
Hautkrankheiten: von A bis Z erkennen, einordnen, behandeln lassen
Fast 60 Hautkrankheiten und Hautveränderungen in kurzen Porträts: wie sie aussehen, ob sie ansteckend sind, was die Hautarztpraxis tut und wie dringend ein Termin ist. Dazu die Notfallzeichen für den Notruf 112, die Regeln für Kita und Schule, die Hautkrebsvorsorge ab 35, die Kosten und Links zu den ausführlichen Ratgebern.
Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 22.10.2026
Hautkrankheiten reichen von harmlosen Alterswarzen über chronische Erkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte bis zu Hautkrebs. Viele lassen sich gut behandeln, sobald feststeht, was dahintersteckt, und nur wenige Situationen sind ein Notfall. Auf dieser Seite finden Sie fast 60 Hautkrankheiten und Hautveränderungen in acht Gruppen, jeweils kurz erklärt: wie sie typischerweise aussehen, ob sie ansteckend sind, was in der Hautarztpraxis passiert und wie dringend ein Termin ist. Zu jeder Erkrankung führt ein Link zum ausführlichen Ratgeber.
Vorab das Wichtigste: Fieber mit roten bis violetten Flecken, die sich nicht wegdrücken lassen, Blasen mit wunden Schleimhäuten sowie Atemnot oder eine anschwellende Zunge sind Gründe für den Notruf 112. Ein Muttermal, das sich verändert, ist dagegen kein Notfall. Es gehört aber zeitnah in die Hautarztpraxis.
Wann zum Arzt und wie dringend?
Die folgende Einteilung fasst die Warnzeichen aus unseren Ratgebern zusammen. Sie ersetzt keine ärztliche Einschätzung: Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 an.
Sofort Notruf 112
- Fieber oder schweres Krankheitsgefühl und rote bis violette Pünktchen oder Flecken, die sich nicht wegdrücken lassen. Das können Einblutungen in die Haut sein, wie sie bei einer Blutvergiftung durch Meningokokken vorkommen; laut Robert Koch-Institut kann diese Erkrankung innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Prüfen lässt sich das mit dem Glastest: Drücken Sie ein durchsichtiges Trinkglas fest auf die Flecken. Bleiben sie sichtbar, rufen Sie 112. Verblassen sie, ist eine schwere Infektion damit nicht sicher ausgeschlossen. Wirkt jemand schwer krank, rufen Sie trotzdem den Notruf.
- Ein sich ausbreitender Ausschlag mit Blasen oder sich ablösender Haut und wunden Stellen an Lippen, Mund, Augen oder Genitalien, oft mit Fieber und in den Wochen nach Beginn eines neuen Medikaments. Dahinter kann eine schwere Arzneimittelreaktion stecken, die im Krankenhaus behandelt werden muss.
- Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen, Engegefühl im Hals, Atemnot, Schwindel oder Kreislaufprobleme, oft zusammen mit Quaddeln, die selten auch durch Licht ausgelöst werden. Das sind Zeichen einer schweren allergischen Reaktion.
- Eine rote, heiße, schmerzhafte Hautstelle mit Zeichen einer schweren Allgemeinerkrankung, etwa Verwirrtheit, Atemnot oder sehr schneller Atmung, Kreislaufproblemen, kalter blasser Haut oder einem extremen Krankheitsgefühl. Das können Zeichen einer Sepsis oder einer anderen lebensbedrohlichen Komplikation einer Weichteilinfektion sein. Fieber oder Schüttelfrost ohne solche Notfallzeichen gehören noch am selben Tag in eine Praxis oder über 116117 abgeklärt.
- Schmerzen, die viel stärker sind, als das Aussehen der Haut erwarten lässt, und rasch zunehmen, vor allem wenn sich die Haut dunkel oder violett verfärbt, große Blasen bildet oder beim Drücken knistert. Das kann auf eine seltene, lebensgefährliche nekrotisierende Weichteilinfektion hinweisen.
- Ein Furunkel oder eine Wundrose im Gesicht zusammen mit starken Kopfschmerzen, einem geschwollenen oder hervortretenden Auge, Doppelbildern, Sehstörungen oder Benommenheit. Sehr selten gelangen Bakterien aus dem Gesicht bis in einen Blutleiter hinter den Augen.
- Fieber zusammen mit Verwirrtheit, Wesensveränderung, einem Krampfanfall oder starken Kopfschmerzen mit Nackensteife, zum Beispiel bei Herpes; selten steckt eine Entzündung des Gehirns dahinter. Bei einem Säugling gilt das auch für Atemaussetzer, einen Krampfanfall oder wenn er kaum noch weckbar ist. Bei einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit rufen Sie 112, wenn Ihr Kind einen Krampfanfall hat, kaum wach zu bekommen ist, einen steifen Nacken hat, plötzlich einen Arm oder ein Bein nicht mehr richtig bewegen kann, schwer Luft bekommt oder auffallend schnell atmet; das ist dort sehr selten.
- Bei bekannter systemischer Sklerose: plötzliche starke Atemnot oder Atemnot in Ruhe, Schmerzen oder Druck in der Brust, Herzrasen mit Schwindel oder eine Ohnmacht. Den Notruf brauchen Sie auch bei starken Kopfschmerzen mit sehr hohem Blutdruck, Sehstörungen, Verwirrtheit oder einem Krampfanfall; das können Zeichen einer renalen Krise sein, eines plötzlichen Blutdruckanstiegs mit rasch nachlassender Nierenfunktion. Ein erster Krampfanfall bei einem Kind mit Morphea an Stirn oder Gesicht ist ebenfalls ein Fall für die 112.
- Ein Baby mit einem Blutschwamm (Hämangiom) bekommt schwer Luft. Rufen Sie bei deutlicher Atemnot 112. Ein neu auftretendes pfeifendes oder ziehendes Geräusch beim Einatmen ohne deutliche Atemnot muss ebenfalls sofort in einer Kinderklinik oder Notaufnahme abgeklärt werden.
- Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen beim Einatmen, Herzrasen oder blutiger Husten, zum Beispiel bei bekannten Krampfadern oder nach einer Beinschwellung. Das können Zeichen einer Lungenembolie sein.
Noch heute ärztlich abklären
In die Haus-, Kinder- oder Hautarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten über 116117:
- eine neue, schmerzhafte, heiße, geschwollene Rötung, die sich ausbreitet, vor allem mit Fieber, Frösteln oder Schüttelfrost, etwa am Unterschenkel oder im Gesicht; bei einer Wundrose kommt das Fieber oft schon vor der Rötung
- ein Ausschlag mit Fieber, vor allem bei Kindern. Hat ein Säugling unter drei Monaten 38 Grad oder mehr, lassen Sie ihn sofort untersuchen, auch ohne Ausschlag, notfalls in einer Kinderklinik. Dasselbe gilt, wenn ein Baby in den ersten Lebenswochen schlecht trinkt, teilnahmslos wirkt, eine graue Hautfarbe oder Bläschen hat, besonders wenn jemand in seinem Umfeld gerade Herpes hat oder die Mutter um die Geburt herum an einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkrankt war
- ein Kind mit Hand-Fuß-Mund-Krankheit, das wegen der Mundschmerzen kaum oder gar nicht mehr trinkt, seit etwa zwölf Stunden kein Wasser gelassen hat oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel zeigt, etwa deutlich weniger nasse Windeln, Weinen ohne Tränen, einen trockenen Mund oder eingesunkene Augen; ebenso ein Baby unter sechs Monaten mit Hand-Fuß-Mund-Krankheit und Beschwerden, die deutlich schlimmer statt besser werden
- der Verdacht auf eine Gürtelrose, möglichst am selben oder nächsten Tag; bei Bläschen an Stirn, Nase oder Auge noch am selben Tag auch zur Augenärztin oder zum Augenarzt, bei Befall des Ohrs in eine HNO-Praxis
- Bläschen am Augenlid oder ein rotes, schmerzendes, lichtempfindliches Auge mit verschwommenem Sehen bei Herpes: noch heute in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik; tropfen Sie keine kortisonhaltigen Augentropfen auf eigene Faust ein
- ein neuer Ausschlag kurz nach Beginn eines Medikaments, ohne die Notfallzeichen oben: Rufen Sie die verordnende Praxis an und setzen Sie nichts eigenmächtig ab
- bei Lichen planus ein Mund, der so schmerzt, dass Sie kaum noch essen oder trinken können, oder eine mögliche Schwangerschaft unter dem Wirkstoff Acitretin
- eine Neurodermitis, die plötzlich viele kleine Bläschen, Krusten oder Eiter bildet, schmerzt oder mit Fieber einhergeht: Gehen Sie damit sofort in eine Praxis
- ein Furunkel oder Abszess im Gesicht, besonders an Nase oder Oberlippe, an Hand oder Finger, im Genitalbereich oder am After, außerdem ein Karbunkel oder mehrere Furunkel zugleich; drücken Sie nichts selbst aus
- ein Keloid, eine frische Operationswunde oder ein frisches Piercing, das sich entzündet: zunehmende Rötung, Schwellung, Überwärmung oder starke Schmerzen, Eiter oder eine Wunde, die wieder aufgeht, vor allem zusammen mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl
- Eiter am Nagel mit pochendem Schmerz, ein roter Strich vom Nagel weg oder eine prall geschwollene Fingerkuppe, bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen auch schon eine eiternde Stelle oder eine sich ausbreitende Rötung an Finger oder Zeh. Wird ein Finger gebeugt gehalten, ist rundum geschwollen und schmerzt beim Strecken stark, gehört er sofort in eine Klinik mit Handchirurgie: Das sind Zeichen einer Sehnenscheideninfektion
- eine offene Stelle unter oder neben einem Hühnerauge, die gerötet, geschwollen, überwärmt ist oder eitert, besonders bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen; ebenso eine sich dort ausbreitende Rötung, ein roter Streifen Richtung Knöchel oder Knie oder wenn Fieber oder Schüttelfrost dazukommen
- ein Finger oder Zeh, der nach einem Raynaud-Anfall nicht wieder warm und rosig wird, sondern weiß, blau oder dunkel und schmerzhaft bleibt; bei systemischer Sklerose außerdem ein Geschwür an Finger oder Zeh, das sich entzündet, oder ein zu Hause gemessener Blutdruck, der oben um mehr als 30 oder unten um mehr als 20 mmHg über Ihren üblichen Werten liegt, auch wenn Sie sich wohlfühlen
- ein Blutschwamm beim Baby, der aufgebrochen ist, nässt, blutet, sich entzündet oder das Lid so weit herunterdrückt, dass Ihr Kind das Auge nicht mehr richtig öffnen kann; hört eine Blutung trotz einigen Minuten festen Drucks nicht auf, sofort in eine Notaufnahme oder Kinderklinik
- ein wunder Po mit Blasen, eitrigen Pusteln, gelblichen Krusten oder offenen, blutenden Stellen oder ein Baby, das deutlich schlechter trinkt. Wird die Haut rasch großflächig rot und löst sich wie nach einer Verbrühung ab, lassen Sie Ihr Kind sofort untersuchen
- Blasen, starke Schwellungen oder Fieber nach Sonnenkontakt und jeder Sonnenbrand oder Ausschlag nach der Sonne bei einem Baby oder Kleinkind
- eine zurückgeschobene Vorhaut, die hinter der Eichel festklemmt, oder wenn Sie kein Wasser mehr lassen können, etwa bei einem Lichen sclerosus: Gehen Sie sofort in eine geöffnete Urologie- oder Arztpraxis oder in eine Notaufnahme
- eine Hautstelle, die stark blutet und trotz 10 bis 15 Minuten festen, ununterbrochenen Drucks nicht aufhört, etwa bei Hautkrebs
- eine plötzliche, meist einseitige Schwellung des Beins mit Schmerzen und warmer, geröteter oder bläulicher Haut, möglicherweise eine Thrombose
- ein mögliches HIV-Risiko, etwa nach einem Kondomunfall: Wenden Sie sich sofort an eine Notaufnahme oder eine HIV-Schwerpunktpraxis. Eine vorbeugende Behandlung (PEP) beginnt laut Leitlinie am besten innerhalb von zwei Stunden und spätestens nach 72 Stunden.
Zeitnah, in den nächsten Tagen bis wenigen Wochen
- ein Muttermal, das sich verändert, ein neues auffälliges Mal, eine Wunde oder Kruste, die nicht abheilt, oder eine Stelle, die länger als etwa zwei Wochen bleibt, blutet oder wächst; nennen Sie bei der Terminvereinbarung ausdrücklich den Verdacht auf Hautkrebs. Ein neuer, fester, wachsender Knoten oder ein Mal, das ohne Verletzung blutet, gehört möglichst innerhalb weniger Tage abgeklärt
- der Verdacht auf Krätze, Borkenflechte oder Kopfpilz, vor allem bei Kindern, die eine Kita oder Schule besuchen
- ein Blutschwamm beim Baby am oder um das Auge, an Nase, Lippe, Mund oder Ohr, im Windelbereich oder in einer Hautfalte, flächig im Gesicht, an Kinn, Hals oder unterem Rücken, ein schnell wachsender Blutschwamm oder fünf und mehr davon: innerhalb weniger Tage, möglichst noch im ersten Lebensmonat
- weiße Flecken einer Vitiligo, die sich innerhalb von Wochen bis drei Monaten rasch ausbreiten, oder weiße Stellen im Intimbereich, die jucken, brennen, einreißen oder schmerzen; bei bekanntem Lichen sclerosus auch neue Knoten oder Wunden, die trotz Behandlung nicht heilen
- eine neue Veränderung im Genital- oder Analbereich, die Sie nicht einordnen können, etwa bei Verdacht auf Feigwarzen
- Furunkel, die immer wiederkommen, oder schmerzhafte Knoten, die sich in Achseln, Leisten oder Gesäßfalte wiederholt bilden; dahinter kann eine Akne inversa stecken
- ein Hautpilz, der trotz konsequenter Behandlung weiterwächst
- ein neuer, schuppender Ausschlag, den Sie für eine Röschenflechte halten, damit die Diagnose feststeht
- bei einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit Fieber, das länger als drei Tage anhält, keine Besserung nach 7 bis 10 Tagen, ein geschwächtes Immunsystem oder honiggelbe Krusten, zunehmende Rötung oder Eiter auf aufgekratzten Stellen; erkranken Sie in der Schwangerschaft selbst, melden Sie sich in der Frauenarztpraxis, kurz vor dem Geburtstermin umgehend dort oder in der Geburtsklinik
- eine neue verhärtete, glänzende oder elfenbeinfarbene Hautstelle, besonders mit lilafarbenem Rand, oder ein Streifen verhärteter oder eingesunkener Haut an Arm, Bein, Stirn oder Kopfhaut, vor allem bei einem Kind oder wenn sich ein Gelenk darunter nicht mehr ganz strecken lässt; dahinter kann eine Sklerodermie stecken
- Finger, die bei Kälte anfallsartig weiß werden, wenn das erst nach dem 30. Lebensjahr beginnt, auch die Daumen betrifft, die Finger zugleich anschwellen oder straffer werden oder an den Fingerkuppen Wunden entstehen; eine neue offene Stelle an Fingerkuppe oder Zeh zeigen Sie innerhalb von ein bis zwei Tagen. Bei bekannter systemischer Sklerose gehören außerdem neue Atemnot bei Belastung, anhaltender trockener Husten, Schluckbeschwerden oder ungewollter Gewichtsverlust in Ihre behandelnde Praxis oder Ihr Zentrum
- eine Veränderung der Mundschleimhaut, etwa eine Wunde, ein Knoten, eine verdickte oder raue Stelle oder ein weißer oder roter Fleck, die länger als zwei Wochen besteht; bei bekanntem Lichen planus auch alles, was im Mund oder Genitalbereich neu entsteht oder unter der Behandlung nicht heilt
- bei Diabetes, Nervenschäden, Durchblutungsstörungen der Beine oder geschwächter Abwehr jede neue Druckstelle, Blase, Schwiele mit dunkler Einblutung oder kleine Wunde am Fuß; behandeln Sie sie nicht selbst, sondern zeigen Sie sie der Hausarzt- oder Diabetespraxis oder einer Fußambulanz
- ein Knoten, der wie ein Keloid aussieht, aber ohne erkennbare Verletzung entstanden ist, schnell wächst, sich in Farbe oder Form verändert, blutet, verkrustet, eine offene Stelle bekommt, die nicht abheilt, oder an einer für Keloide ungewöhnlichen Stelle sitzt; selten steckt ein bösartiger Tumor dahinter
- viele neue, breite, rot-violette Dehnungsstreifen ohne erkennbaren Anlass, vor allem zusammen mit blauen Flecken schon bei kleinen Stößen, einem auffallend runden Gesicht oder Muskelschwäche: zuerst in die Hausarztpraxis
- eine ringförmige, wachsende Rötung einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich
- ein neuer Ausschlag in der Schwangerschaft; nach Kontakt mit Masern, Röteln, Ringelröteln oder Windpocken rufen Sie sofort in der frauenärztlichen Praxis an
- plötzlicher oder starker Haarausfall oder kreisrunde kahle Stellen
- neue Gelenkschmerzen bei Schuppenflechte
Regulärer Termin
Einen normalen Termin in der Hautarztpraxis brauchen Sie, wenn Hautveränderungen trotz Pflege und Schonung nicht besser werden, immer wiederkommen, stark jucken und den Schlaf stören oder wenn Sie eine Allergie vermuten. Das gilt auch für juckende, flache, rötlich-violette Knötchen, die nicht von selbst verschwinden, oder weißliche Netze im Mund, wie sie bei einem Lichen planus vorkommen, für eine Narbe, die über den Wundrand hinauswächst oder Monate nach der Verletzung noch dicker wird, juckt oder spannt, und für ein Hühnerauge, das trotz Entlastung über Wochen schmerzt, immer wiederkommt oder vielleicht doch eine Dornwarze ist. Planbar sind auch Behandlungen aus ästhetischen Gründen, etwa gegen Altersflecken, Besenreiser, Stielwarzen oder Dehnungsstreifen.
Hausarzt, Kinderarzt oder Hautarzt?
Akute Ausschläge mit Fieber sind oft gut in der Haus- oder Kinderarztpraxis aufgehoben. Bei einer Gürtelrose zählt vor allem die Zeit; gehen Sie in die Praxis, die Sie am schnellsten erreichen. Eine Wundrose behandelt meist zuerst die Hausarztpraxis, einen Blutschwamm beim Baby die Kinder- und Jugendarztpraxis. Beschwerden im Genitalbereich wie bei einem Lichen sclerosus behandeln Haut-, Frauenarzt- und Urologiepraxen. Bei einer systemischen Sklerose ist in der Regel die Rheumatologie federführend, laut Leitlinie am besten an einem Zentrum für systemische Sklerose. Hornhaut und Hühneraugen trägt die Podologie fachgerecht ab; bei Diabetes ist zuerst die Hausarzt- oder Diabetespraxis gefragt. In die Hautarztpraxis gehören chronische und wiederkehrende Hauterkrankungen, unklare Hautveränderungen, Muttermale, Allergien, Pilzinfektionen, Krätze und Geschlechtskrankheiten. Hautärztinnen und Hautärzte sind Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten.
Hautkrankheiten von A bis Z: der Schnellindex
| Stichwort | Auch genannt | Ausführlicher Ratgeber |
|---|---|---|
| Abszess | Furunkel, Karbunkel, Follikulitis (Haarbalgentzündung) | Abszess, Furunkel, Follikulitis |
| Akne | Pickel, Acne vulgaris | Akne behandeln, Aknenarben |
| Akne inversa | Hidradenitis suppurativa | Akne inversa |
| Aktinische Keratose | Lichtschwiele, solare Keratose | Aktinische Keratose |
| Allergien | Kontaktallergie, Heuschnupfen, Insektengiftallergie | Allergologe, Allergietest, Hyposensibilisierung |
| Altersflecken | Lentigo solaris, Pigmentflecken | Altersflecken entfernen |
| Alterswarzen | seborrhoische Keratose | Alterswarzen entfernen |
| Atherom | Grützbeutel, Hautzyste | Atherom entfernen |
| Basaliom | Basalzellkarzinom, weißer Hautkrebs | Basaliom |
| Besenreiser | feine Äderchen am Bein | Besenreiser veröden |
| Borkenflechte | Impetigo contagiosa, Grindflechte | Borkenflechte |
| Couperose | rote Äderchen im Gesicht, Teleangiektasien | Couperose behandeln |
| Dehnungsstreifen | Striae distensae, Schwangerschaftsstreifen | Dehnungsstreifen |
| Dellwarzen | Mollusca contagiosa | Dellwarzen entfernen |
| Ekzem | Dermatitis, Kontaktekzem, Handekzem | Ekzem |
| Feigwarzen | Genitalwarzen, Kondylome, Condylomata acuminata | Feigwarzen |
| Fußpilz | Tinea pedis | Fußpilz behandeln |
| Geschlechtskrankheiten | sexuell übertragbare Infektionen (STI) | Geschlechtskrankheiten |
| Gürtelrose | Herpes zoster | Gürtelrose |
| Haarausfall | Alopezie | Haarausfall |
| Hämangiom | Blutschwamm, Blutschwämmchen, Erdbeerfleck | Hämangiom |
| Hand-Fuß-Mund-Krankheit | HFMK, Hand-Mund-Fuß-Krankheit | Hand-Fuß-Mund-Krankheit |
| Hautausschlag | Exanthem | Hautausschlag |
| Hautkrebs-Screening | Hautkrebsvorsorge | Hautkrebs-Screening |
| Hautpilz | Dermatomykose, Ringelflechte, Leistenpilz, Kopfpilz, Kleienpilzflechte | Hautpilz |
| Herpes | Lippenherpes, Fieberbläschen, Herpes simplex | Herpes |
| Hühnerauge | Clavus, Hornhaut, Schwiele | Hühnerauge |
| Hyperhidrose | starkes Schwitzen | Hyperhidrose |
| Intertrigo | Hautwolf, Wolf, wunde Hautfalte | Intertrigo |
| Keloid | Wulstnarbe, Narbenwucherung | Keloid |
| Krampfadern | Varizen | Krampfadern behandeln |
| Krätze | Skabies | Krätze |
| Lichen planus | Knötchenflechte, Lichen ruber planus | Lichen planus |
| Lichen sclerosus | früher Kraurosis vulvae, Balanitis xerotica obliterans | Lichen sclerosus |
| Lipödem | schmerzhafte Fettverteilungsstörung | Lipödem |
| Lipom | Fettgeschwulst | Lipom entfernen |
| Melanom | schwarzer Hautkrebs, malignes Melanom | Melanom, Hautkrebs-Screening |
| Milien | Hautgrieß | Milien entfernen |
| Muttermal | Leberfleck, Nävus | Muttermal entfernen |
| Nagelbettentzündung | Paronychie, Umlauf, Panaritium, eingewachsener Zehennagel | Nagelbettentzündung |
| Nagelpilz | Onychomykose | Nagelpilz behandeln |
| Narben | Narbenbehandlung | Narbenentfernung |
| Nesselsucht | Urtikaria, Quaddeln | Nesselsucht |
| Neurodermitis | atopische Dermatitis, atopisches Ekzem | Neurodermitis behandeln |
| Reibeisenhaut | Keratosis pilaris | Reibeisenhaut |
| Rosacea | Rosazea | Rosacea |
| Röschenflechte | Pityriasis rosea, Rosenflechte | Röschenflechte |
| Schuppenflechte | Psoriasis | Schuppenflechte behandeln |
| Seborrhoisches Ekzem | seborrhoische Dermatitis, Kopfgneis bei Babys | Seborrhoisches Ekzem |
| Sklerodermie | Morphea, systemische Sklerose | Sklerodermie |
| Sonnenallergie | polymorphe Lichtdermatose, Mallorca-Akne, Lichtdermatosen | Sonnenallergie |
| Stielwarzen | weiche Fibrome | Stielwarzen entfernen |
| Vitiligo | Weißfleckenkrankheit | Vitiligo |
| Warzen | Verrucae, Dornwarzen, Feigwarzen | Warzen entfernen |
| Weißer Hautkrebs | heller Hautkrebs, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) | Weißer Hautkrebs, Basaliom |
| Windeldermatitis | wunder Po, Windelsoor | Windeldermatitis |
| Wundrose | Erysipel, Rotlauf | Wundrose |
| Xanthelasmen | gelbe Flecken am Augenlid | Xanthelasmen |
Entzündliche und chronische Hautkrankheiten
Neurodermitis
Typisch sind starker Juckreiz, trockene, empfindliche Haut und Ekzeme, die in Schüben kommen und gehen. Bei Säuglingen sind laut gesund.bund.de vor allem Wangen und die Außenseiten von Armen und Beinen betroffen, später eher Ellenbeugen, Kniekehlen und Nacken. Neurodermitis ist nicht ansteckend und bislang nicht heilbar, aber gut behandelbar: Die Hautarztpraxis behandelt in Stufen, von der täglichen Basispflege über entzündungshemmende Cremes bis zu Lichttherapie und Medikamenten für schwere Verläufe. Bilden sich plötzlich viele kleine Bläschen mit Fieber, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe. Mehr im Ratgeber Neurodermitis behandeln.
Ekzem und Kontaktekzem
Ekzem, gleichbedeutend Dermatitis, ist der Oberbegriff für nicht ansteckende Hautentzündungen mit Juckreiz und Rötung, je nach Stadium mit Bläschen und Nässen oder mit trockener, rissiger Haut. Häufige Formen sind das Kontaktekzem durch Reizstoffe wie Spülmittel oder durch eine Allergie, etwa auf Nickel, außerdem das Handekzem und das seborrhoische Ekzem an Kopfhaut und Gesicht. Ob eine Kontaktallergie dahintersteckt, klärt ein Epikutantest. Hängt das Ekzem mit Ihrer Arbeit zusammen, sollte die Praxis früh das Hautarztverfahren der Unfallversicherung einleiten. Alles Weitere im Ratgeber Ekzem.
Seborrhoisches Ekzem
Das seborrhoische Ekzem zeigt sich mit geröteten Flecken und gelblich-fettigen Schuppen an Stellen mit vielen Talgdrüsen: Kopfhaut und Haaransatz, Augenbrauen, die Falten neben der Nase, hinter den Ohren und über dem Brustbein. Es juckt meist wenig. Beteiligt ist der Hefepilz Malassezia, der normalerweise harmlos auf der Haut lebt; ansteckend ist das Ekzem trotzdem nicht. Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft es in Schüben und lässt sich bisher nicht dauerhaft heilen, mit pilzhemmenden Shampoos und Cremes, etwa mit Ketoconazol oder Ciclopirox, aber meist gut in Schach halten. Der Kopfgneis bei Babys ist harmlos und verschwindet meist bis zum ersten Geburtstag von selbst. Wie Sie Kopfgneis und Milchschorf unterscheiden, erklärt der Ratgeber Seborrhoisches Ekzem.
Schuppenflechte (Psoriasis)
Schuppenflechte zeigt sich mit scharf begrenzten, leicht erhabenen, geröteten und silbrig schuppenden Herden, oft an den Ellbogen oder auf der Kopfhaut. Sie ist nicht ansteckend und nach heutigem Wissen nicht heilbar, lässt sich mit einer abgestuften Therapie aber bei vielen Betroffenen so weit kontrollieren, dass die Haut weitgehend erscheinungsfrei wird. Neue Gelenkschmerzen sollten Sie zeitnah ansprechen, denn bei bis zu einem Drittel der Betroffenen entwickelt sich im Verlauf eine Gelenkentzündung. Mehr im Ratgeber Schuppenflechte behandeln.
Akne
Akne ist eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen mit Mitessern, Pickeln und in schweren Fällen schmerzhaften Knoten, vor allem im Gesicht, oft auch am Rücken. Sie betrifft vor allem Jugendliche, aber auch viele Erwachsene. Hautärztlich behandeln lassen sollten Sie sie spätestens bei mittelschwerer oder schwerer Akne, bei Knoten oder ersten Narben oder wenn rezeptfreie Mittel über Monate nicht genügend helfen; je früher konsequent behandelt wird, desto eher lassen sich bleibende Narben vermeiden. Die Akne inversa mit Knoten und Fistelgängen in Achseln oder Leisten ist eine eigene Erkrankung (siehe unten). Mehr im Ratgeber Akne behandeln; zu bestehenden Narben siehe Aknenarben entfernen.
Akne inversa (Hidradenitis suppurativa)
Die Akne inversa ist eine chronische Entzündung der Haarwurzeln in Hautfalten. In Achseln, Leisten, im Intim- und Gesäßbereich oder unter der Brust entstehen schmerzhafte Knoten und Abszesse, die immer wieder an denselben Stellen aufbrechen und mit der Zeit Gänge unter der Haut und Narben bilden können. Sie ist nicht ansteckend und hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. In Deutschland vergehen bis zur Diagnose im Durchschnitt rund zehn Jahre, oft weil die Knoten als einzelne Furunkel behandelt werden. Heilbar ist sie bisher nicht; je nach Schwere kommen laut Leitlinie antibiotische Lösungen und Tabletten, Biologika, Licht- und Laserverfahren oder eine Operation infrage, oft kombiniert. Bilden sich solche Knoten mehr als zweimal in einem halben Jahr, lassen Sie das hautärztlich abklären. Mehr im Ratgeber Akne inversa.
Rosacea und Couperose
Rosacea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesichtsmitte: Wangen, Nase, Stirn und Kinn röten sich dauerhaft oder in Schüben, feine Äderchen werden sichtbar, oft kommen Pickelchen ohne Mitesser hinzu, meist erst ab dem 30. Lebensjahr. Sie ist nicht ansteckend und nicht heilbar, lässt sich aber mit Cremes, Tabletten und gegen die Äderchen mit Laser oder IPL gut kontrollieren. Kortisoncremes gehören nicht dazu, weil sie Rosacea langfristig verschlechtern können. Bei Couperose stehen die erweiterten Äderchen ohne ausgeprägte Entzündung im Vordergrund; behandelt wird sie meist aus ästhetischen Gründen, Laser und IPL sind dann Selbstzahlerleistungen. Mehr in den Ratgebern Rosacea und Couperose behandeln.
Lichen sclerosus
Lichen sclerosus ist eine chronische, nicht ansteckende Entzündung der Haut, meist im Genital- und Analbereich, kann aber auch außerhalb davon auftreten und ist keine Geschlechtskrankheit. Typisch sind Juckreiz, weißliche, dünne oder feste Hautstellen, kleine Einrisse und Schmerzen beim Sex oder beim Wasserlassen; bei Männern und Jungen verengt sich oft die Vorhaut. Am häufigsten erkranken Frauen nach den Wechseljahren, betroffen sein können aber auch jüngere Frauen, Kinder und Männer. Standard ist laut S3-Leitlinie von 2025 eine stark oder sehr stark wirksame Kortisonsalbe, ergänzt durch fettende Pflege. Das Risiko für Hautkrebs im Genitalbereich ist erhöht, liegt laut Leitlinie aber unter 5 Prozent; regelmäßige Kontrollen gehören deshalb dazu, in der Regel auf Dauer. Behandelt wird in Haut-, Frauenarzt- oder Urologiepraxen. Mehr im Ratgeber Lichen sclerosus.
Lichen planus (Knötchenflechte)
Lichen planus, auch Lichen ruber planus genannt, ist eine nicht ansteckende Entzündung, bei der sich das Immunsystem gegen Zellen der Haut oder Schleimhaut richtet. An der Haut zeigt er sich mit stark juckenden, flachen, rötlich-violetten Knötchen, vor allem an den Beugeseiten der Handgelenke und an den Unterschenkeln; laut der 2020 veröffentlichten, seit März 2022 abgelaufenen europäischen Leitlinie heilt diese Form bei mehr als der Hälfte der Betroffenen innerhalb von sechs Monaten ab. Im Mund mit weißlichen Netzen oder wunden, brennenden Stellen, im Genitalbereich, an Kopfhaut und Nägeln verläuft er meist chronisch. Erste Wahl ist Kortison zum Auftragen, an der Haut stark oder sehr stark wirksam. Weil sich auf chronisch entzündeter Mund- oder Genitalschleimhaut selten Krebs entwickeln kann, gehören dort regelmäßige Kontrollen dazu; eine neue oder nicht heilende Stelle zeigen Sie zeitnah. Formen, Auslöser und das Krebsrisiko in Zahlen erklärt der Ratgeber Lichen planus (Knötchenflechte).
Sklerodermie: Morphea und systemische Sklerose
Hinter dem Namen, übersetzt „harte Haut“, stehen zwei verschiedene, nicht ansteckende Erkrankungen. Die zirkumskripte Sklerodermie, meist Morphea genannt, verhärtet umschriebene Hautstellen: oft ovale Herde am Rumpf, die in der Mitte weißlich bis elfenbeinfarben und hart werden, in der aktiven Phase mit lilafarbenem Saum; bei Kindern überwiegen Streifen an Armen, Beinen oder Stirn. Innere Organe befällt sie nicht, und laut der bis Oktober 2028 gültigen deutschen S2k-Leitlinie geht sie nicht in die andere Form über. Behandelt wird sie in der Hautarztpraxis, je nach Form mit Kortisoncreme, Lichttherapie oder innerlich wirkenden Medikamenten; neue verhärtete Stellen lassen Sie zeitnah ansehen. Die seltene systemische Sklerose beginnt fast immer mit Fingern, die bei Kälte anfallsartig weiß werden (Raynaud-Phänomen), und betrifft oft Lunge, Speiseröhre, Herz oder Nieren. Sie gehört in die Rheumatologie, laut der bis Juli 2030 gültigen deutschen S2k-Leitlinie am besten an ein Zentrum für systemische Sklerose. Mehr im Ratgeber Sklerodermie: Morphea und systemische Sklerose.
Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
Bei der Vitiligo greift das Immunsystem die pigmentbildenden Zellen der Haut an. Es entstehen scharf begrenzte, milchig-weiße Flecken, oft um Mund und Augen, an Händen, Ellenbogen, Knien oder im Genitalbereich. Sie tun meist nicht weh und sind nicht ansteckend, bekommen aber schneller einen Sonnenbrand. Heilbar ist Vitiligo bisher nicht. Eine Behandlung kann das Fortschreiten aber oft stoppen und vor allem im Gesicht Farbe zurückbringen, an Händen und Füßen gelingt das selten. Die S2k-Leitlinie von 2026 empfiehlt Ruxolitinib-Creme ab 12 Jahren als erste Wahl bei nicht segmentaler Vitiligo mit Beteiligung des Gesichts und bei ausgedehnter oder rasch fortschreitender Vitiligo eine Lichttherapie mit Schmalband-UVB. Bei der Diagnose sollen auch die Schilddrüsenwerte bestimmt werden. Mehr im Ratgeber Vitiligo.
Röschenflechte (Pityriasis rosea)
Die Röschenflechte beginnt meist mit einem einzelnen, größeren, rosafarbenen und schuppenden Fleck. Ein bis zwei Wochen später folgen viele kleine ovale Flecken am Rumpf, die sich am Rücken oft wie die Zweige eines Tannenbaums anordnen. Der Ausschlag ist gutartig, gilt als kaum ansteckend und verschwindet meist innerhalb von sechs bis acht Wochen von selbst. Lassen Sie die Diagnose trotzdem einmal ärztlich sichern, denn Hautpilz, Schuppenflechte oder eine Syphilis können ähnlich aussehen. Steht sie fest, helfen gegen Juckreiz Hautpflege und bei Bedarf eine Kortisoncreme. Wenn Sie schwanger sind, rufen Sie bei einem neuen Ausschlag umgehend in Ihrer frauenärztlichen Praxis an. Mehr im Ratgeber Röschenflechte.
Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)
Reibeisenhaut ist eine harmlose, nicht ansteckende Verhornungsstörung der Haarfollikel: Viele winzige, raue Knötchen fühlen sich an wie Sandpapier, meist an den Außenseiten der Oberarme, an Oberschenkeln und Po, bei Kindern auch an den Wangen. Nach Angaben der britischen Hautarzt-Fachgesellschaft haben sie 50 bis 70 Prozent der Jugendlichen und rund 40 Prozent der Erwachsenen. Im Sommer und mit den Jahren wird sie oft schwächer, aber nicht bei allen. Heilen lässt sie sich nicht; Cremes mit Harnstoff, Milchsäure oder Salicylsäure glätten die Haut, solange Sie sie regelmäßig verwenden. Ausdrücken und kräftiges Rubbeln reizen die Haut und können Entzündungen auslösen. Laser und IPL sind Selbstzahlerleistungen mit dünner Studienlage. Mehr im Ratgeber Reibeisenhaut.
Unklarer Hautausschlag
Ein Hautausschlag ist keine eigene Krankheit, sondern ein Zeichen mit sehr unterschiedlichen Ursachen, von der Kontaktallergie über Virusinfekte bis zum Medikament. Wenn Sie noch nicht wissen, was hinter Ihrem Ausschlag steckt, hilft der Ratgeber Hautausschlag beim Einordnen, mit Glastest, Mustern wie „nur auf einer Körperseite“ und einer Tabelle der Kinderkrankheiten mit Ausschlag.
Infektionen: ansteckende Hautkrankheiten
Gürtelrose (Herpes zoster)
Gürtelrose ist eine Reaktivierung des Windpockenvirus. Typisch sind brennende Schmerzen auf einer Körperseite und wenige Tage später ein streifenförmiger Ausschlag mit gruppierten Bläschen, meist am Rumpf. Ansteckend ist nur die Flüssigkeit in den Bläschen, und zwar für Menschen ohne Windpocken-Schutz, bis alle Bläschen verkrustet sind; meist sind das 5 bis 7 Tage. Antivirale Tabletten sollten möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags starten. Vorbeugen lässt sich mit einer Impfung, die die gesetzliche Kasse allen ab 60 Jahren bezahlt und seit Februar 2026 auch Menschen ab 18 Jahren mit deutlich erhöhtem Risiko. Mehr im Ratgeber Gürtelrose.
Herpes (Lippenherpes)
Lippenherpes entsteht durch das Herpes-simplex-Virus, meist vom Typ 1. Die meisten Erwachsenen tragen es in sich, und es bleibt lebenslang im Körper. Nach Kribbeln oder Spannen bilden sich gruppierte, schmerzhafte Bläschen an der Lippe, die verkrusten und bei sonst Gesunden in ein bis zwei Wochen ohne Narben abheilen. Ansteckend ist vor allem die Flüssigkeit in den Bläschen, bis Bläschen und Krusten verheilt sind. Eine rezeptfreie Creme mit Aciclovir oder Penciclovir, beim ersten Kribbeln aufgetragen, verkürzt einen Ausbruch um etwa einen Tag. Gefährlich werden kann Herpes für Neugeborene, bei Neurodermitis und am Auge; dann ist ärztliche Hilfe noch am selben Tag nötig, bei einem kranken Säugling sofort. Küssen Sie mit Lippenherpes kein Baby. Mehr im Ratgeber Herpes.
Borkenflechte (Impetigo)
Die oberflächliche bakterielle Hautinfektion trifft vor allem kleine Kinder. Sie beginnt meist um Mund und Nase mit kleinen Bläschen, die rasch platzen und honiggelbe Krusten hinterlassen. Borkenflechte ist sehr ansteckend, aber gut behandelbar: Bei wenigen kleinen Stellen genügt meist eine Salbe, bei ausgedehntem Befall oder Fieber sind Antibiotika zum Einnehmen nötig. In die Kita darf ein Kind erst wieder, wenn nach ärztlichem Urteil keine Ansteckung mehr zu befürchten ist. Mehr im Ratgeber Borkenflechte.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK)
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine sehr häufige Virusinfektion durch Enteroviren, vor allem bei Kindern unter zehn Jahren, und verläuft meist harmlos. Nach Fieber und Halsschmerzen folgen schmerzhafte Bläschen im Mund und rote Flecken oder kleine Bläschen an Handflächen und Fußsohlen, oft auch am Po, die meist nicht jucken. Sie ist sehr ansteckend, am stärksten in der ersten Krankheitswoche; mit dem Stuhl werden die Viren laut RKI noch mehrere Wochen ausgeschieden. Eine spezifische antivirale Behandlung steht nicht zur Verfügung; die meisten Kinder sind nach etwa einer Woche wieder gesund. Erste Anlaufstelle ist die Kinder- und Jugendarztpraxis; die Hautarztpraxis hilft bei ungewöhnlichen Ausschlägen oder wenn sich Wochen später Nägel lösen, was als Spätfolge in der Regel harmlos ist. Trinkt Ihr Kind wegen der Mundschmerzen kaum noch, lassen Sie es noch am selben Tag ansehen. Kita-Regeln und Tipps fürs Trinken im Ratgeber Hand-Fuß-Mund-Krankheit.
Abszess, Furunkel und Follikulitis
Diese eitrigen Entzündungen gehen meist von Bakterien aus, vor allem von Staphylokokken. Eine Follikulitis sitzt oberflächlich in einzelnen Haarbälgen und heilt oft von allein. Ein Furunkel erfasst den ganzen Haarbalg und zeigt sich als schmerzhafter, warmer, geröteter Knoten; mehrere verschmolzene Furunkel heißen Karbunkel, eine abgekapselte Eiterhöhle im Gewebe Abszess. Größere Furunkel und Abszesse eröffnet die Praxis mit einem kleinen Schnitt, Antibiotika braucht es nur in bestimmten Situationen. Drücken Sie nichts selbst aus, schon gar nicht im Gesicht. Die Bakterien können über Hände und Handtücher weitergegeben werden. Ein Furunkel an Nase oder Oberlippe, Fieber oder eine sich ausbreitende Rötung gehören noch am selben Tag in ärztliche Hände. Mehr im Ratgeber Furunkel und Abszess.
Wundrose (Erysipel)
Die Wundrose ist eine Infektion der oberen Hautschichten und der Lymphbahnen, meist durch Streptokokken, die über eine kleine Verletzung eindringen, häufig über Fußpilz zwischen den Zehen. Typisch ist eine hellrote, glänzende, scharf begrenzte, überwärmte und schmerzhafte Schwellung, meist am Unterschenkel oder Fuß, seltener im Gesicht; Fieber, Frösteln oder Schüttelfrost kommen oft schon vor der Rötung. Welches Antibiotikum passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Die mehr als sieben Jahre alten PEG-Empfehlungen nennen Penicillin als Mittel der Wahl; leichte Verläufe können mit Tabletten behandelt werden, bei schweren Verläufen oder besonderen Risiken kann eine Behandlung über die Vene und im Krankenhaus nötig sein. Nach Einschätzung des IQWiG ist eine Wundrose nicht ansteckend. Etwa jede dritte betroffene Person erkrankt erneut, deshalb lohnt es sich, Eintrittspforten wie Fußpilz zu behandeln. Mehr im Ratgeber Wundrose.
Krätze (Skabies)
Leitsymptom ist starker Juckreiz, der nachts in der Bettwärme zunimmt. Dazu kommen kleine Knötchen und feine, gewundene Milbengänge, etwa zwischen den Fingern, an den Handgelenken oder im Genitalbereich. Übertragen wird Krätze vor allem durch längeren, engen Hautkontakt; mit mangelnder Hygiene hat sie nichts zu tun. Bei einer ersten Ansteckung beginnt der Juckreiz oft erst nach zwei bis fünf Wochen, ansteckend ist man aber schon vorher. Behandelt wird mit einer verschreibungspflichtigen Creme oder mit Tabletten, und enge Kontaktpersonen sollten möglichst am selben Tag mitbehandelt werden. Mehr im Ratgeber Krätze.
Warzen
Gewöhnliche Warzen sind gutartige, meist raue Wucherungen durch humane Papillomviren, häufig an Händen und Fußsohlen. Sie sind ansteckend, über Hautkontakt und über Gegenstände wie Handtücher oder Böden im Schwimmbad. Bei einem gesunden Immunsystem heilen viele von selbst ab. Behandelt wird vor allem bei Schmerzen, etwa durch Dornwarzen an der Fußsohle, bei Ausbreitung oder bei Feigwarzen im Genitalbereich, die fachärztlich behandelt werden sollten. Methoden und Kosten im Ratgeber Warzen entfernen.
Feigwarzen (Genitalwarzen)
Feigwarzen, auch Kondylome genannt, sind gutartige Wucherungen an Penis, Hodensack, Vulva, Scheide, After oder in der Leiste. Sie entstehen durch humane Papillomviren, in etwa 90 Prozent der Fälle durch die Typen 6 und 11, die nur ein sehr geringes Krebsrisiko haben. Man steckt sich vor allem beim Sex über engen Haut- und Schleimhautkontakt an; Kondome senken das Risiko, schützen aber nicht sicher. Behandelt wird mit verschreibungspflichtigen Lösungen, Cremes oder Salben für zu Hause oder in der Praxis mit Vereisung, Ätzlösung oder einem kleinen Eingriff. Rückfälle sind häufig, deshalb gehören Kontrolltermine dazu. Den besten Schutz bietet die HPV-Impfung, die die Ständige Impfkommission allen Kindern von 9 bis 14 Jahren empfiehlt. Mehr im Ratgeber Feigwarzen.
Dellwarzen
Dellwarzen sind kleine, glatte, kuppelförmige Knötchen mit einer typischen Vertiefung in der Mitte, besonders häufig bei Kindern. Anders als echte Warzen entstehen sie durch ein Pockenvirus. Sie sind ansteckend, über Hautkontakt und gemeinsame Handtücher, ein generelles Kita-Verbot gibt es aber nicht. Bei gesunder Abwehr heilen sie häufig von selbst ab, oft innerhalb von sechs bis zwölf Monaten, manchmal dauert es länger. Behandelt wird zum Beispiel bei starkem Juckreiz, Entzündungen oder Befall im Genitalbereich bei Erwachsenen. Mehr im Ratgeber Dellwarzen entfernen.
Fußpilz
Fußpilz zeigt sich mit juckender, schuppender, manchmal nässender oder rissiger Haut, am häufigsten zwischen dem vierten und fünften Zeh. Er ist ansteckend, typischerweise über Hautschuppen in Schwimmbädern und Gemeinschaftsduschen, und verschwindet nicht von allein. Unkomplizierten Fußpilz können Sie oft mit rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke behandeln. Zur Hautärztin oder zum Hautarzt sollten Sie, wenn es nach ein bis zwei Wochen nicht besser wird, der Befall großflächig ist, die Nägel mitbetroffen sind oder Sie Diabetes haben. Mehr im Ratgeber Fußpilz behandeln.
Hautpilz: Ringelflechte, Leistenpilz, Kopfpilz
Hautpilz ist der Sammelbegriff für Pilzinfektionen der Haut. Meist stecken Fadenpilze dahinter: Sie verursachen die Ringelflechte mit runden, roten Herden, deren Rand schuppt und leicht erhaben ist und deren Mitte blasser wird, außerdem den Leistenpilz und bei Kindern den Kopfpilz. Fadenpilze sind meist mäßig ansteckend, über Hautkontakt, Haustiere oder gemeinsam genutzte Handtücher; die Kleienpilzflechte durch einen Hefepilz ist dagegen nicht ansteckend. Die meisten Formen lassen sich mit Cremes, Lösungen oder Shampoos gut behandeln, wenn Sie lange genug dabeibleiben. Kopfpilz bei Kindern braucht aber immer Tabletten auf Rezept, und eine Kortisoncreme allein kann einen Pilz verschleiern. Wächst ein Hautpilz trotz Behandlung weiter, gehört er in die Hautarztpraxis, denn auch in Deutschland werden resistente Erreger nachgewiesen. Mehr im Ratgeber Hautpilz.
Geschlechtskrankheiten
Chlamydien, Tripper, Syphilis, Herpes, Feigwarzen und HIV werden vor allem beim Sex übertragen. Viele dieser Infektionen verursachen lange keine oder kaum Beschwerden und sind trotzdem ansteckend. Untersucht wird je nach Erreger mit Urin, Abstrich oder Blut; bakterielle Infektionen sind mit Antibiotika in der Regel heilbar. Bei Beschwerden oder einem konkreten Verdacht zahlt die gesetzliche Kasse den Test. Mehr im Ratgeber Geschlechtskrankheiten.
Wunde Haut in Hautfalten und unter der Windel
Intertrigo (Hautwolf)
Eine Intertrigo, umgangssprachlich Hautwolf, ist eine Entzündung der Haut in einer Hautfalte und zunächst meist keine Infektion: Wo Haut auf Haut reibt und Schweiß nicht verdunsten kann, wird die Haut auf beiden Seiten der Falte rot und wund, sie brennt, juckt oder nässt. Typische Stellen sind die Haut unter der Brust, Leisten und Oberschenkel-Innenseiten, Achseln, Bauch- und Gesäßfalte. Oft reicht es, die Falte trocken zu halten, Reibung zu verringern und die Haut etwa mit weicher Zinkpaste zu schützen. Die wunde Haut selbst ist nicht ansteckend, in der feuchtwarmen Falte siedeln sich aber leicht Hefepilze oder Bakterien an. Bildet die Stelle Pusteln, nässt sie stark, riecht sie unangenehm, wird sie nach einigen Tagen nicht besser oder haben Sie Diabetes, lassen Sie sie ärztlich ansehen. Mehr im Ratgeber Intertrigo.
Windeldermatitis (wunder Po)
Etwa die Hälfte aller Kinder hat während der Wickelzeit irgendwann einen wunden Po. Meist steckt eine Reizung durch Feuchtigkeit, Reibung, Urin und Stuhl dahinter. Dann helfen häufiges Wickeln, sanftes Reinigen mit Wasser, Zeit ohne Windel und eine dicke Schicht Zinkpaste, und die Entzündung klingt meist nach zwei bis drei Tagen ab. Sind auch die Hautfalten kräftig gerötet und zeigen sich kleine Pusteln am Rand, kann sich der Hefepilz Candida angesiedelt haben (Windelsoor); dagegen hilft eine pilzwirksame Paste. Kortisonsalben gehören bei Babys nur nach ärztlichem Rat in den Windelbereich. Blasen, eitrige oder offene Stellen und Fieber lassen Sie noch am selben Tag ansehen, bei einem Baby unter drei Monaten mit 38 Grad oder mehr sofort. Auch Erwachsene mit Inkontinenz können betroffen sein. Mehr im Ratgeber Windeldermatitis.
Allergien der Haut
Nesselsucht (Urtikaria)
Nesselsucht erkennen Sie an juckenden Quaddeln, die innerhalb von Stunden kommen und wieder verschwinden; eine einzelne Quaddel hält meist 30 Minuten bis 24 Stunden. Sie ist nicht ansteckend. Die akute Form klingt oft nach einem Infekt von selbst ab; dauert sie länger als sechs Wochen, gilt sie als chronisch und gehört in hautärztliche Behandlung. Erste Wahl sind nicht müde machende Antihistaminika. Schwellen Zunge oder Rachen an oder kommen Atemnot oder Kreislaufprobleme hinzu, rufen Sie 112. Mehr im Ratgeber Nesselsucht.
Kontaktallergie
Bei einer Kontaktallergie reagiert das Immunsystem schon auf kleine Mengen eines Stoffes, etwa Nickel, Duftstoffe oder Inhaltsstoffe von Cremes. Die Haut rötet sich und juckt, zuerst dort, wo der Kontakt war, meist mit ein bis drei Tagen Verzögerung. Die Allergie selbst bleibt bestehen, das Ekzem heilt aber ab, wenn Sie den Stoff meiden. Ein Epikutantest in der Hautarztpraxis findet den Auslöser; mehr dazu im Ratgeber Ekzem.
Sonnenallergie
Mit Sonnenallergie ist meist die polymorphe Lichtdermatose gemeint: ein stark juckender Ausschlag aus Flecken, Knötchen oder Bläschen, der wenige Stunden bis einige Tage nach den ersten kräftigen Sonnentagen auftritt, typischerweise an Dekolleté, Armen und Handrücken. Eine Allergie im engeren Sinn ist sie wohl nicht, die genaue Ursache ist ungeklärt. Ohne weitere Sonne heilt der Ausschlag meist innerhalb einiger Tage bis etwa einer Woche ohne Narben ab. Vorbeugen lässt sich mit Sonnenschutz, der vor allem auch UVA abdeckt, und bei starken, jedes Jahr wiederkehrenden Schüben mit einer ärztlich gesteuerten Lichtgewöhnung im Frühjahr. Seltener stecken Medikamente, Pflanzen oder Duftstoffe dahinter. Blasen, starke Schwellungen oder Fieber nach Sonnenkontakt lassen Sie noch am selben Tag ansehen. Mehr im Ratgeber Sonnenallergie.
Allergietest, Allergologie und Hyposensibilisierung
Allergologin oder Allergologe ist kein eigener Facharzttitel, sondern eine Zusatzbezeichnung, die Fachärztinnen und Fachärzte zum Beispiel aus der Dermatologie, der HNO-Heilkunde oder der Kinderheilkunde erwerben können. Getestet wird je nach Verdacht mit Pricktest, Epikutantest, Bluttest oder Provokationstest. Ein positives Ergebnis zeigt zunächst nur eine Sensibilisierung; eine Allergie ist es erst, wenn passende Beschwerden dazukommen. Bei Heuschnupfen, Hausstaubmilben- oder Insektengiftallergie kann eine Hyposensibilisierung, die in der Regel mindestens drei Jahre dauert, an der Ursache ansetzen. Mehr in den Ratgebern Allergietest, Allergologe und Hyposensibilisierung.
Hautkrebs und Vorstufen
Melanom (schwarzer Hautkrebs): auf Veränderungen von Muttermalen achten
Das Melanom ist ein bösartiger Tumor der Pigmentzellen; in Deutschland erkrankten daran 2023 rund 27.430 Menschen. Anders als der weiße Hautkrebs bildet es deutlich öfter Tochtergeschwülste. Etwa zwei Drittel der Melanome, deren Stadium erfasst wurde, werden aber im frühen Stadium I entdeckt, und dann heilt in aller Regel eine Operation. Zur Selbstkontrolle dient die ABCDE-Regel: Asymmetrie, unscharfe oder ausgefranste Begrenzung, mehrere Farbtöne (C für Color), ein Durchmesser über etwa 5 Millimeter und eine Entwicklung, also jede Veränderung, ein neuer Juckreiz oder eine Blutung. Achten Sie auch auf ein Mal, das anders aussieht als alle anderen. Knotige Melanome erfüllen diese Merkmale oft nicht: Sie sind erhaben, fest und wachsen, manche sind hautfarben oder rosa. Ein neues oder sich veränderndes Mal lassen Sie zeitnah, innerhalb weniger Wochen, hautärztlich ansehen, einen neuen, festen, wachsenden Knoten oder ein Mal, das ohne Verletzung blutet, möglichst innerhalb weniger Tage. Ein Fall für den Notruf ist das nicht. Mit unserem Muttermal-Check gehen Sie die Regel Schritt für Schritt durch. Diagnose, Stadien und Behandlung erklärt der Ratgeber Melanom, die Vorsorge der Ratgeber Hautkrebs-Screening.
Weißer Hautkrebs: Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom
Weißer oder heller Hautkrebs ist der Sammelbegriff für das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom). Zusammen sind sie die häufigste Krebsart in Deutschland. Die meisten Betroffenen sind älter, und die Tumoren sitzen fast immer auf Haut, die über Jahrzehnte viel Sonne abbekommen hat. Typisch sind ein glasiges Knötchen, eine raue, verhornte und verhärtete Stelle oder eine Wunde, die nicht abheilt; die ABCDE-Regel passt dafür nur eingeschränkt. Das Plattenepithelkarzinom entsteht oft aus einer aktinischen Keratose und bildet bei etwa 4 bis 5 von 100 Betroffenen Metastasen, das Basaliom nur äußerst selten. In den allermeisten Fällen heilt eine ambulante Operation. Eine Stelle, die länger als etwa zwei Wochen bleibt, wächst, blutet oder nicht abheilt, sollten Sie zeitnah ansehen lassen; ein Notfall ist das in aller Regel nicht. Mehr im Ratgeber weißer Hautkrebs.
Basaliom (Basalzellkarzinom)
Das Basaliom ist der häufigste Hautkrebs. Oft beginnt es als kleines, glasig glänzendes, hautfarbenes bis rötliches Knötchen mit feinen Äderchen, manchmal als flacher, schuppender Fleck oder als kleine Wunde, die nicht abheilt, bevorzugt im Gesicht. Es wächst meist langsam und bildet nur äußerst selten Tochtergeschwülste, zerstört unbehandelt aber nach und nach das umliegende Gewebe. Ein kleines Basaliom ist kein Notfall, die Behandlung sollte aber zeitnah geplant werden; erste Wahl ist die Operation mit feingeweblicher Kontrolle der Schnittränder. Mehr im Ratgeber Basaliom.
Aktinische Keratose
Aktinische Keratosen sind raue, schuppige Stellen, die sich wie Sandpapier anfühlen, auf Haut, die über Jahrzehnte viel Sonne abbekommen hat. Sie gelten als Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms, einer Form von weißem Hautkrebs. Die meisten werden nie zu Krebs; welche es doch tun, lässt sich aber nicht vorhersagen, deshalb empfiehlt die Leitlinie, sie zu behandeln, etwa durch Vereisung, mit Cremes oder mit einer Lichttherapie (PDT). Wer viele Jahre im Freien gearbeitet hat, sollte das in der Praxis erwähnen: Unter bestimmten Bedingungen können sie als Berufskrankheit anerkannt werden. Mehr im Ratgeber Aktinische Keratose.
Gutartige Hautveränderungen
Muttermale und Leberflecken
Muttermale, auch Leberflecken oder Nävi genannt, sind Ansammlungen pigmentbildender Hautzellen. Fast jeder Mensch hat mehrere, und die allermeisten sind harmlos. Entfernt werden sie aus medizinischen Gründen, etwa bei Verdacht auf Hautkrebs oder wenn ein Mal immer wieder blutet oder sich entzündet; dann zahlt die Kasse in der Regel. Aus rein kosmetischen Gründen zahlen Sie selbst. Verdächtige Male werden nicht gelasert, sondern herausgeschnitten, damit das Gewebe vollständig untersucht werden kann. Mehr im Ratgeber Muttermal entfernen.
Alterswarzen (seborrhoische Keratosen)
Alterswarzen sind bräunliche Hautwucherungen, die wie auf die Haut aufgesetzt wirken. Trotz des Namens entstehen sie nicht durch Viren und sind nicht ansteckend; ein relevantes Krebsrisiko tragen sie nicht. Weil Hautkrebs einer Alterswarze aber ähneln kann, sollten Sie jede neue oder sich verändernde Stelle ärztlich ansehen lassen. Entfernt werden Alterswarzen meist aus kosmetischen Gründen und dann auf eigene Kosten. Mehr im Ratgeber Alterswarzen entfernen.
Altersflecken
Altersflecken sind harmlose Pigmentflecken, die durch jahrelange UV-Strahlung entstehen, und müssen nicht entfernt werden. Vor einer Entfernung aus optischen Gründen steht der Blick einer Hautärztin oder eines Hautarztes, denn eine frühe Form des schwarzen Hautkrebses, die Lentigo maligna, kann einem Altersfleck sehr ähnlich sehen. Pigmentflecken mit Laser oder IPL zu behandeln, ist in Deutschland Ärztinnen und Ärzten vorbehalten; die Kosten tragen Sie selbst. Mehr im Ratgeber Altersflecken entfernen.
Stielwarzen (weiche Fibrome)
Stielwarzen sind kleine, weiche Hautanhängsel, oft an Hals, Achseln oder in den Leisten. Es sind gutartige Bindegewebswucherungen, nicht durch Viren verursacht, nicht ansteckend, und sie werden nicht zu Hautkrebs. Entfernt werden sie meist, weil sie an Kleidung oder Schmuck stören, und das ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Wird eine Stielwarze nach einer Verdrehung dunkel und schmerzhaft, lassen Sie sie zeitnah ansehen. Mehr im Ratgeber Stielwarzen entfernen.
Milien (Hautgrieß)
Milien sind feste, perlweiße bis gelbliche Knötchen von meist ein bis drei Millimetern, vor allem im Gesicht und rund um die Augen. Es sind gutartige kleine Hornzysten ohne Öffnung zur Hautoberfläche, deshalb lassen sie sich nicht ausdrücken; Versuche mit Nadeln riskieren Entzündungen und Narben, am Auge auch Verletzungen. Die fachgerechte Entfernung ist meist eine Selbstzahlerleistung. Mehr im Ratgeber Milien entfernen.
Atherom (Grützbeutel)
Ein Atherom ist eine gutartige Zyste in der Haut, gefüllt mit Hornmaterial, oft mit einer kleinen Pore in der Mitte. Es wächst langsam, tut meist nicht weh und muss nicht vorsorglich entfernt werden. Entzündet es sich, drücken Sie es nicht aus; dann wird zuerst die Entzündung behandelt und die Zyste später samt Kapsel herausgeschnitten. Ist die Entfernung medizinisch notwendig, zahlt die Kasse. Mehr im Ratgeber Atherom entfernen.
Lipom (Fettgeschwulst)
Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor des Fettgewebes, meist ein weicher, verschieblicher Knoten unter der Haut. Jeder neue oder wachsende Knoten sollte ärztlich abgeklärt werden. Ist er größer als etwa fünf Zentimeter, liegt er tief oder wächst er schnell, sind Ultraschall oder MRT und eine Gewebeprobe nötig, um einen seltenen bösartigen Fettgewebstumor auszuschließen. Mehr im Ratgeber Lipom entfernen.
Xanthelasmen
Xanthelasmen sind gelbliche, weiche Flecken oder flache Polster am Augenlid, meist am inneren Lidwinkel. Sie sind gutartig, verdienen aber einen zweiten Blick: Bei etwa der Hälfte der Betroffenen sind die Blutfette erhöht, die Sie in der Hausarztpraxis prüfen lassen sollten. Entfernt werden sie chirurgisch, mit Laser, Säure oder Elektrokauter, Rückfälle sind häufig, und die meist kosmetische Entfernung zahlen Sie in der Regel selbst. Mehr im Ratgeber Xanthelasmen.
Hämangiom (Blutschwamm)
Ein infantiles Hämangiom, umgangssprachlich Blutschwämmchen, ist eine gutartige Wucherung kleiner Blutgefäße und der häufigste gutartige Tumor im Säuglingsalter: Etwa 4 bis 5 von 100 Babys bekommen eines. Es wird in den ersten Lebenstagen oder -wochen sichtbar, wächst einige Monate und bildet sich danach über Jahre von selbst zurück. Die meisten Hämangiome werden nur beobachtet. Bei etwa 10 bis 15 von 100 betroffenen Kindern ist eine Behandlung sinnvoll, etwa am Auge, an Nase, Lippe oder Ohr, im Windelbereich oder bei großflächigem Wachstum im Gesicht; Standard ist dann ein Saft mit dem Wirkstoff Propranolol. Weil eine Behandlung in der Wachstumsphase am meisten bewirkt, zeigen Sie ein wachsendes Mal an diesen Stellen früh, möglichst schon im ersten Lebensmonat, in der Kinderarztpraxis. Mehr im Ratgeber Hämangiom.
Keloid (Wulstnarbe)
Ein Keloid ist eine gutartige, überschießende Narbe: ein derber, oft glänzender, rosa bis rötlich-violetter Wulst, der über die ursprüngliche Wunde hinaus in gesunde Haut wächst und sich nicht von selbst zurückbildet, oft am Ohrläppchen, am Brustbein, an Schultern, Oberarmen oder im Nacken, etwa nach Piercings, entzündeter Akne oder Operationen. Keloide jucken und schmerzen häufig; ansteckend sind sie nicht, dahinter steckt eine Fehlsteuerung der Wundheilung. Standard sind Kortison-Spritzen direkt in das Keloid, oft zusammen mit Vereisung. Allein herausgeschnitten, kommt ein Keloid laut der seit Ende 2024 abgelaufenen deutschen Leitlinie in 45 bis 100 Prozent der Fälle wieder, oft größer; operiert wird deshalb nur mit geplanter Nachbehandlung. Ein Knoten, der ohne Verletzung entsteht, schnell wächst oder blutet, gehört möglichst innerhalb weniger Tage in die Hautarztpraxis. Rückfallraten und Kosten erklärt der Ratgeber Keloid (Wulstnarbe).
Haare, Nägel, Füße und Schweiß
Haarausfall
Etwa 70 bis 100 Haare am Tag zu verlieren, gilt als normal. Entscheidend ist, ob die Haardichte sichtbar abnimmt und um welche Form es sich handelt: erblich bedingt, diffus etwa nach Stress oder kreisrund durch eine Autoimmunreaktion. Die Hautarztpraxis klärt das unter anderem mit einer Untersuchung von Haar und Kopfhaut unter Vergrößerung, der Trichoskopie, und mit Blutwerten. Die Abklärung zahlt bei medizinischem Anlass die Kasse, Mittel gegen den erblichen Haarausfall dagegen meist nicht. Mehr im Ratgeber Haarausfall.
Nagelpilz
Nagelpilz macht Nägel gelblich, weißlich oder bräunlich, dick und brüchig. Er ist ansteckend und heilt nicht von allein. Weil andere Nagelerkrankungen ähnlich aussehen, sollte die Diagnose im Labor bestätigt werden, bevor behandelt wird. Bei leichtem Befall reicht oft ein wirkstoffhaltiger Nagellack, bei stärkerem sind Tabletten nötig; bis ein gesunder Zehennagel nachgewachsen ist, dauert es oft über ein Jahr. Mehr im Ratgeber Nagelpilz behandeln.
Nagelbettentzündung und eingewachsener Zehennagel
Mit Nagelbettentzündung ist im Alltag meist eine Entzündung des Nagelwalls gemeint, fachlich Paronychie. Die akute Form entsteht innerhalb von Stunden bis Tagen, wenn Bakterien über einen eingerissenen Niednagel, eine verletzte Nagelhaut oder abgekaute Nägel eindringen: Der Nagelrand wird rot, warm und geschwollen, der Schmerz pocht. Eine leichte, frische Entzündung bessert sich oft mit Antiseptika und Schonung; hat sich Eiter gesammelt, lässt ihn die Praxis ab. Am großen Zeh steckt oft ein eingewachsener Nagel dahinter, der anfangs keine Infektion ist. Dort helfen Podologie, eine Nagelspange oder ein kleiner Eingriff, bei dem nur der seitliche Nagelstreifen dauerhaft verödet wird. Eiter mit pochendem Schmerz, ein roter Strich, Fieber oder eine prall geschwollene Fingerkuppe gehören noch am selben Tag in ärztliche Hände. Mehr im Ratgeber Nagelbettentzündung.
Hühnerauge und Schwiele
Ein Hühnerauge, medizinisch Clavus, ist eine scharf begrenzte, verdickte Hornhautstelle mit einem harten, glasigen Kern, der bei Druck schmerzt. Es entsteht, wo Schuhe oder Fehlstellungen wie Hammerzehen immer wieder auf dieselbe Stelle drücken, meist an Zehen und Fußsohle; eine Schwiele ist dagegen flächig, ohne Kern und tut meist nicht weh. Beides ist nicht ansteckend. Entscheidend ist, den Druck wegzunehmen, etwa mit passenden Schuhen und Polstern, dann bildet sich ein Hühnerauge meist von selbst zurück; Klingen und Hornhauthobel gehören nicht in Laienhand. Die Hautarztpraxis grenzt es von einer ansteckenden Dornwarze ab und trägt tiefe Hühneraugen ab. Bei Diabetes, Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen behandeln Sie Hühneraugen nicht selbst; eine offene Stelle, die gerötet ist oder eitert, lassen Sie dann noch am selben Tag ansehen. Was Pflaster leisten und wann die Kasse die Podologie zahlt, steht im Ratgeber Hühnerauge.
Starkes Schwitzen (Hyperhidrose)
Von Hyperhidrose spricht man, wenn Sie deutlich mehr schwitzen, als Ihr Körper zum Abkühlen braucht, und das den Alltag einschränkt. Die eigenständige Form beginnt meist im Jugendalter und betrifft Achseln, Hände, Füße oder Gesicht. Behandelt wird in Stufen, meist zuerst mit einem Aluminiumchlorid-Präparat, an Händen und Füßen oft mit Leitungswasser-Iontophorese, in den Achseln auch mit Botulinumtoxin. Schwitzen Sie neu, am ganzen Körper oder vor allem nachts, lassen Sie das zuerst hausärztlich abklären. Mehr im Ratgeber Hyperhidrose.
Venen und Gewebe
Krampfadern
Krampfadern sind dauerhaft erweiterte, oft geschlängelte Venen an den Beinen. Sie sind meist nicht akut gefährlich, bilden sich aber nicht von selbst zurück. Vor jeder Behandlung steht ein Ultraschall der Venen; dann kommen Kompression, Verödung, Verfahren mit Laser oder Radiofrequenz oder eine Operation infrage. Bei medizinischer Indikation zahlt die Kasse Diagnostik und konventionelle Operation; Laser und Radiofrequenz übernehmen manche Kassen nur über Sonderverträge. Auf die Warnzeichen für Thrombose und Lungenembolie oben sollten Sie achten. Mehr im Ratgeber Krampfadern behandeln.
Besenreiser
Besenreiser sind feine, netz- oder fächerförmige Äderchen, die rötlich bis bläulich durch die Haut schimmern, meist an den Beinen. Sie sind in den allermeisten Fällen harmlos. Methode der Wahl ist die Verödung; weil die Behandlung meist ästhetisch motiviert ist, zahlen Sie sie in der Regel selbst. Kommen schwere oder geschwollene Beine oder größere Krampfadern hinzu, lassen Sie die Venen ansehen. Mehr im Ratgeber Besenreiser veröden.
Lipödem
Ein Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung, die fast nur Frauen betrifft. Das Unterhautfett an Beinen und oft auch Armen ist symmetrisch vermehrt, Hände und Füße bleiben ausgespart, und das Gewebe schmerzt auf Druck. Behandelt wird zuerst mit Kompression, Bewegung und bei Bedarf Gewichtsmanagement. Lindert das die Schmerzen nach sechs Monaten konsequenter Behandlung nicht ausreichend, kann eine Fettabsaugung infrage kommen. Die Kasse bezahlt sie unter festen Bedingungen, unter anderem bei einem BMI von höchstens 35. Mehr im Ratgeber Lipödem.
Dehnungsstreifen
Dehnungsstreifen sind streifenförmige Narben in der Lederhaut. Sie entstehen, wenn die Haut stärker oder schneller gedehnt wird, als ihr Bindegewebe nachgeben kann, etwa in der Schwangerschaft, im Wachstumsschub, bei Gewichtszunahme oder unter Kortison. Sie sind harmlos und keine Krankheit. Frische Streifen sind rosa bis violett und verblassen zu hellen, leicht eingesunkenen Linien, die meist bleiben. Dass Cremes oder Öle Schwangerschaftsstreifen zuverlässig verhindern, ist nicht belegt. Fraktionierte Laser, Microneedling und Radiofrequenz-Microneedling machen Streifen in Studien oft unauffälliger, entfernen sie aber nicht vollständig; die Behandlung zahlen Sie selbst. Entstehen ohne erkennbaren Anlass plötzlich viele breite, rot-violette Streifen, sprechen Sie zeitnah mit Ihrer Hausarztpraxis. Mehr im Ratgeber Dehnungsstreifen.
Ansteckend? Was für Familie, Kita und Arbeit gilt
Ob eine Hautkrankheit ansteckend ist, hängt davon ab, ob ein Erreger dahintersteckt. Die Angaben in der Tabelle stammen aus unseren Ratgebern und deren Quellen, vor allem dem Robert Koch-Institut (RKI).
| Erkrankung | Wie sie übertragen wird | Kita, Schule, Alltag |
|---|---|---|
| Borkenflechte | über Hautkontakt und Hände; sehr ansteckend | steht in § 34 Infektionsschutzgesetz: kein Besuch, bis nach ärztlichem Urteil keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist; laut RKI meist 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotika-Behandlung, wenn nichts mehr eitert |
| Krätze | längerer, enger Hautkontakt; ansteckend schon vor dem Juckreiz | steht in § 34: Rückkehr laut RKI nach Abschluss der ersten ordnungsgemäßen Behandlung, bei Tabletten nach 24 Stunden; enge Kontaktpersonen mitbehandeln |
| Gürtelrose | nur die Bläschenflüssigkeit, für Menschen ohne Windpocken-Schutz; sie bekommen dann Windpocken | nicht in der Ausschlussliste des § 34; Bläschen abdecken und bis zur Verkrustung engen Kontakt zu Schwangeren ohne Schutz, Neugeborenen und Menschen mit geschwächter Abwehr meiden |
| Lippenherpes | vor allem die Bläschenflüssigkeit, auch Speichel, vom ersten Kribbeln, bis Bläschen und Krusten abgeheilt sind; Küssen, gemeinsame Gläser und Handtücher, Oralsex | laut gesund.bund.de kein Grund, der Schule fernzubleiben, und keine Krankschreibung nötig; manche Kitas haben eigene Regeln; Babys nicht küssen |
| Furunkel, Abszess | Staphylokokken über Hände, Hautkontakt und gemeinsam benutzte Handtücher, vor allem solange die Stelle eitert | Stelle abdecken, nach jedem Verbandwechsel Hände waschen, eigene Handtücher, Wäsche bei mindestens 60 Grad; wer mit bestimmten Lebensmitteln oder in Gemeinschaftsküchen arbeitet, klärt mit Praxis und Arbeitgeber, ob ein Verbot nach § 42 Infektionsschutzgesetz greift |
| Wundrose | die Wundrose selbst wird nach IQWiG nicht von Mensch zu Mensch übertragen; Streptokokken können aber über Hautkontakt weitergegeben werden | offene Stellen abdecken und Hände waschen; ob § 34 IfSG bei einer klinisch diagnostizierten Wundrose ohne Erregernachweis greift, lässt sich aus dem Gesetzestext nicht sicher ableiten und sollte mit Praxis und Einrichtung geklärt werden |
| Dellwarzen | Hautkontakt, gemeinsame Handtücher, Schwimmbad; bei Erwachsenen auch beim Sex | kein generelles Besuchsverbot; Knötchen abdecken, Hände waschen, eigene Handtücher |
| Warzen | Hautkontakt, Handtücher, Rasierer, Böden im Schwimmbad | nicht aufkratzen, nach dem Berühren Hände waschen |
| Feigwarzen | vor allem beim Sex über engen Haut- und Schleimhautkontakt, auch ohne sichtbare Warzen; Kondome senken das Risiko, schützen aber nicht sicher | die abgelaufene Leitlinie von 2017 empfahl Kondome bis mindestens sechs Monate nach dem Abheilen; der RKI-Ratgeber von 2026 empfiehlt keine routinemäßige Partnerdiagnostik oder -behandlung, sichtbare Veränderungen sollten aber fachärztlich abgeklärt werden; Sexspielzeug nicht teilen |
| Fuß- und Nagelpilz | Hautschuppen, etwa in Schwimmbädern und Gemeinschaftsduschen, geteilte Handtücher, Socken oder Schuhe | Badeschuhe tragen; Socken und Handtücher bei mindestens 60 Grad waschen und nicht teilen |
| Hautpilz durch Fadenpilze | Hautkontakt, Haustiere, gemeinsam genutzte Handtücher, Kleidung, Bettwäsche oder Sportmatten; meist mäßig ansteckend | nicht in § 34; Kinder mit Ringelflechte am Körper können weiter hingehen; bei Kopfpilz ist der Besuch laut Leitlinie wieder möglich, sobald Tabletten und äußerliche Behandlung laufen; bei manchen Erregern wird eine Woche Pause erwogen, bei eitriger, offener Entzündung bleibt das Kind bis zum Abheilen zu Hause |
| Röschenflechte | nach heutigem Wissen kaum; laut NHS nicht von Mensch zu Mensch | nicht in § 34; Kita, Schule, Arbeit und Sport in der Regel möglich, wenn die Diagnose ärztlich gesichert ist |
| Geschlechtskrankheiten | vor allem Vaginal-, Anal- und Oralsex, oft ohne Beschwerden | je nach Erreger Kontakte informieren, untersuchen oder mitbehandeln lassen; bei HPV wird eine routinemäßige Partnerdiagnostik oder -behandlung nicht empfohlen; Kondome senken das Risiko |
| Hand-Fuß-Mund-Krankheit | über Hände, die mit Speichel, Nasensekret, Bläschenflüssigkeit oder Stuhl in Berührung kommen, über Spielzeug und Becher, beim Küssen, anfangs auch über Tröpfchen; am stärksten in der ersten Krankheitswoche, im Stuhl laut RKI noch mehrere Wochen nach dem Abklingen; viele Infizierte haben keine Beschwerden | nicht in § 34; das RKI empfiehlt keinen generellen Ausschluss: Kinder ohne Fieber, die sich gesund fühlen, können hingehen, Rückkehr nach der Genesung in der Regel ohne schriftliches Attest; manche Einrichtungen haben eigene Regeln, bei einem Ausbruch kann das Gesundheitsamt mehr festlegen; gründlich Hände waschen, vor allem nach dem Wickeln |
| Masern, Windpocken und andere Kinderkrankheiten | Masern auch über die Raumluft; Windpocken schon ein bis zwei Tage vor dem Ausschlag | vor dem Praxisbesuch anrufen; bei Masern laut gesund.bund.de frühestens fünf Tage nach Beginn des Ausschlags zurück in die Gemeinschaftseinrichtung; mehr im Ratgeber Hautausschlag |
Nicht ansteckend sind laut unseren Ratgebern unter anderem Neurodermitis, Ekzeme einschließlich des seborrhoischen Ekzems, Schuppenflechte, Rosacea, Nesselsucht, Vitiligo, Akne inversa, Lichen sclerosus, Lichen planus, beide Formen der Sklerodermie, Reibeisenhaut, Hühneraugen und Schwielen, Alterswarzen und Stielwarzen, außerdem die Kleienpilzflechte. Bei einem Ekzem kann allenfalls eine zusätzliche bakterielle Infektion der aufgekratzten Haut ansteckend sein, erkennbar etwa an gelblichen Krusten. Ähnlich ist es bei einer Intertrigo: Die wunde Hautfalte selbst ist nicht ansteckend, steckt aber ein Fadenpilz oder eine Borkenflechte dahinter, kann das auf andere Menschen übergehen.
Was § 34 Infektionsschutzgesetz verlangt: Kinder und Erwachsene, die an einer der dort genannten Krankheiten erkrankt sind oder bei denen ein Verdacht besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita, Schule oder Hort nicht besuchen und dort nicht mit Kontakt zu den Betreuten arbeiten, bis nach ärztlichem Urteil keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist. Eltern müssen die Einrichtung informieren. Ein schriftliches Attest schreibt das Gesetz nicht generell vor, viele Einrichtungen wünschen aber einen Nachweis. Gesunde Geschwister dürfen bei Borkenflechte und Krätze nach dem Gesetz weiter hingehen, sofern das Gesundheitsamt im Einzelfall nichts anderes festlegt. Das ist eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung; maßgeblich sind das ärztliche Urteil und gegebenenfalls das Gesundheitsamt.
Erkennen: Was Fotos leisten und was nicht
Bilder im Internet helfen beim Einordnen nur begrenzt. Viele Hautkrankheiten sehen sich ähnlich, und dieselbe Erkrankung kann bei verschiedenen Menschen unterschiedlich aussehen. Auf brauner oder schwarzer Haut wirken Rötungen häufig violett, grau oder bräunlich und sind schwerer zu erkennen. Selbst Masern lassen sich laut gesund.bund.de allein am Ausschlag kaum von Röteln oder Scharlach unterscheiden, und ein Basaliom lässt sich anhand von Fotos nicht sicher erkennen.
Nützlicher sind Fotos Ihrer eigenen Haut. Fotografieren Sie eine Veränderung am ersten Tag und dann im Verlauf. Flüchtige Ausschläge wie Quaddeln sind beim Termin oft schon verschwunden, und bei Muttermalen zeigen Fotos, ob sich etwas verändert hat.
Was beim Hautarzt passiert: Untersuchung und Behandlung
Das Gespräch. Am Anfang stehen Fragen: seit wann die Veränderung besteht, wie sie sich entwickelt hat, ob sie juckt oder schmerzt, welche Medikamente, Cremes oder Kosmetika Sie verwenden, was Sie beruflich machen, ob es ähnliche Beschwerden in der Familie oder im Umfeld gibt. Ihre Fotos aus den ersten Tagen helfen dabei sehr.
Die Untersuchung. Danach sieht sich die Ärztin oder der Arzt die betroffenen Stellen und oft die gesamte Haut an, auch Kopfhaut, Nägel und Schleimhäute. Auffällige Stellen werden mit dem Dermatoskop betrachtet, einer beleuchteten Speziallupe, die Strukturen unter der Hautoberfläche sichtbar macht. Damit lassen sich Muttermale genauer beurteilen, aber zum Beispiel auch die Gänge von Krätzmilben finden. Bei Haarausfall wird die Kopfhaut auf ähnliche Weise untersucht, bei Krampfadern kommt ein Ultraschall der Venen hinzu.
Proben und Tests. Je nach Verdacht folgen gezielte Untersuchungen:
| Verdacht | Typische Untersuchung |
|---|---|
| Haut- oder Nagelpilz | Hautschuppen oder Nagelmaterial unter dem Mikroskop, bei Bedarf eine Pilzkultur |
| bakterielle oder virale Infektion, Geschlechtskrankheit | Abstrich, je nach Erreger auch Urin oder Blut |
| Kontaktallergie | Epikutantest: Testpflaster ein bis zwei Tage auf dem Rücken, Ablesung beim Abnehmen und ein bis zwei Tage später |
| Soforttypallergie, etwa auf Pollen oder Insektengift | Pricktest, abgelesen nach 15 bis 20 Minuten, oder ein Bluttest |
| unklare oder verdächtige Hautveränderung | Gewebeprobe (Biopsie) in örtlicher Betäubung, feingeweblich untersucht; bei verdächtigen Muttermalen meist die vollständige Entfernung |
Die Behandlung. Sie richtet sich nach der Diagnose. Häufig sind Cremes und Salben, etwa entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortison, Mittel gegen Pilze oder antibiotische Salben, bei schwereren Verläufen Tabletten oder Spritzen. Bei Schuppenflechte und Neurodermitis kann eine Lichttherapie dazukommen. Warzen, aktinische Keratosen und andere oberflächliche Veränderungen lassen sich oft vereisen oder abtragen. Zysten, Lipome, verdächtige Male und Hautkrebs werden in kleinen Eingriffen herausgeschnitten, meist ambulant unter örtlicher Betäubung; mehr dazu im Ratgeber Hautchirurgie. Wie sich Narben behandeln lassen, erklärt der Ratgeber Narbenentfernung.
Eine Bitte für die Zeit vor dem Termin: Tragen Sie auf einen unklaren Ausschlag nicht auf Verdacht eine Kortisoncreme auf. Sie kann zum Beispiel einen Hautpilz so verändern, dass er schwerer zu erkennen ist.
Kosten und Überweisung: Was zahlt die Krankenkasse?
Gesetzlich Versicherte haben nach § 27 SGB V Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern. Was das für Hautkrankheiten bedeutet:
| Leistung | Gesetzlich Versicherte |
|---|---|
| Untersuchung, Abstriche, Allergietests, Gewebeproben und Behandlung | Kassenleistung, wenn die Ärztin oder der Arzt sie für medizinisch notwendig hält |
| verschreibungspflichtige Medikamente | Kassenrezept; ab 18 Jahren 10 Prozent Zuzahlung, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Packung, nie mehr als das Mittel kostet; unter 18 Jahren keine Zuzahlung |
| rezeptfreie Mittel | zahlen Erwachsene meist selbst; für Kinder bis zum 12. Geburtstag übernimmt die Kasse sie, wenn sie ärztlich verordnet sind; einzelne Ausnahmen für Erwachsene legt der Gemeinsame Bundesausschuss fest |
| Pflegecremes und Kosmetika | in der Regel selbst zu zahlen, bei Erwachsenen auch die Basispflege bei Neurodermitis |
| Hautkrebs-Screening | ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenlos |
| rein ästhetische Behandlungen, etwa Laser gegen Couperose, Verödung von Besenreisern, Entfernung von Altersflecken, Stielwarzen oder Milien aus optischen Gründen | Selbstzahlerleistung (IGeL) |
Selbstzahlerleistungen. Bietet Ihnen eine Praxis eine Leistung privat an, muss sie Sie vorher in Textform über die voraussichtlichen Kosten informieren. gesund.bund.de rät, sich Bedenkzeit zu nehmen; Ihre weitere Behandlung darf nicht davon abhängen, ob Sie die Leistung annehmen. Fragen Sie nach, warum die Leistung medizinisch sinnvoll ist und weshalb die Kasse sie nicht übernimmt.
Hauterkrankung durch die Arbeit. Besteht der Verdacht, dass eine Hauterkrankung durch den Beruf entstanden ist, etwa ein Handekzem, kann die Praxis mit Ihrem Einverständnis das Hautarztverfahren einleiten. Mit einem Behandlungsauftrag kann die gesetzliche Unfallversicherung dann Diagnostik, Behandlung und Vorbeugung übernehmen.
Brauche ich eine Überweisung? In der Regel nicht. Gesetzlich Versicherte können unter den Kassenpraxen frei wählen (§ 76 SGB V) und eine Hautarztpraxis direkt mit der Versichertenkarte aufsuchen. Anders ist es, wenn Sie an einem Hausarztmodell teilnehmen: Dann gehen Sie zur Fachärztin oder zum Facharzt grundsätzlich nur mit Überweisung (§ 73b SGB V). Auch die Terminservicestelle unter 116117 vermittelt einen Facharzttermin nur mit einer Überweisung, die einen Dringlichkeitscode trägt. Das Bundesgesundheitsministerium bereitet ein Primärversorgungssystem vor, in dem Facharzttermine stärker über die Hausarztpraxis gesteuert werden sollen. Bei unserer Recherche im Oktober 2026 galten die hier beschriebenen Regeln noch unverändert.
Hautkrebsvorsorge ab 35
Gesetzlich versicherte Frauen und Männer haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening. Geregelt ist es in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Es soll schwarzen Hautkrebs (Melanom) und weißen Hautkrebs, also Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom (spinozelluläres Karzinom), früh erkennen.
So läuft es laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ab:
- Gespräch, unter anderem zu Hautkrebs in der Familie und zu Beschwerden oder Auffälligkeiten.
- Ganzkörperuntersuchung der gesamten Haut nach einem standardisierten Vorgehen, einschließlich der behaarten Kopfhaut und aller Körperfalten.
- Befund und Beratung: Sie erfahren das Ergebnis, Ihr persönliches Hautkrebsrisiko und wie Sie Ihre Haut schützen können.
Untersuchen dürfen Hautärztinnen und Hautärzte, aber auch Hausärztinnen und Hausärzte, etwa aus der Allgemeinmedizin oder hausärztlich tätige Internistinnen und Internisten, wenn sie eine achtstündige Fortbildung absolviert haben und eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung besitzen. Findet die Hausarztpraxis etwas Auffälliges, überweist sie Sie zur zweiten Untersuchung in eine Hautarztpraxis, die bei Bedarf eine Gewebeprobe entnimmt. Viele Krankenkassen bieten die Untersuchung zusätzlich öfter oder schon für Jüngere an; fragen Sie bei Ihrer Kasse nach. Genutzt wird das Angebot wenig: Nach Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung zitiert, nahmen 2022 nur rund 25 Prozent der Berechtigten teil.
Zwei Dinge sollten Sie wissen. Erstens verhindert das Screening keinen Hautkrebs, es kann ihn nur früh entdecken; vorbeugen können Sie mit UV-Schutz. Zweitens ist es eine Untersuchung für Menschen ohne Beschwerden. Bemerken Sie eine verdächtige Stelle, warten Sie nicht auf den nächsten Screening-Termin: Die Abklärung eines konkreten Verdachts ist Krankenbehandlung und wird in jedem Alter von der Kasse bezahlt. Ablauf und Zusatzangebote erklärt der Ratgeber Hautkrebs-Screening.
Kosten: Kasse vs. Selbstzahler (IGeL)
Gesetzliche Kasse (GKV): Medizinisch notwendige Untersuchung und Behandlung zahlt die gesetzliche Kasse; ab 18 Jahren fällt für Medikamente auf Rezept die gesetzliche Zuzahlung an. Das Hautkrebs-Screening ab 35 alle zwei Jahre ist kostenlos. Rein ästhetische Behandlungen zahlen Sie in der Regel selbst.
Richtwerte — die tatsächlichen Kosten legt die Praxis individuell fest.
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Häufige Fragen
Verwandte Behandlungen
Quellen
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- Henes JC et al.: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der systemischen Sklerose (AWMF 060-014, Version 1.0), Langfassung, Z Rheumatol 2025, gültig bis 14.07.2030 (abgerufen 2026-10-22)
- Nast A et al.: S2k-Leitlinie Therapie pathologischer Narben (hypertrophe Narben und Keloide) – Update 2020. J Dtsch Dermatol Ges 2021; 19(2): 312–327 (Gültigkeit laut Veröffentlichung bis 31.12.2024) (abgerufen 2026-10-22)
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit, mit dem IQWiG): Hühnerauge (Stand 05.03.2026) (abgerufen 2026-10-22)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Was tun bei Hühneraugen? (aktualisiert 19.03.2025) (abgerufen 2026-10-22)
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.