden. Pro Behandlung sollen es höchstens zehn Warzen von ein bis zehn Millimeter Größe und insgesamt etwa 1,5 Quadratzentimeter sein. Häufig sind Rötung, Brennen und kleine Wunden. Unter 18 Jahren ist die Lösung nicht zugelassen, in der Schwangerschaft darf sie nicht verwendet werden. Eine 0,15-prozentige Creme gibt es auch, sie schnitt im direkten Vergleich mit der Lösung schlechter ab.
Imiquimod regt die Immunantwort der Haut an. Laut Fachinformation tragen Sie die Creme dreimal pro Woche vor dem Schlafengehen dünn auf, zum Beispiel montags, mittwochs und freitags, und waschen sie nach sechs bis zehn Stunden mit Wasser und milder Seife ab. Die Behandlung läuft, bis die Warzen verschwunden sind, höchstens 16 Wochen. Ein Beutel reicht für eine Fläche von etwa 20 Quadratzentimetern. Rötung, Schwellung und oberflächliche Wunden sind häufig und können Teil der Wirkung sein; selten kommen grippeähnliche Beschwerden hinzu. Wird die Reaktion zu stark, pausieren Sie und melden sich in der Praxis. Für Kinder und Jugendliche wird die Creme nicht empfohlen.
Sinecatechine sind ein gereinigter Extrakt aus Grünteeblättern. Die Salbe wird dreimal täglich aufgetragen, für alle Warzen zusammen ein Salbenstrang von höchstens einem halben Zentimeter, und das höchstens 16 Wochen lang. Zugelassen ist sie für Erwachsene mit gesundem Immunsystem, nicht bei eingeschränkter Leberfunktion. In der Schwangerschaft soll sie vorsichtshalber nicht verwendet werden.
Drei Hinweise gelten für die Selbstbehandlung besonders:
- Kondome und Scheidenpessare: Imiquimod-Creme und Sinecatechin-Salbe können laut Fach- und Gebrauchsinformation deren Reißfestigkeit beeinträchtigen. Waschen Sie die Mittel vor dem Sex gründlich ab und besprechen Sie, ob Sie zusätzlich anders verhüten sollten.
- Vorhaut: Wer unbeschnitten ist und Warzen unter der Vorhaut behandelt, sollte die Vorhaut täglich zurückziehen und waschen. Unter Imiquimod sind sonst Fälle von Vorhautverengung beschrieben. Lässt sich die Vorhaut schwerer zurückschieben, brechen Sie die Behandlung ab und melden sich in der Praxis.
- Hände waschen vor und nach dem Auftragen, damit Sie die Viren nicht an andere Stellen tragen.
Behandlung in der Praxis: Vereisung und Ätzung
Bei der Vereisung (Kryotherapie) wird die Warze etwa 10 bis 20 Sekunden lang tiefgefroren, nach dem Auftauen oft ein zweites Mal. Eine Betäubung ist nicht nötig, es brennt und schmerzt aber kurz. Wiederholt wird in etwa wöchentlichen Abständen. In Studien heilten 44 bis 75 Prozent der Behandelten ab, bei 21 bis 42 Prozent kamen die Warzen innerhalb von ein bis drei Monaten zurück. Pigmentveränderungen und kleine oberflächliche Narben sind möglich. Mehr zur Methode lesen Sie in unserem Ratgeber Warzen entfernen.
Bei der Ätzung mit Trichloressigsäure (80 bis 90 Prozent) tupft die Ärztin oder der Arzt die Säure mit einem Wattestäbchen gezielt auf die Warzen; die gesunde Haut drumherum wird zum Beispiel mit einer Zinkpaste geschützt. Auch das wird etwa wöchentlich wiederholt. Es brennt sofort, und es können kleine Wunden entstehen. Vereisung und Ätzung kommen beide auch in der Schwangerschaft infrage.
Operative Entfernung: Abtragen, Elektrokauter, Laser
Bei vielen, großflächigen oder immer wiederkehrenden Warzen ist die operative Entfernung oft der schnellste Weg. Die Warzen werden mit einem scharfen Löffel oder einer feinen Schere abgetragen, mit Strom verödet (Elektrokauter) oder mit einem Laser verdampft, etwa einem CO₂-, Erbium-, Nd:YAG- oder Diodenlaser. Kleinere Befunde werden in örtlicher Betäubung behandelt, ausgedehnte in Narkose. In Studien heilten nach elektrischer Abtragung oder Scherenschlag 89 bis 100 Prozent ab, Rückfälle gab es bei 19 bis 29 Prozent. Danach kann die Wunde schmerzen; wie Sie sie versorgen, beschreibt unser Ratgeber Hautchirurgie. Weil im Rauch beim Verdampfen Erbgut der Viren nachweisbar ist, empfiehlt die Leitlinie dabei eine Rauchabsaugung und Atemschutzmasken.
Ein Laser ist dabei nicht automatisch die bessere Wahl. Die Leitlinie empfiehlt Abtragung, Elektrokauter, Laser, Vereisung und Ätzung gleichrangig; entscheidend ist, was zu Ihrem Befund und zur Erfahrung der Praxis passt.
Kommen Feigwarzen nach Behandlungen mit den genannten Verfahren immer wieder, schlägt die Leitlinie eine Kombination vor: zuerst operativ abtragen und nach dem Abheilen mit Imiquimod-Creme oder Sinecatechin-Salbe nachbehandeln, um Rückfällen vorzubeugen.
Feigwarzen im After oder in der Harnröhre
Warzen im Analkanal werden laut Leitlinie meist oberflächlich abgetragen, mit Elektrokauter, Laser, scharfem Löffel oder Schere, häufig in Narkose. Zu tief soll dabei nicht geschnitten werden, weil sonst Narben den Analkanal verengen können. Danach sind ein weicher Stuhlgang und eine gute Schmerzbehandlung wichtig; bei sehr ausgedehnten Befunden empfiehlt die Leitlinie eine Behandlung im Krankenhaus. Cremes sind für die Anwendung im Analkanal nicht zugelassen.
Warzen in der Harnröhre behandelt die Urologie, meist mit einer Spiegelung, bei der die Warzen zugleich entfernt werden.
Was nicht empfohlen wird
- Podophyllin-Lösung, ein älteres Mittel, gilt in der Leitlinie als überholt, weil sie schlechter wirkt und schwere Nebenwirkungen auslösen kann. Auch Cidofovir soll nicht eingesetzt werden.
- Interferon als Spritze oder Infusion zusätzlich zur örtlichen Behandlung empfiehlt die Leitlinie nicht, ebenso wenig die HPV-Impfung als „Therapie" während der Behandlung.
- Rezeptfreie Warzenmittel für Hände und Füße sind nicht für den Intimbereich gedacht. Eine verbreitete Salicylsäure-Lösung etwa darf laut Packungsbeilage ausdrücklich nicht im Genitalbereich angewendet werden.
- Selbst abschneiden, abbinden oder abbrennen sollten Sie nicht. Abtragen, Veröden und Vereisen sind in der Leitlinie ärztliche Verfahren, mit Betäubung und Wundversorgung. Hausmittel nennt die Leitlinie nicht als Behandlungsoption.
Rückfälle und Nachsorge
Rückfälle sind bei Feigwarzen häufig. Nach der Leitlinie treten bei bis zu 70 Prozent der erfolgreich Behandelten innerhalb von sechs Monaten neue Warzen auf. Das muss nicht an der Behandlung liegen: Viren können in der umliegenden Haut bleiben, kleine Warzen werden übersehen, oder es kommt zu einer erneuten Ansteckung. In Studien lagen die Rückfallraten nach Selbstbehandlung mit Imiquimod bei 6 bis 26 Prozent, mit Sinecatechinen bei 7 bis 11 Prozent und mit Podophyllotoxin zwischen 6 und 100 Prozent; direkt vergleichen lassen sich diese Zahlen nicht.
Die Leitlinie empfiehlt deshalb feste Kontrolltermine:
- nach dem ersten Auftreten äußerer Feigwarzen eine Kontrolle 4 bis 8 Wochen nach der Behandlung und, wenn dann alles abgeheilt ist, eine abschließende nach weiteren 3 bis 6 Monaten,
- bei Warzen im Analkanal oder in der Harnröhre und bei wiederholten Rückfällen Kontrollen alle 3 bis 6 Monate, bis Sie mindestens zwölf Monate warzenfrei sind,
- bei HIV oder einer anderen Immunschwäche lebenslang alle 3 bis 12 Monate, je nach Befund.
Was Sie selbst tun können:
- Selbst nachschauen: Lassen Sie sich zeigen, worauf Sie achten sollten, und kommen Sie bei neuen Knötchen früh wieder.
- Nicht rasieren: Eine Rasur im Intimbereich kann über winzige Hautverletzungen die Infektion in der rasierten Fläche verteilen. Die Leitlinie rät während der Behandlung und Nachsorge zu Enthaarungscreme oder einem Kurzhaarschneider.
- Nicht rauchen: Rauchen verschlechtert vermutlich die Aussicht, warzenfrei zu bleiben, und erschwert das Ausheilen der HPV-Infektion.
Partnerschaft und Sex
Wer Feigwarzen hat, fragt sich oft zuerst, woher sie kommen. Darauf gibt es fast nie eine sichere Antwort, und das RKI rät ausdrücklich zu einem sachlichen, nicht stigmatisierenden Umgang mit der Diagnose. Wichtiger ist der Blick nach vorn:
- Information und Untersuchung: Die abgelaufene Leitlinie von 2017 empfahl, aktuelle und kürzlich zurückliegende Sexualkontakte zu informieren und ihnen eine Untersuchung anzubieten. Der RKI-Ratgeber von 2026 empfiehlt dagegen keine routinemäßige Partnerdiagnostik oder Partnerbehandlung. Partnerinnen und Partner mit sichtbaren Veränderungen oder Beschwerden sollten sich fachärztlich untersuchen lassen; routinemäßige HPV-Tests oder Harnröhrenabstriche ohne konkreten Anlass sind nicht vorgesehen.
- Kondome: Die abgelaufene Leitlinie von 2017 empfahl sie beim Vaginal-, Anal- und Oralsex, bis mindestens sechs Monate keine Warzen mehr aufgetreten sind. Kondome schützen nicht vollständig, wenn infizierte Haut außerhalb der bedeckten Fläche liegt.
- Oralsex: Bei Warzen an Penis, Scheide, After oder Mund rät das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, vorerst darauf zu verzichten.
- Nicht teilen: Handtücher, Badeschwämme, Körperbürsten und Sexspielzeug.
Vierteljährliche Partnerkontrollen ohne Beschwerden werden im RKI-Ratgeber von 2026 nicht empfohlen; bei neuen sichtbaren Veränderungen sollte sich die betroffene Person fachärztlich untersuchen lassen.
Feigwarzen in der Schwangerschaft
Feigwarzen in der Schwangerschaft gehen nach der Leitlinie zu einem großen Teil auf ältere HPV-Infektionen zurück, die wieder aktiv geworden sind; sie müssen also nicht von einer neuen Ansteckung stammen. Typisch ist, dass sie ab etwa der 14. Schwangerschaftswoche auftauchen, bis zur 28. Woche wachsen und sich nach der 30. bis 34. Woche oft wieder zurückbilden. Die Leitlinie rät deshalb, bis zur 34. Woche mit einer Behandlung zurückhaltend zu sein.
Muss behandelt werden, kommen vor allem Vereisung, Trichloressigsäure und operative Verfahren wie der CO₂-Laser infrage. Podophyllotoxin ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, Imiquimod und Sinecatechine werden nicht empfohlen. Große Warzen können nach der 34. Woche entfernt werden, um den Geburtsweg frei zu machen. Selten überträgt sich HPV unter der Geburt auf das Kind und verursacht später warzenartige Wucherungen in den Atemwegen. Ein Kaiserschnitt verhindert das nicht sicher und ist nach der Leitlinie nur nötig, wenn Warzen den Geburtsweg versperren. Wenn Ihre Vorsorgeuntersuchungen unauffällig waren und kein neues Risiko besteht, sind wegen der Feigwarzen keine erneuten Tests auf andere STI nötig.
Feigwarzen bei Kindern
Feigwarzen bei Kindern verunsichern Eltern verständlicherweise sehr. Sie können auf sexuellen Missbrauch hinweisen und müssen deshalb behutsam abgeklärt werden, durch eine kinderärztliche Praxis oder Ärztinnen und Ärzte mit Erfahrung im Kinderschutz. Die Leitlinie betont aber auch: Die Viren können unter der Geburt oder über die Hände übertragen werden, eine HPV-Infektion bei Kindern bedeutet also nicht zwangsläufig Missbrauch. Bei kleinen Kindern heilen Feigwarzen häufig von selbst ab, laut Leitlinie bis zu etwa 65 Prozent; Abwarten mit regelmäßigen Kontrollen ist deshalb möglich. Die Mittel zur Selbstbehandlung sind für Kinder nicht zugelassen oder nicht empfohlen; muss behandelt werden, geschieht das meist in Narkose.
Sexuell aktive Jugendliche werden wie Erwachsene untersucht und behandelt. Ungeimpften Jugendlichen unter 18 Jahren empfiehlt das RKI, die HPV-Impfung zeitnah nachzuholen, auch wenn schon eine HPV-Infektion besteht.
Bei HIV oder geschwächtem Immunsystem
Menschen mit HIV oder einer anderen Immunschwäche, etwa durch Medikamente nach einer Organtransplantation, haben häufiger ausgedehnte und hartnäckige Feigwarzen. Nach der Leitlinie finden sich in 18 bis 56 Prozent ihrer Warzen Zellveränderungen, die Krebsvorstufen sein können. Deshalb wird bei ihnen eine Gewebeprobe empfohlen, auch der Analkanal wird immer mit untersucht. Die Behandlung ist im Prinzip dieselbe, bevorzugt aber schonende Verfahren, die sich wiederholen lassen. Sinecatechine und Podophyllotoxin sind für Menschen mit Immunschwäche nicht zugelassen. Die Nachsorge dauert lebenslang.
Krebsrisiko: Niedrigrisiko- und Hochrisikotypen auseinanderhalten
Feigwarzen selbst werden nur sehr selten bösartig. Übergänge zu hochgradigen Zellveränderungen beschreibt die Leitlinie nur in seltenen Fällen. Trotzdem gibt es zwei Gründe, genau hinzusehen:
- Menschen mit Feigwarzen haben statistisch ein erhöhtes Risiko für andere HPV-bedingte Erkrankungen, etwa Krebsvorstufen an Gebärmutterhals, Vulva, Penis oder After. Die Leitlinie führt das vor allem auf gemeinsame Risikofaktoren wie Rauchen, viele Sexualkontakte oder eine Immunschwäche zurück. Man kann sich zudem gleichzeitig mit Niedrig- und Hochrisikotypen anstecken.
- Manche Krebsvorstufen sehen warzenähnlich aus, zum Beispiel die bowenoide Papulose. Deshalb die Gewebeprobe bei allem, was untypisch wirkt.
Die Hochrisikotypen, allen voran HPV 16, verursachen in Deutschland nach Daten des RKI rund 10.000 Krebserkrankungen pro Jahr, am häufigsten Gebärmutterhalskrebs (etwa 4.300 Fälle), gefolgt von Krebs im Mund-Rachen-Raum (etwa 2.550) und im Analkanal (etwa 2.150). Diese Infektionen verursachen meist weder Beschwerden noch sichtbare Warzen. Bis aus einer anhaltenden Infektion Krebs entsteht, vergehen in der Regel viele Jahre.
Für Frauen gibt es deshalb seit 2020 ein organisiertes Früherkennungsprogramm: von 20 bis 34 Jahren jährlich einen Zellabstrich, ab 35 Jahren alle drei Jahre einen Zellabstrich zusammen mit einem HPV-Test. Nutzen Sie diese Untersuchungen, auch wenn Sie geimpft sind und auch nach überstandenen Feigwarzen. Für Männer und für andere Körperstellen gibt es in Deutschland keine organisierten Früherkennungsprogramme. Für Menschen mit besonders hohem Risiko für Analkrebs, etwa mit HIV, gibt es eine eigene Leitlinie zur Früherkennung von Vorstufen im Analkanal; sprechen Sie Ihre HIV-Schwerpunktpraxis darauf an.
HPV-Impfung: der beste Schutz vor Feigwarzen
In Deutschland gibt es zwei HPV-Impfstoffe. Nur der 9-valente Impfstoff schützt zusätzlich zu sieben Hochrisikotypen auch vor den Typen 6 und 11 und damit vor dem allergrößten Teil der Feigwarzen.
- Empfehlung der STIKO: für alle Kinder von 9 bis 14 Jahren, unabhängig vom Geschlecht, mit zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten.
- Nachholen bis zum 18. Geburtstag; wer erst ab 15 Jahren beginnt, braucht drei Impfungen. Eine unterbrochene Impfserie muss nicht neu begonnen werden.
- Keine Auffrischung nötig: Nach aktuellem Wissen hält der Schutz sehr lange, wahrscheinlich lebenslang. Einen HPV-Test vor der Impfung empfiehlt das RKI nicht.
- Kosten: Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Impfung. Manche Kassen zahlen auch für Erwachsene; ob und bis zu welchem Alter, klären Sie vorher mit Ihrer Kasse.
Die Impfung wirkt am besten, bevor man mit HPV in Kontakt kommt. Wie stark der Schutz vor Feigwarzen vom Alter abhängt, zeigt eine norwegische Registerstudie mit über zwei Millionen Menschen, die das RKI 2026 zusammenfasst: Bei einer ersten Impfung ab etwa 20 Jahren unterschied sich die Häufigkeit von Feigwarzen nicht mehr relevant von der Ungeimpfter. Wer bereits Feigwarzen hatte, bekam nach der Impfung nicht deutlich seltener neue.
Was heißt das für Erwachsene mit Feigwarzen? Behandeln kann die Impfung bestehende Warzen nicht. Die Leitlinie von 2017 hielt eine Impfung nach erfolgreicher Behandlung für erwägenswert, um Rückfälle und neue Ansteckungen zu verringern; die neueren Registerdaten sprechen eher gegen einen deutlichen Nutzen gegen erneute Feigwarzen. Vor Hochrisikotypen, mit denen Sie sich noch nicht angesteckt haben, kann sie im Einzelfall dennoch schützen. Ob sich das für Sie lohnt, hängt von Ihrer Lebenssituation ab; das RKI empfiehlt, das mit der Ärztin oder dem Arzt abzuwägen.
Was zahlt die Krankenkasse?
| Leistung | Gesetzlich Versicherte |
|---|---|
| Untersuchung, Gewebeprobe, Tests auf andere STI bei Verdacht | können bei medizinischer Notwendigkeit in einer Kassenpraxis über die gesetzliche Kasse abgerechnet werden |
| Vereisung, Ätzung, operative Abtragung, Elektrokauter | können bei medizinischer Notwendigkeit in einer Kassenpraxis über die gesetzliche Kasse abgerechnet werden |
| Podophyllotoxin, Imiquimod, Sinecatechine | verschreibungspflichtig, auf Kassenrezept; ab 18 Jahren die gesetzliche Zuzahlung (10 %, mindestens 5, höchstens 10 Euro, nie mehr als der Preis) |
| Laserbehandlung | keine allgemeine Aussage möglich; vorab mit Praxis und Kasse klären |
| HPV-Impfung 9 bis 17 Jahre | Kassenleistung |
| HPV-Impfung ab 18 Jahren | freiwillige Leistung einzelner Kassen; vorher nachfragen |
| Beratung und Untersuchung im Gesundheitsamt | je nach Ort kostenlos oder gegen Gebühr, auf Wunsch anonym |
Wird Ihnen eine Behandlung als Selbstzahlerleistung angeboten, fragen Sie nach einem schriftlichen Kostenvoranschlag und danach, ob es eine Alternative gibt, die über die Kasse abgerechnet werden kann. Nach der Leitlinie soll Betroffenen stets eine Behandlung angeboten werden; Feigwarzen sind also kein rein kosmetisches Problem.
Kosten: Kasse vs. Selbstzahler (IGeL)
Gesetzliche Kasse (GKV): Untersuchung und Behandlung von Feigwarzen können bei medizinischer Notwendigkeit in einer Kassenpraxis über die gesetzliche Kasse abgerechnet werden. Für die verschreibungspflichtigen Cremes, Salben und Lösungen zahlen gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren die gesetzliche Zuzahlung (10 %, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als der Preis). Ob eine Laserbehandlung über die Kasse läuft, vorab mit Praxis und Kasse klären.
Richtwerte — die tatsächlichen Kosten legt die Praxis individuell fest.
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Häufige Fragen
Verwandte Behandlungen
Quellen
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Humane Papillomvirus-assoziierte Erkrankungen, Stand 24.09.2026 (vollständig aktualisiert, Epidemiologisches Bulletin 39/2026) (abgerufen 2026-10-22)
- Paul-Ehrlich-Gesellschaft / HPV Management Forum: S2k-Leitlinie HPV-assoziierte Läsionen der äußeren Genitalregion und des Anus – Genitalwarzen und Krebsvorstufen (AWMF-Register 082-008), Langfassung 2017, gültig bis Dezember 2021 (abgerufen 2026-10-22)
- Gross GE, Werner RN et al.: S2k guideline HPV-associated lesions of the external genital region and the anus (short version). JDDG 2018;16(2):242–255 (abgerufen 2026-10-22)
- Robert Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zur HPV-Infektion, Stand 28.05.2026 (abgerufen 2026-10-22)
- Robert Koch-Institut / STIKO: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu HPV-Impfung und HPV-Infektion, Stand 29.05.2026 (abgerufen 2026-10-22)
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Humane Papillomviren, Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 27/2018 (abgerufen 2026-10-22)
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: HPV-Schutzimpfung (abgerufen 2026-10-22)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (liebesleben.de): HPV und Feigwarzen (abgerufen 2026-10-22)
- Gelbe Liste: Feigwarzen – Symptome, Diagnostik, Therapie (abgerufen 2026-10-22)
- EMA: Produktinformation Imiquimod 5 % Creme (Fachinformation deutsch) (abgerufen 2026-10-22)
- Rote Liste PatientenInfo-Service: Gebrauchsinformation Sinecatechine 10 % Salbe (Grüntee-Extrakt) (abgerufen 2026-10-22)
- Rote Liste PatientenInfo-Service: Gebrauchsinformation einer rezeptfreien Salicylsäure-Lösung gegen Warzen (abgerufen 2026-10-22)
- Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1: verschreibungspflichtige Stoffe (abgerufen 2026-10-22)
- Infektionsschutzgesetz (IfSG) § 19: Aufgaben des Gesundheitsamtes in besonderen Fällen (abgerufen 2026-10-22)
- § 31 SGB V: Arznei- und Verbandmittel (Zuzahlung ab 18 Jahren) (abgerufen 2026-10-22)
- § 61 SGB V: Zuzahlungen (10 Prozent, mindestens 5, höchstens 10 Euro) (abgerufen 2026-10-22)
- Bundesministerium für Gesundheit: Zuzahlung und Erstattung von Arzneimitteln (abgerufen 2026-10-22)
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.