
PRP-Behandlung: Eigenbluttherapie mit plättchenreichem Plasma
Wie eine PRP-Behandlung (Eigenblut mit plättchenreichem Plasma) abläuft, wie gut sie bei erblich bedingtem Haarausfall, kreisrundem Haarausfall, Aknenarben, Hautalterung und Wunden belegt ist, welche Risiken bestehen, wer sie in Deutschland durchführen darf und wie sie abgerechnet wird.
Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 21.10.2026
Bei einer PRP-Behandlung wird Ihnen Blut abgenommen, in einer Zentrifuge aufgetrennt und das dabei gewonnene plättchenreiche Plasma (englisch platelet-rich plasma, PRP) in die Kopfhaut oder Haut gespritzt oder beim Microneedling eingearbeitet. Umgangssprachlich heißt das Verfahren oft Eigenbluttherapie. In der Dermatologie wird PRP vor allem bei erblich bedingtem Haarausfall, bei Aknenarben und zur Hautverjüngung angeboten. Wie gut es wirkt, hängt stark von der Anwendung ab: Beim erblich bedingten Haarausfall zeigen Studien im Mittel eine etwas höhere Haardichte als mit Placebo, die Aussagekraft dieser Studien ist aber gering. Für die Hautverjüngung, vermarktet als „Vampir-Lifting“, reichen die Daten für verlässliche Aussagen nicht aus. Patienteneigen hergestelltes PRP wird arzneimittelrechtlich regelmäßig als Arzneimittel eingeordnet. Für die übliche patientenindividuelle Herstellung kann die Ausnahme von der Herstellungserlaubnis nach § 13 Abs. 2b AMG greifen; die konkrete Herstellungstätigkeit ist mit der zuständigen Landesbehörde abzustimmen. Die dafür erforderliche Blutentnahme unterliegt dem Arztvorbehalt. Die Kosten tragen Sie in aller Regel selbst.
Was ist PRP – und was bedeutet „Eigenbluttherapie“?
Blutplättchen (Thrombozyten) sind an Blutgerinnung und Wundheilung beteiligt. Sie enthalten Wachstumsfaktoren wie PDGF, TGF-β, VEGF und EGF, die Zellteilung, Zellwanderung und die Bildung neuer Blutgefäße anregen können. Die Idee hinter PRP: Werden die Plättchen aus dem eigenen Blut angereichert und gezielt ins Gewebe gebracht, sollen diese Botenstoffe Reparaturprozesse an der Haarwurzel, in Narbengewebe oder in einer Wunde anstoßen. Ein plausibler Mechanismus ist allerdings noch kein Wirksamkeitsnachweis; was die Studien zeigen, steht weiter unten.
Der Begriff „Eigenbluttherapie“ wird für zwei grundverschiedene Verfahren benutzt:
- PRP: Das Blut wird zentrifugiert, das plättchenreiche Plasma abgetrennt und meist in oder unter die Haut gespritzt. Um dieses Verfahren geht es in diesem Ratgeber.
- Klassische Eigenbluttherapie der Naturheilkunde: Blut wird abgenommen und unverändert oder mit Zusätzen, etwa homöopathischen Mitteln oder Ozon, meist in den Muskel zurückgespritzt. Dazu weiter unten ein eigener Abschnitt.
Verwandt mit PRP ist PRF (plättchenreiches Fibrin), eine andere Aufbereitungsform aus Eigenblut, die vor allem in der Zahnmedizin untersucht ist; dort gibt es eine eigene S3-Leitlinie für die dentale Implantologie (AWMF 083-042, gültig bis Dezember 2027). Nichts mit Blut zu tun haben dagegen der Plasma Pen und Kaltplasma-Geräte: „Plasma“ meint dort ein physikalisches, elektrisch erzeugtes Gas.
Herstellung und Ablauf einer Behandlung
Vorgespräch. Am Anfang stehen Untersuchung und Aufklärung. Bei Haarausfall sollte feststehen, um welche Form es sich handelt, denn nicht jede Form ist für PRP geeignet. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Gerinnungsstörungen, Blutverdünnern und anderen Medikamenten, Infektionen und Krebserkrankungen. Für gesetzlich Versicherte ist PRP eine Selbstzahlerleistung (IGeL); dafür sind ein Kostenvoranschlag und eine schriftliche Behandlungsvereinbarung vorgeschrieben.
Blutentnahme. Aus einer Armvene wird eine kleine Menge Blut entnommen. In den Studien zum erblich bedingten Haarausfall waren es meist etwa 10 bis 40 Milliliter pro Sitzung.
Zentrifugation. Das Blut wird in speziellen Röhrchen einige Minuten zentrifugiert, bei manchen Verfahren in zwei Durchgängen. Dabei setzen sich die roten Blutkörperchen ab, und das plättchenreiche Plasma kann abgenommen werden. Manche Protokolle „aktivieren“ das PRP vor der Anwendung, etwa mit Calciumchlorid oder Thrombin, andere verzichten darauf. Ein Standardverfahren gibt es nicht: Systeme, Plättchenkonzentration und Behandlungsschema unterscheiden sich, was auch den Vergleich der Studien erschwert.
Anwendung. Bei Haarausfall wird das PRP mit sehr feinen Nadeln in vielen kleinen Einstichen in die Kopfhaut der ausgedünnten Bereiche gespritzt. Im Gesicht wird es injiziert oder beim Microneedling aufgetragen, damit es über die feinen Stichkanäle in die Haut gelangt. Die Einstiche werden in Studien vor allem als kurzzeitig schmerzhaft beschrieben. Fragen Sie vorab, ob und wie die Stelle betäubt wird.
Sitzungen und Zeit bis zum Effekt. In den meisten Studien zum Haarausfall gab es drei Sitzungen im Abstand von etwa einem Monat; andere Protokolle arbeiteten mit vier oder fünf Sitzungen in kürzeren Abständen. Ausgewertet wurde meist drei bis sechs Monate nach Beginn. Wie lange ein Effekt anhält und ob Auffrischungen nötig sind, ist nicht geklärt. In Studien zu Aknenarben lagen zwischen zwei und sechs Sitzungen. Planen Sie also eine Serie ein und erwarten Sie nach der ersten Sitzung keine sichtbare Veränderung.
Wofür wird PRP eingesetzt – und wie gut ist das belegt?
| Anwendung | Studienlage (Stand Oktober 2026) |
|---|---|
| Erblich bedingter Haarausfall | Viele kleine Studien; im Mittel mehr Haare pro cm² als mit Placebo, Vertrauenswürdigkeit gering. Europäische Leitlinie: weder Empfehlung dafür noch dagegen |
| Kreisrunder Haarausfall | Sehr unsichere Daten. Aktuelle S3-Leitlinie: für Erwachsene keine Empfehlung, für Kinder und Jugendliche ausdrücklich dagegen |
| Aknenarben (zusätzlich zu Microneedling oder Laser) | Kleine, überwiegend nicht verblindete Studien; mit PRP häufiger deutliche Besserung als ohne |
| Hautverjüngung („Vampir-Lifting“) | Meist Studien ohne Vergleichsgruppe; keine belastbaren Schlussfolgerungen möglich |
| Chronische Wunden | Bei diabetischem Fußgeschwür möglicherweise bessere Heilung (geringe Evidenz), bei anderen Wunden unklar |
Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie). Das ist die am besten untersuchte Anwendung in der Dermatologie. Eine Metaanalyse von 2024 mit 13 placebokontrollierten Studien fand im Mittel rund 28 Haare pro Quadratzentimeter mehr als in den Vergleichsgruppen. Die Autoren stufen die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses selbst als gering ein: Die Studien unterschieden sich sehr stark, und es gibt Hinweise, dass Studien mit ungünstigem Ausgang seltener veröffentlicht wurden. Eine Übersichtsarbeit des italienischen Nationalen Blutzentrums kam 2023 auf einen ähnlichen Effekt von etwa 26 Haaren pro Quadratzentimeter, ebenfalls bei Evidenz von geringer Qualität. Eine weitere Übersicht nur zu Männern (2024, neun Studien mit 291 Teilnehmern) sieht „ein gewisses Potenzial“, betont aber dieselben Schwächen.
Die europäische S3-Leitlinie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie (European Dermatology Forum, Kurzfassung 2018 veröffentlicht) konnte wegen der dünnen Datenlage keine Empfehlung für oder gegen PRP aussprechen. Ihr vorgesehener Gültigkeitszeitraum endete 2020; eine Neufassung haben wir bei unserer Recherche im Oktober 2026 nicht gefunden. Auch das Gesundheitsportal des Bundes (gesund.bund.de, Stand November 2025) verweist darauf, dass ein standardisiertes Behandlungsverfahren fehlt. Deutlich besser belegt ist Minoxidil, dem die Leitlinie für Männer und Frauen den höchsten Evidenzgrad zuordnet.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata). Bei dieser Autoimmunerkrankung ist die Datenlage noch schwächer. Ob PRP mehr bewirkt als Kortison-Injektionen, ist nach einer Übersichtsarbeit von 2023 unklar, die Evidenz von sehr geringer Qualität. Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Alopecia areata (AWMF 013-104, Patientenfassung Version 1.1 vom Februar 2026) spricht für Erwachsene keine Empfehlung aus. Für Kinder und Jugendliche lautet die Empfehlung „soll nicht“, also eine starke Empfehlung gegen PRP.
Aknenarben. Hier wird PRP fast immer zusätzlich zu Microneedling oder fraktioniertem Laser eingesetzt. Eine Metaanalyse von 2022 mit 14 Studien und 472 Behandelten fand, dass Microneedling plus PRP häufiger zu einer deutlichen Besserung führte als Microneedling allein, ohne mehr starke Rötungen oder Schwellungen. Die Aussagekraft ist begrenzt: Nur vier Studien waren randomisiert, die meisten verglichen die beiden Gesichtshälften derselben Person, und die PRP-Herstellung war uneinheitlich. Welche Verfahren bei welchem Narbentyp infrage kommen, erklärt der Ratgeber Aknenarben entfernen.
Hautverjüngung und „Vampir-Lifting“. Unter diesen Werbenamen werden PRP-Injektionen im Gesicht oder PRP in Kombination mit Microneedling angeboten. Eine Übersicht über 13 systematische Reviews mit insgesamt 28 Einzelstudien kam 2024 zu dem Ergebnis, dass die vorhandenen Daten keine belastbaren Schlussfolgerungen zulassen. 18 der 28 Studien hatten keine Vergleichsgruppe, und das Vertrauen in die Reviews selbst wurde überwiegend als gering oder kritisch gering bewertet.
Chronische Wunden. Schlecht heilende Wunden waren das erste Einsatzgebiet von PRP in der Dermatologie. Ein Cochrane-Review von 2016 fand Hinweise, dass PRP die Heilung von Fußgeschwüren bei Diabetes verbessern könnte, gestützt allerdings auf nur zwei kleine Studien mit geringer Evidenzqualität. Bei anderen chronischen Wunden, etwa venösen Beingeschwüren, blieb ein Nutzen unklar.
Risiken, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Dass PRP aus dem eigenen Blut stammt, heißt nicht, dass die Behandlung risikofrei ist. Häufig sind Schmerzen beim Einstechen, Brennen, Rötung, Schwellung und kleine Blutergüsse; sie klingen in der Regel innerhalb von Tagen bis etwa zwei Wochen ab. In den Studien wurden keine schweren Nebenwirkungen beobachtet. Bei Studien mit wenigen Hundert Teilnehmenden heißt das aber nur, dass seltene Komplikationen dort nicht erfasst werden konnten.
Infektionen sind wie bei jeder Injektion möglich. Wie wichtig Hygiene ist, zeigt ein Fall aus den USA: Nach PRP-Microneedling-Behandlungen in einem nicht lizenzierten Spa in New Mexico wurden bei vier Kundinnen und einem Sexualpartner HIV-Infektionen festgestellt, die nach den Ermittlungen der US-Gesundheitsbehörde CDC sehr wahrscheinlich mit den Behandlungen zusammenhingen. Bei der Inspektion fanden die Behörden unter anderem unbeschriftete Blutröhrchen im Kühlschrank neben Lebensmitteln und wiederverwendete Einwegaufsätze.
Gefäßverschluss im Gesicht ist sehr selten, aber ernst. Gelangt Injektionsflüssigkeit in ein Blutgefäß, kann sie es verschließen. Eine systematische Übersicht von 2026 trug aus der Fachliteratur zehn Fälle von Sehverlust nach PRP-Injektionen zusammen, meist nach Behandlungen zwischen den Augenbrauen oder an der Stirn; bei acht der zehn Betroffenen blieb der Sehverlust dauerhaft. Injektionen im Gesicht verlangen deshalb Erfahrung und genaue Kenntnis der Gefäße.
Gegen eine Behandlung sprechen nach Fachliteratur und einem Expertenkonsens, der sich überwiegend auf Expertenmeinung stützt, unter anderem:
- Blutgerinnungsstörungen und Funktionsstörungen der Blutplättchen
- eine deutlich erniedrigte oder ungeklärte Thrombozytenzahl, die vorher abgeklärt werden muss
- gerinnungshemmende Medikamente; besprechen Sie das ärztlich und setzen Sie nichts eigenmächtig ab
- akute Infektionen, besonders im Behandlungsgebiet
- aktive oder noch nicht abgeklärte Krebserkrankungen und nicht stabilisierte Blutkrebserkrankungen; in die Nähe von Tumoren soll grundsätzlich nicht injiziert werden
- Kinder und Jugendliche mit kreisrundem Haarausfall (Leitlinie: „soll nicht“)
Sprechen Sie eine Schwangerschaft oder Stillzeit vorher an; belastbare Daten zur Sicherheit von PRP in diesen Phasen haben wir nicht gefunden.
Wer darf PRP anwenden? Der rechtliche Rahmen
Patienteneigen hergestelltes PRP wird arzneimittelrechtlich regelmäßig als Arzneimittel eingeordnet. Wird es unter unmittelbarer fachlicher Verantwortung zur persönlichen Anwendung bei einer bestimmten Patientin oder einem bestimmten Patienten hergestellt, kann die Ausnahme von der Herstellungserlaubnis nach § 13 Abs. 2b AMG greifen. Eine solche Tätigkeit ist regelmäßig vor Aufnahme nach § 67 AMG bei der zuständigen Landesbehörde anzuzeigen; ein hessisches Behördenformular nennt PRP ausdrücklich. Da Zuständigkeit und konkrete Anforderungen vom Herstellungsverfahren abhängen können, sollte die Praxis dies mit ihrer Landesbehörde klären.
Die Blutentnahme für solche Präparate darf nach § 7 Abs. 2 Transfusionsgesetz nur eine Ärztin oder ein Arzt vornehmen oder qualifiziertes Personal unter ärztlicher Verantwortung. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2023 klargestellt, dass das auch für kleine Mengen Eigenblut gilt; ausgenommen sind nur homöopathisch zubereitete Eigenblutprodukte. Der Verwaltungsgerichtshof München hat 2024 ausdrücklich die PRP-Eigenbluttherapie dem Arztvorbehalt zugeordnet, und das Bundesverfassungsgericht hat den Arztvorbehalt für Eigenblutbehandlungen im Mai 2026 als verfassungsgemäß angesehen. Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker dürfen die für PRP erforderliche Blutentnahme nicht eigenständig vornehmen. Auch ein Kosmetikstudio darf eine PRP-Behandlung nicht ohne ärztliche Verantwortung durchführen; eine private Schulung ersetzt den gesetzlichen Arztvorbehalt nicht.
Für Sie als Patientin oder Patient heißt das auch: PRP ist kein zugelassenes Fertigarzneimittel mit geprüfter Wirksamkeit für eine bestimmte Erkrankung. Fachleute des Paul-Ehrlich-Instituts haben für vergleichbare, direkt am Behandlungsort hergestellte Präparate betont, dass die behandelnde Ärztin oder der Arzt Nutzen und Risiken selbst abwägen muss und dass ein CE-Zeichen auf Zentrifuge oder Röhrchen-Set nur das Medizinprodukt betrifft, nicht die Wirksamkeit des daraus gewonnenen Präparats.
Klassische Eigenbluttherapie aus der Naturheilkunde
Die ältere Form der Eigenbluttherapie hat mit PRP wenig gemein. Typische Varianten sind die „native“ Eigenblutinjektion, bei der Blut unverändert in den Muskel zurückgespritzt wird, die Mischung mit homöopathischen oder anderen Arzneimitteln, die Behandlung mit Ozon oder die Eigenserumtherapie. Angeboten wird sie etwa zur Stärkung des Immunsystems, bei chronischen Entzündungen oder Hauterkrankungen.
Die Techniker Krankenkasse fasst die Studienlage 2026 so zusammen: Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich umstritten, für viele Einsatzgebiete gibt es keine belastbaren Belege, und das Verfahren ist medizinisch nicht allgemein anerkannt. Es sollte deshalb keine bewährte Behandlung ersetzen. Auch hier gilt der Arztvorbehalt für die Blutentnahme, mit Ausnahme homöopathisch zubereiteter Produkte. Wenn ein Angebot nur „Eigenblut“ heißt, fragen Sie nach, welches Verfahren genau gemeint ist.
Kosten und Krankenkasse
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt PRP-Behandlungen in der Dermatologie in aller Regel nicht. Für den anlagebedingten Haarausfall des Mannes weist auch gesund.bund.de darauf hin, dass die Krankenversicherung die Behandlung normalerweise nicht bezahlt. PRP ist damit eine Selbstzahlerleistung, die nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet wird. Eine eigene Gebührenziffer für PRP gibt es nicht. In einem von der Bundesärztekammer besprochenen Fall aus der Orthopädie wurde die Behandlung über die Nr. 284 GOÄ (Eigenbluteinspritzung einschließlich Blutentnahme) abgerechnet, den zusätzlichen Aufwand für die Zentrifugation über einen höheren Steigerungssatz. Einen zusätzlichen Analog-Ansatz hielt die Bundesärztekammer dort nicht für zulässig, weil die Leistung bereits von der Nr. 284 erfasst sei.
Für Selbstzahlerleistungen gilt laut Verbraucherzentrale: In der Regel wird zwischen dem einfachen und dem 2,3-fachen Gebührensatz abgerechnet; oberhalb des 3,5-fachen Satzes ist eine gesonderte Honorarvereinbarung nötig. Ein Kostenvoranschlag, eine schriftliche Behandlungsvereinbarung und eine Rechnung sind Pflicht.
Eine verlässliche, unabhängige Preisspanne für PRP-Behandlungen haben wir nicht gefunden; Preisangaben im Internet stammen überwiegend von Anbietern selbst. Für Ihre Planung zählt der Gesamtpreis der Serie, denn meist werden mehrere Sitzungen vereinbart. Fragen Sie vorab, wie viele Sitzungen geplant sind, ob Kombinationsbehandlungen wie Microneedling extra berechnet werden und was eine spätere Auffrischung kosten würde. Ob eine private Krankenversicherung etwas erstattet, hängt vom Tarif und von der medizinischen Begründung ab; klären Sie das vor Behandlungsbeginn.
Alternativen bei Haarausfall
Vor jeder Behandlung steht die Frage, welche Form von Haarausfall vorliegt. Beim erblich bedingten Haarausfall hat äußerlich angewendetes Minoxidil in der europäischen Leitlinie für Männer und Frauen den höchsten Evidenzgrad; für Männer kommt das verschreibungspflichtige Finasterid infrage, das für Frauen nicht zugelassen ist. Bei fortgeschrittenem Haarverlust kann eine Haartransplantation erwogen werden. Kreisrunder Haarausfall wird anders behandelt, zunächst meist mit Kortison. Nutzen, Nebenwirkungen und Kosten dieser Optionen vergleicht der Ratgeber Haarausfall: Ursachen, Diagnose und Behandlung. PRP kann im Einzelfall ergänzend besprochen werden, ersetzt aber keine Diagnose.
Wann zum Arzt?
Lassen Sie Haarausfall zuerst hautärztlich abklären, bevor Sie über PRP nachdenken, vor allem wenn:
- die Haare plötzlich oder in großen Mengen ausfallen oder kreisrunde kahle Stellen entstehen,
- die Kopfhaut gerötet ist, schuppt, juckt, brennt oder schmerzt,
- der Haarausfall nach Beginn eines neuen Medikaments aufgetreten ist,
- zusätzlich Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Zyklusstörungen bestehen.
Sprechen Sie vor einer PRP-Behandlung ausdrücklich an, wenn Sie Blutverdünner nehmen, eine Gerinnungsstörung, eine Krebserkrankung oder eine akute Infektion haben.
Nach der Behandlung gehören zunehmende Schmerzen, Rötung, Überwärmung, Eiter oder Fieber an den Einstichstellen zeitnah in ärztliche Hände, da sie auf eine Infektion hinweisen können. Treten nach einer Injektion im Gesicht plötzliche Sehstörungen, ein Sehverlust oder starke Schmerzen mit Verfärbung der Haut auf, rufen Sie sofort den Notruf 112: Ein Gefäßverschluss muss so schnell wie möglich behandelt werden.
Kosten: Kasse vs. Selbstzahler (IGeL)
Gesetzliche Kasse (GKV): Keine Kassenleistung: PRP-Behandlungen in der Dermatologie zahlen Sie in aller Regel selbst. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); einen verlässlichen Pauschalpreis gibt es nicht.
Richtwerte — die tatsächlichen Kosten legt die Praxis individuell fest.
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Häufige Fragen
Verwandte Behandlungen
Quellen
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- Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege: Anzeige nach § 67 AMG für die erlaubnisfreie Herstellung von Arzneimitteln (u. a. Eigenblutprodukte, PRP) (abgerufen 2026-10-21)
- Scherer, Seitz, Cichutek (Paul-Ehrlich-Institut), Dtsch Arztebl 2013: Autologe Zellpräparate – wenn Ärzte Arzneimittel am Behandlungsort herstellen (abgerufen 2026-10-21)
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- Deutsches Ärzteblatt, GOÄ-Ratgeber der Bundesärztekammer (2022): Behandlung mit plättchenreichem Plasma und Hyaluronsäure (abgerufen 2026-10-21)
- Verbraucherzentrale: Was kosten individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)? (abgerufen 2026-10-21)
- AWMF 083-042: S3-Leitlinie Einsatz von Platelet rich Fibrin (PRF) in der dentalen Implantologie (abgerufen 2026-10-21)
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.