
Besenreiser entfernen: Verödung, Laser & Kosten
Wie sich Besenreiser von Krampfadern unterscheiden, welche Methode (Verödung oder Laser) wann passt, was die Entfernung kostet (meist Selbstzahler, bei Venenleiden Kasse) und wie die Behandlung abläuft.
Sorgfältig recherchiert · mit Quellen · Stand 29.6.2026
Besenreiser sind feine, netz- oder fächerförmige Äderchen, die rötlich, violett oder bläulich direkt unter der Hautoberfläche durchschimmern – am häufigsten an den Beinen, etwa an Oberschenkeln, in der Kniekehle oder am Unterschenkel. Medizinisch sind sie in den allermeisten Fällen harmlos und verursachen keine Beschwerden. Viele Betroffene empfinden sie aber als kosmetisch störend. Entfernen lassen sie sich vor allem durch Verödung (Sklerosierung); in ausgewählten Fällen kommt auch ein Laser infrage. Weil die Behandlung meist rein ästhetisch ist, zahlen Sie in der Regel selbst – anders als bei einem medizinisch relevanten Krampfaderleiden.
Besenreiser oder Krampfadern? Der Unterschied
Besenreiser und Krampfadern sind verwandt, aber nicht dasselbe – die Abgrenzung entscheidet darüber, ob eine Behandlung kosmetisch oder medizinisch notwendig ist.
- Besenreiser sind Erweiterungen feinster Hautvenen in der obersten Hautschicht. Sie bilden ein netz- oder fächerförmiges Muster (daher der Name: wie die Reiser eines Besens), schimmern farbig durch und machen meist keine Beschwerden. Sie gelten als Sonderform der Krampfadern.
- Krampfadern (Varizen) sind größere, geschlängelte, deutlich hervortretende Venen. Sie können Schweregefühl, Spannung, Schmerzen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schwellungen im Knöchelbereich verursachen. Unbehandelt drohen Hautverfärbungen, Ekzeme und im Verlauf ein „offenes Bein“ (Ulcus cruris).
Besenreiser sind also überwiegend ein kosmetisches Thema, eine ausgeprägte Varikose dagegen eine chronische Erkrankung, die ernst genommen werden sollte. Wichtig: Besenreiser können ein sichtbares Zeichen für eine tiefer liegende Venenschwäche sein – vor einer Behandlung sollte deshalb abgeklärt werden, ob nicht eine relevante Krampfader dahintersteckt.
Ursachen: Wie entstehen Besenreiser am Bein?
Besenreiser beruhen meist auf einer erblichen Bindegewebsschwäche: Die Venenwände und die Venenklappen werden mit der Zeit nachgiebiger, das Blut staut sich, kleine Hautvenen erweitern sich und werden sichtbar. Zur Veranlagung kommen weitere Risikofaktoren hinzu:
- höheres Lebensalter und weibliches Geschlecht (hormonelle Einflüsse, Schwangerschaften)
- überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeiten und Bewegungsmangel
- Übergewicht, Nikotin und Alkohol
- hormonelle Faktoren wie die Einnahme der „Pille“
Auch schlanke, sportliche Menschen können bei starker familiärer Veranlagung Besenreiser entwickeln. Treten in kurzer Zeit plötzlich viele neue Äderchen oder zusätzlich größere Krampfadern auf, lohnt eine fachärztliche Einschätzung.
Wann zum Arzt? Diagnostik mit Duplex-Ultraschall
Bei isolierten Besenreisern ohne weitere Beschwerden besteht keine medizinische Notwendigkeit zu handeln. Ein Arztbesuch ist aber sinnvoll, wenn zusätzlich Symptome auftreten – etwa schwere, geschwollene Beine, Schmerzen, nächtliche Krämpfe, Juckreiz, Hautverfärbungen oder sichtbare größere Krampfadern. Sofort abklären lassen sollten Sie:
- plötzliche Schwellung eines Beins, Spannungsgefühl
- Rötung, Überwärmung und Druckschmerz über einer Vene
- verhärtete, tastbare Venenstränge
- eine plötzliche Venenblutung
Diese Zeichen können auf eine oberflächliche oder tiefe Venenthrombose hinweisen und gehören rasch untersucht.
Vor jeder Behandlung – auch vor einer rein kosmetischen Verödung – wird eine farbkodierte Duplexsonographie (Venen-Ultraschall) empfohlen. Sie ist der Goldstandard der Venendiagnostik: nicht-invasiv, ohne Strahlung, beliebig wiederholbar. Damit lässt sich beurteilen, ob die tiefen Venen durchgängig sind und ob ein krankhafter Rückfluss (Reflux) in den Stamm- oder Seitenastvenen vorliegt, der vorrangig behandelt werden müsste. So wird vermieden, dass oberflächlich verödet wird, obwohl ein tieferes Venenleiden die eigentliche Ursache ist.
Methoden: Besenreiser entfernen
Verödung (Sklerosierung) – die Methode der Wahl
Bei der Verödung wird ein Verödungsmittel mit einer sehr feinen Nadel direkt in die Äderchen gespritzt. In Deutschland kommt dafür der Wirkstoff Polidocanol zum Einsatz – das einzige zur Verödung von Krampfadern zugelassene Mittel. Es reizt die innere Venenwand, die Vene verklebt und wird vom Körper über Wochen bis Monate abgebaut.
- Flüssig-Verödung eignet sich besonders für Besenreiser und feine retikuläre Varizen.
- Schaum-Verödung (Polidocanol wird zu Mikroschaum aufgeschlagen) wird für größere Krampfadern und unter Ultraschallkontrolle auch für Stammvenen verwendet.
Die Verödung ist minimal-invasiv, schnittfrei, ambulant, meist ohne Betäubung und gilt als schmerzarm. Sie hinterlässt in der Regel keine Narben. Für Besenreiser und retikuläre Varizen am Bein ist die Mikro-Sklerotherapie nach nationalen und europäischen Leitlinien die Therapie der Wahl – wirksamer, schmerzärmer und meist preiswerter als der Laser. Ein Behandlungszyklus (meist ein bis zwei Sitzungen) kann bis zu 70–80 % der Besenreiser beseitigen; das endgültige Ergebnis zeigt sich erst nach drei bis sechs Monaten.
Laserbehandlung – bei Besenreisern am Bein zweite Wahl
Beim Laser wirkt hochenergetisches Licht (meist Nd:YAG) durch die Haut auf die Äderchen, erhitzt sie und verschließt sie – ganz ohne Injektion. Für Beinbesenreiser wird der Laser allerdings nicht primär empfohlen: Die Wirkung bei netzförmigen Äderchen ist oft unzureichend, viele Patienten empfinden die Behandlung als schmerzhafter, und es besteht ein höheres Risiko für Verbrennungen, Schorf und bleibende Narben. Die Evidenz ist hier deutlich schwächer als bei der Verödung mit einem streng regulierten Arzneimittel.
Sinnvoll ist der Laser vor allem dort, wo die Verödung schlecht funktioniert – etwa bei sehr feinen Äderchen im Gesicht (Nase, Wange) oder bei Befunden, die für die Nadel zu klein sind. Häufig werden beide Verfahren kombiniert.
Größere Krampfadern: weitere Verfahren
Liegt nicht „nur“ ein Besenreiser-Problem vor, sondern eine echte Stammvarikose, kommen weitere Verfahren infrage: endovenöse Thermoverfahren (Laser-Katheter/EVLT oder Radiowelle/Radiofrequenzablation), bei denen die Vene von innen verschlossen wird, sowie das klassische Venenstripping, bei dem die erkrankte Vene operativ entfernt wird. Welches Verfahren passt, hängt vom Ultraschallbefund ab.
Kosten: Selbstzahler oder Kasse?
Die wichtigste Unterscheidung: Rein kosmetisch = Selbstzahler, medizinisch notwendig = Kasse.
- Besenreiser ohne Beschwerden zu entfernen ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet – die gesetzliche Kasse zahlt nicht.
- Liegt ein medizinisch relevantes Krampfaderleiden (chronische Venenschwäche, Beschwerden, Hautveränderungen, Ulcus) vor, übernimmt die GKV die notwendige Diagnostik, die Kompressionstherapie und etablierte Verfahren wie das Venenstripping. Endovenöse Laser- und Radiowellenverfahren sind dagegen meist keine Regelleistung und müssen in der Regel selbst gezahlt werden.
Typische Selbstzahler-Richtwerte:
| Leistung | Richtwert |
|---|---|
| Verödung Besenreiser (pro Sitzung) | ca. 50–220 € (spezialisierte Praxen teils ab 200 €) |
| Laserbehandlung Besenreiser (pro Sitzung) | ab ca. 350 € |
| Endovenöse Lasertherapie größerer Krampfadern | mehrere hundert bis über 1.000 € (Selbstzahler) |
| Venenstripping bei medizinischer Indikation | Kassenleistung (GKV) |
Weil meist mehrere Sitzungen nötig sind und im Lauf der Jahre neue Besenreiser entstehen können, summieren sich die Kosten. Lassen Sie sich vor Beginn einen konkreten Kostenvoranschlag geben.
Ablauf, Schmerzen und Nachsorge
Vor der Behandlung klärt die Ärztin oder der Arzt, ob die Verödung kosmetisch oder medizinisch begründet ist, prüft Gegenanzeigen und führt in der Regel den Venen-Ultraschall durch. Kommen Sie nicht mit stark gebräunter Haut, und sprechen Sie blutverdünnende Medikamente vorab ab.
Während der Behandlung liegen Sie auf einer Liege; nach Desinfektion spritzt der Arzt kleine Mengen Polidocanol in die Äderchen. Eine Sitzung dauert meist 15–30 Minuten. Anschließend wird eine leichte Kompression angelegt. Direkt danach sollten Sie etwa 30 Minuten spazieren gehen, um den Blutfluss anzuregen und einer Thrombose vorzubeugen.
Zur Nachsorge gehört das Tragen eines Kompressionsstrumpfs oder Druckverbands – je nach Befund zwischen wenigen Tagen und etwa zwei Wochen. Das verbessert das Ergebnis und senkt das Risiko für Verfärbungen und Venenentzündungen. Leichte Blutergüsse und Rötungen an den Einstichstellen sind normal. Verzichten Sie nach der Verödung rund vier Wochen auf direkte Sonne und Solarium, um Verfärbungen zu vermeiden. Die sichtbaren Besenreiser verschwinden nicht sofort, sondern werden über ein bis drei Monate abgebaut.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Verödung gilt insgesamt als sicher und nebenwirkungsarm. Mögliche Begleiterscheinungen sind:
- Bräunliche Verfärbungen (Hyperpigmentierung) entlang der behandelten Venen – die häufigste Nebenwirkung (Risiko knapp 15 %). Sie hellen sich meist innerhalb von drei bis sechs Monaten auf, können selten länger bestehen. UV-Schutz nach der Behandlung senkt das Risiko.
- Matting – feine, neu gebildete rötliche Äderchen im behandelten Areal
- kleine Blutergüsse, lokale Rötungen, Quaddeln und vorübergehende Verhärtungen
- oberflächliche Gerinnsel in den behandelten Venen (kleine, dunkle, druckschmerzhafte Knötchen), die gelegentlich entlastet werden müssen
- selten allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel
- eine tiefe Beinvenenthrombose ist selten (in spezialisierten Praxen unter 1 %)
Beim Laser an der Hautoberfläche sind Hitzeschäden bis hin zu Verbrennungen, Schorf und – vor allem bei falscher Anwendung oder Neigung zu Keloiden – bleibende Narben und Pigmentstörungen möglich. Gegenanzeigen der Verödung sind unter anderem eine bekannte Allergie gegen Polidocanol; bei der Schaum-Verödung ist nach neurologischen Beschwerden (z. B. Migräne) besondere Vorsicht geboten. In der Schwangerschaft werden invasive Veneneingriffe in der Regel verschoben.
Vorbeugen und Rezidiv: Was Sie selbst tun können
Die erbliche Venenschwäche lässt sich nicht heilen, und keine Behandlung schützt dauerhaft vor neuen Besenreisern – im behandelten Areal oder an anderer Stelle können mit der Zeit wieder Äderchen auftreten. Ein gesunder Lebensstil kann das Fortschreiten aber bremsen:
- regelmäßige Bewegung, die die Wadenmuskelpumpe aktiviert – Schwimmen, Walking, Radfahren, Venen- und Fußgymnastik
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Verzicht auf Nikotin und Alkohol
- langes Stehen und Sitzen vermeiden, Beine immer wieder hochlagern
- kalt-warme Wechselduschen zur Anregung des Venentonus
- bei beruflich langem Stehen/Sitzen Kompressionsstrümpfe tragen
Cremes oder Salben können sichtbare Besenreiser nicht beseitigen. Sinnvoll ist es, die Beine regelmäßig selbst zu beobachten und neue oder größere Befunde fachärztlich kontrollieren zu lassen – nach einer Verödung etwa alle ein bis zwei Jahre.
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Quellen
- AWMF S2k-Leitlinie Sklerosierungsbehandlung der Varikose (037-015l) (abgelaufene S2k-Leitlinie, letzte offizielle Fassung) (abgerufen 2026-06-29)
- AWMF S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose (037-018l) (abgelaufene S2k-Leitlinie, letzte offizielle Fassung) (abgerufen 2026-06-29)
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie: Verödung und Schaum-Sklerotherapie (abgerufen 2026-06-29)
- DEGUM: Mit Ultraschall (Duplexsonographie) gegen Krampfadern (abgerufen 2026-06-29)
- IGeL-Monitor: Laser-Behandlung von Krampfadern (Bewertung) (abgerufen 2026-06-29)
- AOK: Endovenöse Therapie bei Krampfadern (Kostenübernahme) (abgerufen 2026-06-29)
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.