Stapel weißer runder Wattepads und eine kleine Porzellanschale mit Wasser, daneben ein Eukalyptuszweig, auf einem hellen Holztablett auf Leinenstoff am Fenster
Illustration (KI-generiert): Wattepads, Wasserschale und Eukalyptuszweig als Sinnbild für Hautpflege – keine Darstellung einer Behandlung oder eines Ergebnisses.

Gesichtsbehandlung: Kosmetikstudio oder Hautarzt?

Was eine Gesichtsbehandlung realistisch leisten kann, worin sich kosmetische Pflege und ärztliche Behandlung unterscheiden, was Leitlinien und Studien zu Ausreinigung, Peeling, Mikrodermabrasion, LED-Licht, Microneedling, Laser und IPL sagen, wann Akne, Rosazea, periorale Dermatitis oder ein auffälliger Fleck eine Diagnose brauchen, wer in Deutschland was darf und wie abgerechnet wird.

Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 21.10.2026

Eine Gesichtsbehandlung kann zweierlei sein: kosmetische Pflege, die die Haut reinigt und sich gut anfühlt, oder die Behandlung einer Hauterkrankung. Im Kosmetikstudio bekommen Sie Reinigung, Ausreinigung, oberflächliche Peelings, Masken und Massage. In der Hautarztpraxis kommt hinzu, was eine Diagnose oder ärztliche Fachkunde voraussetzt: die Abklärung von Akne, Rosazea oder einem auffälligen Fleck, verschreibungspflichtige Medikamente und Laser- oder IPL-Behandlungen von Äderchen und Pigmentflecken, die in Deutschland Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind.

Was Sie realistisch erwarten können: Dass eine kosmetische Gesichtsbehandlung das Hautbild dauerhaft verändert, ist nicht belegt. Für die klassische Behandlung aus Reinigung, Maske und Massage haben wir keine kontrollierten Studien gefunden. Bei einzelnen Bausteinen sieht es unterschiedlich aus: Für Ausreinigung und chemische Peelings spricht die deutsche Akne-Leitlinie von 2026 eine Empfehlung als Ergänzung zur Aknetherapie aus, für Mikrodermabrasion nur eine offene, und die Studien zu LED-Licht sind klein und uneinheitlich. Die Basis bleibt unspektakulär: Pflege passend zum Hauttyp und täglicher Sonnenschutz. Kosmetische Behandlungen zahlen Sie selbst, auch in der Arztpraxis. Muss dagegen eine Krankheit erkannt oder behandelt werden, haben gesetzlich Versicherte grundsätzlich Anspruch auf die notwendige Behandlung.

Kosmetische Pflege oder ärztliche Behandlung?

Die Grenze zieht das Heilpraktikergesetz. Wer berufs- oder gewerbsmäßig Krankheiten feststellt, heilt oder lindert, übt Heilkunde aus und braucht dafür eine ärztliche Approbation oder eine Heilpraktiker-Erlaubnis. Eine Kosmetikerin ohne ärztliche Approbation oder Heilpraktiker-Erlaubnis darf Ihre Haut pflegen, reinigen und ihr Erscheinungsbild verbessern, aber keine Hautkrankheit diagnostizieren oder behandeln. Eine abschließende gesetzliche Liste, welche Behandlung Heilkunde ist, haben wir nicht gefunden; im Streitfall entscheiden Gerichte. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat 2012 als Maßstab genannt, ob eine Tätigkeit ärztliche oder medizinische Fachkenntnisse erfordert und typischerweise gesundheitliche Schäden verursachen kann.

Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Bausteine ein. Ausführlicher geht es in den verlinkten Ratgebern weiter.

BausteinWas passiertWas Leitlinien und Studien sagenWo angeboten
Reinigung, Maske, MassageAbschminken, Reinigen, Pflegemaske, Gesichtsmassagekeine kontrollierten Studien gefunden; vor allem Pflege und Wohlbefindenvor allem Kosmetikstudio
HautanalyseHaut ansehen, Pflege besprechenim Studio eine kosmetische Einschätzung; Krankheiten erkennen nur ärztlichStudio und Praxis
AusreinigungMitesser und Talg werden herausgedrücktAkne-Leitlinie: „sollte“ als Ergänzung, durch medizinisches FachpersonalStudio und Praxis
Chemisches PeelingSäuren lösen obere HautschichtenAkne-Leitlinie: „sollte“ als Ergänzung, durch medizinisches Fachpersonaloberflächliche auch im Studio, tiefere ärztlich
Mikro- und Hydradermabrasionmechanischer Abtrag der Hornschicht, teils mit SerumAkne-Leitlinie: „kann erwogen werden“; kleine StudienStudio und Praxis
LED- und BlaulichtLicht bestimmter Wellenlängen ohne Hautverletzungkleine, uneinheitliche Studien; Blaulicht als Akne-Option vor allem, wenn Tabletten nicht infrage kommenStudio und Praxis
Microneedlingfeine Nadeln stechen in die Hautvor allem bei Aknenarben untersuchtnach einer Berliner Behördeninformation Nadeln bis 0,5 mm auch im Studio; tieferes Needling bei Ärztinnen, Ärzten oder Personen mit Heilpraktiker-Erlaubnis; regionale Einordnung kann abweichen
Laser und IPLLicht zielt auf Gefäße, Pigment oder GewebeÄderchen und Pigmentflecken: Arztvorbehalt nach NiSVArztpraxis; Haarentfernung auch Studio mit Fachkunde

Wann ein Hautproblem zuerst eine Diagnose braucht

Viele buchen eine Gesichtsbehandlung, weil sie etwas an ihrer Haut stört. Bei einigen Beschwerden ist eine kosmetische Behandlung nicht der richtige erste Schritt, weil sie wenig ausrichtet oder die Haut sogar verschlechtern kann.

Akne. Akne ist laut Leitlinie die häufigste Hauterkrankung und betrifft nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene. Beim Abheilen können Narben und Pigmentstörungen entstehen. Die Behandlung stützt sich auf Wirkstoffe zum Auftragen und bei stärkerer Akne auch auf Tabletten; Ausreinigung und Peelings kommen als Ergänzung dazu. Halten Pickel trotz konsequenter Pflege über Wochen an, entstehen schmerzhafte Knoten, Narben oder dunkle Flecken, gehört die Haut in hautärztliche Hände. Was dann infrage kommt, erklärt der Ratgeber Aknebehandlung.

Rosazea. Typisch sind Rötungen, anfallsartiges Erröten, sichtbare Äderchen und bei manchen Pickel ohne Mitesser. Die Rosazea-Leitlinie (gültig bis Ende 2026) nennt unter den möglichen Auslösern Hitze, starke Kälte, heißen Wasserdampf, UV-Licht, Alkohol und bestimmte Kosmetika. Mit starker Empfehlung rät sie, die Haut schonend zu reinigen und starkes Reiben, Peelings sowie durchblutungsfördernde oder reizende Stoffe zu meiden. Bedampfen, kräftiges Reiben oder ein Peeling stehen dazu im Widerspruch. Was bei Rosazea hilft, lesen Sie im Rosacea-Ratgeber, zu sichtbaren Äderchen im Ratgeber Couperose-Behandlung.

Periorale Dermatitis. Kleine rote Knötchen und Pusteln rund um den Mund, manchmal an Nase oder Augen, oft mit Brennen: Das kann eine periorale Dermatitis sein. Die Rosazea-Leitlinie beschreibt sie als Erkrankung „meist überpflegter Haut“. Sie kann nach der Anwendung kortisonhaltiger Gesichtscremes auftreten, und auch Kosmetika gelten als möglicher Auslöser. Behandelt wird unter anderem, indem man Gesichtscremes und Kosmetik vorübergehend weglässt und das Gesicht nur mit Wasser reinigt; rezeptfreie Kortisoncremes sollten Sie nicht selbst anwenden. Bis die Haut abheilt, können Wochen bis Monate vergehen. Eine Gesichtsbehandlung mit Masken und reichhaltigen Cremes geht in die entgegengesetzte Richtung. Wie Sie in dieser Zeit mit Sonnenschutz umgehen, besprechen Sie am besten in der Praxis.

Pigmentflecken. Nicht jeder braune Fleck ist harmlos, auch ein vermeintlicher Altersfleck sollte vor einer Behandlung eingeordnet werden. Die Leitlinie zur Lasertherapie hält einstimmig fest, dass eine nicht angezeigte Laserbehandlung von Hautveränderungen die Diagnose von Hautkrebs verzögern oder erschweren kann. Lassen Sie Flecken deshalb ärztlich ansehen, bevor sie aufgehellt, gepeelt oder gelasert werden. Mehr dazu im Ratgeber Altersflecken entfernen.

Verdacht auf Hautkrebs. Die Deutsche Krebshilfe nennt unter anderem diese Warnzeichen: Ein Muttermal sieht anders aus als alle anderen oder verändert Form, Farbe, Größe oder Erhabenheit; es juckt, brennt oder blutet; eine neue Stelle mit Flecken oder Krusten heilt nicht innerhalb weniger Wochen ab; an sonnenbeschienenen Stellen tasten Sie raue Flecken. Solche Stellen gehören nicht in eine kosmetische Behandlung, sondern zeitnah in eine Hautarztpraxis. Gesetzlich Versicherte haben ab 35 alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Hautkrebsvorsorge; bei Beschwerden müssen Sie darauf nicht warten.

Ausreinigung: professionell statt selbst drücken

Die Ausreinigung ist für viele der Kern einer Gesichtsbehandlung. Die Akne-Leitlinie beschreibt sie genau: Die Haut wird mit einem milden Reinigungsmittel (Syndet) und Wasser gereinigt, warme Kompressen weichen die Hornschicht auf, dann wird desinfiziert. Mitesser werden, falls nötig nach einem winzigen Einstich, ausgedrückt, anschließend wird erneut desinfiziert, und eine beruhigende Maske oder Pflege schließt ab.

Die Leitlinie empfiehlt die Ausreinigung bei Akne mit Mitessern und bei leichter bis mittelschwerer Akne mit entzündeten Pickeln als Ergänzung („sollte“), bei schwerer entzündlicher Akne nur noch als offene Option. Der ausdrückliche Zusatz lautet: durch medizinisches Fachpersonal, um Schaden zu vermeiden. Zwei Grenzen sind wichtig:

  • Eitrige Pickel werden nicht ausgedrückt. Der Versuch verstärkt laut Leitlinie in der Regel die Entzündung. Fachgerecht wird eine oberflächliche Pustel allenfalls minimal eröffnet und der Eiter vorsichtig abgewischt.
  • Unsachgemäß schadet sie. Ungeeignete oder nicht desinfizierte Instrumente und zu starker Druck können Entzündungen und Narben verursachen. Fragen Sie deshalb nach, wie Instrumente aufbereitet werden.

Selbst drücken sollten Sie nicht: Die Leitlinie rät wegen der Narbengefahr ausdrücklich von eigenen Ausreinigungsversuchen ab. Kleine weiße, harte Pünktchen ohne Entzündung sind oft keine Mitesser, sondern Milien, winzige Hornzysten ohne Öffnung zur Hautoberfläche. Wie sie fachgerecht entfernt werden, steht im Ratgeber Milien entfernen.

Was in einer medizinischen Gesichtsbehandlung passieren kann

Vorgespräch und Hautanalyse

In der Praxis beginnt eine Behandlung mit Fragen. Was bei Akne dazugehört, zählt die Akne-Leitlinie auf: Verlauf der Beschwerden, Medikamente und Hormone, Ihre Hautpflege, dekorative Kosmetik und bisherige kosmetische Behandlungen, Beruf, Freizeit und Sonnengewohnheiten. Ohne Krankheitsverdacht ist eine Hautanalyse mit Pflegeberatung in der Regel keine Kassenleistung; eine Universitäts-Hautklinik etwa bietet sie in ihrer ästhetischen Sprechstunde als Selbstzahlerleistung an und klärt dort auch entzündliche Erkrankungen wie Akne oder Rosazea ab. Auch Kosmetikstudios bieten Hautanalysen an. Sie bleiben eine kosmetische Einschätzung und ersetzen keine Diagnose.

Chemisches Peeling

Säuren wie Salicyl- oder Glykolsäure lösen Hornschüppchen von der Hautoberfläche. Salicylsäure wirkt laut Akne-Leitlinie außerdem entzündungshemmend und löst Mitesser. Die Leitlinie empfiehlt oberflächliche bis mitteltiefe Peelings durch medizinisches Fachpersonal als Ergänzung; üblich sind fünf bis zehn Sitzungen im Abstand von einigen Wochen. Oberflächliche Fruchtsäurepeelings werden auch im Kosmetikstudio angeboten, tiefere gehören nach unserer Einordnung in ärztliche Hand. Säuren, Tiefen und Risiken erklärt der Ratgeber chemisches Peeling.

Mikrodermabrasion und Hydradermabrasion

Bei der Mikrodermabrasion trägt ein Handstück mit Kristallen oder einem Diamantaufsatz die Hornschicht ab, ein Unterdruck saugt die Schüppchen ab. Die Akne-Leitlinie führt sie nur als Möglichkeit, die man erwägen kann. Die Hydradermabrasion kombiniert einen kristallfreien Abtrag mit einem Serum, das zugleich aufgetragen und wieder abgesaugt wird; sie wird häufig unter Gerätenamen angeboten. Belastbare Daten fehlen. In einer kleinen randomisierten Studie mit 20 Frauen fanden sich nach sechs Behandlungen weniger feine Linien, kleinere Poren und weniger Pigmentverfärbungen; die Vergleichsgruppe bekam allerdings nur dasselbe Serum per Hand aufgetragen, nicht etwa eine andere Behandlung. Eine Aknestudie mit ebenfalls 20 Erwachsenen lief ohne Kontrollgruppe und ohne Verblindung, ein Mitarbeiter des Geräteherstellers war beteiligt. Für sichere Aussagen reicht beides nicht. Mehr im Ratgeber Mikrodermabrasion.

LED- und andere Lichtbehandlungen

Blaues Licht wird vor allem bei Akne eingesetzt, rotes Licht zur Hautverjüngung beworben. Ein systematischer Review von 2018 fand für Akne acht randomisierte Studien und vergab den Empfehlungsgrad B auf einer Skala von A bis D, für Hautverjüngung sechs Studien mit Grad C. Die Autoren nennen selbst die Schwächen: oft weniger als 20 Teilnehmende, fehlende Verblindung, keine Scheinbehandlung, sehr unterschiedliche Geräteeinstellungen. Ein Cochrane-Review mit 71 Studien zu Lichttherapien bei Akne kam zu dem Schluss, dass hochwertige Evidenz fehlt; zwei Drittel der Studien waren von der Industrie gefördert. Die American Academy of Dermatology schreibt zu Rotlicht, dass manche Studien dezente bis sichtbare Effekte im Gesicht zeigen, dass aber mehr Forschung nötig ist und nicht jeder Ergebnisse sieht.

Die Akne-Leitlinie sieht Blaulicht bei mittelschwerer und schwerer entzündlicher Akne als Option („sollte“) vor, vor allem wenn Tabletten nicht möglich oder nicht gewünscht sind; bei leichter Akne bleibt es offen. Nicht zu verwechseln ist das mit der ärztlichen Lichttherapie mit UV-Licht, die etwa bei Schuppenflechte oder Neurodermitis eingesetzt wird.

Microneedling

Feine Nadeln setzen winzige Verletzungen, die einen Umbau der Haut anstoßen sollen. Am besten untersucht ist das Verfahren bei eingesunkenen Aknenarben; eine systematische Übersicht fand dazu acht überwiegend kleine Studien. Das Berliner Gesundheitsamt Neukölln zählt Microneedling mit Nadeln bis 0,5 mm zu den Maßnahmen, die Kosmetikstudios durchführen dürfen, tieferes Needling etwa mit 1,5 mm dagegen zu den invasiven Eingriffen für Ärztinnen, Ärzte und Heilpraktiker. Einzelheiten im Ratgeber Microneedling.

Laser und IPL bei Rötungen und Pigmentflecken

Hinter „Laser-Gesichtsbehandlung“ können sehr verschiedene Verfahren stecken. Gefäßlaser und IPL (intensiv gepulstes Licht) zielen auf sichtbare Äderchen und Rötungen, andere Laser auf Pigmentflecken, abtragende Laser wie der CO2-Laser entfernen Hautschichten. Nach der Strahlenschutzverordnung NiSV dürfen die Behandlung von Gefäßveränderungen und Pigmentflecken, abtragende Laser und alle Anwendungen, die die Oberhaut verletzen, nur approbierte Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Weiter- oder Fortbildung durchführen. Bei Akne sieht die Leitlinie IPL und bestimmte Laser für mittelschwere und schwere entzündliche Formen als Option vor, IPL und Farbstofflaser besonders bei starker Rötung. Welche Geräte bei Äderchen infrage kommen, steht im Ratgeber Couperose-Behandlung; für Narben gibt es den Ratgeber Narbenentfernung.

Ultraschall und Radiofrequenz

Auch „Ultraschall-Gesichtsbehandlungen“ werden angeboten. Ultraschall- und Hochfrequenzgeräte fallen unter die NiSV: Wer sie gewerblich zu kosmetischen Zwecken anwendet, braucht eine Fachkunde. Beim Ultraschall sind Anwendungen Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, die die Oberhaut verletzen, Gewebe gezielt durch Hitze veröden oder Fett abbauen sollen; bei Hochfrequenzgeräten unter anderem hautverletzende Anwendungen, die Behandlung von Äderchen und Pigmentflecken und der Fettabbau durch Wärme. Zu sichtbaren Effekten kosmetischer Ultraschall-Pflegebehandlungen haben wir bei unserer Recherche keine aussagekräftigen kontrollierten Studien gefunden. Zur Kombination aus Nadeln und Hochfrequenz gibt es den Ratgeber Radiofrequenz-Microneedling.

Was eine Gesichtsbehandlung leisten kann und was nicht

Eine Ausreinigung leert verstopfte Poren. Solange eine Akne aktiv ist, entstehen aber laufend neue Mitesser, und die Leitlinie beschreibt Akne als Erkrankung, die bei vielen über lange Zeit besteht. Deshalb stellt sie Ausreinigung und Peelings neben die medikamentöse Therapie, nicht an ihre Stelle.

Falten und erschlaffte Haut erreicht eine oberflächliche Behandlung kaum. Eine Hyaluronsäure-Creme etwa durchfeuchtet nach Einschätzung der Tübinger Dermatologin Claudia Borelli die oberste Hautschicht und verbessert das Hautgefühl, Mimikfalten lässt sie aber nicht verschwinden. Gegen Mimikfalten oder Volumenverlust werden ärztliche Verfahren wie Botulinumtoxin oder Hyaluron-Unterspritzungen eingesetzt; das ist keine Gesichtsbehandlung im kosmetischen Sinn mehr, sondern ein medizinischer Eingriff mit eigenen Risiken.

Und die Frage nach dem Rhythmus? Häufig wird ein monatlicher Termin empfohlen, weil sich die Oberhaut etwa innerhalb von vier Wochen erneuert. Studien, die einen bestimmten Abstand als überlegen zeigen, haben wir nicht gefunden. Bei gezielten Behandlungen sind Serien üblich: In den Hydradermabrasion-Studien waren es sechs Sitzungen, für chemische Peelings nennt die Akne-Leitlinie fünf bis zehn. Für den Alltag zählt vor allem, wie Sie die Haut pflegen und vor Sonne schützen.

Die Basis: Pflege nach Hauttyp und Sonnenschutz

Zwei Dermatologen aus Universitätskliniken raten im Kern dasselbe: wenige, passende Produkte statt vieler. Sören Korsing, Leiter der Ästhetischen Dermatologie an der Berliner Charité, nennt in der Apotheken Umschau Reinigung und eine zum Hauttyp passende Feuchtigkeitspflege als Grundlage. Ein Gesichtswasser hält er für verzichtbar. Wer unsicher ist, ob die Haut eher trocken, empfindlich oder fettig ist, oder wer auf Produkte gereizt reagiert, sollte das einmal fachlich klären lassen.

  • Reinigen. Abends ja; morgens reicht normaler Haut laut Korsing oft lauwarmes Wasser. Bei Akne empfiehlt die Leitlinie zweimal täglich eine Waschemulsion mit leicht saurem pH-Wert. Bei Rosazea rät die Leitlinie zu lauwarmem Wasser, milden Syndets und Trockentupfen statt Rubbeln.
  • Pflegen. Fettige und zu Akne neigende Haut verträgt eher leichte, nicht komedogene Produkte, trockene Haut braucht reichhaltigere Pflege, Rosazea-Haut leichte, wasserbasierte Texturen. Führen Sie neue Wirkstoffe einzeln ein, damit Sie erkennen, was Ihre Haut nicht verträgt.
  • Peelen, wenn überhaupt, mild. Korsing hält milde Peelings ein- bis zweimal pro Woche für möglich und zieht Glykol- oder Salicylsäure groben mechanischen Peelings vor. Bei Rosazea gilt das nicht.
  • Sonnenschutz jeden Tag. Laut Korsing auch an bewölkten Tagen, mindestens Lichtschutzfaktor 30; Kombiprodukte, etwa Tagescremes mit Lichtschutz, haben meist einen niedrigeren Schutzfaktor. Bei Akne empfiehlt die Leitlinie LSF 50 in ölfreier Grundlage, auch um dunklen Flecken nach Pickeln vorzubeugen.

Wie viel Sonnencreme nötig ist, unterschätzen viele. Die Tübinger Dermatologin Claudia Borelli nennt einen Anhaltspunkt: Wer Gesicht, Hals, Dekolleté und Hände täglich ausreichend eincremt, sollte eine 100-Milliliter-Tube mit LSF 50 in etwa zwei Wochen aufgebraucht haben. Wenn Sie nur ein einziges Pflegeprodukt verwenden wollen, sollte es nach ihrer Einschätzung der Sonnenschutz sein.

Für Männer gelten dieselben Grundsätze. Spezielle Männerkosmetik ist laut Korsing oft Marketing; entscheidend ist der Hauttyp, nicht das Geschlecht.

Risiken: Wann Gesichtsbehandlungen schaden können

Typische Reaktionen nach oberflächlichen Behandlungen wie Peeling, Mikrodermabrasion oder Licht sind Rötung, Brennen, Trockenheit oder leichtes Schuppen; in den Studien zu LED-Licht waren solche Nebenwirkungen mild. Einige Risiken sollten Sie trotzdem kennen:

  • Entzündungen und Narben durch unsachgemäße Ausreinigung, vor allem mit zu viel Druck oder nicht desinfizierten Instrumenten.
  • Schübe bei Rosazea durch Wasserdampf, Hitze, Reiben, Peelings und reizende Produkte.
  • Überpflegte Haut. Zu viel Pflege und bestimmte Kosmetika werden mit der perioralen Dermatitis in Verbindung gebracht.
  • Kontaktekzeme. Duftstoffe und manche Konservierungsmittel können empfindliche Haut reizen. Juckt und schuppt die Haut nach einem neuen Produkt immer wieder, kann ein Allergietest Klarheit bringen.
  • Pigmentstörungen. Nach Akne und Entzündungen können dunkle Flecken bleiben; die Akne-Leitlinie empfiehlt deshalb täglichen Lichtschutz. Dunklere Haut reagiert laut American Academy of Dermatology (AAD) auch auf sichtbares Licht eher mit Pigmentflecken; besprechen Sie Lichtbehandlungen dann vorher ärztlich. Nach Peelings und Abtragungen senkt Sonnenschutz laut AAD das Risiko für Nebenwirkungen.
  • Augen bei Lichtbehandlungen. Tragen Sie bei LED-Geräten den vorgesehenen Augenschutz; eine Sonnenbrille ist laut AAD kein Ersatz.
  • Medikamente und Vorerkrankungen. Bei Arzneimitteln, die lichtempfindlich machen, oder bei Lupus sollten Sie Lichtbehandlungen vorher ärztlich besprechen. Bei einer laufenden oder kürzlich beendeten Isotretinoin-Therapie gegen Akne gehören Peelings, Mikrodermabrasion und Laser vorher in die Abstimmung mit Ihrer behandelnden Hautarztpraxis. Die AAD nennt für die Mikrodermabrasion bei einer Einnahme in den vergangenen sechs Monaten ein höheres Risiko für Komplikationen bis hin zu Narben; neuere Auswertungen sehen das differenzierter, wie der Ratgeber zur Mikrodermabrasion erläutert.

Kosmetikstudio oder Hautarztpraxis: Wer darf was?

Die folgende Einordnung beruht auf Gesetzestexten, einer behördlichen Kundeninformation und unserer Lesart. Sie ist keine Rechtsberatung.

  • Kein Ausbildungsnachweis für Studios. Für den Betrieb eines Kosmetikstudios ist nach Angaben des Gesundheitsamts Neukölln keine abgeschlossene Ausbildung oder Qualifikation vorgeschrieben. Das Amt zählt Hautanalysen, Peelings, Mikrodermabrasion und Microneedling bis 0,5 mm zu den zulässigen nicht-invasiven Maßnahmen und rät, sich im Zweifel einen Qualifikationsnachweis zeigen zu lassen. Ob andere Behörden das genauso sehen, haben wir nicht bundesweit geprüft.
  • Ausreinigung. Sie wird verbreitet in Kosmetikstudios angeboten. Ein Urteil, das sie als Heilkunde einordnet, haben wir nicht gefunden. Bei Akne empfiehlt die Leitlinie sie durch medizinisches Fachpersonal.
  • Laser, IPL, Hochfrequenz, Ultraschall. Hier gilt die NiSV. Seit Ende 2022 dürfen Laser und intensive Lichtquellen zu kosmetischen Zwecken nur Personen mit nachgewiesener Fachkunde einsetzen. Der Betreiber muss vorab über Risiken, Alternativen und eine möglicherweise nötige fachärztliche Abklärung aufklären. Für Gefäße, Pigment, abtragende und hautverletzende Anwendungen gilt der Arztvorbehalt. Ob ein LED-Gerät unter die NiSV fällt, hängt nach Angaben des Bundesumweltministeriums von seinen technischen Eigenschaften ab.
  • Spritzen gehören nicht ins Studio. Faltenunterspritzungen mit Hyaluronsäure hat das Oberlandesgericht Karlsruhe einer Kosmetikerin ohne Heilpraktiker-Erlaubnis untersagt. Das Gesundheitsamt Neukölln ordnet Botulinumtoxin, Faltenunterspritzungen und Skinbooster als invasive Behandlungen Ärztinnen, Ärzten und Heilpraktikern zu. Botulinumtoxin ist außerdem ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel.
  • Hygiene. Kosmetikstudios können vom Gesundheitsamt infektionshygienisch überwacht werden. Bei Fragen oder Hinweisen auf Verstöße ist das örtliche Gesundheitsamt Ansprechpartner.

Was das für Sie bedeutet: Geht es um Pflege und die Haut ist gesund, kann ein Kosmetikstudio die richtige Adresse sein. Lassen Sie sich erklären, welche Ausbildung die behandelnde Person hat, wie lange sie schon behandelt und wie Instrumente aufbereitet werden. Sobald es um Akne, Rosazea, unklare Flecken, Narben oder Behandlungen mit Laser und IPL geht, gehört die Einschätzung in eine Hautarztpraxis. Dort kann auch beurteilt werden, ob eine kosmetische Behandlung überhaupt sinnvoll ist oder ob eine medizinische Therapie mehr bringt.

Kosten: Wer zahlt was?

Eine kosmetische Gesichtsbehandlung zahlen Sie selbst. Laut Akne-Leitlinie gehören auch Ausreinigung, chemische Peelings, Mikrodermabrasion sowie Laser- und Lichtbehandlungen nicht zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung, selbst wenn sie bei Akne eingesetzt werden. Muss dagegen eine Krankheit erkannt oder behandelt werden, etwa Akne, Rosazea oder ein verdächtiger Fleck, haben gesetzlich Versicherte grundsätzlich Anspruch auf die notwendige ärztliche Behandlung. Die Hautkrebsvorsorge ab 35 ist kostenlos.

In der Arztpraxis rechnet die Praxis kosmetische Leistungen als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ab, und zwar nach der derzeit gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Einen Einheitspreis gibt es deshalb nicht. Steht eine Leistung nicht ausdrücklich in der GOÄ, wird eine vergleichbare Position herangezogen (Analog-Ziffer). Üblich ist ein Faktor bis zum 2,3-Fachen des Gebührensatzes; wer darüber geht, muss das begründen. Bevor behandelt wird, bekommen Sie eine schriftliche Kosteninformation und unterschreiben eine Behandlungsvereinbarung; danach steht Ihnen eine Rechnung zu. Kosmetikstudios sind an die GOÄ nicht gebunden und kalkulieren frei.

Eine verlässliche, unabhängige Preisübersicht für Gesichtsbehandlungen in Deutschland ist uns nicht bekannt, eine Preisspanne geben wir deshalb nicht an. Achten Sie beim Vergleichen darauf, was im Preis enthalten ist, und lassen Sie sich bei Serien die Gesamtkosten nennen. Private Krankenversicherungen erstatten je nach Tarif unterschiedlich; fragen Sie bei einer medizinischen Begründung vorher nach.

Wann zum Arzt?

Statt oder vor einer Gesichtsbehandlung sollten Sie sich hautärztlich vorstellen, wenn

  • Pickel und Mitesser trotz konsequenter Pflege über Wochen bleiben, schmerzhafte Knoten auftreten oder Narben und dunkle Flecken zurückbleiben,
  • Ihr Gesicht häufig errötet, brennt, sichtbare Äderchen zeigt oder Pickel ohne Mitesser auftreten,
  • sich um Mund, Nase oder Augen kleine rote Knötchen mit Brennen bilden, besonders nach einer Kortisoncreme,
  • ein Muttermal neu ist, anders aussieht als die anderen oder sich verändert, juckt oder blutet,
  • eine Stelle mit Krusten nicht innerhalb weniger Wochen abheilt oder Sie raue Flecken an sonnenbeschienenen Stellen tasten,
  • Sie Pigmentflecken aufhellen oder lasern lassen möchten,
  • Sie gerade Isotretinoin nehmen oder die Therapie erst vor wenigen Monaten beendet haben.

Nach der Behandlung lassen Sie die Haut ärztlich ansehen, wenn

  • Rötung oder Brennen nach einigen Tagen nicht abklingen oder sogar stärker werden,
  • Schmerzen zunehmen, die Stelle heiß wird, nässt oder eitert oder sich Blasen und Krusten bilden,
  • kleine Bläschen in Gruppen erscheinen, zum Beispiel am Lippenrand,
  • sich Wochen später helle oder dunkle Flecken zeigen, die nicht verblassen,
  • die Haut nach einem neuen Produkt juckt, Quaddeln bildet oder Lider und Lippen anschwellen,
  • ein Auge nach einer Licht- oder Peelingbehandlung weh tut, rot bleibt oder die Sicht schlechter wird; dann sollte noch am selben Tag eine Augenärztin oder ein Augenarzt das Auge untersuchen.

Eine schmerzhafte, sich ausbreitende Rötung und Schwellung im Gesicht mit Fieber oder Krankheitsgefühl kann auf eine Wundrose hindeuten. Lassen Sie das noch am selben Tag ärztlich ansehen, außerhalb der Sprechzeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117. Rufen Sie 112, wenn Zeichen eines ernsten Verlaufs hinzukommen: Fieber mit kaltem Schweiß und Blässe, beschleunigte Atmung oder Herzrasen, Benommenheit oder Verwirrtheit. Schwellen nach einem Produkt Zunge oder Rachen an oder kommen Atemnot oder Kreislaufprobleme hinzu, wählen Sie ebenfalls sofort 112; die Warnzeichen einer schweren allergischen Reaktion beschreibt der Ratgeber Nesselsucht.

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Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.