Ausgeschaltetes Ultraschallgerät mit eingehängtem Schallkopf in einem ruhigen Untersuchungsraum, links der Rand einer mit Papier abgedeckten Liege
Illustration (KI-generiert): Ultraschallgerät in einem Untersuchungsraum. Vor jedem Eingriff an Krampfadern steht die Duplexsonographie der Beinvenen.

Krampfadern behandeln: Verödung, Laser, Radiofrequenz & OP

Was Krampfadern (Varizen) sind und wie sie sich von Besenreisern unterscheiden, welche Warnzeichen ein Notfall sind, wie die Venen untersucht werden, welche Behandlung wann passt (Kompression, Verödung, Laser, Radiofrequenz, Venenkleber, Operation) und was die gesetzliche Krankenkasse übernimmt.

Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 21.10.2026

Krampfadern (Varizen) sind dauerhaft erweiterte, oft geschlängelte Venen im oberflächlichen Venensystem der Beine. Sie sind häufig und meist nicht gefährlich, bilden sich aber nicht von selbst zurück und nehmen bei vielen Betroffenen über die Jahre zu. Ob und wie behandelt wird, richtet sich nach Ihren Beschwerden, dem Venen-Ultraschall (Duplexsonographie) und Ihren Wünschen. Zur Wahl stehen Kompression, die Verödung (Sklerotherapie), endovenöse Verfahren mit Laser oder Radiofrequenz, seltener ein Venenkleber, und die Operation. Bei medizinischer Indikation gehören Diagnostik und konventionelle Operation grundsätzlich zur GKV-Versorgung; Voraussetzung ist, dass Einrichtung und Verfahren zulasten der Kasse abrechenbar sind. Laser und Radiofrequenz zahlen einige Kassen nur über Sonderverträge mit ausgewählten Praxen und Kliniken, sonst sind sie in der Regel Selbstzahlerleistung. Rein kosmetische Besenreiser zahlen Sie selbst.

Was sind Krampfadern? Formen und Abgrenzung zu Besenreisern

Normalerweise pumpen die Wadenmuskeln das Blut aus den Beinen zum Herzen, und Venenklappen verhindern, dass es zurückfließt. Werden Venenwände und Klappen schwach, staut sich das Blut in den oberflächlichen Beinvenen; sie weiten sich und werden als bläuliche Stränge sichtbar. Fachleute unterscheiden mehrere Formen:

  • Stammvarizen betreffen die großen oberflächlichen Venen: die große Rosenvene (Vena saphena magna) an der Beininnenseite oder die kleine Rosenvene (Vena saphena parva) an der Wadenrückseite. Sie sind oft nur im Ultraschall vollständig zu erkennen und für den Verlauf besonders wichtig.
  • Seitenastvarizen zweigen davon ab; das sind die typischen sichtbaren, geschlängelten „Krummadern“.
  • Perforansvarizen sind erweiterte Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem System, häufig in Knöchelnähe. Sie können bluten.
  • Retikuläre Varizen bilden bläuliche Netze, oft an der Außenseite von Ober- und Unterschenkel.
  • Besenreiser sind feinste Hautvenen bis etwa 1 mm Durchmesser. Sie machen meist keine Beschwerden; ihre Behandlung ist in der Regel kosmetisch. Details dazu finden Sie im Ratgeber Besenreiser entfernen.

Meist handelt es sich um eine primäre Varikose ohne erkennbaren Auslöser. Sekundäre Varizen entstehen dagegen als Umgehungskreislauf, wenn tiefe Venen etwa nach einer Thrombose verschlossen sind. Krampfadern sind sehr verbreitet: In der Bonner Venenstudie hatten 12,4 Prozent der Männer und 15,8 Prozent der Frauen Varizen ohne Zeichen einer chronischen Venenschwäche, weitere Menschen bereits eine solche Schwäche. Das IQWiG schätzt, dass etwa jeder fünfte Erwachsene im Lauf des Lebens Krampfadern bekommt. Risikofaktoren sind höheres Alter, weibliches Geschlecht, Schwangerschaften, familiäre Veranlagung, Berufe mit langem Stehen, starkes Übergewicht und eine frühere tiefe Venenthrombose.

Schwere, schmerzende Beine haben nicht immer venöse Ursachen. Eine symmetrische, schmerzhafte Fettvermehrung an Beinen oder Armen kann zum Beispiel auf ein Lipödem hinweisen, das anders behandelt wird als Krampfadern.

Symptome und Stadien (CEAP)

Typisch sind Schwere- und Spannungsgefühl, geschwollene Knöchel, Juckreiz und Schmerzen nach langem Stehen oder Sitzen. Manche haben zusätzlich nächtliche Wadenkrämpfe oder unruhige Beine. Die Beschwerden nehmen meist zum Abend, bei Wärme und während der Menstruation zu und bessern sich beim Hochlegen. Wie stark Krampfadern stören, lässt sich an ihrem Aussehen nicht zuverlässig ablesen: Ausgeprägte Varizen können beschwerdefrei sein, unscheinbare deutlich belasten.

Zur Einteilung nutzen Ärztinnen und Ärzte die internationale CEAP-Klassifikation. Der klinische Teil („C“) beschreibt, was am Bein zu sehen ist:

StufeBefund
C0keine sichtbaren oder tastbaren Venenveränderungen
C1Besenreiser oder retikuläre Varizen
C2Krampfadern (Varizen)
C3Schwellung (Ödem)
C4Hautveränderungen: Verfärbung, Ekzem (C4a); Verhärtung, weiße Narbenareale (C4b)
C5abgeheiltes offenes Bein (Ulcus cruris)
C6offenes Bein (florides Ulcus)

Ab C3 spricht man von einer chronischen venösen Insuffizienz (CVI). Ein zusätzliches „s“ markiert Beschwerden. Ein Maßstab für den Schweregrad ist die Einteilung nicht. Seit dem Update von 2020 gibt es zusätzlich die Unterklasse C4c (feine Venenkränze am Fußrand) und den Zusatz „r“ für wiedergekehrte Varizen.

Sind Krampfadern gefährlich?

Die abgelaufene Leitlinienfassung beschreibt die Varikose als lebenslang fortschreitende Erkrankung, die die Lebensqualität deutlich einschränken kann. Die Varikose selbst ist meist nicht akut lebensbedrohlich; Komplikationen wie eine tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie können jedoch gefährlich werden. Unbehandelt verschlechtert sie sich bei einem Teil der Betroffenen: In der Bonner Venenstudie entwickelten nach 6,7 Jahren 31,8 Prozent der Menschen mit Stammvarizen eine chronische Venenschwäche. Etwa 3 bis 6 Prozent der Unbehandelten bekommen nach IQWiG-Angaben irgendwann ein offenes Bein. Seltener sind diese Komplikationen:

  • Oberflächliche Venenthrombose („Venenentzündung“): Ein Gerinnsel in einer Krampfader macht einen geröteten, warmen, druckschmerzhaften Strang. Sie ist nicht bakteriell, Antibiotika helfen nicht. Weil sie sich in die tiefen Venen ausdehnen kann, gehört sie per Ultraschall abgeklärt.
  • Tiefe Venenthrombose und Lungenembolie: selten, aber gefährlich.
  • Blutung aus einer hautnahen Krampfader, oft in Knöchelnähe.

Wann zum Arzt?

Sofort Notruf 112 bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen vor allem beim Einatmen oder Husten, Herzrasen, Schwindel oder Ohnmacht oder blutigem Husten. Das können Zeichen einer Lungenembolie sein. Rufen Sie in diesem Fall nicht den Bereitschaftsdienst 116117 an, sondern direkt den Notruf.

Umgehend ärztlich abklären lassen sollten Sie eine plötzliche, meist einseitige Schwellung des Beins mit Spannungsgefühl, großflächigen Schmerzen in Bein oder Hüfte, warmer, geröteter oder bläulicher Haut. Das können Zeichen einer tiefen Venenthrombose sein.

Zeitnah ärztlich ansehen lassen sollten Sie:

  • ein schmerzhafter, geröteter, verhärteter Strang über einer Krampfader
  • eine Blutung aus einer Krampfader: Drücken Sie die Stelle mit einem Tuch oder den Fingern ab und legen Sie einen Verband an; lässt sie sich so nicht stillen, wählen Sie 112
  • jede offene oder schlecht heilende Stelle am Unterschenkel oder Knöchel
  • neue Hautverfärbungen, Verhärtungen oder ein nässendes Ekzem am Unterschenkel

Planbar ist ein Termin, wenn Krampfadern Beschwerden machen, die Beine abends anschwellen, in der Schwangerschaft neue Krampfadern auftreten oder Sie sich eine Behandlung wünschen.

Diagnose: Ultraschall vor jedem Eingriff

Nach Gespräch und Untersuchung im Stehen ist die farbkodierte Duplexsonographie entscheidend. Sie zeigt, welche Venen undicht sind, wo der Rückfluss beginnt und endet und ob die tiefen Venen frei sind. Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung. Nach der Leitlinie ist sie die Methode der ersten Wahl und vor jedem Eingriff erforderlich; ein einfacher Doppler oder eine Lichtreflexionsmessung allein reichen als Grundlage nicht. Röntgen mit Kontrastmittel ist heute nur noch in Sonderfällen nötig.

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Ziel der Behandlung ist, den krankhaften Rückfluss auszuschalten, Beschwerden zu lindern und Folgen wie Hautschäden zu verhindern. Maßgeblich in Deutschland ist die S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Varikose“ (AWMF 037-018, Version 1.0, Stand März 2019). Sie war bis März 2024 gültig und wird derzeit überarbeitet, ebenso die S2k-Leitlinie zur Sklerosierungsbehandlung (AWMF 037-015, Version 5.0, Stand Dezember 2018, gültig bis Dezember 2023). Bis zu den Neufassungen sind sie die jüngsten deutschen Leitlinien zum Thema; Studien nach 2018 sind darin nicht berücksichtigt.

Kompression, Bewegung und Venenmittel

Medizinische Kompressionsstrümpfe lindern Schwere, Schmerzen und Schwellungen, fördern die Heilung eines offenen Beins und senken das Risiko, dass es wiederkehrt. Krampfadern beseitigen sie nicht, und ob sie das Fortschreiten bremsen, ist nicht belegt; das IQWiG bewertet ihren Nutzen bei reinen Krampfadern als unklar. Sinnvoll sind sie vor allem, wenn ein Eingriff nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Ergänzend können laut der Fachgesellschaft DGPL Physiotherapie oder eine Lymphdrainage hinzukommen.

Für die meisten Venenmittel, Cremes und Gele ist keine Wirkung belegt. Ausnahmen laut Leitlinie: Bestimmte geprüfte Extrakte aus rotem Weinlaub und Rosskastanie sowie Oxerutin verringern Schwellung und teils Beschwerden, oft erst nach zwei bis vier Wochen. Krampfadern verschwinden dadurch nicht.

Verödung (Sklerotherapie): flüssig oder als Schaum

Bei der Verödung spritzt die Ärztin oder der Arzt ein Mittel in die Vene, das die Innenwand reizt; die Vene verklebt und wird vom Körper nach und nach abgebaut. In Deutschland ist dafür nur der Wirkstoff Polidocanol zugelassen. Als Flüssigkeit eignet er sich für Besenreiser und kleine Varizen. Mit Luft zu feinem Schaum aufgeschlagen verdrängt er das Blut und wirkt länger, sodass auch Seitenäste, Rezidive und unter Ultraschallkontrolle Stammvenen behandelt werden können. Pro Sitzung darf nur eine begrenzte Menge gespritzt werden; größere Befunde brauchen deshalb oft mehrere Termine. Danach wird ein Kompressionsverband oder -strumpf getragen.

Die Verödung kommt ohne Schnitt und in der Regel ohne Betäubung aus und lässt sich wiederholen. Ihr Nachteil: Verödete Stammvenen öffnen sich häufiger wieder als operierte oder mit Hitze verschlossene. Häufigste Nebenwirkungen sind bräunliche Verfärbungen und feine neue Äderchen (Matting) bei 1 bis unter 10 Prozent. Nach Schaum kommen gelegentlich (0,1 bis unter 1 Prozent) vorübergehende Sehstörungen vor, die meist nach 20 bis 30 Minuten abklingen, bei Menschen mit Migräne auch Migräneanfälle. Thrombosen der tiefen Unterschenkelvenen treten gelegentlich auf, Allergien, Schlaganfälle und Lungenembolien nur in Einzelfällen.

Nicht verödet wird bei bekannter Allergie gegen das Mittel, akuter Thrombose oder Infektion; für Schaum zusätzlich nicht bei einer bekannten, Beschwerden verursachenden Verbindung zwischen den Herzvorhöfen (symptomatisches offenes Foramen ovale). Schwangerschaft, Stillzeit, schwere arterielle Durchblutungsstörungen und ein hohes Thromboserisiko erfordern eine sorgfältige Abwägung.

Laser und Radiofrequenz: Verschluss mit Hitze von innen

Bei den endovenösen thermischen Verfahren schiebt die Ärztin oder der Arzt unter Ultraschallsicht einen dünnen Katheter in die kranke Stammvene. Laserlicht oder Radiofrequenzenergie erhitzt die Venenwand beim langsamen Zurückziehen, die Vene verschließt sich und vernarbt. Eine Variante mit heißem Dampf wird selten eingesetzt. Betäubt wird mit einer großen Menge verdünnten Lokalanästhetikums um die Vene (Tumeszenzanästhesie), eine Narkose ist nicht nötig. Der Eingriff erfolgt meist ambulant, Sie können direkt danach gehen. Blutverdünnende Medikamente müssen in der Regel nicht abgesetzt werden. Sichtbare Seitenäste werden zusätzlich verödet oder über kleine Stiche entfernt, nach der Leitlinie möglichst im selben Termin.

In Studien sind nach vier bis fünf Jahren je nach Gerät rund 85 bis 97 Prozent der behandelten Venen noch verschlossen. Die Leitlinie empfiehlt, Laser und Radiofrequenz als Alternative zur Operation anzubieten, und bevorzugt neuere Lasergenerationen. Mögliche Nebenwirkungen sind Blutergüsse, Schmerzen entlang der Vene, ein tastbarer Strang für Wochen, oberflächliche Venenentzündungen, Gefühlsstörungen der Haut durch gereizte Hautnerven, selten Verbrennungen oder eine tiefe Thrombose.

Venenkleber und andere Verfahren ohne Hitze

Beim Venenkleber (Cyanoacrylat) wird die Stammvene über einen Katheter verklebt; Tumeszenz oder Narkose sind nicht nötig. Die Leitlinie nennt Verschlussraten um 94 Prozent nach drei Jahren, aber auch phlebitisähnliche Reizungen bei etwa 11 bis 20 Prozent der Behandlungen an der großen Rosenvene und mehr Wiedereröffnungen bei sehr weiten Venen. Eine abschließende Empfehlung gab sie mangels Daten nicht. Die Fachgesellschaft DGPL beschreibt das Verfahren als deutlich weniger erforscht als die Verödung, als teuer und selten eingesetzt. Die mechanochemische Ablation kombiniert einen rotierenden Draht mit einem Verödungsmittel; die Leitlinie nennt sie als mögliche Alternative für Stammvenen bis 12 mm Durchmesser.

Operation: Crossektomie, Stripping und Phlebektomie

Bei der klassischen Operation wird die Stammvene an ihrer Einmündung in die tiefe Vene abgebunden, bei der großen Rosenvene über einen Schnitt in der Leiste (Crossektomie). Den kranken Abschnitt zieht die Ärztin oder der Arzt mit einer Sonde heraus (Stripping). Heute wird meist nur der tatsächlich erkrankte Teil entfernt. Seitenäste werden bei der Miniphlebektomie über 1 bis 2 mm kleine Stiche mit feinen Häkchen entfernt. Betäubt wird je nach Umfang örtlich mit Tumeszenz, mit Rückenmarksnarkose oder in Vollnarkose. Die meisten Eingriffe erfolgen ambulant.

Laut IQWiG gehen bei über 80 Prozent der Operierten Schmerzen, Schwellung und Juckreiz zurück. Etwa 15 Prozent haben Komplikationen wie Schmerzen, Blutungen, Schwellungen, Wundinfektionen, Narben oder Hautverfärbungen. Die Leitlinie nennt Verletzungen von Hautnerven mit Taubheitsgefühl oder Kribbeln bei bis zu 6,6 Prozent, Wundinfektionen bei bis zu 2,8 Prozent und tiefe Thrombosen oder Lungenembolien bei bis zu 0,24 Prozent. Venenerhaltende Verfahren wie die extraluminale Valvuloplastie oder die CHIVA-Methode sind möglich, eignen sich aber nur für ausgewählte Befunde.

Welche Methode passt wann?

VerfahrenEignet sich vor allem fürPluspunkteZu bedenken
KompressionBeschwerden, Ödem, offenes Bein; wenn kein Eingriff möglich istohne Eingriff, auf Rezept mit Zuzahlungbeseitigt keine Krampfader, tägliches Tragen
FlüssigverödungBesenreiser, retikuläre Varizen, kleine Seitenästeohne Schnitt, wiederholbarmehrere Sitzungen, Verfärbungen möglich
SchaumverödungSeitenäste, Rezidive, Perforanten, Stammvenenohne Schnitt, gut wiederholbarStammvenen öffnen sich häufiger wieder, oft nicht Kassenleistung
Laser / RadiofrequenzStammvenenohne Schnitt, ambulant, rasch wieder aktivKasse nur über Sonderverträge
VenenkleberStammvenen nicht zu großen Durchmesserskeine Tumeszenz nötigwenig Langzeitdaten, Reizreaktionen
OperationStammvenen, auch sehr weite oder gewundene; Seitenästelange Erfahrung, bei medizinischer Notwendigkeit KassenleistungSchnitte, Betäubung, längere Erholung

Direkte Vergleiche zeigen, dass bei Stammvarizen keine Methode in allen Punkten vorn liegt. Nach der Leitlinie tritt nach Laser und Radiofrequenz im Ultraschall häufiger ein Rückfluss an der Leiste auf als nach der Operation, bei den sichtbaren Rezidiven und der Beschwerdebesserung unterscheiden sich die Verfahren insgesamt aber nicht wesentlich. Das IQWiG beschreibt die Hitzeverfahren als ähnlich wirksam wie die Operation, mit weniger Komplikationen. In der britischen CLASS-Studie mit 798 Patientinnen und Patienten waren nach sechs Monaten 82,3 Prozent der gelaserten und 78 Prozent der operierten, aber nur 43,4 Prozent der mit Schaum verödeten Stammvenen vollständig verschlossen. Nach fünf Jahren war die krankheitsbezogene Lebensqualität nach Laser oder Operation etwas besser als nach Schaumverödung; die Unterschiede waren klein.

Bei einem offenen Bein spricht eine große Studie dafür, die undichte oberflächliche Vene früh zu behandeln: In der EVRA-Studie heilten Geschwüre mit Kompression plus früher endovenöser Behandlung schneller als mit Kompression allein (im Median nach 56 statt 82 Tagen).

Was zahlt die Krankenkasse? Kosten im Überblick

Besteht eine medizinische Indikation, etwa wegen Beschwerden, Schwellungen, Hautveränderungen oder Komplikationen, können Abklärung einschließlich Ultraschall und konventionelle Operationen wie Stripping oder Miniphlebektomie als GKV-Leistungen erbracht werden. Klären Sie vorab, ob die gewählte Einrichtung zulasten Ihrer Kasse abrechnen darf. Stationär zahlt sie nach Angaben der DGPL in der Regel nur bei schweren Begleiterkrankungen. Für verordnete Kompressionsstrümpfe zahlen Sie 10 Prozent des Preises zu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.

Für Laser und Radiofrequenz wurde bei der Recherche im Oktober 2026 weder eine allgemeine G-BA-Regelung noch eine eigene ambulante EBM-Position gefunden. Die Übernahme erfolgt daher je nach Kasse und Einrichtung insbesondere über Sonderverträge; lassen Sie sich die Kostenübernahme vorher schriftlich bestätigen. Die Techniker Krankenkasse übernimmt sie nur bei Ärztinnen, Ärzten und Kliniken mit Sondervertrag; die AOK Baden-Württemberg und die AOK Hessen haben einen Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, an dem unter anderem Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Phlebologie teilnehmen können. Außerhalb solcher Verträge ist die Behandlung in der Regel eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Der IGeL-Monitor bewertete die Laserbehandlung 2017 mit „unklar“, weil sie in den damals ausgewerteten Studien weder besser noch schlechter abschnitt als die Operation. Diese historische Bewertung liefert keine belastbare aktuelle Preisspanne. Auch die ultraschallgesteuerte Schaumverödung ist nach Angaben der DGPL meist keine Kassenleistung. Für den Venenkleber haben wir keine allgemeine Kassenregel gefunden. Die Behandlung rein kosmetischer Besenreiser zahlen Sie selbst.

Selbst bezahlte Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet; einen verlässlichen Pauschalpreis gibt es nicht. Die Kosten hängen davon ab, wie viele Venen an einem oder beiden Beinen behandelt werden, welches Verfahren eingesetzt wird und ob Seitenäste und Nachkontrollen dazugehören. Ist absehbar, dass Ihre Kasse nicht vollständig zahlt, muss die Praxis Sie vor Behandlungsbeginn in Textform über die voraussichtlichen Kosten informieren. Fragen Sie vorher bei Ihrer Kasse nach Vertragspartnern; Privatversicherte klären die Erstattung mit ihrem Tarif.

Nach der Behandlung

Nach Laser, Radiofrequenz und Operation tragen Sie meist mindestens eine Woche Kompressionsstrümpfe, nach einer Verödung je nach Befund; die Dauer legt die Praxis fest. Gehen ist sofort erwünscht, leichter Sport nach den Hitzeverfahren meist nach etwa einer Woche, nach einer Stripping-Operation ab der zweiten Woche, uneingeschränkt nach etwa vier Wochen. Bis bräunliche Verfärbungen nach einer Verödung verblasst sind, sollten Sie Sonne meiden. Zur Erfolgskontrolle gehört eine Ultraschalluntersuchung einige Wochen nach dem Eingriff. Melden Sie sich bei Fieber, zunehmender Rötung oder Schmerzen; bei den oben genannten Thrombose- oder Embolie-Zeichen handeln Sie wie unter „Wann zum Arzt?“ beschrieben.

Kommen Krampfadern wieder?

Ja, das ist möglich, und zwar nach jedem Verfahren. Die Veranlagung bleibt lebenslang. Nach Angaben der Leitlinie haben fünf Jahre nach einer Operation 20 bis 45 Prozent der Betroffenen erneut sichtbare Krampfadern; dazu zählen auch ganz neu entstandene Varizen in anderen Abschnitten. Das IQWiG nennt nach Operationen etwa 30 von 100 Menschen mit neuen Krampfadern innerhalb von zwei Jahren. Erneute Eingriffe sind möglich, haben aber höhere Komplikationsraten als der erste Eingriff. Regelmäßige Kontrollen helfen, Rückfälle früh und schonend zu behandeln.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Bis zu 40 Prozent der Schwangeren bemerken neue oder stärker werdende Krampfadern. Oft bilden sie sich in den Monaten nach der Geburt zurück. Die Leitlinie empfiehlt eine Abklärung durch eine Venenspezialistin oder einen Venenspezialisten. Kompressionsstrümpfe können Beschwerden lindern; dass sie Krampfadern in der Schwangerschaft verhindern, ist nicht belegt. Eingriffe sollen nur in Ausnahmefällen stattfinden; für das Verödungsmittel Polidocanol ist die Sicherheit in der Schwangerschaft nicht belegt. In der Stillzeit wird eine dringende Verödung im Einzelfall abgewogen.

Vorbeugen: Was Sie selbst tun können

Sicher verhindern lässt sich eine Varikose nicht. Sie können aber die Venenpumpe unterstützen und Beschwerden verringern:

  • regelmäßig gehen, schwimmen, Rad fahren oder Venengymnastik machen
  • langes Stehen und Sitzen unterbrechen, die Beine zwischendurch hochlegen
  • Übergewicht abbauen
  • bei Beschwerden oder viel Stehen im Beruf Kompressionsstrümpfe nach ärztlicher Beratung tragen

Wer behandelt Krampfadern?

Krampfadern behandeln Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Phlebologie, die sie zusätzlich zu einer Facharztqualifikation erwerben, etwa in der Dermatologie oder Chirurgie. Dazu kommen Gefäßchirurginnen und Gefäßchirurgen sowie Angiologinnen und Angiologen; an der Leitlinie waren alle diese Fachrichtungen beteiligt. Auch Hautarztpraxen und Hautkliniken bieten Duplexsonographie, Verödung und teils endovenöse Verfahren an. Welche Verfahren eine Praxis anbietet und ob sie an Kassen-Sonderverträgen teilnimmt, fragen Sie am besten schon bei der Terminvereinbarung.

Kosten & Kasse in Österreich und der Schweiz

Die Angaben oben beziehen sich auf Deutschland. So ist es in Österreich und der Schweiz (Stand Oktober 2026):

Österreich

  • Notwendige und zweckmäßige Diagnose- und Therapiemaßnahmen bei Krampfadern übernimmt laut Gesundheitsportal Ihr Sozialversicherungsträger; je nach Träger und Leistung kann ein Selbstbehalt anfallen. Als ÖGK-Versicherte zahlen Sie bei Vertragsärztinnen und -ärzten mit e-card für die meisten Behandlungen nichts extra.
  • Welche Verfahren – etwa Verödung, Laser oder Radiofrequenz – eine Kassenordination oder ein Spital anbietet und über die Kasse abrechnet, ist unterschiedlich; fragen Sie vorab nach. Rein kosmetische Behandlungen, etwa von Besenreisern, deckt die e-card laut ÖGK nicht ab.
  • Bei Wahlärztinnen und -ärzten zahlen Sie zunächst selbst. Die ÖGK erstattet 80 % dessen, was sie einer Vertragsärztin oder einem Vertragsarzt gezahlt hätte, höchstens die tatsächlichen Kosten – meist deutlich weniger als die Rechnung.
  • Medizinische Kompressionsstrümpfe gibt es auf ärztliche Verordnung als Heilbehelf. Bei der ÖGK zahlen Sie 10 % der Kosten selbst, mindestens 46,20 € (Wert 2026). Kinder unter 15 und Rezeptgebührenbefreite zahlen keinen Selbstbehalt – nicht aber, wer nur wegen der Obergrenze befreit ist.

Quellen: gesundheit.gv.at: Krampfadern – Beschwerden und Behandlung (Abschnitt Kosten; letzte Aktualisierung 19.06.2024) · ÖGK: Ärztliche Versorgung durch Vertragsärztinnen und Vertragsärzte (Leistungen mit der e-card) · ÖGK: Wahlärztinnen und Wahlärzte (Kostenerstattung) · ÖGK: Heilbehelfe und Hilfsmittel (Selbstbehalt, Wert 2026)

Schweiz

  • Den Verschluss von Stammvenen mit Radiofrequenz oder Laser übernimmt die Grundversicherung laut Anhang 1 der KLV, wenn Ärztinnen oder Ärzte mit der dafür vorgesehenen Weiterbildung ihn durchführen. Ein mechanisch-chemisches Katheterverfahren (rotierender Draht plus Verödungsmittel) ist dort ausdrücklich keine Pflichtleistung.
  • Geplante Krampfaderoperationen am Bein, auch Laser- und Radiofrequenzverfahren, vergütet die Grundversicherung grundsätzlich nur ambulant (Anhang 1a KLV). Stationär nur bei besonderen Umständen, meist relevanten Begleiterkrankungen, oder nach vorgängiger Kostengutsprache des Versicherers.
  • Medizinische Kompressionsstrümpfe ab Kompressionsklasse 2 vergütet die Grundversicherung auf ärztliche Verordnung bis zum Höchstbetrag der MiGeL, meist höchstens zwei Paar pro Jahr. Vermessen und abgeben muss sie eine Stelle mit Vertrag mit Ihrem Versicherer; einen Mehrpreis zahlen Sie selbst.
  • Von den übernommenen Kosten tragen Sie Franchise und 10 % Selbstbehalt (Erwachsene höchstens 700 CHF pro Jahr), bei einem Spitalaufenthalt zusätzlich 15 CHF pro Tag. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss Sie informieren, ob eine Leistung übernommen wird.

Quellen: BAG: Anhang 1 der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV), Ausgabe vom 1. Juli 2026 (PDF) · BAG: Anhang 1a KLV – grundsätzlich ambulant durchzuführende Eingriffe, Gesamtliste Ausgabe 1. Januar 2026 (PDF) · BAG: Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) per 1. Juli 2026, Kapitel 17 Kompressionstherapie-Mittel (PDF) · BAG: Ratgeber «Die obligatorische Krankenversicherung» (Stand 1. Januar 2026)

Leistungen unterscheiden sich je nach Kasse bzw. Versicherungsmodell – fragen Sie im Zweifel vorab nach.

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Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.